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Feierabend
Nr. 16.
Unterhaltungsbeilage.
Feierab
Klassenkampf.
Sie haben je nach Bedarf
Geübte Köpfe und blitzende Uniformen.
Von Klara Blum.
Schwung des rücksichtslos glänzenden Aufstiegs Und Romantik huldvollen Mitleids.
In den Brieftaschen Geld und Geldverachtung auf den erhobenen Nasen.
Wir haben nichts.
Nichts als die nackte, plumpe, unschöne Wahrheit:
Unsere gierige Armut.
Unsern verbissenen Lohnkampf.
Unseren grauen, glanzlosen Kleinkrieg.
Sie haben je nach Bedarf
Hochmut oder Verständnis für den Proleten.
Forderung nach Unterwerfung
Und sanfte Töne der Klassenversöhnung.
Schweres Geld in den Taschen und leichte Gewandtheit im Reden.
Wir haben nichts.
1933.
Nichts als die nackte, plumpe, unschöne Wahrheit: Unseren täglich gereizten Haß.
Unsere wuterstickt stammelnde Antwort.
Unsere Notwehr.
Sie haben je nach Bedarf
Tempel von Wissen und Kunst, in welche sie flüchten, Um von sich das begangene Unrecht für hohe
Erholungsstunden
Abzuwerfen.
Und uns zu verachten,
Weil wir überallhin das erlittene Unrecht mitschleppen.
Sie haben je nach Bedarf
Gegen uns das herrisch- laute Kommando
Und das lautlos- verächtliche Zucken des Mundes.
Wir haben nichts.
Aber wir haben recht.
Wir alle zusammen,
Wir haben die Zukunft,
Wir haben recht.
Stimme aus einem Warenhaus.
Von Kurune.
bittenden, forschenden, schreienden Schar fremder Menschen. Mein schwarzer Kittel fliegt hier hin und dort hin, mein Bleistift rast über den Blod, mein Kopf tut mir web, aber immer wieder frage ich: Womit fann ich dienen?"
Ich bin eine von den Hunderten eines mel über den Blägen, und für Augenblicke großen Warenhauses. Ich habe Ihnen ge- denten wir mit einer fleinen Sehnsucht an Wer bin ich? Emne Maschine? Ein wiß schon Soden und Handschuhe verkauft.| schilfumftandene Seen in schweigenden Wäl- Robot? Ein Mensch? Ich habe fein Herz, Bielleicht habe ich Ihnen zu der Krawatte dern, dann verschluckt uns schon das Waren nur ein Gesicht, das gleichförmig lächelt, nut geraten, die Sie noch tragen. Im Autobus haus. Hier bin ich wie Liffi und Olga, wie geichäftige Sände habe ich. Ich weiß nicht starren Sie mich immer so an. Sie über alle anderen, von neun Uhr früh bis sieben mehr, daß ich morgens ein Stüd Himmel ge schen die billige Eleganz meines Mantels, Uhr abends ein kleines Rädchen im großen jehen habe über einem Blas und nach etwas und Ihr Wollwollen gehört meinen Beinen. Getriebe, eine Nummer, eine Kontrollmarke. Sehnsucht hatte das in diesem Warenbauſe Mit diesen Beinen jagt Ihr Blick- müsch habe jetzt einen schwarzen Kittel an, und nicht geführt wird. Ich habe Preise und fen Sie in ein Magazin. mein Arbeitstag beginnt mit der böflichen Sorten im Stopf und erkläre, preise an, be Wenn Sie noch frübstüden, bin ich mit Frage: Bitte, was steht zu Diensten?" daure, lächle. gebe recht, aebe nach, geboriam dem fleinen, schwarzladierten Stadtköfferchen Es gibt noch Minuten, wo man Zeit einem ehernen Gebot, mit dumpfer Aufleh schon unterwegs ins Geschäft. Wie viele eilen hat, an den gestrigen Abend zu denken, an den nung mandima!, nervös gemacht durch mit mir, ich bin ja nur eine von den hun- Film, an den Kuß im Hausflur. Dann betörichte, wiederholte, nußloje Fragen, aber derten nicht ganz ausgeschlafenen, noch träu- ginnt der Strom der Kunden dichter zu flie- immer unter dem Zwange meines Blides, menden, vorsichtig geschminkten fleinen Mäden, er bricht aus den Türen der Fahrstühle, der Losung.
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chen, die in die großen Warenhäufer müssen. über die Rolltreppen hinauf in alle Stodwerle. Auch Sie kommen zu mir Sie sind furz Wir sehen nur flüchtig den erwachenden Him. Mein Tisch ist umlagert von einer fragenden, und von oben herab, wenn Sie in Beglei