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Feieraber
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Nr. 41.
Unterhaltungsbeilage.
Stadt der siebzehn Könige.
Philadelphia ist eine große Stadt. Hochbahnzüge sausen über die Brücken. In Stahlröhren unter der Erde fährt die Untergrund bahn. Tag und Nacht... Tag und Nacht. Philadelphia ist eine schnelle Stadt. Wenn du nicht selber auf dich achtgibst der Autobus wird dir nicht ausweichen! Rotes Licht grünes Bicht: Stop! Freie Fahrt!
Gib doch acht! Gib doch acht! Philadelphia ist eine reiche Stadt. Siebzehn Millionäre wohnen in Philadel phia: der Zahnpastakönig, der Kaugummifönig, ber Konferventönig... Siebzehn Könige haben ihre Schlösser im Westen von Philadelphia erWem gehört der Balast aus Glas in der Zwölften Straße?
Oh, der gehört Mister For, dem Milchfönig den Pg 1phin.
Trinkt mehr Milch – Milch gibt Kraft! Trinkt mehr Milch Milch gibt Kraft! Grünes Lichtstop: Rotes Lichtfreie Fahrt! Gib tech acht! Hörst du nicht sicht! Vorfiiicht! Uh- u- u...
Vor
Onkel Sammy, Pensionist, leidet an schlech. ter Verdauung.„ Täglich auf nüchternen Magen ein Glas Milch wirkt Wunder", sagt seine Schwester. Um sechs Uhr morgens gebt sie selbst mit der Kanne ins Geschäft.
„ Oh, guten Morgen!" ,, Morgen! Kanne Milch."
Die Milch stürzt wie ein Bach aus dem großen Behälter in Marys Kännchen: weiß ist fie, schaumig!
,, Auch eine Kanne." „ Mir zwei!"
„ Drei Flaschen!"
Die Milch plätschert ohne Unterlaß in
Bon Irene Stern.
Kaltes Wasser über den Kopf... schnell, schned, die Uhr rennt. Ueber ein warmes Bett geht nichts; dieses Wasser aber...„ Berdamm mich Gott, Selly, das ist ja wie Eis!"
Bst, Tom, du wedst ja die Kinder!" Erstes Hosenbein zweites Hosenbein. Warm ist so ein Bett...
„ Da hast du die Kappe, Tom!" Das Schild spiegelt: For- Milchcompany.„ Geh schon, Tom. Gib acht, Tom."
"
Ja, ja! Les wohl." Kuß. Warmer Hals. Heiße Wange.
1933,
dreiundzwanzig..
Was zahle ich?" „ Vierundzwanzig Cents." 3wanzig Cents vierundzwanzig so! Tag." Vor der Tür steht eine Menschenschlange, zerlumpt und unbeweglich.
-
' n Cent, Frau, schenken Sie mir doch' n Cent, Frau, nur' n Cent. Bin ohne Arbeit." Eine magere Hand reckt sich aus dem zerlumpten Aermel.
,,' n Cent. Nur' n Cent."
"
Zwölfmal ein Tent gibt ein halbes Liter Tom rennt zur Untergrundbahn: Onkel Milch. Gibt zu Mittag ein halbes Liter Milch. Sammy wartet auf sein Glas Milch. Schnell. Ost- Philadelphia hat wenig Cents zu ver Philadelphia will Milch. Milchchauffeure müf- fchenten. sen früh aufstehen. Philadelphia wartet nicht. Trint mehr Milch Milch gibt Kraft, Da vorn, der Nebelballen, mit Lichtern ge- Trinkt mehr Milch- Milch gibt Kraft! spidt, ist Philadelphia - die Stadt der siebzehn Könige. Ralt und häßlich liegt sie da. Rückwärts im Nebel verschwimmt das Haus, in bem Tom Fletcher wohnt: das warme Bett ist bort, Selly ist dort, die Kinder schlafen da
neben.
Bier Uhr morgens. Philadelphia ist eben schlafen gegangen. Im Königsviertel ist das lebte Auto in die Garage manövriert. Im Glaspalaft werden die Lichter gelöscht.
Rube! Genug gebummelt!
Der Milchkönig will jetzt schlafen. Der Milchkönig ist müde. Der Milchkönig hat Sor gen. Denn die Milchpreise fallen, fallen, fallen. Trinkt mehr!... Dreiunddreißig, neunundzwanzig, vierundzwanzig. Stopen, stopen, stopen! Hilfe! Hilfe! Haaalt! Der König
träumt.
Milchtönig liegt im Bett und sagt zu seiner Frau:„ Baß einen Eisbeutel bringen, Mina!" Die Königin läutet dem Diener:„ Einen Eisbentel!" Der König hat Kopfschmerzen und ist wütend. Die Königin jist auf einem Seffel und weint. Sie ist so dick, daß sie aus Kugeln zu bestehen scheint, aus übereinandergetürmten, mit rotem Stoff bedeckten Kugeln. " Hu- hu- hu."
Die Kugelnaje glänzt. Der Milchkönig schreit:„ Gib noch Rub!"
,, Nein, nein, nein- hu... Du sollst mir die Verlentette kaufen."
„ Aber Kind, aber Kind, aber Kind, ich habe andere Sorgen."
„ Du hast feine anderen Sorgen." „ Ich habe dir nur nichts erzählt, um dich nicht zu be..."
„ Du hast keine anderen Sorgen. Ich will..."
Kannen und Flaschen und Krüge und Känn- rade aufgestanden. In den Mietkajernen im„ Ich will Ruhe haben!" Das Zimmer then Fettlügelchen schwimmen an ihrer Ober- Osten werden die Lampen angezündet. Die zittert. fläche Platsch platsch. Die Luft riecht nach Wasserhähne werden aufgedreht: genug ge-„ Weißt du nicht, daß der. Milchpreis in Milch. ichlafen. Zur Arbeit! zur Arbeit wer noch zehn Tagen von dreiunddreißig auf vierundeine hat! Durch die Straßen rasen die Liefer- zwanzig gefallen ist? So viel Milch geben wagen. Die Laden sperren auf. diese verfluchten Kühe...
' n Morgen, Herr! Bitte, einen Cent, Herr, hab' feine Arbeit, Herr!"
,, Daund scher dich."
Der weiße Bach rinnt... Milchchauffeure müssen zeitig aufstehen. Aab- ach! Ist es nicht noch Nacht?
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„ Tom, wach' auf! Tom, hör' doch! Tom, Tom, du mußt aufwachen."
Aah- ach... gleich... wie spät iſt
denn, Selly?"
„ Drei Uhr, Tom, und schon vorüber."
„ Guten Morgen! Einen Liter Milch." „ Guten Morgen, guten Morgen." Der weiße Bach beginnt zu fließen. Schäumend, glänzend, gludiend; unendliche Kannen-reiben ergießen sich in die Krüge und Töpfe Oft Philadelphias .
es
Trinkt mehr Milch- Milch gibt Kraft. Oft- Philadelphia braucht viel Kraft. Die Arbeit ist schwer. Wer noch Arbeit hat,
Eine Königin staunt mit offenem Munde. Milchchauffeure haben bis Mittag Dienst. Dann sind alle Kannen abgeholt und zugestellt und gewaschen, das Lieferauto zur nächsten Ausfahrt bereit. Die Sirene pfeift. Adieu, Philadelphia adien bis morgen vier Uhr früb!
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Tom Fletcher will gehen. Die Milchchauffeure wandern zum Ausgang. Das Eisentor