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Preis 10 Pfennig.

Abend Ausgabe.

Die Freiheit

Rebaltion: Berlin RW 6, Schiffbanerdamm 19 III. Fernsprecher: Aunt Norden 2893 und 2896.

Die Freiheit" erscheint zweimal täglich, morgens und nachmittags, an Sonn- und Fefttagen nur morgens. Der Bezugspreis beträgt bet freier Buftellung ins Baus für Groß- Berlin monatlich 2 M. Für die Erlebte gung auswärtiger Bestellungen ist vorherige Einsendung der Bezugs gebühr erforderlich. Die Freiheit ist im ersten Rachirag der Bolte jeitungolifte für 1919 eingetragen und hoftet bei direktem Bostbezug ohne Bestellgebühr monatlich 2 M., bei Zusendung unter Streifband 4 M.

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Berliner Organ

Expedition: Berlin NW6.

iiibanerhemm 19 IV. Fernsprecher: Amt Norden 100% b 17008. Inserate kosten bie flebengespaltene Renpareillegeile oder deren Naum 70 Bf. Kleine Anzeigen" das fettgedrukte Wort 30 Bf., jebes weitere Wort 15 f. Die breigespaltene Reklamezeile 3 M., Teuerungszuschlag 30 Bf. Bei omilienangelgen, Berfammlungsanzeigen von Gewerk haften und politischen Organisationen fält der Zeuerungszuschlag fort Saferate für den darauf folgenben Zag müllen( pätestens bis 5 Uhr abenbs bei der Expedition, Schiffbauerdamm 18, aufgegeben fein.

der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Jahrgang 1

Montag, den 16. Dezember 1918

Eröffnung des Zentralrats.

Die Eröffnungsi ung.

Heute vormittag gegen% 11 Uhr wurde die erfte Sigung des Zentralrats der Arbeiter und Soldatenräte Deutschlands eröffnet. Der Saal des preußischen Abgeord netenhauses war bis auf den letten Plaz beiegt. Man fath manch alte bekannte Bertreter der Arbeiterschaft in dem Barlament des alten Regimes, aber auch viele neue Ge­fichter. Nicht gering war die Zahl der in Feldgrau und in Marineuniform Erschienenen.

Der Saal hatte es sich noch vor wenigen Wochen ficherlich nicht träumen laffen, noch einmal ein solches Barlament in Rich aufzunehmen. Regierung und Bollzugsrat find nabez: rollzählig vertreten. Nechts von der Rednertribüne haben die Boltsbeauftragten plazgenommen und links die Mitglieder des Bollzugsrats.

Um 10% Uhr eröffnet

einzuräumen.( Lebhafte Bustimmung.) Gin Goldatentat erflärt, nicht ben alten Parteischimmel weiterreiten zu wollen und plädiert unter lebhaftem Beifall für den Vorschlag Geyers. Der Antrag Eevering- Bielefelb wird mit schwacher Mehrheit abgelehnt, ehers Leipzig ist damit angenommen.

der

Biljon in Paris .

Nummer 58

Erklärungen Haases.

Beim Empfang einer Anzahl auswärtiger Journalisten beantwortete Genosse Saa se eine Reihe an ion gestellter Anfragen, die sich auf die gegenwärtige politische Lagen be­und überbrachte die Forderungen des Spartakusbundes. Die Im Laufe der Verhandlungen erschien eine Deputation 3ogen. Das Interesse der Journalisten richtete sich erklärlicher­ Stote Fahne" hatte zu einem Begrüßungs- und Demonstrationsweise besonders auf die von Herrn Fehrenbach eingeleitete streit anläßlich des Zusammentritts des entralrates aufgefordert. noffe Gaase wies darauf hin, daß von einer Eristenz des Aktion aur Einberufung des Reichstages. Ge Einige Betriebe waren dieser Aufforderung gefolgt. Die Demon­tranten entjenbeten eine Abordnung. Die Berlesung ber For Reichstags feine Rede mehr fein fönne, weil die alte Ver derungen fand vielfachen Widerspruch. faffung durch die Revolution beseitigt wäre. Hätte doch beispielsweise auch der Kaifer einen mejeritlichen Bestandteil der alten Verfassung gebildet, dessen Ausscheiden nun gang neue Verhältnisse bedinge. Jede Revolution habe überdies hr eigenes Recht. Auch wäre es politisch ganz verfehlt, jept Bern , 15. Dezember. Neber den Empfang Wilsons veröffent- den Steichstag zu berufen, der die ganze Striegspoli it mit­licht die Pariser Presse spaltenlange Artikel und betont, daß noch gemacht habe. Die Regierung würde von ihrer Auffaffung bie Versammlung: Ich begrüße Ste im Namen des Bollausrats nie einem Staatsoberhaupt in Baris ein solcher Jubel entgegen in der Ablehnung einer Reichstagseinberufung nicht abgeben. der Arbeiter und Soldaten- Rate Berlin . Hier, an dieser Stätte gebracht worden sei. Den Blättern ist zu entnehmen, daß in Brest tags damit begründet würde, daß die Entente- Regierungen Wenn die Notwendigkeit einer Einberufung des Reichs. ber früheren Herrschaft der Straut und Slothunder, follen Sie die Arbeiterverbände und der Conseil General du Tra- Sie jesige deutsche Regierung nicht anerkennten, so müsse mithelfen, das Bert der sozialistischen Revolution zu befestigen. Gine große Verantwortung rubt auf Jenen. Jeder von Ihnen will bail auf dem dortigen Bahnhof inoffiziell Wilson vorgestellt worden dem entgegengehalten werden, daß Barschall Foch den das Beste. Aber ich fürchte, wir werden uns nicht einig über den feien; ferner wurde Wilson eine und gebung des Conseil Waffenstilstand mit den deutschen Abgeordneten abgeschlossen Wea, der zum Ziele führt. Der Kampf der Geifter wird sich bier General bu Travail überreicht, die ihn und das ameri- habe, nachdem ihm auf seine ausdrüdliche Frage in weisen noch entfachen. Aber wenn wir das semeiniame giel im Auge fanische Boll begrüßt und versichert, daß seine Haltung während Auftrag sie gekommen waren, geantwortet worden war: m behalten, wird er zum Wohle der Gesamtheit ausflingen. des Krieges und seine Friedensideale die ganze Sympathie der Arbeiter befige, und daß die Betanntgabe seiner 14 Bunte ein Auftrag der Regierung Haase- Ebert. Der Abschluß des zicht in ber Nacht gewesen sei, bak feither alle Blide auf ihn Waffenstilstandsvertrages bedeute also eine uerten­gerichtet waren, und daß sie mit ihm wünschen, bag der Friede ein Bölferfriede fei und auf Gerechtigkeit gegründet werde.

Roch uns Mer

Die Arbeiter und Soldaten waren es, bie bas alte Resime geftürat haben. Arbeiter und Salbaten find heute die Bollstrecker der Revolution. Und es ist in ihre band gelegt, ob auch weiterhin die Arbeiter und Soldaten das Heft in der Hand behalten jollen.

Die bürgerliche Breffe bat erle umbungen über Ber­leumbungen gegen die Arbeiter und Sofbaten- te ausgeftreut. Das aber kann uns nicht von dem als richtig eriannten Weg ab­brängen.

Ihre Aufgabe ist es, die Grundlage für die deutsche fozia­liftifche Republik zu legen. Ein Reich gilt es zu schaffen, in dem es feine Ausbeuter und ausgebeuretes feine Unter­brüdten gibt, sondern, nur Treu und Glaube.

Bevor wir an die Arbeit geben, wollen wir der Selben ge­benten, bie im Stampfe um die Freiheit gefallen find. Die Un­vejenden haben sich ben den Blägen erhoben.)

Darauf nimmt

Bollebeauftragter Ebert

Rotterdam, 15. Dezember. Laut Nieuwe Rotterdamschen Courant" melbet der Rewyorker Korrespondent der Daily News", daß fich das Ansehen Wilsons in dem Maße, in dem die Bedeutung der griedensfrage jich flarer abzeichnet, raidh wieder feftigt. Die Forderung Archibalde Hurbs nach Aus­lieferung der ganzen deutschen Flotte sei höchst unglücklich. Cine folche Forderung zusammen mit der Saltung Blond Georges bezüglich der Schadenvergütung und der Haltung Walter Bongs bezüglich der deutschen Kolonien bestätigten den Argwohn, daß Großbritannien alles einzufteden versucht, was es befominen

15nne.

Schwedischer Graj an Wilson.

Stocholm, 15. Dozember. Die beiden Kammern des toebischen Reistages fandten goitern an den Prä­banten 28 ilson folgaubes Telegramm:

as Wort: Mit einem Rud ist die alte Macht gebrochen worben. Die Republik wird erst dann eine waft Josialfittsche Pein, penn nicht nur die Herren, sondern auch die Ausbeuter beseitigt find. Wir wissen, wie schwer der Aufbau. Das wirtschaftliche nb öffentliche Beben darf nicht einen Tag Hille ftebeu. Die gigantische Aufgabe ist nur au löjen, wenn wir gemeinsam Rrbeiten. Da darf lein einzelner störend eingreifen.( Sehr Die beiden Kammern des schwebischen Meichstages, die ein richtig!) Wir müssen dafür sorgen, daß von einen einheitlichen Volt vertreten, von welchem so viele Heim und Tättefelt in hrem Willen die Regelung vorgenommen wird. Um 9. November mußten wir die Stegierung vorläufig über- großen Lanbe fanden, beißen Sie in Europa willkommen in der nehmen. Nur eine auf dem Gesamtwillen bes Belles ge- lebhaften Hoffnung, daß die edlen Grundläge, die Ste für das Bu. gründete Regierung fann thre grove Aufgabe erfüllen.( Brava.) itandelemunen eines dauerhaften und auf Gevechtigteit fußenden Bir bürfen teine Gewaltherrs& ft bulden.( Loby. Weltfriedens ausgesprochen haben, auf dem beborstehenden Frie ( Lebý. Bravo .) Demokratie und Nationalversammlung benefonger verwirklicht werden. muß für uns die Richtschmur umjeres Handelns fein.( Bebh. Bei­fall.) Es wurde befchlofen, ein Bureau, ebstehend aus 8 Box fitenden und 9 Schriftführern zu wählen. Nach einer Geschäfts­ordnungsdebatte, in der Ricard Müller eriärt, eine Wahl zum Borsitzenden nicht anzunehmen. Es wird vorgeschlagen, das Bureau aus je einem Drittel Mechtsfozialisten, Unabhängigen und den Schbaren aufammenzusehen. Als Borsigende werden ge wählt mit gleichen Rechten: Reinerte Hannover, Seeger. Beipzig und so molta( Wefifront).

Leinert übernimmt der Borsia: An diefer Stelle find wir oft gur Orbming gerufen und nach dem bekannten Ausspruch Kröchers als Objeße der Gesetzgebina behandelt worben. Zur Wahl der Schriftführer erklärt Severing- Bitterfeld, daß ble Wahl der Zusammenfeßung zum Ausdrud fommen müsse. Ich schlage darum vor, der Sozialdemokratischen Partei sechs und ber Unabhängigen sozialistischen Bartei drei Schriftführer ein

guräumen.

nung der Regierung.

Nach internationalem Brauch werde außerdem jede Re­gierung als verbandlungsfähig anerkannt, wenn sie im Be­site der tatsächlichen Macht fei. Dies müsse aber von der ierigen Regierung ohne weiteres zugegeben werden. Troß schwierigster innerer und äußerer Umstände habe sie es ver­flanden, Ordnung in das Chaos zu bringen, was auch im Ansland anerkannt worden sei.

Eine Repräsentation des Boltes könne nur in einer neu, auf Grund des allgemeinen, gleichen und geheimen Stimmrechts gewählten Ber. fammlung anerkannt werden. Auf Fragen, ob mit einer fozialistischen 202 ehrheit in dieser National bersammlung zu rechnen sein werde, erklärte Genoffe Haase, daß die industrielle Entwicklung Deutschlands , die Masse von Arbeitern und die politische und gewerkschaftliche Schulung der Arbeiterflaffe die Borbedingungen für eine fozialistische Stepublif gebe. Do fie fich jetzt schon werde befestigen Bönnen oder ob fie vortthufig noch abgelöst werden würde durch eine bürgerliche Republik, lasse fich zur Seit schtver beurteilen. Das Hinzutreten eines neuen Wählerelements, nämlich der Frauen, werde die Zusammensetzung der Nationalversamm img start beeinflufen. Dagu fänne die große Maße ber Soldaten, die durch ihren jahrelangen Aufenthalt im Felde den politischen Fragen entfrembet wären und sich schwer in die neue politische Ordnung binelafinden Fönnten. So fei immerhin damit zu rechnen, daß viele Wähler, die nach ihrer fogialen Stellung für die fozialistische Republik eintreten Stimmen für bürgerliche Parteien abgeben würden. In jedem Falle sei aber anzunehmen, daß die rührige politisch anstrengungen machen würde, um bie pfe aufzuklären und dadurch für die Sozialdemokratie redyt bald die Mehrheit der Bevölkerung zu gewinnen.

Auch die koerale, fozialdemokratische und konservative Partei müßten, aus Unkenntnis oder politischer Gleichgirltigkeit ihre Schwebens fandton Begrüßungstelegramme ab.

Ermordung des portugiesischen Präsidenten. Lissabon , 15. Dezember. ( Reuter.) Ser Präsident der Republit ik ermordet worden.

Lissabon , 15. Dezember. ( Beuter.) Der Präsident wurde von drei Kugeln getroffen. Der Führer der unionistischen Bartei Britio Canacho wurde unter polizeilichen Schus gestellt.

London , 15. Desember.( Menter.) Die posgienische Ge­fandtschaft gibt die Bildung einer vorläufigen Regierung unter der Präsidentschaft des Marineministers Castro bekannt. Das Palament ixitt am Montag zusammen.

Aus der Utraine.

Geyer- Leipzig widerspricht. Die Zusammensetzung der Ver­fammlung steht noch nicht. Wir protestieren auch dagegen, die Meinungstämpfe hier zu führen unter der Parole: hie Abhängige Berlin , 16. Dezember. Der Kommandant und der Soldaten. Bab hie Unabhängige.( Buftimmung.) Wir haben die Aufgaben rat der 22. Landwehrdivifion teilen aus der, Utraine mit, daß zu er Revolution au sichern. Ich schlage vor, jeber Gruppe, Besorgnissen für die Angehörigen der 2. Bandwehrdivision und en Nehängigen, Unabhängigen und Soldaten, drei Schriftführer der Garnison Schitomir tein Gruns ift.

aufgeklärte Arbeiterschaft dann die größten Kraft­

Sollten bürgerliche Parteien zunächst die Mehrheit er­halten, so erflärte, es der Genoffe Saafe mit allem Nach­brud für ausgeschlossen, daß etwa bie Nationalversammlung gewaltsam ausein. ander gesprengt würde.

Genosse Saase wurde gefragt, ob er an die Möglichkeit einer gemeinsamen Regierung von Unabhän gigen und Anbängern des Spartakus bundes glaube. Genosse Haase antwortete, daß keine Aussicht für eine derartige gemeinsame Uebernahme der Regierung bestünde. Eine Zunahme der Macht der Spartakusgruppe hielt er dann für möglich, wenn die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse fich derartig verschlechtern sollten, daß die Massen der Arbeiter an der gegenwärtigen Regierung