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greibeir

Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Jahrgang 2

Sonnabend, den 18. Januar 1919

Nummer 33

Neue Beweise für den Meuchelmord.

Der Meuchelmord.

Wir erhalten fortgesezt neue Angaben, die unfere Dar­ftellung des feigen Meuchelmordes an den Genossen Lieb­fnecht und Sofa Luremburg bestätigen.

8rei auve.läffige 8eugen haben ehrenwörtlich bas Folgende ausgesagt:

Broletariats und merken unfererfeits nicht ruhen, bis die Garantie gegeben ist, daß nichts vertuscht wird.

Wähler und Wählerinnen!

Die Ermordung Karl Liebknecht's und Rosa Luxemburg's ift Nicht in der Luft der Freiheit, sondern in der Atmo­nicht vom Publikum, sondern von den Soldaten unter Anführung von Effizieren erfolgt. Von einer Volksmenge vor dem Hotel sur[ päre des weißen Schreckens finden die Wahlen zur Zeit der Abführung Liebknecht's und Rosa Luxemburg's tonnte Nationalversammlung statt.

worden seien. Liebknecht habe in der Notwehr den Soldaten in

Physisch und geistig wird die Bevölkerung terrori­

Zwei Wellen.

Die letzten Hüllen find gefallen: talt und starr Blidt un das grinsende Antlig der scheußlichsten Konterrevolution ent gegen.

Was die Bourgeoisie und ihre verkappten Helfershelfer, die führenden Kreise der Mehrheitssozialisten gewollt haben, zu sein. Seine Arbeiter sind entwaffnet, das Bürgertum be ist geschehen. Berlin hat aufgehört, das Herz der Revolution waffnet und die Stadt mit Truppen überschwemmt, die die Tonterrevolutionären Generale schon seit Wochen fürsorglich zusammengestellt und für die Unterdrückung der Revolution bereitgehalten haben.

In den Straßen Berlins herricht der Terror. Auch die elementarsten Garantien der Unantastbarkeit der Persönlich feit und der Rechtsprechung sind vernichtet. Truppen bes Oberbefehlshabers Noske und Weiße Garden, von ihm aus­gerüstet, brechen in die Wohnungen friedlicher Bürger ein, nehmen willkürliche Verhaftungen vor, rauben und plündern, maßen sich standrechtliche Befugnisse on, treten immer frecher und herausfordernder als die eigentlichen Herren der Haupt. stadt auf.

feine Rede sein. Das gesamte Bersonal des Eden. Wie in Feindesland unter Ludendorff . so bauft jetzt otels wirb, wenn es eiblich vernommen wird, bie Soldatesta Ebert- Scheidemann- Nostes in der Heimat bieles aussagen mussen. Der Direitor des Even- Hoteis gegen die eigenen Voltsgenoffen. tam am Mittag nach der Ermodung mit der B. 3." zu dem Per. fonal, las ihm den Bericht vor und erflärte bazu: So haben sich bie Dinge zugetragen. Daß Ihr 8 wist! Never alles andere habt fiert. Ihr den Mund zu halten. Von dem Personal des Eden- Hotels Der felge Meuchelmord an Karl Liebknecht und Rosa ift ausgesagt worden, daß Liebknecht und Rosa Luxemburg auf Luremburg frönt das Wert der Gegenrevolution und ihrer bas Scheußlichte von den Soldaten mishandeft rechtssozialistischen und demokratischen Helfershelfer. bie Hand gebisfen. Liebknecht wurde mit Fäusten und Gewehr- Alle diefe Parteien rüsten mit dem Aufgebot aller Kolben so schlimm augerichtet, daß er zusammenbrach. Dann Kraft, unter Einfegung ihres gewaltigen Apparats, voy Die Stadt ist in einzelne Bezirke geteilt, die den Be wurde er fortgeschleppt und im Auto erfchoffen. Ein Sol. der Nationalversammlung Besitz zu ergreifen, um das fehlshabern der herangezogenen und neugebildeten Truppen­bat rühmte sich dessen offen vor dem Bersonal Volt wie in den 4% Kriegsjahren so auch weiterhin teile unterstellt sind. Ordnung und Sicherheit soll angeblich bes Eden Hotels. Er erflärte, er habe sich nicht erst die zu betrügen und zu fnechten. wiederhergestellt werden, die Wahlen zur National­Mühe nehmen wollen, Liebknecht in Mrabit einzuliefern, und Nachdem ihren die auch- sozialistische Renferma die versammlung sollen gesichert werden. Aber trotz diefer bewaffnete Gewalt ausgeliefert hat, erhoffen die bürger- pompöjen Ankündigungen schreitet Mister Lynch durch die lichen Parteien vom 19. Jannar den Sieg der tapita- tuliffe für den aufgepeitschten Rachednrst des bürgerlichen tavita- Straßen und all die aufgebotenen Garden dienen nur als liftischen Reaktion, die Befestigung der bürgerlichen Mobs und die Bogrominstinkte behördlich konzessionierter Ordnuna.

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außerdem habe er verhindern wollen, daß Liebknecht von Moabit

wieder entlassen würde.

Genoffin Luremburg wurde nach der Aussage des Berfonals ebenfalls auf das Fürchterlichste mishandelt, mit Fäusten und Gewehrkolben auf den Kopf geschlagen, bis fie zusammenbrach. Ob fie ohmächtig gewesen oder bereits tot­geschlagen, konnte das Personal nicht feststellen. Bon ben Sol­baten sei sie dann im Flur herumgeschleift worden und schließlich

auf das vor dem Hause haltende Auto geworfen und dann vom Chauffeur, nach tesser Aussage, in den Kanal geworfen. Einer ber beteiligten Soldaten befaß die unglaubliche Gefühlsroheit, einen Schuh der Genoffin Luge'mburg, der bei dem Umberschleifen im Flur ih voia Fuß gefallen war, in der Küche bes Eden- Hotels auszubieten.

Die Untersuchung.

Wähler und Wählerinnen! Macht diese Hoffnungen

zunichte!

Keine Stimme für die Schildhalter der Gegenrevo­lution, für die Mitschuldigen an der Ermordung Lieb­Inechts und Luxemburgs.

Wählt die Liste der Unabhängigen fozialdemokratischen Partei deutschlands

Gegen die Mör er.

Der Protest im Reich.

Der Vorwärts" berichtet, daß der Genosse Saafe dem Kriegsgerichtsrat Kurtig, der die Untersuchung gegen die am Morde Liebknechts beteiligten Soldaten führt, erklärt hat: Wir kennen uns ja, ich habe zu Ihrer Objektivität Leipzig , 18. Januar. Der Arbeiter und Soldatenrat gab das vollste Vertrauen." Der Vorwärts" will mit dieser gestern die Parole zur allgemeinen Niederlegung der Darstellung den Glauben erweden, als ob auch nach der Arbeit aus. Dieser Aufforderung ist heute in weitgehendem Auffassung Saaies alles geschehen iei, um das vollste Licht Maße Folge geleistet worden. Ein großer Demonstrations über die unmenschliche Schandtat, die an Liebknecht und aug bewegte sich durch die Stadt. Seit Freitag ruht der Straßen­Rosa Luxemburg verübt worden ist, zu verbreiten. Haaie bahnverkehr vollständig.

hat dagegen lediglich dem ihm als Berufskollegen bekannten Hamburg , 17. Januar. Die Neuner- Kommission des Arbei. Kriegsgerichtsrat Kurbig, der seine Objektivität hervorbob, terrates beschloß für Hamburg , Altona und Umgegend zu mor­bestätigt, daß er ihm zutraue, alles zu tun, um in obiet- gen. Sonnabend, den allgemeinen Ausstand und ein tiver Weise die Untersuchung zu führen. Saaie hat aber große Kundgebung aus Sympathie für Liebknecht und Rosa auch die Ansicht vertreten, daß daneben, nach dem Vor- Luxemburg. bilde der englischen parlamentariichen München , 17. Januar. Tieferschüttert von dem entschlichen Untersuchungstommifiion, eine mit macht Ende Karl Liebknechts und Roja Luxemburgs neigen wir uns in befugnifien ausgerüstete Sonderkommis. Ehrfurcht vor den aufrechten Stämpfern der sozialistischen fion eingeickt werden müsse. und zwar aus Bertrauens- Idee. leuten des Proletariats, die ielbständig allen Spuren der graufigen Tat nachgehen und alle Schuldigen, die friminellen Berbrecher und die politisch Verantwortlichen, zu ermitteln die Aufgabe hat.

Ta die Regierung früber bereits eine politische Sonder. fommission, bestehend aus Heinemann, Weinberg und Beta­

Toller.

Bollzugsrat der Arbeiterräte Bayerns . Randlinger. Sueß.

Steimme

Waffenstillstand mit Bolen.

Kroepelin.

Bofen, 17. Jamiar. Im Laufe des gestrigen Tages haben mann, einneiest bat, so fann fie fich nicht mit dem Vor- fich polrijde Unterhändler nach Lisa begeben. Dort finden heute wande schüßen, daß fie dazu nicht befuat sei. Wir fordern mit deutschen Regierungsvertretern Unterhandlungen statt, auf das nachdrücklichite immer wieder eine politische die darauf hingielen, eanen allgememen deutsch - polnischen Sonderkommission aus Bertrauensmännern des 28 affentillstand zuwege zu bringen.

Banditen.

Die Zuhälter der Gegenrevolution, die Herren Ebert, Scheidemann , Landsberg und Noske, haben es meisterhaft verstanden, ihren Schlag gegen die Revolution zu führen. Seit Wochen haben sie und ihre Breßkosaken die Bevölkerung in eine panifartige Furcht vor dem Spartakusschreck" ver­jezt. Mit Lüge und Gemeinheit haben sie gegen revolutio­näre Arbeiter und Soldaten gekämpft, die anderer Ansicht als sie waren über die nächsten Ziele und Aufgaben der Revolution. Nicht durch Verständigung, nicht durch Eini­gung des Proletariats, sondern mit brutaler Gewalt, mit Maschinengewehren und Handgranaten haben sie die Aus­einandersetzung innerhalb der Arbeiterschaft zum Austrag gebracht.

Mehr noch: fie und ihre Helfershelfer haben den offenen blutigen Kampf gewollt. Lüge und Betrug ist es, wenn sie jetzt behaupten, sie wären stets für friedliche Austragung der Gegensäße im Sinne und auf dem Boden der Demokratie eingetreten. Mit Worten ja, aber in Wirklichkeit ver­hinderten sie jeden Friedenswunsch innerhalb der Arbeiter­bewegung, unterbanden die Einigung des revolutionärer Proletariats, sabotierten die weitere Fortführung der Revo­lution und trieben dadurch immer weitere Kreise des Pro­letariats in eine geradezu verzweifelte Stimmung.

Als dann eine Minderheit des Proletariats auf den Weg der Gewalt sich drängen ließ, da verhinderten fie es, daß die Vermittlungs- und Verständigungsaktion der Un­abhängigen Sozialdemokratie Erfolg hatte Sie peitschten vielmehr den Widerstand der bürgerlichen Streise auf und riefen die militärische und politische Reaktion zur Silfe auf.

Es ist bereits mit Sicherheit festgestellt, daß ich muzige 2odipibelbände bei dieser Verschär­fung des Kampfes on leitender Stelle mitgewirkt haben. Einer dieser Lockspikel ist b 3 entlarvt. Der Rom­mandant der revolutionären ciabung im Moffebaus, Drach, der die ganze Aftion im Zeitungsviertel mitgeleitet bat, ist als langjähriger bezabiter Agent des Großen Sauptquartiers in der Schweiz festgestellt worden. Nicht umsonst wurde er von der Mossepreise in det zuvorkommendsten Weise behandelt in gemeinsamer Gegnerichait gegen die Revolution fanden sich die edlen Seelen zusammen.

Der Svitel Ludendorffs. Drach. war iicherlich nicht