Einzelpreis Pfg Jahrgang 2
•
atribe alcheint morgens and nahmittags m Some ant fritage mn morges. Be Rezugspres seträgt het meter Zustellung es Game ŕth Brok Berits 2,50 M. Det Softem Doftbezus bas Bergebab manati bei Zustellung antes Streifband 4,50 m, Be frbeit bestes flacotrue be Dohathungslift i 1919 eingetragen Rebaftion Berim Schiffbauerdamm 19 LLL Berufprecher: Am Nordes 2895 end 2896
Mittwoch. den 12. März 1919
Nummer 118 Morgen- Ausgab
3nforate often die ohtgefpalt. Conpareillezelle oder beren Raum 23 Pfleine Anzeigen
Das fettgedruckte Wort 10 Pf. tedes wetter: Wort 20 Pk. Ceuerungszufchlag 50% Bel emilien und Dersammlungsanzeigen fällt bet Zuschlag fort Inferate für den darauf folgenden Taa müffen spätestens bis 5 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben fein Expedition: Berlin NW. 6. Schiffbanerdamm IS, Fernsprechse: Amt Norden 9768.
Freiheit
Berliner Organ
Der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands
Gewalt oder Recht?
Die Gefeßlosigkeiten in Berlin .
Noch immer hält es die Regierung mit ihren Beteuerungen für die Pressefreiheit für vereinbar, daß unter ihren Augen Zeitungen ohne jede Angabe von Gründen verboten find. Auch heute noch ist das Erscheinen der Republik " verboten. Alle Bemühungen, eine Aufhebung des Verbots zu erlangen, waren vergeblich.
Das ist um so mehr zu verurteilen, als es sich bei dem Verbot des Erscheinens der Republik " ebenso um ein Präventiv- Verbot handelt, wie das bei der Freiheit" der Fall war. Das ist aber eine durchjans ungefeßliche Anordnung, die selbst das alte Gewaltregiment verschmähte. Sie wirft ein bezeichnendes Licht auf die Regierung, die soust zum Schute der Pressefreiheit sogar hat Kanonen auffahren lassen.
Auch der Freiheit" ist bis heute weber eine schriftliche Mitteilung über das Verbot, noch eine solche über die Aufhebung, oder über die Gründe zugegangen. Es scheint, als ob die gegenwärtigen Gewalthaber eine Rechtfertigung ihres Handelns überhaupt nicht nötig zu haben glauben.
für
Gefangenen nicht aus und es müssen andere täume bazu Beg reitgestellt werben.
Wie es heißt, sind die Aufständigen in Lichtenberg von allen Seiten von Regierungstruppen umftellt. Der Kommandeur eines
Gefeßlosigkeit!
Auf Betreiben der Reichsregierung bak die Dreußische
Bataillons ber beutschen Schupbivision, bas am Montag abend Regierung in Berlin den Belagerungszustand verhänat. in Dichtenberg eingerückt ist, gibt in der Presse bekannt, daß sich Gleichzeitig wurde der Reichswehrminister Rosie um die Ermordung der Polizeibeamten glüdlicher Oberbefehlshaber in den Marken ernannt und weise nicht bestätigte. Er fonnte bisher nur die Er- ihm die vollziehende Gewalt in Berlin übertragen. Damit schießung von 4 Soldaten und 2 Beamten feststellen. Also ein ist Noste der Untergebene des preußischen Kriegsministers Andererseits ist dieser der erneuter Beweis, daß die Schredensnadeichten aus Lichtenberg Reinhardt geworden. Untergebene des Reichswehrministers Nosfe! Beschvert sich erlogen faren. jemand über Noste als Oberbefehlshaber in den Marken, jo muß er fich an den preußischen Kriegsminister Reinhardt wenden, der in der Theorie Herrn Noste zur Rechen fchaft zieht. Beschwert sich jemand über Reinhardt als preugischen Kriegsminister, so muß er sich an den Reichswehrminister Noste wenden, der wieder in der Theorie Serrn Reinhardt zur Rechenschaft zieht. Daß unter folchen Umständen das Beichwerberecht wie es z. B. das Schuthaftgeset borsieht eine Farce ist, braucht foun noch besonders betont zu werden.
Der nenesie Heeresbericht.
Ein Vermilffungsverfuch.
Die Gürgerlichen Blätter veröffentlichen fortlaufenda mtiche Berichte über die militärische Lage in Berlin ". Uns werden diese amtlichen Berichte nicht augestellt. Mber unsere Bejer verlieren nicht viel an ihnen. Sie find gang im Stil der früheren eeresberichte abgefaßt mit einem beträchtlichen Auftvand großartig Mingen der Fachausdrücke. Im gangen gewinnt man den Eindruck, als würde die militärische Bedeutung und Gefährlichkeit des Geg- Die tollste Ausgeburt größenwahnsinniger Berachtung ners" erheblich übertrieben. Aber freilich, wenn man der Gejebe ist die Errichtung von Stondgerich die Bedeutung bes Gegaters und die Gefährlichkeit der Rämpfe nicht te n. Am 5. Desember 1918 ist von den jeche Bells. Die Voffiiche Zeitung" teilte gestern mit, daß der Ab- betont, jo tann man feine Siege" feiern. beauftragten der Reichsregierung eine Berordnung Der eingige taßfächliche Inhalt des gestrigen Berichte mit Gefebestraft erfaffen worden, durch die die geordnete Haase in der Nationalversammlung zwei fleine Standgerichte ausdrüdlich aufgehoben Anfragen eingebracht habe, eine über das Verbot der Frei. folgende Stelle: Auf militärische Anordnung hin haben die Bewohner der worden sind. Es hat niemand auch Noste nicht- da heit" und der„ Republik ", die andere über die„ rechtlosen Straßen: Schilling, Marfilius, Markus-, Straut, Grün-, Recht, ieht das Standrecht au verhängen, bevor nicht Grundlagen der Verhängung des Standrechts in Berlin . Grüner Weg Blumen-, Blankenfelder, Andreas und Große durch ein neues Reichsgeiet das heißt jest: In dem offiziellen Bericht über die Nationalversammlung Frankfurter Straße um sieben Uhr abends zu Hause zu sein. mit Zustimmung der Nationalversammlung in Weimarfehlt jede Erwähnung dieser beiden Anfragen. Das ist Wer sich nach dieser Zeit auf der Straße hohen fäßt, wird die Standgerichte wieder gejeblich eingefennzeichnend für diese monopolisierte Berichterstattung, die erschossen." führt sind. Alle standrechtlichen Erschießungen der Iebmehr und mehr zu einer bewußten Irreführung ten Tage entbehren jeber gefeßlichen Grundlage und find der öffentlichen Meinung zu werden droht. Zu inristisch a latte Morde. Das Belagerungszustandsgelegener Zeit wird darüber noch weiteres zu sagen sein. Ebenfalls als einen Aft völlig ungerechtfertigter ill- Wie ber Berliner Lofalanzeiger" berichtet, hat der geles geftattet nur die Errichtung außerordentgerichte. muß ferner die Verhaftung unseres Kollegen Oberbürgermeister von Lichtenberg an den licher Kriegsgerichte, tennt aber feine StandWenn von Juftigrat Freudenthal im Berliner TageA. Stein angesehen werden, der auf eine Denunziation Reichswehrminister Noste einen Brief gerichtet, in dem er bittet, zur Vermeidung weiteren Blutvergießens und hin nun schon fast eine Woche in Untersuchungshaft gehal- weiterer Berstörung Lichtenbergs es zu einem Waffenstill- blatt" versucht wird, die Verbängung des Standrechts mit ten wird. Seine Verhaftung, wie die vieler anderer Ber- fland fommen zu laffen. Der Oberbürgermeister versichert, dem Hinweis zu rechtfertigen, daß§ 8 des Gesetzes über den Belagerungszustand für bestimmte Sandlungen die fonen, die ohne jebe Veranlassung geschah, zeigt, daß das daß er in Verbindung mit dem Berliner Vollzugsrat eine obesitrafe androht, is trifft diefe Beweismilitärische Gewaltregiment ihm politisch unbegneme Per einwandfreie Einwohnerwehr bilden wolle, die für führung völlig daneben. Auch das Strafgeietbuch jest für fonen gegen Gesetz und Recht durch Verhaftung aus dem Ruhe und Ordnung sorgen werde. Um Lichtenberg vor Wege zu schaffen sucht. Auch in diesem Falle fehlt jegliche weiterer Zerstörung au schützen und das Leben der Ein- bestimmte Delikte die Todesstrafe feit. Darum hat aber Beachtung der während des Krieges geschaffenen rechtlichen wooner nicht unnüberweise noch mehr zu gefährden, bat der noch niemand bas Recht, den Täter ohne gerichtliche Aburteilung einfach zu erschießen oder auf sonstige Sicherungen. Cberbürgermeister, die Regierungstruppen au- Weise zu töten. Das Gesetz über den Belagerungszustand tüdzuziehen.. Der Vorwärts" hat gestern beteuert, daß er mit uns Der Reichswehrminister hat dieses Anerbieten falt- bestimmt in feinem& 10 ausdrücklich, daß die außerordentbas offenbare Unrecht der militärischen Gewalthaber ver- herzig abgelehnt. Er hat nach dem Bericht des„ Cofal- lichen Striegsgerichte erst zu verhandeln und abzuurteilen haben, ebe eine Strafvollstreckung erfolgen kann. Sie find urteilen und bekämpfen werde. Wir haben aber bisher ver- anzeigers" den Abgesandten des Oberbürgermeisters ergebens auf eine Berurteilung des gegen die Freiheit" und wibert: Sagen Sie dem Oberbürgermeister, entweder be- auch zuständia für alle die Fälle, die jetzt nach dem kannibie„ Republik " ergangenen Verbots durch ihn gewartet. Wir bingungslose Uebergabe oder nichts!" Die Garde- Navallerie- balischen Auge um Nuge, Rahn um Rahn" durch einfaches lind begierig, ob der Vorwärts" jest die Entschiedenheit Schüten- Division vertritt natürlich den gleichen Stand- Niederschießen erledigt" werden. aufbringt, gegen die Unterdrückung der„ Republik " wie punti. Sie erklärt in der Breffe, daß sie gar nicht daran gegen die grundlosen Verhaftungen Einspruch zu erheben, derte, fich in irgendwelche Verhandlungen einzulaffen und oder ob er es weiter als seine Aufgabe betrachtet, neben doß fie den Bestimmungen über das Standrecht dem Sprachrohr der Regierung auch das Sprachrohr gemäß verfahren werde. der militärischen Gewalthaber Berlins au fein.
Der§ 10 des Gefebes besagt wörtlich, daß vor die außerordentlichen Kriegsgerichte gehören:
„ Die Untersuchung und urteilung der Verbrechen des Hochberrats, des Landesverrats, bes Morbes, bes. Aufrubro, der tätlichen Wiedersehung, der Zerstörung von Eisenbahnen und Telegraphen, der Befreiung von Gefangenen, der Meuteret, des Raubes, der Plünderung, der Erpressuna usiv.
Dieser Entschluß ist auf das tiefste zu beklagen. Aber es war von Herrn Noste und seiner Schußtruppe auch schließlich feine andere Antwort zu erwarten. Wir vermteilen dos Vorgehen der Aufständigen auf das allerAlle denkbaren schweren Berbrechen unter dem Belage schärfste. Aber ebenso scharf müffen wir uns dagegen Der Berliner Kriegsschauplah. wenden, daß die Aufständigen bis zum legten Mann nieder- rungszustande sind also durch das Gefeß ausdrücklich den Berlin steht weiter unter dem Zeichen des Belagerunge gelnüppelt werden sollen. Die Berufung auf das Stand- außerordentlichen Kriegsgerichten zur Aburteiluna bor zustandes. In verschiedenen Stadtteilen sind Maschinengewehre recht, dessen Verhängung, wie wir an anderer Stelle nach- behalten, und fein Roste hat das Recht, fie willkürlich ausauund Kanonen ausgefahren. Im Norden Berlins werden die weisen, rechtlich gar keine Unterlage hat, ist durchaus ver- unde niederzuichieken. Sein Vorgehen zeiat schalten und zu dekretieren, Menichen wie tolle unde niederzuschießen. Sein Vorgehen zeiat Säujer nach Waffen abgesucht. Hin und wieder hört man ein fehlt. Durch die Anwendung der äußersten Gewaltmittel allerdings, daß die auchiozialistische Regierung, deren Mitgelne Gewehrschüsse. Die Bevölkerung geht indeffen rubig ihrer werden in Lichtenberg in der Hauptsache wieder nur Un- glieder fortgefekt von Recht und Geietreden. Arbeit nach und Stinber spielen in der geblingssonne auf den ich uldige zu leiden haben. Alle weiteren Zerstörungen an ein Gewaltregiment etabliert bat, wie es in Deutschland nie Bläben, als lebten sie im tiefften grieven. Häusern und jede weitere Gefährdung von Menschenleben dagewefen ist.
In den Nachmittag'stunden des geftrigen Tages foredlen fönnten verbindert werden, wenn der Bermittlungsvorschlag Für die Verhängung und Ausübung des Belagerungsauf einen furgen Augenblid ein paar tillerieschüsse des Oberbürgermeisters von Lichtenberg angenommen auftandes ist die rechtssozialistische breukiiche RegieDie Bevölkerung auf. Const ist es scheinbor in Often Betline au werben wäre. neuen Kämpfen nicht gelommen. Artos, vollgepfropft mit bewaffneten Stabimännerr durdhrattern die Straßen. Zuweiten wird ein gröperer Trupp Gefangener transpor-| tiert. Die Gefangenen, zum Teil gefesselt, werden scharf be. 8 widen, 11. März. W. T. B. Heute frük sind fämtliche wadyt. Offiziere und Vannschaften mit schußfertigen Gewehren Belegfkaften im Rohlengebiet Celonik- Lugau iu ben and Revolvern geben neben den Befangenen ber. Bisher follen Streit eingetreten, in ganzen 14 000 Mann, um auf die Bergegen 1200 Nufita bische verhaftet worden sein. Das handlungen, welche sur Zeit mit dem Wirtschaftsminister Schwarz Bioabiter Unteriudhungsgefängnis reicht zur Unterbringung der in Bwidan ftattfi: aben, einen Deut auszuüben,
rung berantwortlich. Morgen tritt die preußische Nationalversammlung zusammen. Hoffentlich gelinat es, die Bandhabung des Belagerungszustandes möglichst schnell zur Sprache zu bringen. Dann wird man endfich erfabren, wie die Regierung die Berbängung des Standredites juriftii au rechtfertigen gedenkt, und man wird zualeid erfahren, welche Stellung die rechtsiogiai iti iche Landtagsfraktion in diefer wichtigen Brage einsunebmen aebent.