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Mittwoch, den 19. März 1919
Nummer 132 Fbend- Ausgabe
Jefenate foflen ble atgripat. Semperefflegefle obez berew Raum 7904 Meine Anzeigen Sas fetta brudte Wort so Dt. tedes weitere Wort 20 Dt. Leuerungsgufblag 80% Bet Sambene and Derlammlungsangrigen felle der Zuschlag fort Inferate für den daraufe folgenden Lag mijes pdtoftens bis 6 Ubr aadmittags bei der Expedition aufgegeben fein. Expedition: Berlin W. 6. Schiffbauerbamm 19. Kernsprechos Huu Nerben 9768.
Freiheit
Sie wollten den Krieg!
Paris , 14. März.( Telegraphenkompagnie.) Das Jour. nal des Débats" veröffentlicht zwei Depeschen des österreichisch ungarischen Botschafters in Berlin , Grafen Szögyeny Marich, die an das Auswärtige Amt nach Wien adressiert waren. Die erste lautet:
Berlin , 25. Juli 1914. Hier herrscht allgemein die Nebersengung, daß Serbien bas Ultimatum zurüdweisen wird und wir fofort mit der Kriegserklärung und dem Beginn des Feldzuges antworten müffen. Wenn sich auch eine andere Macht einmengen follte, fo fönnen wir trosdem den Feldzug nicht mehr berzögern. Man rät mir dringend, wir sollen zu handeln beginnen, um die Welt vor eine abgeschlossene Tatsache zu felen.
Die zweite Depesche lautet:
Strengertraulich. Nummer 307.
Berlin , 27. Juli 1914. Der deutsche Staatssekretär hat mir unter Geheimhaltung mitgeteilt, daß an Exzellenz wahr. fcheinlich in furzer Zeit ein englischer Bermittlungs. verfchlag eintreffen wird. Die beutiche Regierung erklärte auf das bestimmteste, daß sie an dieser Aktion über. haupt nicht teilnehmen wird, und pretestiert da gegen, daß dieser Vermittlungsantrag berü d. figtigt werde. Man teilt mir dies bloß deswegen mit, weil es die englische Regierung so wünscht.
Die wiedergegebenen Depeschen gehören zu den wichtigsten Dokumenten, die den Ursprung des Weltkriegs aufbeden. Sie weifen unameibentig darauf hin, daß die Ur heber des Meliberbredjens in Berlin jaßen.
Noste verhandelt. Dort tourbe ihm mitgeteilt, daß die Truppen! bereits Befehl zum Abrüden hätten. Sie werben im Laufe des Mittwoche Ablershof berlassen. Die Ruhe in der Gemeinde ist nunmehr wieder gesichert.
Politit gegen das Proletariat.
Der Vorwärts" bemübt sich mit aller Kraft gegen
Das Regiment Oben möchte aus seiner Häglichen Attion die Unabhängigen dieselbe Pogromftimmung Au erzeugen froßdem noch einen Erfolg machen. Es ist verärgert barüber, wie feinerzeit gegen den Spartakusbund . Damals hatte daß der Konflikt auf dem Wege der Berhandlung beigelegt wurde feine Bese sehr piel bazu beigetragen, daß iene Atmosphäre und teilt deshalb in der Preise mit, daß die Zurüdzielung bes erzeugt wurde, in der die scheuliche Ermordung von Regiments aus Ablershof nicht auf die Einwirtung ber Liebknecht und Noia Luxemburg erft möglich dortigen Bürgerschaft beim Reichswehrminister zurüd- urde. Stun versucht der Vorwärts" dasselbe gegen die zuführen sei, vielmehr habe das Regiment schon seit einigen Unabhängigen. Er findet dabei die wärmste Unterstübung Tagen genau vorgezeichnete Befehle, die von vornherein die bei den von der Schwerindustrie ausaebaltenen Organen Räumung des Vorortes für den Mittwoch vorsahen. wie der Boit" und Berliner Neuesten Nachrichten", Also: Nur feine Berhandlungen! Es wird nur nach mili mährend sich die liberale Breffe immer in von solchen Ausschreitungen einigermaßen fern bölt. tärischen Grundfäßen gearbeitet. Wie in Belgien .
Undisziplinierte Truppen.
In dem amtlichen Bericht über die Pofener Bolenberhandlungen vom 18. März heißt es unter anderm: In der Bollfizung am 15. März berlangte der franzöfifche General Nießel bie 8urüdnahme der Freiwilligen- Berbände. Er schob die Schuld an dem dauernden Geplänkel und den fleinen Stämpfen an der Bolenfront auf fie, da es un disaiplinierte Truppen feien, die sich auf eigene Faust andauernd Uebergriffe erlaubten.
Diese höchst unerfreuliche Nachricht bestätigt in vollem Umfange unseren Standpunkt gegenüber den Freiwilligen Berbänden. Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, daß diese Verbände eine Gefahr bedeuten nach innen wie nach außen.
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Der Vorwärts" befolgt dabei genau dieselbe Methode, wie fie feinerzeit bei der Berbönaung des Sozialistengesetzes befolgt wurde und feitdem bei jeder Begründung von Ge walimahnahmen gegen die Sozialdemokratie beliebt wurde. Bolen- So wie damals das Attentat Robilinas der Sozialdemo fratie an die Sociaöße gehängt lourde, und die Partei wegen ihrer angeblich aufreizenden Maitation für die ininnige Gewalttat herantwortlich gemacht wurde, so sucht Tebt der Bortvärts" als Craan Ro& fes und eines, die Gewalttaten der Unabhängigen Sozialdemokratie auauschieben. Mögen aber die Reaktionäre der alten Zeit immerbin in ihrer fanatischen Verblendung noch zum Teil guten Glaubene aerefen fein, fo handelt der„ Vorwärts" wo i ber betieres iffen. Denn er weiß, daß die Gewalttaten mit dem Generalstreit in feinem Zusammenbang stehen. er toeik. daß der Generalftreit bei der StimDie Erfahrungen, die Berlin mit ihnen ge- mung der Berliner Arbeiterichaft gar nicht zu verhindern Die Garde- Kavallerie- Schüßen- Division schreibt dem macht hat, bestätigten das und machen es zugleich leider geweien wäre und daß ein großer Teil ber, rechts. fozialistischen Arbeiterräte für den Generalftreif höchst wahrscheinlich, daß der französische General mit seinen geftimmt haben. Aber das tut nichts, die Fortschritte der In Nr. 129 der„ Freiheit" wird der Reichswehrminister Beschuldigungen Recht hat. Wenn nun die Entente auf unabhängigen Sozialdemokratie müssen um jeden Breis neo3le angegriffen, weil er zur Hochzeit des Hauptmanns Grund solcher Berichte erneut zu beschämenden und bebemmt werden. Und daher die täglich höher steigende Babit eine Glüdwunidbepeiche gesandt Lat . Es wird be- drückenden Mabregeln greift, so wiffen wir, men Schlammflut in der Svolten des„ Bortvärts". hauptet, Hauptmann Babst habe beim Vorlesen der Depesche wir das verdanken: den Freiwilligen- Verbänden und ihren etne triumphierende" und überdies noch ungezogene Bemer- Organisatoren. tung gegen den Minister gerichtet. Tatsächlich hat per Reichswehrminister die Glüdwunsch depesche abgesandt Selbstverständlich hat Hauptmann Pabst nur feiner Freube über die Aufmerksamkeit des Ministers Ausbrud gegeben, da es unter wohlerzogenen Leuten nicht üblich ift, Gramulanten zu beschimpfen."
Bestätigte Seelengemeinschaft.
,, Vorwärts":
Das Gewitter steigt.
Uns schadet das nicht viel. Wir wissen, daß der„ Bor märts " und daber zum Teil seine Wut in der Berliner Arbeiterschaft fortgefeßt feinen Boden verliert und daß feine Saltung in den lekten Wochen auf starken' Widerspruch feiner Lefer gestoken ist. Aber das Bedenkliche ist. daß
Paris , 19. März. Marcel a chin schreibt in Humanité": bise Heze des Vorwärts" Wasser auf der Mühle der Wenn unsere Greise glauben, den Krieg durch den Sieg der Reaktion ist. Er stärkt damit den SöldnerOhne Kommentar und an ganz versteckter Stelle Liga abschaffen zu tönnen, so fnb fie in einer schweren Jufion militarismus, bett einen Teil der Arbeiterschaft gibt der Vorwärts" diese zuschrift wieder, die bebefangen. Das Gewitter steigt überall herauf. In gegen den anderen und erleichtert damit alle gegen. stätigt, daß Herr Noste den der Beihilfe an dem Morde Rußland , Deutschland , im alten Desterreich streben die Bölfer rebolutionären Bestrebungen. bon Liebknecht und Luxemburg dringend verdächtigen Haupt- mit aller Araft nach einer neuen sozialen Ordnung. Auch bei Es ist übrigens mandmal trots allehem beluftigend, mann Pabst so hochschäßt, daß er ihm zu seiner Hoch uns in Frankreich werden die Fälligkeitstermine festgefeßt. mas für Argumente der„ Borwärts" in seinem Kampfe zeit gratuliert. Ueberall macht sich eine Beunruhigung der Geister gebraucht. Jeßt macht er uns dafür verantwortlich, daß die Seelengemeinschaft zwischen Noste und Babst! Beigt bemerkbar, die großen historischen Ereignissen vorausgeht. Streifs und Unruhen, die wir schüren, die Aufmerksamkeit das nicht deutlicher als lange Abhandlungen den Geist, der während dessen versuchen unsere Greise einzig einen Gewalt des deutschen Volkes von den Vorgängen im Auslande die führenden Männer der jegigen Regierung beherrscht? frieden aufzubauen und leisten in wahnsinniger Weise bem ein- ablente. So beadyte das deutsche Volf gar nicht. dak zigen Mann Widerstand, der allein den verhängnisvollen Ron- talien fremdsprachige Gebietsteile für sich in Anspruch flift vermeiden könnte.
Das Ende einer Lüge.
Der Bolizeipräsident von Lichtenberg , Freiherr von Sals math, beröffentlicht jest in der Amtspresse Lichtenbergs einen Nachruf, der inhaltlich eine Anerkennung der Tatsache bedeutet, baß der Schwindel über die Borkomanniffe in Lichtenberg wohl das Ungeheuerlichste ist, was jemals von amtlicher Seite geleistet worden ist. Deran sind wir nach der Nichtung hin in Deutschland unter bem alten Regiment etwas gewöhnt gewesen.
Sozialisierungsministerium in Ungarn .
Budapest , 19. März. Der Ministerrat beschloß die Er richtung eines Sosialisierungsministeriums, wel. dies die in der Berwaltung de verschiedenen Ministerien befind lichen Industriebetriebe übernehmen, ferner die staatliche Berwaltung der zur Sozialisierung reifen Industriebetriebe vorbereiten und durchführen wird.
marbeten" gehört haben sollte, ist eigens aus seinem Grabe auf- Wann wird die sozialistische" Regierung Deutschlands erstanden, um durch seine Unterschrift zu bezeugen, daß nicht 150, night 80, auch nicht anr 60 Polizeibeamte in Lichtenberg ermordet" fich zur Errichtung von besonderen Ministerien für die Sofage und schreibe awet zialisierung entschließen?
wurden, sondern daß den Kämpfen
Beamte zum Opfer fielen. Davon fiel der Bolizeiwachtmeister
Rafte im Kampf. Rur von dem Polizeiwachtmeister ab. Die Internationalisierung des Kieler Kanals.
bert wird auch jetzt noch behauptet, er sei als Gefangener„ ruchlos erschossen". Auf Grund welcher Unterlagen bas behauptet wird, geht aus der amtlichen Publikation nicht hervor.
Auf Grund dieser jest elend zusammengebrochenen Lüge über Lichtenberg verhängte Herr Noste das Stanbrecht berte, zum allergrößten Teil völlig unschuldige en Ichen, mußten ihr Leben laffen, weil diefes Standrecht in der Saub aufgeputschter Solbaten zu einem Mordrecht wurde.
Ruhe in Udlershof.
nimmt. Der Vorwärts scheint da eine neue Balze einlegen zu wollen, auf der die Melodie abgespielt werden foll: für einen schlechten Frieden ist nicht der verlorene Krieg, nicht die elende Bolitik der Regierungsfozialisten, die nicht einmal ihre fompromittiertesten Beute den Intereffen der Notwendigkeit der austvärtigen Politik zum Opfer bringen wollten, nicht der Ententefapitalismus schuld, sondern die Unabhängige Sosialdemokratie, die bekanntlich immer die Kriegspolitik der Regierung unterstüßt, damit zur Kriegsberlängerung fehr viel beigetragen und so die Katastrophe mit herbeigeführt hat.
In Wirklichkeit bedauern auch wir, daß das dentiche Bolf so wenig Aufmerksamkeit auf die auswärtigen Dinge verwendet und sich darin heute noch genau fo von der Ne
gierung gängeln läkt, wie nur je vor und während des Krieges. In derselben Nummer des„ Borwärts" findet fich die Wiedergabe von Verbandlungen der WaffenstillMomente zeigen. Der deutiche Bertreter, General bon Sam merit ein, erzählte da den Alliierten stolz, daß sich die Lage im Osten verbessert habe. Die deutschen Truppen bätten weitere Fortichritte gegen die Bolichewisten gemacht. Und er bat die Alliierten um gewiffe Erleichterungen, um erfolgreicher vorgeben au fönnen. Und er fuchte weiter den Alliierten klar zu machen, daß fie ihren Einfluß auf Bolen benuben sollten, damit auch die Bolen gegen den Bolichewismus aftiver auftreten. Es ist allerdings eine etwas komplis aierte Politik: Auf der einen Seite find die Balen bekannte
Baris, 18. März. Nach dem diplomatischen Situationsbericht find die beiden Fragen der deutigen Kabel und des ftandskommission, die allerdings einige sehr intereffante Kieler kanale noch zu regeln. Es handelt sich dabei darum. ob die deutschen Nabel zurüdgegeben oder unter die Alliierten verteilt werden sollen, und ob ber Stieler anal im Besik der Deutschen gelassen werden soll, unter der Forderung ber Edieifung der Beseitigungen, oder ob die Durchfabet internationali fiert werden soll. Gs scheint, daß die Verteilung der Rabel unter die Alliierten und die Einrichtung einer internatio. nalen Berwaltung, ähnlich wie beim Suezkanal, jest ins uge gefaßt werden sollen. Beide Fragen sollen übrigens in
Der von den Regierungstruppen in ablershof heraufbeschworene Konflift ist ingmijben beigelegt worden. Ein Mitglied des A. und S.- Rates hat gestern nachmittaa mit Berrn I wenigen Tagen entschieden werden.