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Einzelpreis 10 Pfg Jahrgang 2

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Die freiheit erscheint morgens und nachmittags, an Sonn- und Festagen nur morgens. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin oder bei direktem Poftbezug ohne Bestellgebühr menatl. 2,50 2, bei Zustellung unter Streifband 4,50 m. Redaktion: Berlin 9. 6, Schiffbauerdamm 19 III. Bernsprecher; Amt Norden 2895 und 2896.

Freitag, den 6. Juni 1919

Nummer 272 Abind- Ausgaði

Jnferate foften die achtgespalt. Nonpareillezeile oder deren Raum 1,20 mt., Wort anzeigen das fettgedruckte Wort 50 Pf., jedes weitere Wort 25 Pf. Teuerungszuschlag 80 Prog. Familien und Dersammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den daraufs folgenden Tag müssen spätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben sein. Expedition: Berilu NW. G, Schiffbanerdamm 19 Fernsprecher: Nut Norben 9769

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Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Proteststreit in Berlin .

Vollversammlung.

die Massen in Bewegung gebracht, so. noch mehr unge­

nae,

Befchluß der Wir erfahren bei Redaktionsschluß: In der heutigen Todesurteil bat vollstreden lajien. Bollversammlung der A.- und S.- Räte Groß- Berlins wurde Berliner Tageblatt" wird aus München gemeldet, daß die als Brotest gegen das Todesurteil gegen Leviné der Gen- Berfündung des Todesurteils die Absicht des General­talstreit für Groß- Berlin mit allen gegen fünf Stimmen

Steigert. Satte schon die Berründung des Urteile Von den Vorbereitungen

gen Betrieben geht fort. Der Generalstreik beginnt heute| Drahtmeldung: Biting und währt bis morgen abends 6 1hr.

das Dem

Militärdillatur.

der

der Demokraten beschlossen. Die Arbeit in den lebenswichti, itreits bervorgerufen habe.. Weiter beißt es in der tigen Kreisen die Zeit gefommen scheint, offen eine

berben aufgefordert, bei Eintritt der Dunkelheit die Straße Bon Demonstrationen wird abgefehen. Die Arbeiter

iu meiden.

Das Todesurteil gegen Leviné.

Jeftern

Die Bollstreckung des Urteils.

lieber die Vollstrechung des Urteils an Leviné, die olgende Einzelheiten gemeldet: nachmittag 42 Uhr vollzogen wurde, werden noch

burde aber um 1% Stunden verzögert, um dem Verurteilten Die Erschießung war bereits auf 12 Uhr angefekt worden, noch Gelegenheit zu einer Aussprache mit seiner Grau zu geben. Leviné war den ganzen Vormittag außer orbentlich gefaßt. Um 1 Uhr 40 Minuten wurde er in den hinteren Hof des Stabelheimer Gefängnisses geführt, wo die

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Nach der heute erfolgten Bost redung bes Urteils dürfte dieser Generalstreit mit um so größerer Wahr scheinlichkeit erwartet werden, als auch die Stimmung bei den großen Massen der Mehrheitssozialisten, geführt von deren Organ, der Münchener Post", außerordentlich gereizt ist wegen dieser Vorgänge. Für die Besatzungs­truppen ist erhöhte larmbereitschaft angeordnet. Das Oberkommando Oben verkündet zwar, der militärische

Schutz Münchens sei so start, daß nichts zu befürchten sei, aber emen Generalstreit und seine neuen schweren Folgen wird auch das Militär nicht verhin dern können. Das Organ der Unabhängigen, die neue Zeitung", wurde von der Stadtkommandantur heute unter Vorzenjur gestellt im Einvernehmen mit dem Ministerrat und bem Staatskommissar für Südbayern. Darauf erklärte die Neue Zeitung", daß sie vorerst i br Erscheinen ein­stelle. Es scheint sich also eine neue schwere Krise vorzu­bereiten.

Militärdiktatur zu errichten. Die unglüdielige, verblendete Bolitik der rechtssozialistischen Führer hat alles getan, um dieses Unglück, wie wir vorausgesagt haben, fast mit Notwendigkeit herbeizuführen. Alle Borgänge der letzten Zeit lassen in ihrer Häufung die Absicht der Pro­botation deutlich erkennen und es wird der ganzen Besonnen­heit der Arbeiterflasse bedürfen, um den ungeduldig cr tenden nicht die sehnlicht erwünschte Gelegenheit zu liefern.

Unterdessen benützen die militaristischen Kreise alle mittel, um ihre Macht zu stärken und wieder bietet ihnen die Politik der Regierung selbst alle Unterstützung. Die Art, wie die Regierung die Friedensfrage behandelt, ist nur so geeignet, um die militärische Sammlungsaktion zu stärken. in welchem Sinne da gearbeitet wird, saat folgendes Do­fument: Akademisder Heimatbierst Berlin NW. 7

Berlin, im Mai 1919. Bertraulich! Gilt!!!

Unsere Mitteilung vor einigen Tagen, daß der General An alle satdentischen Korporationen, Bereine und Vereinigungen war durch

tommandierten Mannschaften in zwei Meihen von je fünf Mann streik in München ausgebrochen sei, 1. gestellt waren. Der Offizier des Kommandos las deur Ber einen Fehler bei der telephonischen lebermittlung ent­urteilten bas Urteil sowie die Bestätigung der Verfügung des standen. Gesamtministeriums und den Seitpunkt der Hinrichtung vor. drohende Reviné lehnte es ab, fich mit dem Gesicht gegen Meldung zeigt, außerordentlich afut ist. bie Band zu stellen und fich die Augen verbinden

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Berurteilte: E8 lebe die Weltrevolution!"

erfe Salve gab ihm den Tsd.

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an den deutschen Hochschulen. Sehr geehrte Herren Kommilitonen!

Auch unser Berichterstatter meldete nur die Der auf der Hochschultagung vom 29. April bon der Gesamt Gefahr, die die vorstehende heit der vertretenen Studentenschaft und Senate eingefette Hauptausschuß des Akademischen Heimatdienstes gibt auf Grund Durch die Verhängung der Borzenjur über die Neue von eingehenden zuverlässigen Informationen bom Reichs­bar gespannte Lage weiterhin verschärft, und den Mili. taristen in die Hände gearbeitet, die nur auf ein zeiate Leviné auch in dem Tetten Auacablid die neues Blutbad lautern, um die Machtverhältnisse in Balein

A faffen. Als das Kommando zum Feuern ertönte, rief der Beitung" bat die Regierung Hoffmann die ohnedies furcht wehrminifterium, dem Reichswehrgruppenfom.

mando I( Abteilung Lüttwis) und maßgebenden Parlamen tariern und Politikern aller Parteien Folgendes zur Kenntnis: Die Reichsregierung beharnt auf dem Grundsay, daß ausführbar, sind und daß sie sich auf seinen Fall zur Unterschrift bereisfinden wird. Nur eine rein unabhängige Regie Ernster Protest oder nur Beruhigungspulver? rung, deren Zustandekommen angesichts der Geschlossenheit aller Wie die Morgenblätter melden, verurteilte das Standgericht anderen Parteien nicht zu ertvarlen ist, würde ihre Unterschrift n einem Leitartikel nimmt der Borwärts" gegen die beiden Leiter des Weltrevolutions tribunals Gronauer und geben. Diese Anerkennung unseres Toresurteils wilede nicht nur

Bürde und die tandhaftigkeit eines revolutio- and nach außenhin zu verändern. Hoffentlich fäßt sic Friedensbedingungen unannehmbar, weil un naren Rämpiers, die er während der aanzen Gerichtsver- tie Münchener Arbeiterschaft nicht provozieren. fich nicht aus eigbeit dem Gericht nicht gestellt hatte. bandlung gezeigt hatte und die den Beweis lieferte, daß er

Todesstrafe fordert, erklärt er:

Ein neuer Hochverratsprozeß.

München , 6. Juni.

bie Bollitredung des Todesurteils entschieden Stellung. Mühlbauer zur gefelichten Mindeststrafe bon 1 Jahr 3 Monaten unseren wirtschaftlichen Ruin besiegeln, sondern auch den Bür. Unter Betonung der Tatsache, daß das fozialdemo- Feftung. Das Gericht erkannte an, daß sie mit größter gerkrieg in seiner schredlichsten Form entfachen. Die Be­Iratiiche Brogramm die Aufhebung der Milde und umsicht vorgegangen sind und eine feitigung der Reichswehr, eine der ersten Forderungen

" Wir würden es bedauern und verurteilen, wenn jozialdemokratische Mitglieder der baye­tischen Regierung diefen Programmpunkt ber­Beffen bätten. Die Erfchießung Levinés war fein Aft Rampjes mehr und schloß sich auch nicht mehr unmittelbar

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Regierungen aber, in denen

Reihe von Blutopfern verhindert haben.

Mentereien in der französischen Armee?

Versailles , 5. Juni. Seit einigen Tagen enthalten die i ozialistischen

Kammer zu interpellieren.

der Unabhängigen, würde uns den Bolschewismus mit allen seinen Folgen bringen. Die Ereignisse würden über ben Leichnam der unabhängigen Regierung hinweg ihren Lauf nehmen.

Die Politik des Unannehmbar" bedeutet nicht nur einen furafristigen Protest und einen Ruf zur Sammlung, sondern sie muß, borausgesetzt, daß alle Kreise die Entschiedenheit der Brotestbewegung durch Aufklärungsarbeit und Solidarität

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einer Kampfhandlung an, fie war ein Aft der Justiz, die von französischen Blätter Andeutungen über 3 winterstigen, eine Politit der Tat" ermöglichen. barbarischen Flecken der Vergangenheit zu reinigen, eine fchenfälle in Touloufe. Auch haben fozialistische der wichtigsten Aufgaben der Sozialdem o Deputierte die Absicht, über diese Zwischenfälle in der aufrecht zu erhalten. Es ist mit Sicherheit mit einer Verschärfung Sozialdemokraten fiben, wünschen wir, daß sie in jeder Bestehenden Regimenter gemeutert haben. siebung vorbildlich wirken, und daß sie unserem Volte den Weg zu einer höheren Menschlichkeit weisen sollen."

In der heutigen umanité" find von einem langen Artikel über diese Zwischenfälle nur der Titel und sieben

so haben sie Prevot in den Wandelgängen der Kammer über die

Diese soll erreichen, Nuhe und Ordnung im, Lande unbedingt der Blockade und einem Vormarsch Frankreichs und Englands in unseren westlichen Industriegebieten zu rechnen. Die durch die der Dittatur des Proletariats inszenierten Maffenstreils müssen Rebensmittelnot herbeigeführten Puische und die zur Erreichung

Da noch den Mehrheitsverhältniffen in der Bayrischen Beilen stehen aeblieben, aus welchen ersichtlich ist, daß in den mit aller Macht unterbrüdt werben. Die Deutschen der Renieruna fein 3 weifel daran sein kann, daß die letten vierzehn Tagen bei den Generalen verschiedene Klagen oft mart sind in allen Parteien, bis zu den Unabhängigen, fest Bum mirdeften in ihrer Mehrheit das Todesurteil Toulouse eingetroffenen Deputierten Bedouce und Ellen entschloffen, ihr Selbstbestimmungsrecht gegenüber ber Regen Rebiné gebilligt haben, gegen dicien von jedem Sozialdemokraten unbedingt zu be- Bwischenfälle von Toulouse befragt wurden und Auskunft ben und das oberschlesische Industriegebiet durch Einfall vor Ab artenden fozialdemokratischen Grundiak verftoken. Wenn geben mußten. es dem Vorwärts" und der rechtssozialistischen Bartei ernit ift mit dem Proteft acaen die Vollstreckung des Tobesurteils an Leviné, und zegen diefe gewaltige Ver lebuna jozialdemokratischer Grundfäße, so darf man wohl mit Sicherheit erwarten, daß der in den nächsten Tagen

Berlebung menschlicher und

bereitgefunden haben.

Protest der englischen Arbeiterpartei.

London , 5. Juni. ( Stenter.)

Die parlamentarische Arbeiterpartei hat ein

Maubpolitik der Polen , die nach Posenschem Rezept sich Westpreu­schluß ber Verhandlungen sichern wollen, mit ihrem Blute zu verteidigen.

Nur eine Regierung der eine starke Wehrmacht zur Ver iligung steht, fann diese Aufgaben der Sicherung erfüllen und se in Blutvergießen im Innern und in der bedrohten Ostmark ver bindern. Der augenblickliche Bestand der Reichswehr reicht nicht

beginnende arteitaa der Rechtsiozialisten Manifeft herausgegeben, werin fie erflärt, der Friebens. hin, diese neuen, vermehren Aufgaben zu erfüllen. Der Ostschuh Den Musichluß diefer Personen vollziehen wird, die sich ent- vertrag sei von Grund aus fehlerhaft und auf Brinzipien selbst muß verstärkt, die durch Verstärkung des Ostschubes ebatu Regen ieder sozialistischen Auffoffuna zu einer unerhörten begründet, die ben Krieg veranlagt hätten. Das Manifeft fagt ierten Freiwilligen Regimenter müssen boll

sozialistischer Grundsäke

Vor dem Generalftreit in München .

aufgefüllt werden.

Aus diesem Grunde ist eine Wed weiter, die Zahlung von 5 Milliarden Pfund durch Deutschland sei nicht zu weitgehend, dagegen protestiert es gegen die Abtretung bung von Freuvilligen in erhöhtem Maße unbedingt notwendig. bes Saarbed en 8 an Frankreich und die Methode der Fest­Die östlichen Hochschulen haben beschlossen, im Falle des pol segung der preußischen Grenze. Das Manifest verlangt nachnischen Ginfalls sofort zu schließen und sich in ihrer Gesamthei

eauna in Münden aufs neue Gewaltia ae die 3ulassung Deutschlands zum Bölferbund. Die Bollstreckung des Todesurteils hat die Erträglich ein Verbot der privaten Herstellung neuer Waffen und zum Schuh der Heimat zur Verfügung zu stellen. Wenn nun aud

im Westen die Entente, wie als beabsichtigt gemeldet wirb, 50 Stilo