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Einzelpreis 15 Pfennig 2. Jahrgang Donnerstag, den 28. August 1919

Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, an Sonne und festtagen nur morgens. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin oder bei dire. cm Postbezug ohne Bestellgebühr monati. 3,-, bei Juftellung unter Streifband 5.- Ul Die freiheit ist in den ersten Tachirag der Postzeitungslifte tür 1919 eingetr c Redaktion und Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 19 III. Fernsprecher: Amt Norden 2895 und 2896.

Nr. 412/ A 225 Morgen- Ausgabe

Jnferate toften dis achtgespalt. Conpareillezeile oder deren Raum 1.20 ML, Wortanzeigen das fettgedrudte Wort 50 Pf. jedes weitere Wort 25 Pf. Teuerungszuschlag 70 Prof. Bei familiens u. Dersammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Injerate für den darauf Folgenden Tag müffen( pätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben sein. craten- Abteilung: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 19 Fernsprecher: Aut Norden 9768

greiheit

Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Gegen die Armeniermezeleien.

Wilson an die Türkei .

Baris, 27. August.

Sierzu wird W. T. B. von zuständiger Stelle" erklärt: Co., weit die Reutermeloung bon ber Stellungnahme der deutschen Regierung oder ihrer Vertreter spricht, ist sie vom ersten bis

Die Zeitungen veröffentlichen ein Telegramm aus Athen vom zum letzten Wort falsch. Die deutsche Regierung har 25. August, wonach der amerikanische politische Kommissar in der veder ausdrücklich noch andeutungsweise auf irgend eines ihrer Türkei der türkischen Regierung ein Telegramm Wilsons| and night an einen solchen Berzicht. Dies gilt vor Abergeben habe, in dem die Türkei aufgefordert wird, unver allem von der vorzeitigen Beschung Oberschlesiens durch die En. iglich bie Megeleien in Armenien einzustellen. lente. Im übrigen ist festzustellen, daß die Reutermeldung durch Undernfalls werde Wilson von seinen vierzehn Punkten den zweis die Entwickelung der Dinge in Oberschlesien nach der Wieber. Oberherrschaft in den rein ottomanischen Gebieten bezieht.

Souveränitätsrechte über Oberschlesien verzichtet und dentt

Die Gewerkschaften

und die Washingtoner Konferenz.

die

Amsterdam , 27. August.

Die Streillage.

Kattowit, 27. Auguft.

Der Berrat an den deutschen

Seeleuten.

Wie unser Hamburger Parteiorgan meldet, hat vor einigen Lagen die Boermann- Linie sämtlichen Offizieren Der Brisendampfer innerhalb 48 Stunden gekündigt. Ebenso hat die Hamburg - Anverifa- Linie massenhafte Kündigungen zum 1. Oktober vorgenommen. Diese Maßnahmen schließen

sich konsequent den Handlungen der Needer gegen die See­leute an, die sie angewandt haben, seitdem die Frage der Schiffsablieferung afut geworden und das Milliarden­geichent des Reiches zum Wiederaufbau der Flotte sicher Die Pressestelle des Staatsfommiffariats in Stattowis meldet: gestellt ist. Diese Vorgänge, von der Oeffentlichkeit bisher Der Generalstreit fann für fo gut wie erledigt viel zu wenig beachtet, verdienen deshalb eingehende Er­gelten. Boll arbeiten alle staatlichen Werke und das Rybniker örterung. Revier. Das Zentralrebier arbeitet ebenfalls boll bis auf die Eine von ertverbslosen Seeleuten eingesetzte Kommis 28ie Get Bort" meldet, find die Sekretäre des Internatio- Antonienhütten- Gruben, wo nur 30 bis 40 Prozent arbeiten. Im sion beschuldigt die Reeder in einer vor furzer Beit gemein­halen Gewerkschaftsbundes, die Herren Oudegeest und im. Bleffener Revier arbeiten durchschnittlich 40 bis 50 Prozent. jam mit dem Seemannsbund an die Nationalverjanımlung Die Arbeitsaufnahme der oberschlesischen gesamten Belegschaften

men, aus England, wo sie mit Minister Barncs eine Unter­rebung über die Teilnahme der Gewerkschaften an der Washing­toner Arbeitskonferenz hatten, wieder nach Amsterdam zurüd-| gefehrt. Minister Barnes brang bei dem Vorstand des Jnter. nationalen Gewerkschaftsbundes sehr darauf, daß dieser feinen Einfluß zugunsten der Teilnahme der Gewerkschaften an Washingtoner Konferenz geltend machen möge. Der Vorstand has

der

beträgt 95 Prozent.

brotlos gemacht zu haben, indem sie sie der Entente sparta. gegenüber als bolichemistisch und fistisch verseuch t" darstellten. Hiernach wurde in der tische ete gegen die Seeleute betrieben, deren Ursache H. N, Saag, 27. August. in dem von den Schiffahrtsgesellschaften mit der Entente Der Pariser Correspondent des Nieuwe Courant" meldet, bzw. der deutschen Regierung abgeschlossenen Chartervertrag

Die Verhandlungen über Defterreich. ben Reederkreisen nabestehenden Bresse eine system a-

jedoch mit Bestimmtheit erklärt, daß er sich an die vom Amsters daß gestern bei Behandlung der Antwort an Oesterreich die Be zu suchen ist. Dieser Vertrag batte ursprünglich zur Vor­damer Kongek gefaßte Entschließung halte und seine Mitwirkung spiechungen über einen Punkt nicht beendet werden konnten. ansiehung, daß die Reeder die deutschen Besatzungen be­bie mittelmächte nicht zur Teilnahme am Kongreß auf: gefordert werden. Barnes war nicht in der Lage, eine diesbezüg. bie neue deutsch- österreichische Republit sich fünftig nicht an Reeder in ihrem Gewinn stort beeinträchtigt hätte, da bejon­liche Zusage zu machen.

aufgegeben:

Die Cage in Oberschlesien.

Ein Funtspruch an Alle. Berlin, 27. Auguft.

Die deutsche Regierung hat folgenden Funkspruch an alle auf. Aus deutschfeindlichen Quellen werden fortgefekt falsche

Deutschland anschließen wird. Einige Delegierte be- ders die Beschaffung von Lebensmitteln und Kleidungs­unruhigen sich über die deutsche Propaganda in Wien und stücken im Ausland erhebliche Aufwendungen erfordert wünschten, daß diese Propaganda berhindert werde. Besonders hätte. Wie sehr diese Auffassung zutrifft, geht am besten aus der Erwägung heraus, daß die neue Republit noch immer daraus hervor, daß die Aftien der Gesellschaften nicht gerügende Sicherheiten dafür biete, daß die Traditionen der außerordentlich stiegen, als befannt wurde, daß alten Monarchie endgültig beseitigt sind. Diese Meinung wurde die Entente dank der Agitation der Recder die deutschen besonders von denjenigen Mitgliedern der Konferenz vertreten, Schiffsbefatungen wegen bosschewistischer Ansteckungsgefahr deren Länder Nachbarn Desterreichs sind. Von anderer Seite nicht im Dienst behalten wolle. Die gutinformierte Schiff­aber wurde diese Bestimmung energisch bekämpft. Der Ameri fahrtszeitung" teilte ihren Lesern sogar mit, daß in Börsen­faner Worthleh sagte, daß der neue österreichische Staat freisen die Ansicht herrsche, die Schiffahrtsgesellschaften durch keinerlei Bund mehr mit dem alten Oesterreich- Ungarn fönnten infolge des jekt zu erwartenden Riesengewinnes

Meldungen über die Zustände in Oberschlesien und über die berbunden sei und daß es daber unnötig und unangebracht fei, die Dividendenverluste der Kriegszeit ausgleichen. Das Greueltaten, bie angeblich dort von deutschen Behörden und feine Entwicklung im Voraus zu hemmen. Nicht alle Mitglieder wesentliche Belastungsmaterial, das der Seemannsbund Imppen berübt werben, verbreitet. Go meldet die Agence des Nates sind dieser Ansicht, es steht aber noch nicht feit, welche gegen Regierung und Reeder in Händen hat, besteht in dem Find Berleumdungen, die auf das entschiedenste zurückgewiefen ein Rompromiß zustande kommen, bas darauf hinausgeht, die Sapag- Dampfer Batavia" in Brèft aufgenommen wurde. Dabas", daß die Erhebung im Blut eritidi werbe. Das Ansicht die Mehrheit des Notes haben wird. Boraussichtlich wird folgenden Funkspruch aus Nauen, der am 6. Februar vom werden müssen. Blut fließt in Oberschlesien nur zur Verantwortlichkeit des alten Oesterreichs festzustellen und für die Abwehr von Angriffen der Aufständischen und ihrer Helfer von Bukunft Garantien für zu weitgehende deutsche Einflüsse zu ber diesseits und jenseits der Grenze. Die deutsche Negierung hat langen. Gleichzeitig wird man aber der Republil eine Egiftenz alsbald den Befehl gegeben, bei den Maßnahmen zur Unter- möglichkeit geben. brüdung des Aufstandes mit Mäßigung zu verfahren und die Hinrichtungen einzustellen. Dieser Befehl ist eindringlich| wiederholt worden, er mird befolgt. Ehe nicht die Ruhe völlig mieter eingefehrt und die Arbeit wieder aufgenommen ist, fann an dem Abbau des Ausnahmezustandes nicht gegangen werden.

birfte.

Die Tätigkeit der Ententefommission.

Noch feine Lösung in Ungarn.

Wien, 27. Auguft.

Die Neue Freie Presse" meldet aus Budapest: Gestern fand

Dampfer Batavia" der H.-A.-L., der mit Rüd­transport deutscher Besatzungen ausgelieferter Schiffe be­schäftigt war, wurde angeblich wegen boli che mi sti­icher Bestrebungen der Bejagung angehalten und nach Cherbourg gebracht."

Die polnische Regierung würde sich ein Verdienst für den Frieben eine& onferenz der Vertreter aller deutschen Bar dachte nicht daran, das Schiff anzuhalten oder die Besatzung and das Wohl der oberschlesischen Bevölkerung erwerben, wenn teien ftatt, sowohl der Bürger- und Bauernpartei als auch der zu maßregeln. Die französische Regierung hatte vielmehr Be ifrerseits auf eine Beruhigung der öffentlichen Meinung hin Christlich- sozialen und der Sozialdemokratischen Bar furz vorher von den Seeleuten eine Aufstellung der für

Paltovi itatt.

Rattowin, 27. August.

Am Mittwoch fanden

Bor der Besetzung durch die Entente?

tei. Die Konferenz beschloß die strikte Durchführung des feiner zeit von dem Nationalitätenminister Oskar Jaszi entworfenen Autonomieprogramme und forderte bezüglich Weftungarns eine autonome Berwaltung mit deutschen Behörden und deutscher Bewurde ein Dreierausschuß aus Bauern und Bürgerpartei, Sozia

Als dieser ohne Zweifel unter Zustimmung der Regie­rung und auf Veranlassung der deutschen Reeder abgesandte Funkspruch bekannt wurde, herrichte an Bord des Schiffes die allergrößte Ruhe, und die Entente

Die interalliierte Kommission empfing in Sindenburg eine Gendarmerie unter einem deutschen Nationaliätenminister. Es mehr, und die Besatzung der Batavia" wurde nach einigen Abordnung der Arbeiter. prechungen mit Polenführern in Gleiwit und listen und Chriftlich- Sozialen entsandt, um mit der Regierung

Paris, 25. Auguft.( Neuter.)

miffion für Schlesien on General Dupont gefandten Instruktionen In einem von der Friebensfonferenz in der Frage der Mom­enthal enden Telegramm wird die Anficht ausgedrückt, daß bas!

und der Entente bezüglich der vollen Autonomie Dents ungarns zu verhandeln.

Zerfilarbeiterbewegung in Gaglan

H. N. Saag, 27. Auguft. Aus 2onbon witb gemeldet: Die Jahresversammlung der

einen Beitraum von drei Monaten notwendigen Bekici­bunge und Ausrüstungsstücke verlangt, in der ungweifel­haften Absicht, die deutschen Seeleute zu behalten. Nach B. fanntwerden des Telegramms war bavon keine Nede Tagen interniert.

Daß in Ententekreisen zunächst mit den deutschen Schiffsbejatungen gerechnet tourde, und erst durch die Hetze der Redder eine andere Ansicht durchdrang, wurde auch in der vor furzen in Sopenhagen tagenen internationalen Seemannskonferens erwiesen, als die beiden englischen Delegierten erklärten, fie feien sehr erstaunt darüber, daß die deutschen Befatungen ihre Schiffe verlassen hätten. Int gleichen Sinne äußerte sich ein Amerikaner gegenüber Ham­

und die Kohlenerzeugung in Cberschlesien und Teichen zu vermeh Tegtilarbeiter fand gestern in Breadford statt. Der Vorsitzende burger Vertretern des D. S. V. und erklärte, daß er selbst tirb nicht erwartet, daß die deutiche Regierung auf ihrem Mecht. des Jahres 1919 von 70 auf 90 000 erhöht habe. Es wurde sich geweigert bätten, an die Stelle ihrer deutschen Kollegen ren, eine Beichung durch die Alliierten fei. Ga teilte mit, daß sich die Mitgliederzahl des Verbandes im Laufe Beuge gewefen ici, wie drei englische Bejagungen in Sull thre Einr igung dazu zu verweigern, bestehen wird. Tatsächlich vorgeschingen, eine allgemeine Lohnerhöbuna bol zu treten. Temgegenüber fennzeichnet sich die andauernde ift bereit von seiten der deutschen Delegation in Berinilles in einem Penny pro Stunde durchzusehen. Gierüber soll eine Be Behauptung des Neederblattes Sanfa", die deutschen Sec fofortige Bejeung Schlejiena in die Wege leiten. Streit vermeiden zu lönnen. offizieller Vorschlag gemacht worden, die Alfierien möchten die natung mit den Unternehmern stattfinden. Man hofft, einen lente würden von den britischen Kollegen boyfottiert, als

lügnerische Stimmungsmadhe. Das ganze Bestreben der