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Einzelpreis 15 Pfennig 2. Jahrgang Sonnabend, den 6. September 1919
Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, an Sonn- und festtagen nur morgens, Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin oder bei direnent Poftbezug ohne Bestellgebühr monatl. 3, M., bei Zustellung unter Streifband 5,- Die Freiheit ist in den erften Nachtrag der Postzeitungsliste für 1919 eingetren Rebaltion und Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 19 III. Fernsprecher: Umt Norden 2895 und 2896.
fr. 430/ B 196 Abend- Ausgabe
Jnferate foften die achtgespalt. Nonpareillezelle oder deren Raum 1,20 m., Wortanzeigen das fettgedrudte Wort 60 Pf. jedes weitere Wort 25 Pf. Teuerungszufchlag 20 Pro. Bei familiens a. Derfammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den darauffolgenden Tag muffen spätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben sein. Inseraten- Abtellung: Berlin N. 6, Schiffbauerdamm 19 Fernsprecher: Amt Rorben 9768
Freiheit
Berliner Organ
Die Gefangenenrückkehr. Reine Heimkehr der in franzöſiſcher Hand befindlichen
Gefangenen vor der Ratifizierung.
Bur Betvältigung dieses großen Programms, so wird mitgeteilt, ist dem Reichsministerium des Innern eine eigene Abteilung III für„ kulturpolitische Maßnahmen" Schula
unter Leitung, bes Unterſtaatsjef retärs 18 gebildet
worden. Einschränkung der Freizügigkeit, Abschaffung der Das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreus, Versammlungsfreiheit fulturpolitische Maßteilung für Flüchtlingsfürsorge, teilt mit: Nadj Erfundigungen, nahmen! Herr Heinrich Schulz , der ehemalige Sozialbig die schweizer Gesandtschaft beim französischen Ministerium demokrat, darf getrost ausrufen: Ich habe es herrit des Aeußern eingezogen hat, sollen die in englischer und ameris weit gebracht! lanischer Hand befindlichen Kriegsgefangenen unverzüglich heim gefchafft werden, dagegen wird die Heimschaffung der in französis cher Hand befinlichen Kriegsgefangenen erst nach Natifisierung des Friedensvertrages zur Ausführung lommen, wobei mit ben Innenlagern begonnen wird. Die Bibil. internierten in Frankreich werden sofort freige
laffen.
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Das Zentrum gegen die Gewaltherrschaft
Präsident und fachlicher Sinficht dafür daß man
Gewerkschafts
demokratie oder Beamlendiktatur.
Die Tatsache, daß die Arbeitermaffen inmer mehr die
Nostepartei berlassen haben, und heute der Führung der Un abhängigen Sozialdemokratie folgen, übt ihre Südwirtung natürlich auf alle Arbeiterorganisationen. Nicht zuletzt auf die Gewerkschaften. Es ist selbstverständlich, daß di Mitglieder das Recht haben, ihre Anschauungen über die Aufgaben des proletarischen Kampfes auch innerhalb der Ge. werkschaften zu vertreten, und die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Leitungen der Gewerkschaften diefen Anschauungen Rechnung tragen. Das erfordert natürlich die Besetzung wichtiger leitender Stellen mit solchen Gewerkschaftsgenoffen, deren Ueberzeugung denen der Majorität der Mitglieder entsprechen.
Bor einigen Tagen haben in Schlesien , auf Ver anlassung des Herrn Hörfing, Besprechungen mit Ver tretern der politischen Parteien stattgefunden, die sich mit der Lage in Oberschlesien befaßten. In einer Versamm: lung in Breslau wurde von der 8entrumspartei Sarauf hingewiesen, daß eine Politik der Be Prinzipien, auf denen alle modernen Gewerkschaften aufge Dieser Sachverhalt ist absolut tlar und entspricht den Der Hauptausschuß der Nationalversammlung hat an die rubigung und Versöhnung notwendig fei. Die baut find. Sie alle beruhen auf dem völlig freien Selbst. Nationalversammlung folgenden Antrag gestellt: Die Leitung weitere Saltung des Zentrums wurde davon abhängig ber Griebensbelegation wird beauftragt, ben gemacht, baß fofort ausreichende Gewähr in persönlicher Beitung, und die Mitglieder fönnen diese geitung fü bestimmungsret ber Mitglieder über Dis Briebensvertrag zu unterzeichnen." Berwahrung einen neuen nut after boten werde, wählen, ohne verpflichtet au ſein, Darüber Ligenbelie berbinden. Die zweite Sigung der Nationalversammlung wirb ichlesien einleite. Rechenschaft abzulegen, oder sich an irgendwelche Einschrän morgen stattfinden. In der Debatte werden Redner aller Bars Diese Kundgebung des Sentrums bedeutet eine Abfage fungen, die in den Statuten nirgends vorgesehen sind, zu Balten. biete werben sprechen. Die Mehrheit für die Genehmigung gierung aufgerichtete Gewaltherrschaft in Oberschlesien . Sie zu Worte kommen. Auch Nedner aller abzutretenden Ge- an die von Herrn Hörsing unter der Billigung der Redes Vertrages ist gesichert. Aber dieser klare Sachverhalt ist den Zeitungen vieler ift zugleich eine Blosstellung der Sentrumsmitglieder in Gewerkschaften außerordentlich unangenehm. Sie und nun der Regierung, die bisher feinen Widerspruch gegen die einmal mit den Anschauungen ihrer Mitglieder nicht zuDie Neue Freie Breffe" meldet: Die Enientestaaten haben Bolitit in Oberschlesien erhoben haben. Das fleische frieden und möchten gern die Gewerkschaften so wie bisher Deutſchöſterreich zum de ber urediteraner Bentrum läßt sich bei dieſer Samenfung freilich nur on waiter leiten. Sie find babei gewöhnt, biefe Zeitung in Blodade Ungarns die Forderung nach Abgabe einer Rücksichten auf die eigene Partei bewegen. Es weiß, daß einem selbstherrlichen Sinn auszuliben, und sie baften früher besonderen Erklärung gerichtet, die folgendes besagt: es immer mehr von seinem Anbang an die polnische die Erfahrung gemacht, daß ihnen die oppositionelle Beteiligen Berlangens der Regierung der Vereinigten Staaten, schlesien nicht bald ein Ende gemacht wird. österreichische Regierung wird außer im Falle eines gegen- Demagogie abgeben muß, wenn der Gewaltpolitit in Ober- wegung nicht besonders gefährlich war. Jezt nehmen aber Großbritanniens , Frankreichs und Jfaliens auch weiterhin die Gin-, Aus- und Durchfuhr aller Artikel zwischen Oesterreich und Ungarn wirksam untersagen und dieses Verbot bis zum Beit. punkt der formellen Annahme der von den alliierten sungen durch die ungarische Regierung aufrechterhalten. affoziierten Regierungen vorgelegten Friedens bebin Der Arbeiterbreibund und die direkte Aktion.
Die
und
die Dinge eine andere Wendung, und es scheint, daß die Herren in den Gewerkschaftsleitungen sich einbilden, daß die Kartoffelbewirtschaftung aufrechterhalten. Das Recht der Mitglieder vor ihren Berfonen haltzumachen babe. Seit Monaten führen sie eine Sekkampagne gegen Das Reichsernährungsministerium erläßt unter dem 4. Sep. die Opposition und schreien über politische Maßregelung, sotember die Verordnung für Bewirtschaftung der Kartoffeln im bald sich die Mitglieder Vertrauensmänner wählen, die den laufenden Wirtschaftsjahr. Die öffentliche Bewirtschaf Serren Vorständen nicht genehm sind. tung, insbesondere die Vorschriften über Sicherstellung und Wir wollen gar nicht davon sprechen, daß die Mitglieder Lieferung sind aufrechterhalten, da bei Freigabe des San- sehr viel Grund hätten, auch von rein politischen Gesichtsdels erhebliche Preissteigerungen und in deren Gefolge 2ohn- punkten aus einen gründlichen Wechsel der Führer der Getämpfe und Unruhen unausbleiblich erscheinen. wertschaftsbewegung vorzunehmen. Denn diefe Herren Der Arbeiterbreibund hat eine Entschließung angeDie gesamte Ernte mit Ausnahme der Selbstversorger, unb haben eine sehr ausgesprochene Politik sowohl während des nommen, in der er sich für die Verschiebung der Abstimmung Wirtschaftsmengen ist wie bislang sicherzustellen. Die Wochen Krieges als nach der Revolution getrieben. Sie waren die berbie Frage der direkten Afftion bis zu bem nächste Woche ration beträgt fieben Pfund, bazu für November bis Träger der Durchhaltepolitik, sie haben die gewerkschaftlichen erfolgenden Zusammentritt des Gewerkschaftstongresses in Glas. Januar zwei Pfund Sulage, Die unmittelbare Eindedung auf Organisationen im Einbernehmen mit der Regierung ganz Bezugschein ist wesentlich erleichtert. An Saatgut find 10 3ent und gar in den Dienst der Kriegspolitik gestellt, sie haben ner je Morgen zugelaffen. Feftferung der Schwundyre ente bleibt nach der Revolution schon durch die Gründung der Arbeitsgemeinschaften eine fapitalistisch konservative, statt einer fozialrevolutionären Bolitik unterstügt. Wenn die Mit glieder dies alles für schwere Verfehlungen ihrer Leitung halten, fo find sie absolut berechtigt, sich andere Führer zu wählen. Der Posten eines gewerkschaftlichen Vertrauens
, ausspricht. Die direkte Aftion bezwedt, die Regierung zu wingen, die Dienstpflicht aufzuheben und die britischen Truppen
aus Rusland aurüdzuziehen. Was uns erwartet.
Wie die Preffe mitteilt, ist das Reichsministerium des
nach Maßgabe des Genteausfalles vorbehalten.
Ein Berfuchsballon.
Die Gefährdung der Brotversorgung ist entstanden durch den
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Reihe von Gefeßesvorlagen beschäftigt. Wir ent- burch eine weitgehende Erhöhung der Getreidepreise durchießen nach dem Vertrauen der Mitglieder besetzt. Und wodurch Innern gegenwärtig mit der Bearbeitung einer ganzen Lieferstreit der Landwirte, die unter allen Umständen ba mannes ist fein lebenslänglicher, sondern wird ausschließlich nehmen dieser Ankündigung, daß, neue Vorschriften über das wollen. Mit allen Mitteln fuchen fie jeb die Deffentlichkeit zu immer dieses Vertrauen erschüttert ist, die Mitglieder haben Einichreiten der bewaffneten Macht geplant beeinflussen und ihr einzureden, daß nur, diese Erhöhung der das Recht, nach ihrem völlig freien Ermessen find. Ferner Aenderungen der bestehenden Verordnungen Preise die Gefährdung der Brotversorgung unmöglich mache. So über die Freizügigkeit und ein Gesetz über die Anbearbeiten fie bereits die Preffe, in der Mitteilungen erscheinen,
zu wählen.
meldungen Aber es handelt sich gar nicht, etwa bloß um politische unter freiem Himmel. öffentlicher Bersammlungen baß eine Erhöhung der Breise schon beschlossen sei. Sie wollen Fragen, sondern auch um die Brobleme rein gewerkschaftdamit erreichen, daß außer der Drushprämie noch eine weitere licher Natur, bei denen die Anschauungen der Mitglieder und tragten vom 12. November auch die völlige Versammlungs-/ diesen Gebanten rechtzeitig gewöhnt. Das Reichsglieder, soweit es nötig ist, für einen Wechsel in den LeiBekanntlich ist durch die Verordnung der Volksbeauf- Preiserhöhung gewährt wird und daß die Oeffentlichkeit sich an der Leitungen auseinandergehen. Das zwingt die Mitfreiheit eingeführt worden, eine Bestimmung, die freilich ernährungsamt verweist darauf, daß biese Mitteilung nicht den tungen zu sorgen. Die Frage der Arbeitsgemeinschaft, die
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verhindert hat, daß durch die Verhängung des Be- Tatsachen entspricht. Wir hätten lieber gesehen, daß das Reichs- des Verhältnisses der Gewerkschafts - zur Räteorganisation, Versammlungs un feiheit besteht als früher. Die bente, eine folche Preiserhöhung zu bewilligen oder auch nur ſtüßungseinrichtungen sind heute alle mehr oder weniger Ganz gleich, welche Politik man für
Ankündigung, daß jegt ein Gesezentwurf vorbereitet wird, die Druschprämien über den 15. Oftober hinaus zu verlängern. umstritten.
ber die Anmeldung regels foll, kann deshalb natürlich nicht Eine solche Mitteilung ist dringend erfotberlich, ohne sie werden die richtige hält, das Recht der Mitglieder fann feinem anders gedeutet werden, als daß nun durch Gesetz eine die Landwirte sich weiter der Hoffnung bingeben, daß ihre finan3weifel unterliegen, ihren Willen restlos zur Geltung 34 neue Beichränkung der Versammlungsfreiheit geplant ist. ziellen Forderungen erfüllt werden. Wer aber die Lebensiage bringen, auch wenn er den bisherigen Leitungen nicht ge Dasselbe gilt von den Bestimmungen über die Freizügig- der Arbeiter nicht aufs stärffte gefährden und bas Wirtschaftsleben fällt. feit. Auch hier deutet das Vorgehen der Regierung an, daß bor neuen schweren Erschütterungen bewahren will, muß dem die Freizügigkeit zu den Rechten der Staatsbürger gehören Verlangen der Landwirte aufs allerentschiedenste entgegentreten.
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hie aufgehört baben au beltehen.