Einzelpreis 15 Pfennig 2. Jahrgang
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Mittwoch, den 5. november 1919
Tir. 536/ A 292 Morgen- Ausgabe
referate foften die echtgespalt. Nonpareilleseile oder deren Baum 1.20 mt., Wortanzergest bas fettgedrudte Wert 50 Of. iebes weitere Wort 25 Pf. Teuerungszuschlag zo Proje Bei familien- u. Derfammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den daraufe folgenden Tag müffen fpätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben fein. Juferaten- Abteilung: Berlin N. 6, Schiffbauerdamm 19 Fernsprecher: Amut Norben 9768
greibeit
der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands
Politit und Tattit.
Von Rub. Breifscheid.
Die Jahrestage der deutschen Revolution werden ge-| einstimmig threm Vollzugsrat die Vollmacht erteilt, Zunächst ein ernstes Wort an den Untersuchungsaus waltsam laut! Die Iesten Reste eurer damals er- ben Aufruf zu einem allgemeinen General- schuß, ein sehr ernstes Wort: So wie gestern, darf es unter ämpften Rechte sollen euch gerade in diesen erinnerungs. it reif für das ganze Groß- Berliner Wirtschaftsgebiet er feinen Uniständen weiter gehen, sonst werden die Verhand reichen Tagen entrissen werden. Der große wirtschaftliche gehen zu lassen. lungen zu einer Farce, in der der Ausschuß und die Statio Kampf der Metallarbeiter wächst sich zu einem Macht. Am Mittwoch abend, also heute, läuft bas Iti. nalversammlung die ihn eingejezt hat, die tomischen tampf zwischen Kapital und Arbeit aus. matum an die Unternehmer um Anerkennung der Figuren abgeben. Euer lester Einfluß, den ihr in den Betrieben noch be- bisherigen Rechte der Arbeiter und Angebes Borsigenden, des deutschnationalen geordneten Die Warnung richtet sich in erster Linie an die Adresse halten habt, fall euch entrissen werden. Euer bißchen Bestellten in den Betrieben ab. Warmuth. Der leitete die Untersuchung nicht mehr, wegungsfreiheit in den Werkstätten ung Betrieben will man Die Gewerkschaftskommission Groß- Berlins nimmi sondern ordnete sich dem Seugen, Herrn von Bethmann wieder einengen. Ihr follt ins Slaveajoch heute abend endgültig Stellung. Nicht nur aus Sympathie Solfweg, unter. Wir wollen nicht an seinem Willen zui rud, unter dem Drude von Antreibern zu aussaugenten für die schwer ringenden Metallarbeiter, sondern im Objektivität zweifeln. Aber man konnte sich am Dienstag Höchstleistungen angespornt werden. Den Brofitjägern Jutereffe der gesamten Hand. und Kopf- des Eindruds nicht erwehren, als leide sein Intereffe an mill man euch hemmungslos opfern. arbeiter erwarten wir die Zustimmung zur Ausrufung Wunsch, die Vertreter des alten Systems nicht bloßgestellt Feststellung der historischen Wahrheit etwas unter dem bes Generalstreite.
Die Metallarbeiter haben, tros des siebenwöchigen entbehrungsreichen Kampfes, es mit einer überwältigenden Mehrheit abgelehnt, den Naden unter das Joch zu beugen! Wie ein Mann stehen die Zweihundert. tausend zusammen! Sie wollen ihren lesten Ginflu in den Betrieben nicht preisgeben, auch nicht
uin finanzieller Zugeständnisse halber.
Die fozialrevolutionären Barteien, die. It. S. P. und .B. D., unterstützen ben jett politisch gewürbenen Kampf. Die Führer der Rechtssozialisten verweigern bie Silfe, ob. wohl es nach ihren eigenen Borten um bas befcheibente Mitbestimmungstedt geht. Die Vollversammlung der Arbeiter und Betriebsräte Groß- Berlins hat mit und nie dagewesenem Massenbesuch
Berschiebung des Parteitages.
Die von ber Neidsregierung verfügte Sparrung bes Ber Textverkehrs vom 5. bis 15. Nopember nötigt uns, ben für ben 16. November einberufenen Barteitag um eine Bode 8 ndje
berfchieben.
Die Frauenkonferens tann gleidfalls erst eine päter stattfiuben Das Zentral- Ramitee ber 1. G. R.D.
mterbam, 4 November
Englische Friedensgeneigtheit. Bant New York Tribune " melbet ber Sandsner„ Daily Gerald", er höre, daß die britische Regierung geneigt fei, ben Borschlag einer Konferens zwischen Sowjetrußlaub und den lierten in Erwägung zu ziehen.
Die Durchführung des Waffenstillstandsablommens.
Eine neue Note der Entente.
Arbeiter und Angestellte! Männer und Frauen! Die Stunde der entscheidenden Abwehr, des entschloffenften, erbittertften Widerstandes gegen Unternehmerwillkür, Ans. bentungsgier und kapitalistische Unterbrüdung ist ge
fommen!
Harrt des Kampfrufes! Haltet euch bereit! Fünfzehner- Kommission. Metallfartell. Begirisverband ber. S. P. Berlin- Brandenburg . Kommunistische Partet.
Bollaugsraf der Arbeiterräte Groß- Berlins.
Bernes fab bis zum 10. November bevollmächtigte Bertreter sad Baris zu entfenber, meldte mit ben Bertretern her alliierten und affoziierten Mädte bie mit dem Jukrafttreten bes Frichens. pertrages arferberlich merbenten Uebergangsbestimmungen für bie Tiftimmungsgebiete afm. au regein haben. Der vollständige Zest der fehr umfangreichen Rate with morgen veröffentlicz
werben.
Die Baltilum- Kommiffion.
Tm 7. November trifft hier bie Interafliterie Rom. mission für bas Baltikum ein. Sie besteht aus 25 Offi. gieren und 50 Interoffizieren und Mannschaften. Die Kom
miffion will fich hier sweds Information einige Tage aufhalten, um bann möglichst umgehend nach dem Baltikum abzureisen.
Der Rüdiransport aus dem Ballifum.
Stad Melbung eines som Reidswehrministerium in bas Baltikum entsandten Offiziers haben sich bisher von den zu den Stuffen übergetretenen Formationen insgesamt 5500 Mann aur Seimfehr entschloffen. Die Transportbewegung der zur Rüdehr bereiten Truppen aus der Gegend von Schulen soll nach Abschluß bes Bertrages mit ben Litauern am 8. 11. beginnen.
Der patriotische Böbel.
Berlin ,& Rovember. Gestern murbe ber beutschen Friedensbelegation in Baris etue Note bes Obersten Rates überfandt. Die Note führt aus, daß, ba brei ber affosiierten und alliierten Haupt T. U. Paris , 4. Stovember. mächte ben Bertrag ratifiziert haben, ber in den Ehlußbestin. Auf bem Friedhof von Breit haben sich andäglich ber om mungen bes Friedensvertrages vorgesehene Zeitpunkt sur Auferheiligentage ftattgefundenen Gebenffeier für die gefallenen ftellung bes erften Brotokolls gekommen fet. Die Deutsche Soldaten were Snijd nfälle ereignet. Der sozialistische Bürger. Regierung werde gebeten, baran teilnehmen zu wollen. Da nwister von Best hielt eine Stebe mit durchaus bolshevistischer(?) jedoch von diesem Tage an ber Bertrag in Kraft trete unb bie Tendenz, worauf er beim Verlassen der Tribüne mit dem Narf Fristen laufea, so habe der Oberfie Rat befdiloffen, das Protokoll Vive la France empfangen und angegriffen wurde. erst bann aufzustellen, wenn bie Ausführung ber Deutschland burch bas Waffenstilstandsabkommen übertragenen Berpflichtune geu genau in einem zweiten Brotokoll präzifiert sei. Deuts. laub habe aber eine Anzahl der ihm auferleg. tan Berpflichtungen nicht erfüllt. Es feien updj Lokomotiven und Wagen zu liefern. Die auf ruffifem
Umnestie- in Dexterreich.
Bien, 4. Stovember. Die Amnestie- Borlage, melche ber Rationalbersammlung
Gebiet befinblidjen beutschen Truppen feien di analid bes Jahrestages ber Profiamierung der Republik unter nicht zurüdgezogen. Die vollständigen Bergeichuiffe der breitet wurde, ist unfaffender als alle bisherigen Amnestien
bon ben Deutschen beschlagnahmten Gelber und Werte feien updj nicht übergeben. Man habe bie beutschen Schiffe in Scapa Into serftört. And in anberen Bunten, bie betcilliert aufgeführt finb, habe Teutschland seine Pflichten nicht aber nidit boll erfüllt. Der Cherfte at bat infolgebeffen eine Reihe von Strafbestimmungen aufgestellt, darunter die Aus lieferung von fünf leichten Kreuzern unt von 400 000 Tonnen Bu fchwimmenden Dods, Kranen, Edlerpern und Baggern. Auch foll die Befagung ber ir Scava Flow, verfenkten Kriegsschiffe juridgehalten werben. Für hen Fall der Weigerung find Swangs motnahmen quachroht,
Das Befinden des Genossen Haafe.
zu sehen. Er hielt wichtige Fragen scheinbar für geklärt, wenn der ehemalige Rangler und der ehemalige Staats. sekretär des Auswärtigen ihren Standpunkt zu den Dingen entwidelt hatten. Vielleicht irren wir uns auch, vielleicht Berhandlungen über Gegenstände von so gemalbiger Hereichen mur seine richterlichen Fähigkeiten nicht aus, am
deutung zu führen. Jebenfalls aber muß er mit allem Nachdruck darauf aufmerksam gemacht werden, daß der 3med der ganzen llebung nicht der ist, den Ministern Wilhelms II. Gelegenheit zu geben, sich durch einseitige Dur stellung der Geschehnisse reinzumachen.
Aber auch die übrigen Mitglieder der Kommission find bon Schuld nicht freizusprechen. Ihre Fragen trafen gestern durchaus nicht immer die Puntte, auf die es anfam, und mittelbar förderten sie so die Verdunkelungs- und Bec fchleierungsabfichten der Beugen. Sie schwiegen oder Itegen. bielfach die Präzision vermissen, die notwendig geweien wäre, um den Wortschrall der Aussagen zu dämmen und das herauszuholen, worauf es wirklich anfam.
Es handele sich, so begann ber Borsigende ganz git... treffend, um die vollständige Beantwortung der Sternirage, aus welchem Grunde das Friedensangebot der Mittelmächte bom 12. Dezember 1916 erfolgt jet. trosdem die von der deutschen Regierung selbst angeregte Friedensaftion or der Tür stand. Bethmann hat inzwischen die Akten studiest, und die Vorausjebungen für einen flaren und eindeuten Bescheid waren also gegeben. Aber genau wie das icpie Dal, geht der Beuge um die Klärung der Angelegenhezen berum und rebet piel, weil er nichts sagen will.
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Bom französischen Diplomaten, dem Brinzen von Talleyrand, stammt das Wort, daß die Sprache den Menschen gegeben sei, um ihre Gedanken zu verbergen. Der ehemalige Reichskanaler mag sonst menig von dem Frane 3ofen haben. So befigt er sicher nicht die Anpassungsfähig feit des Mannes, der nacheinander der Revolution, leon, den Bourbonen, und dem Orleans diente. Das be meist schon die nicht ohne ironischen Unterton vorgebrach's Bemerkung, daß er sich noch nicht ganz in die neue Sit bineinfinden fönne. Das eine jedoch hat er von Tallentars gelernt: Man fann viele Warte machen, um die Gedanien. und nicht die Gedanken allein, sondern auch die Tatsachen zu verschleiern.
Seine allgemeine Saltung war eine andere als cat Legten Freibag. Damals gab er sich gedrüdt und verärg t Diesmal trat er selbstbewußt, ja geradezu herausfordern auf. Wahrscheinlich haben ihm seine Freunde zu diefes Veränderung der Methode geraten. Er hatte nach einer ersten Vernehmung eine schlechte Presse. Gestern ging icin Plan offenbar dahin, fich merigstens die Sympathien der techten zu erobern, und er war flug genug, zu begreifen, daß sich dieses Biel am besten durch das Schoenten dez nationalen Fahne erreichen lasse. Mit Bathos erflärte er, als non ben fluchwürdigen belgischen Depor tationen die Sede mar, mit follten die Verbier mider das Bölferrecht nicht nur bei uns, sondern au bai den Feinden, besonders bei den Engländern, suchen.
Diese Phraje fiel wie manches andere aus dem Rah men einer Beugenaussage Sier wäre eine ernste Rüge fehr am Blaze gewesen, und wir hätten die Feststellung für angebracht gehalten, daß der Ausschuß die Pflicht habe, die Leistungen und Versäumnisse der deutschen Politik ans Bicht zu ziehen, und daß es nicht des Beugen Sache sei, thu fozusagen in Anklagezustand zu bersetzen.
Der Buffand bes Genoffen Saafe ist im allgemeinen umberändert. Die Zemperatur betrug gestern abend 39,1, Statürlich ist es sehr bequem, der Frage der belgischen der Buls zählte 118. Ein Versuch, das Fieber zu mindern, Deportationen und ihrer Wirkung auf die neutralen Mächte blieb Leiber erfolglos. Die Säche des Batienten war mit sentimentalen Betrachtungen über die Sünden der besonders groß. Geheintrat iefing beobachtet ständig Feinde aus dem Wege zu gehen, und das Bethmanniche Ma Herz und Lunge des Genossen Haase, und hat wiederum növer wird seine Wirfung überall dort nicht verfehlen, wo feststellen können, daß die Beschaffenheit beider Organe gut man vor den eigenen Untaten ben Kopf in den Sand zu iit. Seute wird der Verband wieder gemechielt. leden beat Aber aus der Welt igalten laffen fich diefs