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Einzelpreis 15 Pfennig 2. Jahrgang Sonnabend, den 20. Dezember 1919

Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, an Sonn- und fefttagen nur morgens

Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 4.- m., bei direktem Postbezug monatl. 4.65 m. bei zustellung unter Streifband für Deutschland 6.50 m., fürs Ausland 7.50 m, per Brief 12.50 m. Redaktion und Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 19 IIX,

Berusprecher: Mat Norden 2895 und 2896,

Nr. 619/ B 282 Abend- Ausgabe

Inferate Poften die achtgespalt. Nonpareillezeile oder deren Raum 1,20 m., Wortanzeigen bas fettgedruckte Wort 80 Pl jedes weitere Wort 25 Pf. Teuerungszuschlag 20 Pro Bet familien- u. Derfammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den daraufs folgenden Tag maffen spätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben sein. Inseraten- Abtellung: Berlin NW. 6, Schiffbanerbamm 19 Bernsprecher: Amt Norden 9768

greiheit

Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Ein neues deutsch - russisches Abenteuer

Der Büttel der Konferrevolution.

matelor chen nur erdenkbaren Dienſt geleistet. Es hat

Deutschland hat der russischen Gegenrevolution mo­jeden

mit

den Räuberhauptmann Awaloff- Bermont Baffen, Munition und Ausrüstungsgegenständen bersehen, bat die Truppen unentgeltlich die deutschen Eisenbahnen be­nüben laffen in der Zeit der größten Verkehrsnot! Es

Marung bamit, baß er bie Berantwortung für ben 5 bruch der Verhandlungen ber enalisen Regierung zu. schreibt.

Um Leipzig .

Von Ernst Däumig .

Der Gewerkschaftsbund und die Preis- Die reaftionären Blätter haben wegen feiner Beschlüsse Unfer Leipziger Parteitag hat eine schlechte Prefe erhöhung für Lebensmittel. Tobsuchtsanfälle bekommen. Die liberalen Zeitungen schleudern ob seines Bekenntnisses zur Diktatur des Pro­Die gegenwärtig wichtigste Aufgabe der Gewerkschaften letariats den Bannstrahl gegen ihn. Das Berliner Tage hat die Anwerbungen für die fonterrevolutionäre Aimee ist der Kampf für die Berbesserung der Lebenshaltung ihrer blatt" gas unserer Partei nach Annahme des neuen begünstigt und sogar, dem Ankauf deutscher Menschenware, Mitglieder und die Abwehr jeglicher Verschlechterung. Durch Aktionsprogrammes den Namen Neue Kommunisten". durch russische Usurpatoren vorgenommen, teine Schwie die jetzt erneut beschlossenen Breiserhöhungen für die wich Die regierungssozialistische Bresse setert in allen Tonarten tigbeiten in den Weg gelegt. Obwohl nun das Abenteuer tigsten Lebensmittel, wie Brot und Kartoffeln, wird die über unseren Parteitag. Sie fann uns die Todsünde an Bermonts, trotz der großzügigen Unterstüßung seitens Rebenshaltung der Arbeiterklasse außerordentlich herabge- ihrem Gößen formale Demokratie" nicht vergeben. Die Deutschlands , so kläglich zusammengebrochen ist, wird das drückt, da die Gewerkschaften nur mühsam und unzulänglich ollen, ehrlichen Seemänner, die im Schuße einer von scharf­freventliche Spiel noch feineswegs für verloren gehalten. durch Lohnerhöhungen einen Ausgleich für diese Preis- geschliffenen Bajonetten umjäumten Diftatur der Mitte" Es wird vielmehr in neuer Form fortgefegt. So schreibt erhöhungen zu schaffen imstande sind. thre politischen Geschäfte machen, markieren moralische die Deutsche Allgemeine Beitung" in ihrer heutigen Mor­genausgabe das Folgende:

Ueber die Breßattaden bon rechts gegen den Leipziger Parteitag fönnte man also ruhig zur Tagesordnung über­gehen. Das sind journalistische Aeußerungen des Klaffen­fampfes, der in dieser gährenden Beit auf der ganzen Fronk in seiner vollen Schärfe eingesetzt hat.

Es wäre deshalb Pflicht jeder Gewerkschaftsinstanz Entrüftung über die Dittatur des Proletariats. gewesen, sich mit allen Mitteln gegen jeden Versuch zu Der bürgerlichen Journaille kann man ihr Indianer Wir teilten schon im Abendblatt vom Donnerstag mit, bab wehren, auf diesem Wege die Lebenshaltung der Arbeiter- gebeul über den Leipziger Parteitag nicht weiter übel ein Teil der in Deutschland befindlichen ruffischen Soldaten wie klasse zu verschlechtern. Mit aller Entschiedenheit hätten in nehmen. Sie hat die Klassenintereffen ihrer Auftraggeber der an die raffische Nordfron't g'e'b'e'n möchte, um dieser Frage alle Gewerkschaftsinftanzen, wenn sie sich nur mit der Feder zu verteidigen. Außerdem find die bürger segen bie Bolfchewiti su tämpfen. Sie haben gebe von ihrer Pflicht gegenüber den Arbeitern und nicht von lichen Meinungsfabrikanten viel zu wenig mit der Theorie ten, an bie ehemalige Jubenitschfront entfandt zu werden, die noch parteipolitischen Erwägungen würden leiten lassen, fordern des Sozialismus und der proletarischen Gedankenwelt vera besteht, obwohl General Judenitsch selbst beseitigt ist. Der Ab- müssen, daß eine Erhöhung der Preise nur nach borbaut, als daß man von ihnen eine einigermaßen objektive transport wäre möglich, er tann jedoch erk er. Würdigung einer Partei erwarten fönnte, die in einer re folgen, wenn die Entente damit einverkanden beriger Erhöhung der Löhne erfolgen dürfe. Statt deffen haben wir die überaus bezeichnende Lot- volutionären Epoche mit dem Sozialismus Ernst machen t. Das Auswärtige Amt hat sich deshalb mit den Bertre fache erlebt, daß die höchste Instanz der deutschen Ge will. Auch die regierungssozialistischen Parteiredakteure fern des Verbandes bereits in Verbindung gesetzt. Bon dem Er­sebnis der schwebenden Berhandlungen wird es abhängen, welche werkschaftsbewegung, der Gewerkschaftsbarnd, mit derrn dürfen natürlich kein gutes Haar an dem Leipziger Barbei­Regien an der Spipe, dieser Frage vollkommen aleich. tage lassen, denn seine Beschlüsse sind von Anfang bis z Maßnahmen die Militärverwaltung ergreift. gültig gegenüberstand und nichts getan hat, um diesen Ende eine große Kampfanfage gegen den immer rapider in Deutschland spielt also den Büttel der europäischen Schlag gegen die Arbeiterklasse abzuvelyren. Diesen Rumpf den Sumpf der Morruption hinabgleitenden Reformsozia­Ronterrevolution. Nachdem die geschlagenen russischen zu führen, blieb damals allein den Berliner örtlichen In- lismus und die Praktiken der Nostepartei. Truppen sich in Deutschland erholt haben, mit heuen Waffen stanzen der Gewerkschaften überlassen. und Ausrüstungsgegenständen versehen worden sind, wollen Jezt endlich, nachdem die Preiserhöhung be he wieder zur Front gehen. Die deutsche Regierung ist beschlossen worden ist, wacht der Gewerkschaftsbund aber doch teit, den zaristischen Generälen diese Silfe zufommt zu fchon auf und man höre und staune, auf seinen Antrag laffen, beibelt aber vorher die Entente um genette 8u- wird die Bentralarbeitsgemeinschaft der Industriellen und timmung an. Ein verwerfliches, nichtswürdiges Ereiben, gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlande Ernster zu nehmen ist aber eine andere Folge­das jede Spur von Selbstbewußtsein vermissen läßt! am 23. Dezember zu der beschlossenen Erhöhung der Brot erscheinung des Leipziger Parteitages: Er hat auch eine schlechte Preise im eigenen Lager. Ein Wenn nun die Entente dem Bittgesuch der deutschen und Kartoffelpreife Stellung nehmen". Reglerung nachgibt, dann wird in furzer Zeit de Balti- So sieht die Interessenvertretung der deutschen Ar- großer Teil der unabhängigen Parteiorgane, in erster fumrummel von neuem aufleben. Dann werden nicht nur beiter durch ihre höchste Gewerkschaftsinstanz aus! Dieles Linie die großen Blätter in Berlin und Leipzig , laffen Hussen, sondern auch deutsche Soldaten wieder nach dem Verhalten ist mehr als eine Einzelerscheinung, es ist ein nur zu deutlich ihr Mißvergnügen über die Leipziger Be­Diten gelodt werden, alle Schiebungen und Betrügereien ymptom für die grundsägliche Saltung dieser der schlüsse merken. Das gilt sowohl für das, was in, wie fir in neuer Form ausleben. Die nach Deut'd and zurück rechtssozialistischen Partei angehörigen Leute und ein er- das, was awischen den Beilen steht, wie auch für das, gefehrten baltijden Räuberbanden, deren Führer imuner meuter Beweis dafür, daß diese Herren, wie die redyte morüber man sich ausschweigt. Empfindsame Teremiaden hoch nicht zur Verantwortung on find, obwohl fie fich sozialistische Partei überhaupt, nicht nur die Grund- iber das Niveau" des Parteitages, Klagen darüber, daß des Landesverrats und der Meuterei schuldig gemacht und fäße des Sozialismus, sondern auch das gegen in Leipzig die Eingelfragen der Tagespolitik nicht behan­das Volksvermögen um Millionen von Mark betrogen wärtige materielle Interesse der Arbeiter belt worden find, bilden das Leitmotiv unserer Mißber­gnügten. Ja, zum Teufel, standen denn nicht im Hinter­baben, brennen auf den Augenblid, wo sie wieder in Atton flaffe dauernd aufs schärffte schädigen. treben können. Es fragt sich nur, ob die Arbeiterschaft anch An den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern aber grunde der Debatte über Wege und Biele unserer Partei diesmal wieder dem Spiele rubig zusehen wird. Ihr inter - liegt es, gegen diefes Verhalten den allerschärfften Brotcft bie große Weltkatastrophe, der Zusammenbruch der kapita­nationales sozialistisches Bewußtsein verbietet es ihr, daß einzulegen. Sie dürfen auch gar keinen Sweifel daran liftischen Wirtschaft, die tausend leiblichen und seelischen Deutschland zum Büttel der russischen Konterrevolution laffen, daß die Arbeitsgemeinschaft von ihnen nie als eine Möte des Proletariats? War denn nicht das Ningen um wird. Wir warnen die Regierung, sich weiterhin als Hand- Instanz anerkannt wird, die in dieser Frage ein berufenes die Lattik unferer Partei, die doch auch die Mißvergnügten langer der zaristischen Generäle zu betätigen. Urteil abzugeben berechtigt ist. als eine revolutionäre Bartei anerkennen wollen, getragen von dem leidenschaftlichen Streben, das Proletariat her­auszuführen aus dem politischen Sumpf, dem ökonomischem Bankerotte und dem sozialen Elend dieser Zeit? War Wie mitgeteilt wird, ist der Vorentwurf über das sukünftige dieser Parteitag nicht gerade zu dem Zweck einberufen Neichswahlgesch im wesentlichen fertiggestellt. Seine Grundzüge worden, die Tattit der Partei zu klären und zu festigen, Giner amtlichen Mitteilung zufolge find die engli follen bemnächst, also im Januar, veröffentlicht werden, um allen um das Schiff der 11.. B. ficher durch die hochgehenden tuffifchen Verhandlungen in Kopenhagen über ben follen U. S. Mustausch bez Kriegsgefangenen ergebnislos abgebre- offafreifen Gelegenheit zu geben, sich mit der Materie eingehend Wogen der sozialen Revolution steuern zu können? Nein, das Mißvergnügen eines Zeils unserer Partet­finben, um über die Entsendung von Lebensmitteln an ble bri. Wahlkreise vorgesehen, was den Abgeordneten die Pflege presse ist darauf zurückzuführen, daß die reformisti'den en worden. Es sollen jetzt noch eine oder zwei Sigungen statt. au beschäftigen. Angeblich ist eine Berkleinerung ber enger Beziehungen zu ihren Wählern wesentlich erleichtern und opportunistischen Traditionen der alten Partei nochy tischen Kriegsgefangenen in Rußland und über gegenseitige Ex würde. Nachdem die Barteien und die Oeffentlichkeit zu den nicht völlig aus den Köpfen vieler Parteigenossen geschwun

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Abbruch der englisch - ruffischen Berhandlungen.

leichterungen

Kopenhagen, 19. Dezember.

in der Postverbindung zu verhandeln.

Der neue Reichswahlgefehentwurf.

Vorschlägen des Vorenttourfs Stellung genommen haben, soll eine Gleichzeitig mit dieser Mitteilung veröffentlicht& itwinsff endgültige Borlage ausgearbeitet werden, die dem Reichstabinett, eine lange Erklärung, in der er eine Darstellung der Berhand- dem Reichsrat und der Rationalversammlung zugehen wird.

lungen gibt und erklärt, als der englische Beauftragte O'Grady bas Ergebnis der Berhandlungen feiner Regierung getest babe, habe er von dieser die Weifung erhalten, alle Borschläge Litwinoffs suradzuweisen, fert.er bie von England gemachten 8- Beßänbuiffe ridgängig su machen unb sa ben ursprünglichen|

Briefe von Hugo Haafe.

as besteht die ficht, eine Anzahl von Briefen Shego Gaafes,

Borschlägen zurückzukehren. Die britische Regierung habe es ab. in denen er sich über Fragen fozialistischer Politit ausgesprochen Bordergrund treten müssen. gelehnt, ein Abkommen gutzuheißen, das vorläufig abgefchloffen bat, zu sammeln und sie der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen.

den find, daß man gewisse reformistische Methoden, die in bestimmten historischen Phasen der Borkriegszeit ihre Be­rechtigung hatten, und damals auch mit der marristischen Theorie in Einklang standen, nicht preisgeben will in dieser Zeit der Welttatastrophe, in der die revolutio nären Grundgedanken des Marrismus dem Prole­tariat nicht eindringlich genug flargemacht werden können, in der die revolutionären Mittel und Methoden in den So schlecht die Presse für den Leipziger Parteitag

war, unb bas einen teilweisen Austausch von Gefangenen vorfah. Wir bieten daher ble Freunde Haafes und alle Genoffen, die fich ist, so gut ist sie für die unabhängigen Kritiker dieses Kon­Dieses fonnte von Litwinoff nur als 8eidea dafür angefeben im Befih solcher Briefe befinden, diese im Original oder in Abgresses. Die elegischen Betrachtungen des Genossen Hilfer berben, daß die britische Regierung plöglich ben Wunsch hegte, ble fchrift an Eraft gaase, Berlin N28 23, Bridenallee 22 ein ding haben sogar in den Spalten der Deutschen Berhandlungen abzubrechen. Litvinoff schließt feine lange Graufenden/

Beitung Aufnahme gefunden. Das Berliner Log