Einzelpreis 20 Pfennig 3. Jahrgang Donnerstag, den 8. Januar 1920

Die freiheit erfcheint ergens une natmittags, an Sonne und fefttagen nur worgens Der Bezugspreis beträgt bei freier Justellung ins Beus far Groß- Berlin 4.50 m., bei dizeltem Poßbezug menatl. 6.15 m, bei Zuftolus unter Streifband für Deutland 7.- 27, fars Ausland 8.- 1, per Brief 13 M. Redaktion und petition: Berlin M. 6, Ganerbamm 19 III. Bernsprecher: Mat Storben 2505 nnd 2896.

Nr. 13/ A 8 Morgen- Ausgabe

Inferate often bie abtarfsalt. Nonpareilleseile od. deren Raum einfchl. Teuerungszuschlag 3.20 mt.. das fettgedruckte Wort 1.15 m., edes weitere Wort 85 Dt. Familien- und Organisations anzeigen die achtgespaltene Nonpareillezeile 2.40 mt, das fettgedruckte Wort 7 D, jedes weitere Wert 45 Pf. Jnferate rür den darauf olgenden Tag müssent pätestens bis 3 Uhr nachmittags in der Expedition aufgegeben sein. Inseraten Abteilung: Berlin NW. 6. Schiffbanerdamm 19. Bernsprecher: Mut Norben 2895-96, 9768

greibeir

Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Die Schande der Gewaltherrschaft.

Achtet auf die Zeichen!

Der weiße

Zerror in Ungarn .

III. Die Schredenstaten der Soldatesta.

"

fuchen erfolgreich entgegentrefen gu tönnen. Gerichtweise ser lautet, daß die Spartatisten einen Angriff auf bas Landesgericht planen, um die im Landesgericht fißenden Gefangenen zu befreien. In Berlin , in Hamburg und einigen anderen Orten Dieser Stilübung steht die Lüge auf der Stirn ge des seichs ist der Belagerungszustand notgedrungen aufgeschrieben. Um einen Vorwand dafür zu haben, Belage hoben worden. In andern Teilen des Reiches dagegen berungs- und Schuthaftichande weiter bestehen zu lassen, er. Wien , 31. Dezember 1919. stebt diese Regierungsschande unverändert fort. Auch in findet man neue Märchen von angeblichen Putschversuchen des Gefängnisses, der diese Schreckniffe nicht länger mit Wie es in Siofok zuging, darüber berichtet ein Profo Rheinland- Westfalen , also in dem wichtigsten und staatsgefährlichen Plänen der Kommunisten. Produktionsgebiet des Reichs, herrscht noch immer die onjehen fonnte und die Flucht ergriff. Et heißt Stefan militärische Willfür, die brutale Gewalt. Seit vielen Mo- Es wird der Regierung und ihren Kreaturen nicht ge- Sayden und ist Feldwebel in der nationalen Armee naten find dort zahlloje revolutionäre Arbeiter eingeferlert.lingen, durch derartige Manöver die Aufmerksamkeit von seine Enthüllungen erschienen in dem Tageblatte Besti Gegen die Crganisationen und die Presse wütet die Neaf- ihrer Schande abzulenfen und die Arbeiterschaft zu unbe- let", daß während der rumänischen Besetzung von Buda tion in finnlofer Weise, die Zensur, die Unterdrückung der Sonnenen Laten aufzureizen. Wenn Sie noch imftande ist, best, als die Rumänen sich gegen die Regierung Friedrich freien Meinungsäußerung wird schlimmer gehandhabt als auf die Zeichen der Zeit zu achten, wenn ihr die Militärs wendeten, eine gewisse Breßfreiheit genoß. während des Krieges. Wie start die Empörung unter noch so viel Spielraum lassen, fo bat fie fofort nicht nur In den ersten Angusttagen brochie man den Arbeitern des rheinisch- westfälischen Industrie- in beinland- Westfalen, sondern auch Sayden von Bejaprim und Balatonfür 47 Beute nach Giófot. J nebiets ist, das zeigt eine Rundgebung, die in der Sachsen und in den anderen Gebieten des der Nacht ihrer Antunft erschienen in Begleitung einer Truppe Hauptstadt des Bezirks, in Essen, am Dienstag abend Reiches den Belagerungszustand aufzubon Grenzschutzwachleute und einiger Wagen der Hauptmann tattfand. Sie war von der Unabhängigen Sozialdemo- beben und die Schubaft schmach au besei- Frchisberger, der Oberleutnant Légah und noch avel frafie veranstaltet worden; dem Stufe waren unübersehbare tigen! Echaren von Arbeitern gefolgt. Die Telegraphenunion, also eine bürgerliche Nachrichtenstelle, verbreitet darüber folgender Bericht:

d Ein neuer Hungersfreit in Werl.

in

mit welcher bornierten Gewiffenlosigkeit bie Nostiden in Im städtischen Saalbau wurde eine große Kundgebung der Rheinland- Westfalen ihre Machtmittel gebrauchen, das zeigt sich rabikalen Sozialisten veranstaltet. Während das leste Mal gegen besonders an der Willtür, mit der die Schuzhaft verhängt wird bas Betriebsrätegesek Einspruch erhoben wurde, richtete fich biefe llebr die Sinkerlerung von sechs Schuhhäftlingen in dem berüch. Brotestverfammlung gegen den Belagerungszustand, ber im rheinisch- westfälischen Industriegebiet noch immer igten Gefängnis von Werl wird uns das Folgende beridtet: fortbesteht. Der Andrang war fo gewaltig, daß nichts anderes getan, als innerhalb ihrer Belegschaft dagegen Die beiden Bergleute Oberhaus und Bremle haben eine zweite Versammlung abgehalten werden protestiert, daßSchmalz als Brämie an Leute verteilt werden sollte, mute. Referenten waren die unabhängigen Führer Brab. bielleberschichten verfahren hatten, Eie forderten, daß das Fett ent Nemscheid, und Dr. Stern, Essen, außerdem kamen noch weitere weder der ganzen Belegschaft oder der Gesamtbevölkerung augute zahlreiche Redner zu Worte. Alle Redner protestierten aufs fommen sollte, weil gerade die gesundheitlich Schwachen, größten. fchärffte gegen die Aufrechterhaltung des Belagerungszustandes. teils ältere Familienbäter mit zahlreiden Rindern, nicht in der Man schilderte in den lebhaftesten Farben bas Schidsalder Lage sind, die Neberanstrengung der Ueberschichten zu ertragen. in Schuthaft genommenen Führer der revoin. Das war den Watter und Severing Begründung genug, die un­tionären Arbeiterschaft. Es erfolgten weiter die üb. bescholtenen Männer hinter Gefängnismauern zu begraben, sie von lichen heftigen Angriffe gegen die Regierung und die Rechtssezia. Frau und Kind zu trennen und diese dem Hunger und Glend aus. liften, insbesondere gegen Noste, Scheibemann und Ebert. Der suliefern! fezialdemokratischen Partei und der Gewerkschaftsburcauftatie( el

dauern.

fo erzähl

Offigiere, deren Namen Hayden nicht fennt. Auf ihr Ge heiß wurden die Gefangenen in den Hof geführt. Der erste in der Reihe war der Absolat Dr. Eduard Sághy aus Veszprim, ein, Kriegsinvalide, der nur ein Bein hatte. Die Offiziere führten mit dem Ruse:" Da bist du, du Saujud" auf den Invaliden und mit Bleifugeln geschmüdte" Beitfehen bei sich und stürzten sich schlugen ihn folange, bis fein Sirn aussprizte und er tot auf dem Bofe liegen blieb. Unter der Führung der Feldwebek Báthory und Eülg warjen fich dann 20-25 Grenzschuhpachute auf bie wehrlosen und schlugen fie fürchterlich. Wer zufammens brach, wurde auf den Wagen geworjen; bald fekte sich dann der unterwegs fleste der Bankbramie aus Siófel, Balász, die Leuts Zug in Bewegung, die Aufrechten mußten dem Wagen folgen. an, man möge ihn nicht länger quälen, sondern seinen Qualen ein Ende bereiten. Seiner Bitte wurde willfahrt und er wurde auf einen Baum aufgefnüpft. Als der Zug in einem kleinen Ge­hölz anlam, hielt man Raft und bei Tagesanbruch wurden 41 Ge fangene mit Bajonettitichen getötet. Die Leichen wurden in einen webet Gayden machte sich erbötig, den Graben aufzuzeigen. 10 Meter langen, 3 Meter breiten Graben geworfen Der Feld Gine Untersuchung wurde nicht angeordnet. Nach einigen Tagen erschienen Mannschaften, der Offizier truppe Mabars und Baron Pronay im Gefängnis. Sie führten 36 Gefangene nach dem Csibetelep bei Giofot. Alle wurden ermordet; Hayden erklärte sich bereit, den Behörden bas Eine Untersuchung Maffengrab auffinden zu helfen.

Der Bergmann Jalob Felden ist beswegen in Werl ein es su verdanken, daß die Revolution diesen Ausgang genommen gelertert, weil er es gewagt hat, am 9. November, an welchem habe und daß der Kapitalismus nicht mit Stumpf und Stil ans. Tage doch angeblich die Bersammlungen aller Parteien genehmigt wurde nicht eingeleitet. G3 follen nach den Angaben gerottet fel. Die Einigung des Proletariats müfferen, bas Miklingen einer wahren Arbeiterrevolution au be- bon hasben und auch vieler anderen Beugen in der Umgebung Siofof fich wenigstens 40 folcher Massengräber befinden kommen. Man pries den russischen Bolscherismus, beffen Beispiel Bei allen diesen Morden waren die folgenden Offizieres auch in Deutschland nachgeahmt werden müsse. An ble Stelle bes Stonieny. Stoniczny fist berais feit neun Monaten hinter des goldenen Spornes, Baron Stefan Bibo, beteiligt. Bon Am willkürlichsten ist das Verfahren gegen den Bergmann Baron Prónay, Graf Salm , Baron Lipthay und de: Ritter Berhandelus sei das Handeln, die Tat zu feyen, und zwar ohne Sterkermaurn. Bereits im September ist feine Beschwerde gegen Baron Prónay erzählte der Feldwebel Hayden noch folgende Berzug. Nur wenn der Arbeiter rüdfchtslos von feiner Macht seinen Schutzhaftbefehl von dem Reichsmilitärgeridt als begründet Geschichte. Infolge der Intervention des Barons Prónay Gebrauch mache, werde die Schmach des Belagerungszustandes anerkannt worden. Statt ihn aber daraufhin freigulaffen, ließ

bewegte, aber ohne Zwischenfall verlief.

verschwinden, und damit auch die gegenwärtige Revolution. Die einer der reaktionären Gehilfen des Generals Watter, der Kriegs- wurde der in Staposvár verhaftete Andreas László- Lömy färfe Waffe des Arbeiters fei aber feine Arbeitsgerichtsrat Gabriel, unter der Drohung, wir werden Sie so auf freien Fuß gesezt: er zahlte dafür dem Prónay 500 000 Iraft und sie müffe zur Anwendung gelangen. Bum Schluß wie fo fest friegen, wenn auch der Schuhhaftbefehl aufgehoben ist. Stronen. Er ordnete aber gleichzeitig seine Berhaftung und beider Versammlungen bilbeten die Teilnehmer einen Demon. über Stoniezny burch die Staatsanwaltschaft bie Unter- Abführung nach Siófok an, von wo er in das Dorf Som geführt und aufgehängt wurde. fuchungshaft verhängen. rationszug, der fich durch die Straßen der inneren Stabe unerhört ift, was man ihm auf seine Bitte, ihm die Schubhaft. Bán wurde verhaftet und schrecklich mishandelt. Er beging Ein Tierarzt namens befehle gegen ihn vorzulegen, anzutun wagt. Trotz zwölf Briefen einen Selbstmordverfuch und wurde halbtot in eine Scheune Schon dieser tendenziös zugespitzte Bericht zeigt, in ist Stoniehny noch heute nicht nach neun Monatent- im Befis neiperrt; auf Verwendung einiger mit ihm befreundeter welcher Stimmung sich die Arbeiter Rheinland- Westfalen der ihm von Rechts wegen auftehenden Papiere. Giundbefizer wurde in der Abwesenheit des Prónay be. befinden und es ist nicht den Maßnahmen der Regierung und ihren militariſtiſchen Helfershelfern zu verdanken, wenn Male von den häschern Watters in den Kerler geworfen wurde, abzutransportieren. Er wurde in der Station Lepsény ein­Den Bergmann Karl Wagner, der bereits zum zweiten schlossen, ihn nach Stuhlweißenburg in das Gefängnisipital. biele stimulung sich nicht in den Produktionsziffern bebat man im schmer franken Bustand nach Werl geschleppt. Er waggoniert; als sich aber der Eisenbahnzug eben in Be merkbar macht. Wie unangenehm den Behörden diese Kund leidet an hodgrabigem Nheumatismus mit Wassererguß im Knie, wegung setzte, erschien Baron Prónay, ließ den Zug halten, gebung war, geht daraus hervor, daß man unserem Essener so daß er sich nur mübjam an Etöden foribewegen fann. Barteiblatt, dem Ruhr- Echo", das Erscheinen am Diens­befahl, den Halbtoten vom Zuge herunterzuholen, und ließ tan dadurch unmöglich gemacht hatte, daß man eine Papier ich auch der neueste unerhörte Fall. Man verweigert dem Schutz. In das Bild aller Willfüralte gegen die Schußhaftlinge fügt ihn in Gegenwart seiner Frau und Kinder hängen. Im Gefängnis der Stadt Pápa waren mehrere hun lieferung ausfallen ließ. Trokdem also das Ruhr- Echo" häftling Beter Maslowsti die persönliche Anwesenheit bei dert gefangene Kommunisien. Am 26. September wurden am Dienstag nicht zu ihren Lesern sprechen konnte, verlief ber Berhandlung seiner Schußhaftbeschwerde vor dem Reichsmili. 91 Gefangene nach Devecser abgeführt, angeblich, um dort die Kundgebung am Abend in überaus wirkungsvolle tärgericht. Damit ist der tiefste Stand der Schmach der mili- vor das Militärgericht gestellt zu werden. Tags darauf Um den Eindruck diefer undgebung abzuschtwächen, ber tärischen Rechtspflege" erreicht. famen die Gefangenen mit Ausnahme von 24 zurück. Diese Die Opfer ber noskotischen Schughaft im Gefängnis Wert, wurden, ohne irgendeine Verhandlung, der Brachialgewalt Breitet dieselbe Nachrichtenstelle noch folgendes, offenbar bon find nun am 8. Januar in den ungerstreit getreten, nach von Devecser ausgeliefert. Die Weibgardisten legten sie in Noske- Spiteln verfaßtes Stimmungsbild: Wie aus diesen Versammlungen und verschiedenen anderen bem fie, die zum Teil schon monatelang bis zu einer Dauer von Retten trieben sie zu dem in der Gemarkung des Städt ben Behörden bekanntgeworden Tatsachen hervorgeht, herricht neun Monaten im Kerker schmachten, bie Hoffnung aufgegeven hens liegenden See hinaus und brachten die Ketten leer zurüd. Der Fall wurde sofort dem ungarischen fowohl in der Stadt Effen wie im gangen theinisch. baben, irgend etwas für ihre gerechte Sache auf gefehlichem Wege Ministerium des Innern angezeigt; die Erstatter der An­efälischen Industriebezirk zurzeit eine befonan erreichen. Sie können es aisht verstehen, daß man einem zeige erhielten von dem leitenden Beamten der Polizei­Sexelebhafte Bewegung unter den kommunisten. 31faen Brber mit ber gelinbesten Ehrenftrafe belegt, fektion des Ministeriums den Bescheid, sie möchten in n bez tabt felbit finb seitens der Behörden alle erforderlichen während man Leute allein ihrer politischen Neberzeugung wegen einem borschriftsmäßig ausgestellten Relehrungan astralen worden, um etwaigen Rulings in Barkremen hinter Bestermauern auf Monats arab inda Aia inleitung einer Untering

Weise.

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