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Cinzelpreis 20 Pfennig 3. Jahrgang
Die freiheit erideint morgens und nad mittags, an Sonne und geftagen nur morgens Der Bergspreis beträgt bei reier Zuftellung ins Faus für Groß- Berlin 4.50 m., bei direktem Poßbezug monati. 5.15 m. bei zufellung unter Streiftand für Deutschland 7.- m., fürs Ausland 8.-M., per Brief 13. m. Redaktion und Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerbamm 19 IKL Ferniprecher: Nut Rorden 2895 mmd 2896.
Montag, den 1. März 1920
Nr. 61/ A 34 Morgen- Ausgabe
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Korruption.
Solidaritätstandgebungen der ArbeiterOrganisationen.
Baris, 29. Februar.
nahmen ergreifen, die das Gefeß ihr ant bie Sand gibt, um den Folgen der Krise zu begegnen. Das Blatt glaubt, daß beshalb die Mobilisierungsorder für drei Klassen der Eisenbahner der P. L. M.- Gesellschaft gegeben wurde. Der Gewerkschafssekretär Midol habe seine Kameraden aufgefordert, ber Mobilisierungs. orber nicht Folge zu geben. Aus diesem Grunde sei gestern abenb vom Ministerrat beschlossen worden, daß das Gericht einzuschreiten
hätte.
Der rechtsfozialistische Abgeordnete Seil hat am Sonnabend in der Nationalversammlung feststellen zu sollen geglaubt, daß feine Partei die einzige fe:. die durch den Der allgemeine Arbeiterverband( G. G. 2.) er Grabergerprozeß nicht berührt werde. Liese Behauptung, Märt in einer Kundgebung, die jest in Frankreich geschaffene Lage bie von dem Bestreben zeugt, fich rechtzeitig in Sicherheit sei zurückzuführen auf die Haltung der großen Eisenbahngesell. Bu bringen, läßt sich dyverlich aufrecht erhalten, denn schaften und der Regierung. Die gewerkschaftliche Organisation Ichließlich ist Herr Erzberger die hervoritechendite Figur des ber Eisenbahner folle durch den Konflikt in Mitleidenschaft ge. Baris, 29. februar. Rabinetts, in dem die Genossen des Herrn Seil am stärksten sogen werden. Deshalb sei der G. G. 2. thre Haltung vorge- lichen Verfolgung der Streitführer wegen der Erteilung Die Staatsanwaltschaft hat die Möglichkeit der gerite bertreten sind, ja man fann jogar fagen, daß er ihm eigent schrieben und sie versichere die Bereinigung der Eisenbahner ihrer bes Befehls zum Generalstreit geprüft. Die Angestellten ber De lich feinen Stempel aufdrückt. Er überragt, was wir fonit vollen Unterstügung in ihrem Kampf. bahn haben gestern nachmittag bie srtfebung bea auch von ihm denfen mögen, infolge feiner Initiative und Streits beschlossen. dank dem Umstande, daß er überhaupt been besigt, feine Kollegen, die fich durchweg bedenklich unter dem Mittelmaß balten, um Haupteslänge, und deshalb werden die Be- fühen. mühungen der Sozialdemokratie ihre Unintereffiertheit an feinem Geichid glaubhaft zu machen, feinen Erfolg haben. Diefe Bartei wird fich nur den Vorwurf der Undan barkeit Auziehen.
Auch die Vereinigung der Gewerkschaften des Seinebe. partements erläßt einen Aufruf, in dem sie alle Arbeiter von Baris aufforbert, bie Gifenbahnergewerkschaften zu unter.
Streitwirkungen.
Paris , 29. Februar. Das Komitee ber Arbeiter ber TransportgefeII. Infolge des Eisenbahnerstreits find eine Anzahl Borsichts hatten, bas bie Gewerkschaften der Angestellten der Unter- maßregeln getroffen worden. Ab 1. März werden im großen und grundbahn, der Straßenbahn und der Automobilomnibusfe ver gangen alle Einschränkungen aus der Kriegszeit tritt und zu dem auch die Kutscher und Chauffeure gehören, hat wieder provisorisch in Kraft treten. So wird Kohle nur den Inzwischen ist die Entscheidung über das Los des beschlossen, bie Streitbewegung ber Eisenbahner zu unter- jenigen bewilligt werden, die keine andere Heizungsmöglichkeit Gtverbelasteten noch immer in der Schwebe. Die Vor- ften und fich jeber Requirierung und Mobilisierung zu haben. Die Cafés, Restaurants und Hotels müssen um 10 Uhe tände der Zentrumspartei des Reiches und der Zentrums- widerfegen. Nach dem„ Matin" hat das Pariser Komitee der Angeftelten Theater um 11 Uhr. fraktion der Nationalversammlung find, wie man jetzt erschließen, die Theater, Konzerthallen und tinematographischen fährt, am Freitag nach eingehender Erörterung des Falles von Bo, Telegraph und Zelephon gestern abend bie Bu dem Ergebnis gelangt, daß ein endgültiger Entschluß angeschloffenen Mitglieder ersucht, fich nicht mit den Streifenden hoch auszufeben sei. Es sollen die tatsächlichen Feststellun- in Widerspruch zu fehen und fich bereit zu halten, die etwa net. gen des Urteils im Prozeß und die Resultate der Unter- wendig werdende Solidarität zu üben. Nabungen vor der Steuerbehörde abgewartet werden. Die internationalen Schnellzüge von Deutschland sind heute Diefon Standpunti hat sich der Ausschuß der Mehrheits- vormittag ohne nennenswerte Berspätung in Paris eingetroffen. partei angeschlossen, und so bleibt es also einstweilen bei der borläufigen Entbindung vom Ambe. Ob fie aufgehoben werden soll, wenn die Steueruntersuchung Erzberger ent-| laften würde, oder ob man an ihr bis zur Beendigung des Berfahrens gegen Helfferich festhalten will, ist nicht gejagt. Bir müssen abwarten.
Ministerreben, Haftbefehle und Mobilisierungsorders.
Baris, 29. Februar.
sehr sower den Ernst dieser Krise übertreiben. Ohne sichergestellte
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Die Sammlung des Bürgerfums. Baris, 29. Februar. Temps" fagt zum Eisenbahnerstreit, man fönne mus Transporte fei das wirtschaftliche Leben eines Landes mit Still stand bedroht. Er gibt Ministerpräsident Millerand recht, wenn er von einer revolutionären Bewegung spreche. Ministerpräsident Miller and hat heute vormittag Breffe- Emanzipationsaft, der die französische Revolution gewesen sei, die Aber diese Bewegung habe keine Beziehung zu dem großen vertretern erklärt, daß auf den Linien der Eisenbahngesellschaft ausgeführt wurde im Namen der Menschenrechte uns im Namen P. 2. M. sich mit Ausnahme von yon eine Entspannung Allerdings ist die Frage von nebensächlicher Bedeu- bemerkbar mache. Auf der Ofibahn feien alle größeren Büge der Bürgerrechte zum Nutzen der gesamten Nation. Wenn die hing. Denn daß des Ministers Tage gezählt find, läßt sich abgefahren. Auf der Nordbahn sei die Lage eme normale, Berrschaft einer Klasse sich behaupten tönne, bann werbe die Welt hid mehr bezweifeln, und es fommt wenig darauf an, mit Ausnahme einer gewiffen Streifwelle, bie lid in minn von dem französischen Gedanken abrüden. Diese Reaktion, bie fo Bon den Regierungsparteien find es besonders die Demoedhe Form man für seine Verabschiedung wählen wird. acige. Von den Südlinien sei nichts besonderes zu melben, mi mohl politisch wie ökonomisch unsozial sei, bürfe nicht siegen über von Borbeaug, wo sich eine Ausstaubsbewegung die Kräfte der Freiheit und des Fortschritts. Alle müßten sich um raten, die die Sand am Strid halten, unt dem Kranken zeige. Auf den Orleans. unb Staatsbahnlinien die Regierung fcharen, und jeder müsse begreifen, daß er für das bas Sterbeglödlein zu läuten. Für sie ist er erledigt, und hätte der Ferndienst sichergestellt werden können. Im allgemeinen Schicksal des Landes verantwortlich fei, neuerdings versichert wieder ihr Sauptgeschäftsführer im fönne man sagen, daß 24 Stunden nach der Ausstandserklärung Berliner Tageblatt", daß in Wirklichkeit der Fall Erz- nur eine teilweise Einstellung des Betriebes zu verzeichnen fei. berger schon entschieden sei, und daß es daher wenig 3wed Der Ministerpräsident machte ferner noch darauf aufmerksam. Der Streif der franzöfifchen Eisenbahner scheint fichi einer Bewegung zu entvideln, die nicht ohne politische betonen, daß Erzberger nicht länger Minister bleiben lichen Borderungen zu tun habe, die erst nach dem ausgebrochenen stellen läßt das deutlich erkennen. Die StaatsanwaltWirkungen bleiben dürfte. Das Berhalten der Regierungsfönnte. Die Rüstungen zum Reichenbegängnis werden alfo Sonflift gestellt worden seien. Der Streit habe auch nichts mit haft ist auf dem Bofien, Mobilifierungsbe thren Fortgang nehmen, and sowohl für die Freunde wie der Frage zu tun, ob ein neues Berwaltungssystem ber Gifen- fehle ergehen, Miller and redet und Saftbefeble für die Gegner des Steibenden wird der Tod nicht unvor- buhnen in die Erscheinung treten folle. Freiwillige Helfer hätter werden erlassen.„ Temps" betreibt die Sammlung der Bourbereitet fommen. sich der Regierung in großer Bahl aur Verfügung gestellt. Mille- geoifle im Namen der Menschenrechte, der großen Wir gehören, das brauchen wir kaum noch einmal zu rand erklärte zum Schluß noch auf eine Anfrage, daß tatsächlich Barole der großen franzöfifchen Revolution. Ein Bild, das betonen, weder zu den einen noch zu den andern. Wir sind einige aftbefehle ergangen seien. neben manchem anderen zeigt, daß die Bourgeoisie in an der Affäre wirklich gänzlich unbeteiligt. Wir haben mit Die Regierung ihrerseits beröffentlicht eine Erklärung, Frankreich die revolutionären Traditionen auf ihre befon den trauernden Hinterbliebenen nichts au tun und nichts in ber fie die Ursache des Konfliktes auseinandersetzt. bere Art pflegt. Es ist zu hoffen, daß sich die französische mit denen, die sich beim Sturz dieses Mannes lachend die 28ie Petit Parifien" meldet, wird die Regierung alle Maß- Arbeiterklasse einmütig hinter die Eisenbahner fiellt. Sände reiben. Wir stehen über den Dingen, find in der Rage, den Fall ganz losgelöst von allen Stücksichten auf par-| teipolitische Vorteile und Nacheile zu betrachten, und des fallen zumeist in eine Zeit, in der vom demokratischen batte es meift bequemer. Seine Beziehungen gaben ihm halb dürfen wir, ohne daß uns irgend jemand der Vorein- Barjamentarismus nicht die Rede sein konnte, in der im andere Mittel in die Sand. Er stand den Bersonen an genommenheit für Herrn Erzberger und das von ihm ver. Gegenteil die Bolksvertretung neben dem Monarchen und Hebeln der Maschine von Hause aus näher, und auf dem tretene System zeiben könnte, mit allem Nachdruck die der Bureaukratie so gut wie einflußlos war. Man könnte Landratsamt in der Heimat, im Gardelafino am Pariser geberdenden deutschnationalen Helfferich- Clique Helfferish- Clique brand- fogar behaupten, daß die untergeordnete politische Rolle, Blatz oder auch bei Hofe ließ sich mancherlei erledigen, was morfen. Einen neuen Anlaß dazu bietet eine Stelle in bem bie das Barlament als solches spielte, geeignet war, feine anderen minderbegünstigten Sterblichen unter Umständen füngsten Wochenrückblid bes Grafen we starb in der einzelnen Mitglieder zu einem Mißbrauch ihrer Stellung läftige Wege und unbequeme Konferenzen fostete. Die Korreuzzeitung". Die Periode Erzberger " heißt es da die und ihres Einflaffes au verleiten. Je geringer die Mög- ruption bat also nidt erst mit dem Parlamentarismus in m Frühjahr 1917 beginnt und nun bielleicht ihr Ende fin- lichfeiten ber öffentlichen Kontrolle waren, um so größer Deutschland ihren Ginzug gehalten, fie war lange vorher bet, ist und bleibt das Rennzeichen für die Einfübdie Gefahr, daß die Abgeordneten auf Sintertreppen For- da und beschränkte sich wahrhaftig nicht auf die demokrati. tung des demokratischen Parlamentari 3- derungen durchzusehen suchten, an deren Erfüllung fie nicht scher Neigungen verdächtigen Streise.
mus in Deutschland und feiner ersten Wirksamkeit: fie nur ein ideelles Interesse hatten, und Graf Westarp wird Sie befaß vielfach auch andere Formen als diejenigen, tract alle Merkmale der parlamentarischen Kordoch wohl nicht fühn gemig sein, die Behauptung aufstellen die in den lebten Wochen zur Sprache gekommen find. Es uption, des inneren und äußeren Verfalls, das mit zu wollen, daß es mir Sert Erzberger und seine camaligen waren nicht nur Barlamentarier, die fich, mehr oder weniger diesem System für Deutsland verknüpft ift." und heutigen Freunde gewesen sind, die sich solcher peruniär intereffiert, für ihre Freunde bemühten und es Dos ist vom ersten bis zum letzten Wort schlimmste Methoden bedienten. waren auch nicht immer wirtschaftliche Vorteile, die irgendPartüfferie. Mit der Einführung des demokratischen Bar- Für die ihm nabestehenden Politiker Tagen die Dinge welchen Bittstellern zugewendet wurden. Man erinnere fidi lamentarisums haben die Angelegenheiten des Herrn Erz- freilich etwas einfacher. So ein Stonservativer brauchte sich, nur an die Art, wie vielfach Stommerzienrat& titel verlieben berger nicht das allergeringste zu schaffen. Die Geschäfte, wenn er für sich selbst oder seine Eippe einen Vorteil er- und Orden vergeben wurden. Das fostete Geld, und die ex mit seiner politischen Stellung für vereinbar hielt, jagen wollte, nicht in die Minifterhotele au bemühen, Er Geld floß nicht immer refties in die hoffen der wohltä.icer
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