Cinzelpreis 20 Pfennig 3. Jahrgang
Die freiheit erscheint morgens und nachmittags, an Sonn- und Festtagen nur morgens. Der Benasrreis beträgt her freier uhellung ins Fans ir rok Berlin 5.50 m. im Boraus zahlbar, bei Doftheng monat ich 5.50 m. ert. Zustellungsgeb hren, he us fellung unter Streijbane 8.75 m.( Deutsch and und Oste.ris), ür das übrige Ause land 13. 1. suzüglich Valutaaufschlag. Sebaftien und Gruedition: Berlin 9. 6. Schiffbauerdamm 19 III, Zerusprecher: Amt Norden 833-36, 2895 und 2896.
Donnerstag, den 25. März 1920
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der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands
Was muß jetzt geschehen?
Eine Erklärung des Zentralfomitees der Unabhängigen Die Gefahren der Stunde.
Sozialdemokratie zur gegenwärtigen politischen Lage.
Der Militarismus, das mörderische Werkjeug des Kapitalismus, hat seine Volksfeindlichkeit erwiesen sowohl unter der kaiserlichen Regierung wie unter der ihrer bürgerlich- rechtssozialistischen Nachfolger. Durch den entschloffenen Gegenstoß der sozia liftischen Arbeiterschaft aller Parteirichtungen wurde der Versuch der Machtergreifung durch Junker und Militaristen abgeschlagen. Nur die Uebernahme der Regierung durch die organisierte Arbeiterschaft verbürgt die restlose Ueberwindung jeder militaristischen Gewaltherrschaft.
Eine solche Regierung müßte sofort damit beginnen, folgende erste Maßnahmen durchjuführen:
1. Entwaffnung und Auflösung aller konterrevolutionären Formationen. Mannschaftserjah aus den Reihen der organisierten ArbeiterIchaft; politisch zuverlässige Zührer.
2. Aufhebung des Ausnahmezustandes. Freilaffung aller verhafteten Revolutionskämpfer und umfassende Amnestie.
3. Bestrafung aller an dem Kappschen Umffurz beteiligten Gegenrevolutionäre und der für das Himmorden von revolutionären Kämpfern Verantwortlichen.
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Das Kennzeichen des gestrigen Tages ist die heilloseste und fürchterlichste Verworrenheit gewesen. Wir sind einer Klärung der Situation nicht näher gekommen. Die alten Regierungen im Reiche und in Preußen anderer hochentwickelter Industrien. Umfassende befinden sich nach wie vor im Amte, und ihre Mitglieder scheinen nur von dem einen Wunsche beseelt zu sein, sich auf Kommunalisierung. ihren Plätzen zu behaupten. Zwar wird von Umbildungen 5. Ueberführung des Großgrund- und Neubildungen geredet, gwar werden neue Männer ge besitzes und der großen Forsten in gesell- nannt, aber jeder einzelne der bisherigen Minister ist von seiner persönlichen Unentbehrlich feit überzeugt, und die schaftliches Eigentum. Die gesamten landwirt- Mehrheitsfraktionen lassen sich auch in diesem schicksalsschaftlichen Betriebe sind durch Bereitstellung schwangeren Augenblick nur von den Erwägungen engherziger aller technischen und wirtschaftlichen Hilfsmittel, und furzsichtiger Parteipolitik leiten. durch Förderung der Genossenschaft zur höchsten Leiftungsfähigkeit zu bringen.
6. Sicherung der Lebensmittelversorgung der stäbäischen Bevölkerung. Schärffte Bekämpfung des Lebensmittelwuchers.
7. Ausbau der Sozialgesetzgebung. Anpassung der Löhne, Gehälter, Renten und Unterstützungen an die Kosten der Lebenshaltung. Wirksame Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der Arbeitskraft.
Die drei Frattionen hielten gestern fast den ganzen Tag über Sigungen ab und berieten über die Regierungsfrisis. Ministerkandidaten wurden aufgestellt, um bald dar auf wieder in der Verseutung zu verschwinden. Die Metnungen wurden von der einen Gruppe zu der anderen hinüber ausgetauscht, aber zu einem Sesultat gelangte mau
nicht.
Es wurde geredet und wieder geredet, doch das erlösende Wort wurde nicht gefunden. Die natürlichste und felbstverständlichste Lösung, die darin bestand, daß die geſamte Regierung ihren Abschied einreichte, der Reichspräsident mit den Parteiführern in Verhandlungen trat und eine Persönlichkeit mit der Neubildung betraute, wurde nicht beliebt. Auf diese Weise wird der Parlamentarismus aufe schlimmste tompromittiert, weil seinen Trägern die Kennt nis seiner Grundbegriffe fehlt. niedergelegt sind, unter denen sich der Gewerkschaftsbund Inzwischen droht das Attenstück, in dem die Bedingungen zum Abbruch des Generalstreits bereit erfiärte, zu einem Fezen Papier zu werden. Die Arbeiterschaft ist in Gefahr, sich um die Früchte ihres Sieges betrogen zu sehen, Nur eine Regierung, die diese Maßnahmen durch- und die reaktionären Gewalten erholen sich zusegends von führt, wird bei der Arbeiterschaft das Vertrauen dem Schlage, den sie erlitten haben. Die bürgerlichen Barfinden, das ihr ermöglicht, Deutschland aus dem wirt- teien sträuben sich gegen die ausbedungene Einflußnahme der Gewerkschaften auf die Kabinetts schaftlichen und politischen Zusammenbruch herausbildung. Sie wollen nicht nur nichts von einer Arbeiter
8. Freundschaftliche Beziehungen zu allen Völkern. Frieden mit Rußland . Erfüllung der sich aus dem Friedensvertrag ergebenden Verpflichtungen.
4. Durchführung der Sozialisierung, zuführen. beginnend auf dem Gebiete des Bergbanes und der Energieerzeugung Rohle, Wasser, Kraft, Elektrizität-. Weiterführung der Sozialisierung
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regierung wissen, sie lehnen auch eine Mitwirkung der Gewerkschaften bei der Aufstellung und der Einennung der Minister ab. Sie glauben der Dienste derer, die sie von dem militaristischen Alpdruck befreit haben, entraten zu tönnen. Sie spielen sich als die Sieger auf, obwohl es das Der Eintritt von Arbeitern in die Ver. liner Sicherheitswehr stößt auf die größten Schwierig. feiten. Das preußische Ministerium schüßt allerlei bureaufratische Bedenfen vor; in Wirklichkeit hat es Angst vor den
der konzentrierten Eisen- und Stahlproduktion, der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Proletariat ist, das die Edlacht gewonnen hat. des Transport- und Verkehrswesens sowie
Die Unab, ängigen und die Regierungsbildung. angeführten Gründen. Die nächste Sigung foll spätestens Truppen, die von intere fierter Seite gegen die Arbeiter
In einem Bericht des„ Vorwärts" über die Schwierigteiten der Kabinettsbildung heißt es:
Der Reichs anzler Bauer hat an die Unabhängigen, vertreten burch Crispien und Hilferding , schon am Montag die Frage ge richtet, ob sie grundiäß ich bereit ieien, in die Regierung einzu treten. Die Unabhängigen haben dieie Frage verneint." Diese Mtteilung ist unklar. Richtig ist, daß die Unabhängige Partei den Eintritt in eine Soalitionsregierung
einen Tag nach dem Zusammentritt der Nationalversamm- forderungen aufgewiegelt werden. Man redet ihnen ein, lung stattfinden.
Die Lage im Ruhrrevler.
Gegen die Errichtung der Rätediftatur. ( Eigene Drahtmeldung der Freiheit") Sagen i. W., 24. März.
daß sie aus wohlerworbenen Rechten verdrängt werden jollen. Man bearbeitet sie, indem man ihnen Furcht einflößt vor den bolichewistischen Elementen, die in ihre Reihen eindringen sollten.
Die Regierung tut nichts, um dieser Stimmungsmache entgegenzutreten. Sie tut nichts, um die antibolschewistische Parole überhaupt, die sie offiziell abzulehnen behauptet, mit dem nötigen Nachdruck zu bekämpfen. Jm Gegenteil, sie sieht ruhig zu, wie Staatsfeinde von gestern die Retter des Bat riandes vor der kommuninischen
Im Industriegebiet herrscht must erhafte Ruhe. mit Bürgerlichen ablehnt, dagegen trotz aller Sdwierig. Eine Konferenz der Vertreter aller Arbeiterparteien beschloß feiten und Hemmungen bereit wäre, sich an einer sozialisti am Sonnabend die Auslösung aller Truppenkörper, die reak Gefahr spielen. Sie bat nicht die Kraft, die schen Arbeiterreg erung zu bete ligen. Die Verwirklichung tionärer Gesinnung verdächtig sind, die Bildung eines Bolts. Mitschuldigen des app. Verbrechens mit biefer Absicht aber erscheint gegenwärtig nicht nur schwierig heeres unter zuverlässigen republikanischen Führern, Bestrafung eiserner Faust auzupacken, und die Kraft fehlt ihr bauptwegen des Widerstan es der Bürgerlichen, sondern auch der Hochverräter und die Wahrung der Neichseinheit. Die fächlich deswegen, weil ihr der Wille mangelt. Den Noste wegen der Unentschlossenheit der Rechtssozia- Ratediftatur wurde abgelehnt, mit einer Arbeiteriegierung sind wir los, aber die Nosteichen sind geblieben. In diesen listen, die immer noch glauben, mit halben Lösungen aus erklärte man sich einverstanden. Köpfen ist die Idee unausrottbar, daß man die Rechte hiesem furchtbaren Chaos herauskommen zu können.
Die Zagung der Parlamente verschoben.
Die Arbeiter befürchten, daß die Regierung nur Waffen- schonen müsse, um sie zum Rampf gegen die Linte verivenruhe gewährt habe, um Truppen zu versammeln und dann den zu können. Die Arbeiter wurden aufgerufen, um den loszuschlagen. Das muß uuter allen Umständen verhindert Anschlag der militaristischen Abenteurer zu vereiteln. Nach werden. Die Gerüchte über die Bildung einer Noten dem sie ihre Pflicht getan haben, möte man sie am liebsten Die Nationalversammlung, die zu heute. Armee sind unwahr. Die Arbeiterschaft ergreift nur an die Wand drücken. Donnerstag nachmittag, einberufen war, wird wohl nicht Berteidigungsmaßnahmen, um ein neues Erstarken der Während in Cöpenick, Halle und anderswo Sozialisten, zusammentreten, da die Verhandlungen über die Neubildung Reaktion zu verhindern. die gegen die Meuterer zu den Waffen gegriffen hatten, der Regierung noch zu feinem Abschluß gelangt sind. PräsiJu den Straßen ist nichts von Revolution zu fehen, Ver- standrechtlich erschossen wurden, finden diese elbst die glimpf dent Fehrenbach ist ermächtigt, noch Stiärung der Lage eine tehr herricht te im tieisten Frieden, teinerlei Ausschreitun en lichste Behandlung. Die Nachricht, daß Lüttwit und Cigung einzuberufen. find zu verzeichnen. Alle Arbeiterparteien stehen in Trotha in Schughaft genommen seien, ist Ebenso ist die Preußische Landesversamm. geschlossener Front. Die Berliner Arbeiterschaft wird falsch. Sie sind gegen ihr Chrenvort in ihren Wohnu Tung, die für gestern nachmittag eine Sigung anberaumt ersucht, die Regierung zur Einhaltung der Abmachungen zu gen gelaff n worden, andere behaupten, jie wit den dof halte. nicht aufammengetreten. und zwar aus denselben oben zwingen. uch militärisch überwacht. Wortbrüchige Offiziere habe,