Cinzelpreis 20 Pfennig 3. Jahrgang
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Mittwoch, den 31. März 1920
17r. 99/54 Morgen- Ausgabe
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Zugeständuiffe der Regierung.
Es handelt sich hier um eine gewiffentose 3rrefüh
gen an und erklärt sie als die geeignete Grundlage zurrung der ohnehin erregten Arbeiterschaft Deutschlands , die nur Beilegung des Rouffiftes. Sie verpflichtet sich auch, eine den Zwed verfolgt, eine schwere Schädigung unseres öffentlichen. Das Auftreten des Generals atter mit feinen über 48 Stimben hinausgehende Frist zur Durchführung und wirtschaftlichen Lebens herbeizuführen. furchtbaren Folgen für das Ruhrrevier mußte sofort alle des Abkommens zu geben. Weniger flar und bestimmt
Arbeiterorganisationen auf den Bian rufen. Die ganze lauten die Zusicherungen der Regierung über den Ein Ginstellung des militärischen Vormarschs Kraft der Arbeiterklasse, die sich in dem siegreichen General - marsch der Truppen. Insbesondere kann auch die GewaltStreif soeben offenbart hatte, mußte aufgeboten werden, um antümbigung gegen Aufrührer und Verbrecher mißverdie kämpfenden Genossen im Ruhrrevier zu schüken. Aufständlich gedeutet werden. Wir nehmen allerdings an, daß Wunsch der Unaängigen Sozialdemokratie und der Ber - die bis zur Stunde fämpfenden Arbeiter, die die Waffen liner Gewerfich ommission traten die am Generalstreit
General Watter hat den Befehl befontinen, den Bor.
beteiligten gewaftlichen Organisationen sowie die gegen menternde Truppen und gegenrevolutionäre Ditmarsch einzustellen. Morgen wird der Zivilkommissar
von Regierung nicht als
Bertreter aller Arbeiterparteien bereits am Dienstag Aufrührer betrachtet werden. Immerhin bedarf dieser Severing in Hagen erwartet. bormittag zu einer Beratung, zusammen. Einmütig war Bunft noch genauerer Klarstellung und Bräzisierung. die Auffassung, daß die bisherigen Erklärungen der RegieAber diese unter dem Druck der Arbeiterorganisationen
rung, insbesondere auch die in der Sitzung der National- erfolgte Grilärung der Regiering gewährt doch die Hoffbersammlung erfolgten Mitteilungen des Reichskanslers, mung, daß bei loyalet und vernünftiger Ausführung, die durchaus unzureichend wären. Es wurde festgestellt, daß Möglichkeit, doch noch zu einer friedlichen Böhung zu ge insbesondere das Ultimatum der Regierung und die Aus- langen und so nicht nur die Arbeiterschaft des Ruhrreviers, Auf die Zusatzbestimmungen des Generals von Watter zn Rihrungsbestimmungen des Generals Watter an der neuer- fondern auch das deutsche Wirtschaftsleben vor einer scive- bem Ultimatum der Reichsregierung vom 28. März ist, wie mit. When Eniflammung des Beziries die Schuld trügen. Um ren Raboftrophe zu bewahren, gegeben ist. Die Antwort bereits gemeldet haben, im rheinisch- westfälischen Industriebezirk Beruhigung zu schaffen, genügten nicht mehr allgemeine bietet deshalb eine geeignete Unterlage, un durch weitere der Generalfre if crilärt worden. In Dortmund haben Erklärungen. Die Regierung müßte vielmehr zu ganz Berhandlungen diese Möglichkeit schließlich zur Gefämtliche Werke gestern morgen 6 Uhr den Betrieb stillgelegt. Die bestimmten 3usagen berpflichtet werden. wisheit zu machen. In diesen Verhandlungen wird auch revolutionäre Arbeiterschaft wirs bewaffnet und ist zum Rampf Da die Forderungen des Generals atter eine Auf die Frage der Abberufung Watters, bom Urheber gerüstet. Auch in Bochum hat der Arbeiterrat den Generalstreik prshebung des Bielefelder Abkommens bedeuteten, fo des großen Unheils wieder aufgerollt werden und wir Es wird die mrüsse vor allem von der Regierung die bindende Sufiche- glouben, daß gegen den General so umfangreiches Material flamiert. sofortige Zurüdziehung der rung gegeben werden, daß sie das Bielefelder Askommen beigebracht werden kann, daß auch die Regierung ihn nicht rnppen und die Abiesung des Generais von Watter geauch heute noch anerkenne. Die dem entgegenstehenden mili- wird fange batten fönnen. Vor allem aber bleibt nach wie ferbert. Die Straßenbahnen haben auf allen Linien ihren Setärischen Befehle und Maßnahmen feien aufzuheben. Zur vor die wichtigste. Aufgabe, zu verhindern, daß die Arbeiter trieb eingestellt. Um 11 1hr fand eine Massenkundgebung Beruhigung der Stimmung im Bezirk würde die Abberu- schaft des Ruhrreviers zum Objekt des Militarismus wird. fang des Generals Watter notwendig sein. Vor allem aber und dafür einzutreten find die Arbeiterorganisationen nach auf dem Mühlplay statt. misie die Regienung das Ultimatum verlängern und eine 43 stündige Frist für die Ausführung des Bielefelder Abfommens zugestehen.
vie vor bereit. Die deutsche Arbeiterklasse aber verfolgt alle einzelnen Phasen um den Schutz und die Rettung ihrer Briider im Ruhrrebier mit gespanntester Aufmerksamkeit und Die Vertreter der Organisationen berhandelten in mit der festen Entschlossenheit, alle Kraft einzusetzen, num diesem Sinne mit dem Reichskanzler und dem Reichswehr- fie bor noch größeren Opfern zu betallyren. minister. Darauf fand eine Rabinettssigung statt. 2013 ihr Urgebnis wurde den Arbeitervertretern mit nachfolgendem Schreiben geantwortet:
Die Wirkung der Anmaßung Waffers.
T. 1. Düsseldorf , 30. März. Das Düsseldorfer mehrheitssozialistische Blatt schreibt heute zu den Zusatzbestimmungen des Generals v. Walter: Wer hat Ge neral v. Wailer das Recht gegeben, Zusäße zu einer Erklärung der Reichsregierung herauszugeben und wie kommt er dazu, den von der Reichsregierung bestimmten Zeitpunkt des Ablaufs des Uimatums zu verfürzen. Mit dieser Maßnahme kann nur Oel Die Neichsregierung sieht nach wie ver in dem BieleIm Anschluß an die Vorkommnisse im Ruhrrevier hat ins Feuer gegossen werden. Durch die Zusatzbestimmungen von felber Abkommen eine geeignete Grundlage für flären, daß die neuen Tebingungan technisch unmöglich erfüll die Regelung ber Serhältnisse im Ruhrrester und für die Wieder- die Reichsregierung dem Reichs- und Staatsbommissar Watters hat sich die Lage jedoch verändert. Die Vollzugsräie er. werden können. berftellung verfaffungsmäßiger Zufände. Sie hat auch ihrerseits Severing folgende erweiterte Bollmacht erteilt: Die Bollmacht des Reichs- und Staatskommissars Severing 2. 1. Dortmund , 30. Märg. fich an bas Bielefelber Ablommen gebunden und Gestern abenb hat sich die Vollversammung der neugewägen die Truppen bisher nicht in bas Industriegebiet with bahin erweitert, daß Entscheidungen über militärische rinmarschieren lassen. Dies hat der Reichswehrminister Operationen in dem Gebiet, für das er bestellt ist, im Betriebsvertrauensfeute dem Aufruf des Dortmunder VollzugsEinvernehmen mit ihm erfolgen sollen. Er wird ferner rais zum Generalstreit angeschlossen. Die mehrkeitsfaBestern in der Nationalversammlung ausbrücklich festgestell zialistische Westfälische Allgemeine Voltszeitung"( Arbeitergei Dagegen ist von der anderen Seite, obwohl inzwischen Reben bevollmächtigt, Tage verfloffen find, nicht das Geringfte gefchehen, um die aus 1. zu prüfen und zu entscheiden, ob Personen, die in Schuttung), welche übrigens gestern beschlagnahmi worden ist, ben Bielefelber Abkommen sich ergebenden Verpflichtungen zu haft oder sonst in eine nicht gerichtlich bestätigte reübt in einem Aufruf, daß für die organisierte Arbeiterschaft utr maßgebend sein dürfe, was von den politischen und geweri erfüllen. Im Gegenteil: Wefel ist unausgefest angegriffen wet- aft genommen find, festzuhalten oder vorbehaltlich des gerichtschaftlichen Organisationen bestimmt wird. Der Effener Zentralben; Biüuberungen haben in zahlreichen Orten fattgefunden und lichen Berfahrens zu entlassen sind, rat habe die Zegitimationen im Namen der Arbeiterschaft gir exprefferische Eingriffe in Bantdepots und in die Bestände ber sprechen. Reichsbant haben sich ereignet. Lebensmittel, sich usw. sind sewaltsam weggenommen worden. Hilferufe aus Stadt und Land treffen ununterbrochen bei der Reichsregierung ein.
Pflicht der Regierung ist es, wie von jebem Einsichtigen anerfannt werden muß, dieser Not ein Ende zu machen und wieder für alle Bewohner des Ruhrgebiets geordnete Zustände herzuTeken. Dies soll auf der Grundlage des Bielefel ver Abkommens geschehen, bei beffen Abschluß die Abberufung des Generals Watter nicht nur nicht verlangt, sonbern ausdrücklich gemeinsam abgelehnt wurde.
2. die Namen derjenigen Berfonen zu bezeichmen, deren Entlassung oder sonstige disziplinarische Verfol gung er empfiehlt, weil sie an der von Kapp und Frhrn. von Lüttwiß eingeleiteten hochverräterifchen Bewegung als Führer, Verführer oder Aufheher aktiv fich beteiligt haben.
Er ist ermächtigt, Interbevollmächtigte für einzelne Stäbte oder Bezirke zu ernennen, die den militärischen Stellen als politische Berater zur Seite stehen.
Sämtliche Behörden werden ersucht, und alle Organifationen, Verbände und andere Steffen werden aufgeIm übrigen ift die Durchführung der notwendi. forbert, dem Reichsksmmiffar und seinen Unterbevollmächtigten sex Maßnahmen, wie bereits vom Reichskanaler in der heutigen Sigung der Nationalversammlung mitgeteilt, unter Be- iebe nstige Unterstütung zu gewähren. teiligung von zivilen Bertrauensmännern und in einer Form erfolgt, daß die Bevölkerung mehr als 48 Stanben Zeit haben wird, von sich aus gesrdnete Zustände herzustellen, so daß die etwa notwendig werbende Anwendung von Gewalt nur noch auf Aufrührer und Ser- machung die Mitteilung von einem Ultimatum der Gewerkschaften brecher beschränkt sein türbe.
Die Neidsregierung: geg.: MIIer.
Kein Ultimatum.
Das„ 8 Uhr- bensblatt" veröffentlicht in sensasieneller Aufan die Reichsregierung.
Hierzu erklären die Abg. Legien und Osterrath, daß die mit geteilten Forderungen den Beschlüffen der Konferens der Gewerk. schaftsarbeiter entspreapen, von einem Ultimatum aber im Bereicht man diese Erklärung mit dem Ultimum externießen wit bie Nebe war. Ben dem Generalter Regierung, und namentlich mit den Forderungen bestreit, ber als Antwort auf die Ablehnung auch nur einer biefer Generals Walter, so ist nicht zu verfennen, daß sie einen Berberungen sofort für Berlin erklärt werben sollte, ist in der Bor Stung von keiner Seite nudi nicht einmal nefvrodien worden, ti unwichtigen Bortó drite bedeutet.
"
Politische Krise in Dänemart.
Der Staatsstreich des Königs, ber das Ministerium 3 a hie furzerhand auflöfte, hat Dänemark in starke politische Erregung verseßt. Die Sozialdemokraten stellen dem König ein Ultimatum, das die sofortige Wiedereinsehung der alten Regierung verlangte. Dieses Ultimatum hat der König abgelehnt.
Die fozialdemokratische Partei hat daraufhin den General streit für Mittwoch früh proklamiert. Das neue Kabinett.
Aspenhagen, 30. Mära. Das heute vom König ernannte Rabinett setzt sich
folgendermaßen zufammen: Staatsminister und Justisminister : Rechtsanwalt Otto Liebe, Unterricht: Universitä3rtektør Brsf. Rwfing, Minister des Innern: Stiftsamtmann Kammerherr Ogholm, Berteidigungsminister: Asmmandeur ons w, Minister für öffentliche Arbeiten: Ingenieur Monbers, Finanzminister: Direktor Hansen, Kirchenminister: Rektor saß, Handelsminister: Schiffsreeder Svenson, Renow übernimmt einst weilen auch das Ministerium des Aeußeren und Oxholm bai Ministerium für Landwirtschaft.