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Redaktion und Expedition: Berlin W. 6, Schiffbanerdamm 19 III Fernsprecher: Amt Norden 833-36, 2895 und 2896.

Donnerstag, den 1. April 1920

Es fehler: 122-248.

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Nr. 101 Morgen- Ausgabi

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Die atgefpaltene Nonpareillegelle ober deren Raum, Jowie jebe Wortsngelge, els auch die familien und Organisationsanzeigen werden laut aufgestelltem Anzeigen Carif berechnet Juferate für den darauffolgenden Tag müffen spätestens bis 3 be nachmittags in der Expedition aufgegeben sein. Inferaten- Abtellung: Berlin NW. 6, Schiffbanerbamm 19 Serafprecher: Aunt Norden 833-36, 2895-96, 9768

Freiheit

Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Fort mit dem Belagerungszustand!

Aufhebung der Ausnahmevorschriften

für Thüringen ..

Aufhebung des Ausnahmezustandes in Thüringen .

Nerven behalten!

Sm größten Teil des westlichen Industriereviers, in

Deutschlands größtem und wichtigstem Industriegebiet sorgt. So wie bisher kann es nicht weitergehen. Hunderttausende von Bergleuten und anderen Arbeitern weiden von den Aufrührern bon links mit Waffengewalt an der für unser Volt so notwendi gen Arbeit gebindert, und Handel und Verkehr sind lahmgelegt. Gelsenkirchen , Mülheim a. d. Nuhr, Essen, Elberfeld usw. Die Regierung muß ihre Machtmittel jest entschieherrscht der Generalstreit. Für diese erneute Lahm­Wmtlich wird mitgeteilt: Der Reichspräsident hat auf den ben ausnüßen, um wieder geordnete und gesetzliche Zu- legung der Produktion dürfen wir uns bei dem General von Minister Brandenstein überbrachten Antrag des Staatsrates stände herbeizuführen und den Arbeitern den notwendigen Schub D. Matter bedanken, dessen unerhörte Auslegung des in Thüringen , und nachdem sich der Staatsrat für die Auf- von Leben und Gesundheit zu verschaffen. Sie darf den Forde Bielefelder Abkommens die äußerste Empörung der Arbei­rechterhaltung von Ruhe und Ordnung verbürgt hat, fämt- rungen der Glemente, die eine Linksdiftatur anstreben, nicht weiterschaft hervorgerufen hat. Sie glaubt sich betrogen und liche Ausnahmevorschriften für Groß- Thüringen ter entgegenkommen, insbesondere darf sie den Serra General fie hält einen Offizier, der ein Ultimatum erläßt, das eine ( Sachsen- Weimar- Eisenach , Sachsen- Meiningen , Sachsen- Gotha, Watter jetzt nicht abber sen. Mit aller Entschiedenheit fordern fatale Aehnlichkeit mit der den Weltkrieg eröffnenden ver­Sachsen- Altenburg , Neuk, Schwarzburg- Rudolstadt , Schwarzburg - wir, daß sich die Regierung und ihre Politik nicht von der Berli hängnisvollen Note Desterreichs an Serbien hat, zu jeder Sondershausen und die von ihnen umschlossenen Gebiete) mit ner Straße, sondern von den Bedürfnissen des deutschen Bolles Niedertracht fäbig. Sie ist überzeugt, am Vorabend des Wirkung vom 1. April aufgehoben, in der Erwartung, daß weißen Schreckens zu stehen und mill den letzten Versuch Gewaltatte aller Art unterbleiben und die verfassungsmäßigen zu bannen. machen, die Gefahr durch die allgemeine Arbeitsniederlegung

Behörden anerkannt und in ihrer Wirksamkeit nicht beeinträchtigt

werden.

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leiten lassen.

Ein schwerer Borwarf gegen Seedt.

Watter gerade nicht. Im übrigen wird sich die Regierung Bon christlicher Nächstenliebe zeugt dieser Nuf nach dem Der Reichskanzler MüII er ist in seiner Stede am ihre Politik noch weniger von einer relatio unbedeutenden Wie wir zu diefer Meldung noch erfahren, find für Gruppe, wie es der christliche Bergarbeiterverband ist, bor- Dienstag ja ein wenig von dem tatendurstigen General ab­Thüringen jämtliche auf Grund des Artikels 48 er schreiben lassen dürfen. Es ist wahrhaftig nicht maßgebend gerückt. Er hat angedeutet, daß eine wörtliche Erfüllung der laffenen Ausnahmebestimmungen aufgehoben worden, es für die Bedürfnisse des deutschen Volkes". Vor allem aber Bedingungen schließlich nicht erforderlich sei, und daß man handelt sich also nicht etwa nur um die Aufhebung des ver ergeht fich das Telegramm in den Zeilen, die eine Dar nur den guten Willen seben wolle. Aber diese Erklärung chärften Belagerungszustandes. Außerordentliches Bestellung der Zustände im Ruhrgebiet sein sollen, in un reicht bei weitem nicht aus. Die Regierung muß so deut­fremden mag es erregen, daß die Regierung sich in der Be- berantwortlichen Uebertreibungen. lich als möglich zum Ausdruck bringen, daß sie sich die feitigung des Belagerungszustandes auf Thüringen be Methoden der nach billigen Lorbeeren langenden Militärs schränkt. Für das übrige Reich, mit Ausnahme des Frei­nicht zu eigen macht und daß sie nicht gewillt ist, sich durch Staates Sachen, wo der Belagerungszustand durch die dor die Aufstellung unerträglicher und unerfüllbarer Forde­tige Regierung in den Tagen des Kapp- Butsches aufgeho- Am Dienstag wurde in parlamentarischen Kreisen die rungen den Vorwand zu verschaffen, unter dem Proletariat ben worden ist, nachträglich allerdings über Leipzig wieder Nachricht folportiert, daß der General v. Seedt feinen des Rubrreviers ein fürchterliches Blutbad anzurichten. berhängt wurde, besteht der Belagerungszustand noch fort. Abschied als Oberbefehlshaber erhalten solle. Die Richtig­Sie muß sich auch darüber klar sein, daß die Lage ganz Zu allem Ueberfluß teilt die Deutsche Allgemeine Bei- feit dieser Meldung ist gestern in verschiedenen bürgerlichen allgemein durch das Watteriche Vorgehen außerordentlich tung" gestern mit, daß für Berlin der reguläre Be- Blättern bestritten worden, und es scheint in der Tat, als erschwert und fompliziert worden ist. Es treffen zahlreiche Lagerungszustand" noch in Kraft sei. Der Reichs- ob fich Reichspräsident und Ministerium nicht entschließen Nachrichten ein, über Plünderungen und Gewaltaten, die wehrninister hat am Montag in der Nationalversammlung könnten, sich von diesem demokratischen" Offizier zu von Angehörigen der sogenannten Roten Armee verübt sein erklärt, daß die Arbeiterschaft, fich außerordentlich bewährt" trennen. jollen. Wir nehmen diese Meldungen mit der größten Bor. babe. Wir verlangen, daß die Regierung es nicht bei eini­Dabei ist doch offenbar auch an gewissen Regierungs- ficht auf. Wir sind sicher, daß fie aus Gründen der Stim­gen schönen Worten und bei einzelnen Ausnahmen bewen­den läßt, sondern daß sie endlich dem Belagerungszustand stellen ein Gefühl für die Unmöglichkeit vorhanden, den mungsmache start übertrieben sind. Immerhin mag zu ben läßt, sondern daß sie endlich dem Belagerungszustand General noch länger zu halten. Wenigstens hat dieser Tage gegeben werden, daß einzelne undisziplinierte Gruppen sich für das ganze Reich ein Ende macht! der preußische Finanzminister 2üdemann in böser llebergriffe schuldig machen. Neben den organisierten einer öffentlichen Sigung der Wilmers- Arbeitern, die die Parteien und Gewerkschaften fest in der dorfer Stadtverordnetenversammlung Sand haben, fehlt es in den Industrieorten an der Ruhr Herrn v. Seedt ameimal mit Nachdrud des und am Rhein nicht an zweifelhaften Elementen, für die Wortbruchs besichtigt. Man wird allgemein zu feine Organisation die Verantwortung übernehmen kann, gestehen müssen, daß es ein unmöglicher Zustand ist, wenn und es ist wohl möglich, daß sie, die mit Sozialismus und der höchste militärische Befehlshaber sich von einem Mitglied Kommunismus nichts zu tun haben, eine Aktion auf der Regierung öffentlich einen berartigen Vorwurf machen eigene Faust unternehmen und unflares politisches laffen muß. Streben mit der Sucht nach persönlicher Bereicherung ber­bindend, eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung dar­stellen.

Millerand gegen den Reichskanzler.

Millerand an den deutschen Geschäftsträger Mayer. 2. U. Paris , 31. Märs.

Der Generalstreit in Dänemart.

Miller anb ließ dem deutschen Geschäftsträger Mayer heute vormittag folgendes Schreiben zugehen: Herr Geschäftsträger! In Beantwortung Ihres Schreibens von gestern, beehre ich mich, Ihnen die Bedingungen zu bestätigen, in benen die franzöfifche Republik ihre doentuelle Ermächtigung erteilt, das Ruhrbecken durch deutsche Truppen befetes zu lassen. Diese Ermächtigung würde eine Beeinträchtigung bes Artikels 43 und 44 bes Versailler Vertrages In der heutigen Sigung der Gewerkschaftsführer wurde der darstellen, und ließe sich nur durch eine gebieterische und augenscheinliche Notwendigkeit rechtfert gen. Nun haben aber die Generalaustand für nächsten Dienstag befchloffen. Die Organe der Kontrollkommission, die durch das Protokoll vom Forderungen der Arbeiter find teils politischer, tells wirtschaft. 21. August 1919 beauftragt wurde, die Ausführung des Friedens. licher Art.

vertrages zu überwachen, wie ich Ihnen bereits bei unserer

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Kopenhagen , 31. Mära.

Aber die Leitung, die sich die besonnene und zielbewußte Arbeiterschaft gegeben hat, würde mit diesen Marodeuren schon fertig werden, wenn ihr nicht das fäbelraffeInde Ultimatum die größten Hindernisse in den Weg gerollt hätte. Die Dinge liegen so, daß fie fast befürchten muß, als Willensvollstreckerin des Hauptquartiers in Münster ange fehen zu werden, wenn sie gegen die Freischäler energisch

Siligen Unterredung erklärte- bie bestimmte Abficht geäußert. Die englischen Urbeiter gegen Lloyd George . borgeht. Daß sie ihr Treiben verurteilt wie wir, geht aus

gefte

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George.reichen Neußerungen in ihrer Presse hervor, und nur die

Motterdam, 91. März.

wachsende Nervosität des Proletariats und die Ungewißheit über die wahren Absichten der Regierung hindern sie, ent­spredjende Maßregeln zu ergreifen.

uns auch von anderer Seite bestätigt wird, daß in dem gegenwärtigen Augenblid eine militärisaje Jntervention in dieser Wie Nieuwe Stotterdamsche Courant" meldet, haben die Ar. Gegend unnötig und gefährlich sei. Die Umstände et­lauben es mir daher nicht, dem Gesuch Ihrer Regierung zu ent. Beiterparteien die Herausforderung Lloyd Georges angenommen. Alles kommt darauf an, die Stellung der Orga. sprechen, und ich muß mir meine endgültige Entscheidung auf die Das Parlaments nwtglied Sodge fagte in einer Rebe in bestimmten Vorschläge, die sie mir gestern unterbreitet haben, bor. Bridgewater: Während der Premierminister unsere Silfe nisationen wieder zu stärken, und das kann nur behalen. Sum Schlusse möchte ich die aufrichtige Versicherung und Mitarbeit während des Krieges banfbar angenommen hat, geschehen, wenn man ihnen von Berlin und Münster aus erneuern, daß die franzöfifche Regierung den Wunsch hegt, die beschimpft er uns jest als Bolschewiften. In meinen die Ueberzeugung beibringt, daß man unbedingt Aufgaben der Regierung in dem Maße zu erleichtern, wie sie mit Augen ist das ebenso nedrin als das Siehlen von Pfennigen auf dem Boden der Bielefelder Verein­aus dem Gammelbeden eines Blinden. barungen steht und sich darin durch die Vergehen ein­ber Berteidigung der Interessen vereinbar sind, die wir zu Der Abgeordnete Robert sagte in Dubley, Lloyd zeiner nicht irremachen läßt. Nichts wäre verderblicher, als schüßen berufen sind. Genehmigen Sie usw. gez. Millerand. George werde sich eine stärkere Waffe aussuchen müssen als die wenn jeßt die Reichswehr in Bewegung gesezt würde. Das Warnung vor dem Ultimatum, um die Reihen der Arbeiter aus- hätte nichts anderes zur Folge, als daß das ganze Nuhr­einanderzureißen. revier in Flammen aufginge, und daß tatsächlich die Un­disziplinierten die Oberhand gewönnen. Es würde zweifel­los möglich sein, die Bewegung gewaltsam zu unterbrüden. Aber da? Biel wäre mur durch ein Meer von Blut zu er Savas verbreitet bie Nachricht der Daily Mail" aus Amfter reichen und gewaltige Störungen des Wirtschaftslebens wür­dam, bie alliierten Regierungen hätten die lette Note Hollands den die Folgen sein. Hoffentlich bleibt sich die Regierung über den Aufenthalt Kaiser Wilhelms angenommen. Holland diefer Tatsachen bewußt und läßt sich weder durch das Ge­übernehme die Berantwortung, zu verhindern, daß Kaiser Wil schrei der fapitalistischen Scharfmocher noch durch den Appell helm eine Bedrohung für die Sicherheit Europas werde. Als der den Verlust ihrer Anhängerschaft fürchtenden Hauptver­Aufenthaltsort werbe bem Staijer ber von ihm erworbene Beste waltung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter au ber­nisvollen Entichliffen hinneiken

Die Christen für Watter.

Berlin , 31. März. Die heute in Effen bersammelten Vertreter der Hauptver­waltung urad der Bezirke des Gewerkvereins hriftlicher Berg­arbeiter haben der Reichsregierung nachstehendes Telegramm übersandt:

Wilhelm bleibt in Holland .

Die heute versammelten Vertreter der Hauptverwaltung und Bezirksvertreter des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter for bern in Namen der 100 000 Mitglieder des Vereins im Ruhr gebiet, daß die Regierung mit aller Entfchiedenheit für Brechung bes Babelberrichaft und Schaifuna ben Rube und Ordnung in in Basen aestattet.