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Mittwoch, den 14. April 1920
Nummer 122 Morgen- Ausgabe
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greiheir
der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands
Millerand über den Einmarsch.
Die Zusammenarbeit der Entente.
Baris, 13. April.
bensvertrages von Versailles sicherzustellen, herausgebildet habe, 1 fle mehr denn je die Notwendigkeit erkennen, ihre intime und herzliche Zusammenarbeit für die Regelung der schwierigen Fras gen, die ihrer in Deutschland und in der Welt harren, aufrecht
In der heutigen Kammerfibung hat Ministerpräsident Milzu erhalten. lerand erklärt, während der Kammerferien habe die Regierung Louis Barthon erklärte darauf, die französische Regieeine 3nitiative ergreifen müssen, über die sie sich vor dem Parlament und dem Lande aussprechen müsse. Er legte die Ereignisse dar, die die deutsche Regierung veranlaßten, mehr Streitkräfte in die neutrale Zone einmarschieren zu lassen, als ihr gestattet sei. Um das Verlangen Deutschlands zu beurteilen, müsse man be merfen, daß es auerst aus ben militärischen Streifen gekommen fei, die einen Staatsstreich unternommen bätten, und zu der Zeit, da
rung babe mit der notwendigen Klugheit und Entschloffenheit gehandelt. Sie müsse nantentlich in Ean Remo die gleiche Politit verfolgen, um die Ausführung des Friedensvertrages von Berfailles, vor allem aber das, was augenblicklich das wichtigste sei, die Entwaffnung Deutschlands , zu erreichen, und dafür, wenn nötig, die Getvalt in den Dienst des Rechtes stellen.
Generalstreit und Beamtenschaft.
Gewerkschaften, die das Bestreben haben, alle Stan des- oder Berufsangehörigen zu einheitlicher Arbeit zwecks Besserung der wirtschaftlichen Lage zusammenzufassen, wer den nie eine Mitgliedschaft aufweisen, die in bezug auf politische Gesinnung völlig übereinstimmt. In gewöhnlichen Beiten tritt das nicht besonders zutage und macht sich vor allem für die Einheitlichkeit der Aktionen der Gewerkschaften nicht nachteilig fühlbar. Anders in Seiten, die von heftigen politischen Stämpfen bewegt sind, und bollends anders dann, wenn revolutionäre Erschütterungen die gewerkschaftlichen Organisationen
Deutschland noch feine der wesentlichsten Bestimmungen des Frie Teilweiser Rückzug der Reichswehr aus unerbittlich zur politischen Stellungnahme oder
gegeben
werden
dem Ruhrgebiet.
bensvertrages ausgeführt hätte. Daher habe er am 16. März gar zur Anteilnahme an der politischen Aktion givin dem französischen Botschafter nach London telegraphiert, er meine, gen. Dann müssen die Gegensätze der politischen Gesinnung die Alliierten würden einen großen und nicht wieder gutzumacheninnerhalb der gewerkschaftlich organisierten Massen deutden Fehler begeben, wenn sie fich nicht gegen Gefahren schützten, Eigene Drahtmeldung der Freiheit. licher hervortreten, Seit der Revolution, ja schon seit Ausberen Ernsthaftigkeit die augenblidlichen Ereignisse zeigten. Am Dagen, 13. April. bruch des Krieges zeigt sich das in den Arbeitergewerk 19. März babe er dem Botschafter telegraphiert: Jch wiberfebe Die Reichswehrtruppen sind aus ferlohn zurüdgezogen ichaften. Bon einer weit heftigeren Krisis wird jedoch gegenmich formell dem Einmarsch der deutschen Truppen in das Rubr gebiet, den die Regierung Bauer verlangt. Der Standpunkt worden. Dieser Rückzug ist auf die Forderung der Dagener Ur. märtig der Deutsche Beamtenbund erschüttert, ber franzöfifchen Regierung sei gewesen, daß gebeiterschaft zurückzuführen, die erklärt hat, daß die Flüchtlinge Bleiben die politischen Meinungsverschiedenheiten innerhalb aus dem besetzten Gebiet nur dann mit dem vollen Heeresgut nach der Arbeitergewerkschaften beschränkt auf den Kampf zoiwiffe Bürgschaften dafür müßten, daß der Friedensvertrag von Versailles nicht verlett Sagen zurückkehren würden, wenn durch den überall zu erfolgen- ichen den verschiedenen sozialistischen Richtungen, so dari ber würde. Am 21. März habe er dem französischen Botschafter tele- den Rückzug der Neichswehr auf das Gebiet nördlich der Ruhr Beamtenbund sich wohl rühmen, daß er in den Reihen seiner Mitglieder alle Parteiströmungen vereinigt, die das poligraphiert, wenn die Deutschen selbst die Unruhen im Ruhrgebiet bolle Sicherheit für sie gefchaffen sei Es ist jedoch bezeichnend für das geringe Bertrausa, das Ber. tische Leben in Deutschland hervorgebracht hat. Hier ist die niederschlagen wollten, dann gäbe es nur eine genügende Bürgsprechungen der Reichavehr verdienen, daß in 3serlohn wäb Krisengefahr mithin größer als in den anderen Gewerkschaft, ein Pfand. Die französische Offupation follte je nach rend der Besetzung durch die Reichswehrtruppen dauernd versucht schaften, wenn die Zeitumstände ein Eingreifen des Bundes dem, wann die Deutschen ihre Truppen zurüdziehen, endigen. wurde, die an den Stämpfen beteiligt gewefenen Genoffen, trop in die politischen Stämpfe unvermeidlich macht. Und das Die franzöfifche Regierung babe in feinem Augenblid gegen bem fie ihre Waffen bereits vor dem 2. April abgeliefert hatten, Eingreisen des Beamtenbundes in den Abwehrkampf gegen fiber der deutschen einen unberföhnlichen Staadpunkt einge au berbaften. die Kapp und Lüttwig war unvermeidlich. nommen, habe aber nicht die Verantwortung übernehmen fönnen, felbst den Einmarsch deutscher Truppen in das Ruhrgebiet in Berlegung des Friedensvertrages zu genehmigen Sie hätte Gründe gebabt, anzunehmen, daß die vorgesehenen Maßnahmen im Ruhrgebiet von der Militärpartei gewünscht würden. A 80. März habe die franzöfifde Regierung neue Gründe gehabt, an der Nützlichkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen zu zweifeln, angesichts des Zeugnisses eines französischen Generals, der festge. stellt hätte, die Ordnung im Ruhrgebiet würde nur im Falle einer Militärischen Jatervension bedroht sein, was man wünschen müsse, sei teine Intervention, denn sie könne schwere Unruhen hervorrufen. Der Ministerpräsident berlas auch Noten des Oberkommissars in Koblenz , der den Alliierten zur Kenntnis gebratt habe, daß Arbeiterbelegierte aus dem Ruhr. bezirk fich formell gegen den Einmarsch der Reichswehr ausgesprochen hätten und versicherten, die Ordnung werde nicht gestört werden, indem sie hinzufügen, der Angriff der Reichswehr fei bas Wert der Militärpartei, und sie wünschten deren Entwaffnung.
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Aber noch schlimmer war das Verhalten der Reichswehr in An jeder einschneidenden Veränderung der RegierungsSchwerte. Die Schwerter Arbeiter waren nach bagen gegewalt ist die Beamtenschaft unmittelbar intereffiert. flüchtet, bon mo man sie dauernd durch Versprechungen auf völlige Der Beamte steht der Regierung einmal als StaatsSicherheit zur Rüdfehr nach Schwerte au bavegen fuchte. Wan bürger gegenüber und zugleich als Arbeitnehmer". wiegte sie in Sicherheit solange, bis alle Genossen, die die Reichs 13 Staatsbürger, der zur Mitwirkung on der Gestaltung wehr suchte, wieder anwesend waren, und dann sämtlich verhaftet des Volksgeschickes berufen ist, wie als Mensch von Charakter und vor ein Kriegsgeridt gestellt wurden. fann er nicht beute der einen und morgen einer entgegengesetzten Richtung dienen. Als Arbeitnehmer" wird er in Seiten tiefgreifender Umwälzungen im Wesen der Staatsgewalt zugleich daran denken müssen, welche der um den Befitz der Macht fämpfenden Nichtungen ihm in wirtschaftlicher Hinsicht die besseren Aussichten bietet.
werden.
Effen, 13. April. Die fünf Eisenbahnerverbände: Gewerkschaftsbund deutscher Eisenbahnbeamter, Gewerkschaft deutscher BokoDarum war die Beamtenschaft durch den Butsch der motivführer, Gewerkschaft deutscher Rangierbediensteter, Allge- Meuterer und Sochverräter vor folgenschwere Entscheidunmeiner Eisenbahnerverband und Gewerkschaft beutscher Eisen- gen gestellt. Die Beamtenschaft, selbst ein Teil oder ausbahner, die eine Arbeitsgemeinschaft eingegangen find, erklärten bendes Organ der Negierungsgewalt, war vor die Frage in einer gestrigen Bersammlung, wenn die Regierung gestellt, ob sie es dulden wolle, daß Abenteurer sich der Macht bam Drud von links weiter nachgebe und das Industriegebiet bemächtigten, und ob sie den Vertretern der Steaktion ihre Nachdem Ministerpräsident Millerand feine Noten, an den wieder ohne Schuß laffe, müßten die Eisenbahner zur eigenen Dienste weiter zur Verfügung stellen wollte. Entschieden deutschen Geschäftsträger in Paris verlesen fatte, in denen er Sicherheit und zur Sicherung Westdeutschlands zur Selbst sich die Beamten zunächst ausschließlich als solche- den Einmarsch der Reichswehr in die neutrale Zone beftiment hilfe greifen. Die Arbeitsgemeinschaft wurde beauftragt, dafür, daß sie der neuen Regierung" ihre Mitarbeit verablehnte, erinnerte er daran, daß die deutsche Regierung alles für einen neuen Kampf vorzubereiten, wenn sich die Vor- meigern wollten, so war für sie auch das Mittel gegeben, trotz dieser Weigerung ohne Ermächtigung ein. kommnisse der letzten Woche wiederholen sollten. Jedem Terror, mit dem fie als Staatsbürger den Abwehrkampi gegriffen habe. Er habe alabann den alliierten Regierun ob von rechts oder links, solle mit Energie entgegengetreten gegen die Menterer zu führen hatten; die Arbeitsvergen feine Noten an die deutsche Megierung mitgeteilt und erklärt, weigerung. Hätten die Beamten ihre Tätigkeit forter zweifle nicht daran, daß die alliierten Regierungen geneigt Wenn das ein Auf nach der Reichswehr sein soll, so möchten gefett, jo wäre das gleichbedeutend mit einer Unterfeien, die französische Regierung tätig zu unterstützen; Morschall Foch bereite die Maßnahmen vor, die weder unterlassen noch bin mir den Eisenbahnern der fünf Verbände, die dem Allgemeinen it ii ung der Kapp und Konforten gewesen, der ausgeschoben werden könnten. Ez müsse seiner Ueberzeugung Deutschen Gewerkschaftsbund nicht angeschloffen find, sagen, daß Proteft gegen Rapp aber war nur möglich durch den Ausdrud geben, daß die französische Regierung nicht anders babe fie möglichst viele ihrer Mitglieder in die Ortswehren ein Streit. Die Leitung des Deutschen Beamtenbunds enthandeln können, ohne die Würde und die Sicherheit Frankreichs reihen sollen. Das ist der beste Schutz, die beste Selbsthilfe, fchied sich gegen die hochverräterischen Abenteurer und somit zu gefährden. In feinem Augenblid habe er die Saltblütigkeit um mit der Meldung zu reden, gegen recht. Ein Schuß gegen für die Arbeitsverweigerung. Die Beamtenschaft trat damit berloren, die unter diesen schweren Umständea notwendige:" links" wird sich erübrigen, sofern nur der Kampf gegen die Re- die Arbeitsverweigerung. Die Beamtenschaft trat damit auf die Seite der kämpfenden organisierten Arbeiter- und denn je gewesen sei. Er bobe nicht vergessen und vergesse nicht, aktion mit der nötigen Entschlossenheit geführt wird. Angestelltenschaft. und es war nur der selbstverständliche baß nichts wünschenswerter fei, als die normale Wiederherstel. nächste Schritt auf dem gleichen Wege, daß ihre Organifung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und fationsleitung die Aktion in Gemeinschaft mit dem AllgeFrankreich. Er verkenne die Schwierigkeiten nicht, mit denen die deutsche Regierung ou fämpfen habe, heute, wie gestern, sei er Es torrd gemeldet: Der Abtransport der Ma inebrigade Ghr meinen deutschen Gewerkschaftsbunde und der Arbeitsbereit dem Rechnung zu tragen, unter einer Bedingung jebob, hardt aus dem Döberizer Heerlager, der durch den Widerstand gemeinschaft freier Angestelltenverbände und den sozialidaß die deutsche Regierung durch ihre Handlungen einen Beweis der Eisenbahner des Bezirks Altona lange Zeit hindurch verhin stischen Parteien führte. ihres guten Glaubens gebe. dert worden war, bat jest endgültig begonnen. Das Marschziel Millerand schloß: Ich freue mich, der Kammer mitteilen zu des Transportes ist das sogenannte Münsterlager. Die Yönnen, daß nach einem loyalen Meinungsaustausch zwischen den Truppen werden in boller Ausrüstung und mit ihrer gesamten Kabinetten von London und Paris diese sich geeinigt haben, zu Bagage dorthin berladen, wo befehlsmäßig die Auflösung erklären, daß die Auseinandersehungen zwischen Baris und Lon- diefer Formation stattfindet. Der Abtransport bat bereits bon die franzische und die britische Regierung dahin geführt eingeiebt und dürfte in zwei Tagen erledigt sein. baben, festzustellen, daß, wenn sich zwischen ihnen eine MeiBungeverschiedenheit über die Mittel, die Ausführuna des Brie wi ruußtrauisch
Der Abtransport der Ehrhardt- Garde.
Hoffentlich stimmis! Nach dem heufigen Hin und her find
Die Folge davon sind heftige Angriffe von deutschnationaler Scite gegen die Bundesleitung und eine lebhafte Sebe in der nationalistischen Presse. Im Anschluß an eine frühere Sundgebung gegenüber dem Verhalten des Deutichen Beamtenbundes erläßt der Hauptbotstand der Deuticnationalen Beamtenchait ickt eine neue Erklärung. Es heißt darin, daß Ider Beamtenbund mit einem gemeiniamen Borgeben mit