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Sonnabend, den 12. Juni 1920

Nummer 223 Abend- Ausgabe

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greibeir

Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Aufruf zur Böllerversöhnung.

Gin Appell an die deutschen Arbeiter.

T. U. London , 12. Juni. In der gestrigen Unterhausfitung erklärte Bloyd George Genosse Jacques Meunier, Generalfefretär es fei kein Grund vorhanden au der Annahme, daß die Geltmittel eines französischen Eisenbahnerjyndikats, schreibt uns fol- die Krassin und der ruffischen Delegation zur Verfügung stehen, in illoyaler Weise ausgegeben würden. genden beachtenswerten Brief.

Berlin , den 8. Juni 1920.

Bon der polnisch- ruffischen Front.

Kopenhagen , 12. Juni.

Gentam Telegramm aus Warschau zufolge teilt ber pol. niche Generalfabsbericht mit: Auf dem nördlichen

Genossen! Ich bin dabei, nach Baris zurüdzulehnen, nach einer Reise durch Deutschland , die ich allein zu dem Zwecke gemacht habe, die Denkiveise nicht allein der verschiedenen sozialen Klaffen, sondern des gangen deutschen Voltes zu studie­ren. Ich gestehe Guch, daß ich von Euch gehe mit der Traurig teit eines Menschen, der sich furchtbar getäuscht sieht. Genoffen, die Arbeiter, das heißt die Menschen, die produ- Fontabschnitt dringen die polnischen Geere trotz des Widerstandes zieren und die in unseren Rationen arbeien, müssen sich endlich des Feindes fiegreich vor. Es wurden zahlreiche Gefangene ge­verstehen und müssen über ein Mittel nachdenken, den idiot schen macht und über 100 Maschinengewehre und eine große Bahl Haß der Chauvinisten und der verbrecherischen Nutznießer dieser Wagen und anderes Kriegsmaterial erbeutet. Um die sich zurück Machinationen zu zerstören. Das ist die dringendste ziehenden Haupttruppen auf dem nördlichen Kampfplatz zu ent­und höchste Aufgabe des Sozialismus. In den lasten, haben die Bolschewisten mit größeren Streitkräften einige deutschen Zeitungen läuft jetzt ein erbitterter und beklagens Bunkte an der mittleren Berefina angegeriffen, um den Fluß wester Stampf gegen Frankreich mit dem flaren Ziel, die zu überschreiten. Dieser Angriff wurde zurückgewiesen. Auf der Arbeiterklassen die anderen sind es schon- gegen die fran- Front zwischen dem Dnjepr und Dnjestr entwickelten sich letale zöfifche Nation aufzuheben. Genossen, die verbrecherische Regie­rung hat erkannt, daß das einzige Mittel, die Nationen zu be. Stämpfe mit gutem Erfolge für die Polen . herrschen und auszubeuten und sie nach ihrem Willen zu führen, das ist, sie auf das geistige Niveau bon 1914 zurüd­Und diese zuführen, das heißt aijo, fie blind zu machen. furchtbaren Pläne find nabe daran, zu gelingen, wenn wir Sozialisten nicht so rasch wie möglich dazwischen treten.

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Der schwedisch - russische Warenaustausch.

Politische Schieberfrids.

Wir haben bereits gefagt, daß die Antwort Crispiens von allen Parteigenossen als reine Selbstverständlichkeit empfunden werden wird. Es ist uns feine einzige Stimme in der ganzen Bartei bekannt geworden, die fich dahin geäußert hätte, daß der Eintritt der Unabhängigen Sozialdemokratie in eine Roalitionsregierung möglich oder denkbar sei. Die bürger­liche Presse, die ihrerseits bereits ihren Parteien erklärt batte, daß ein Zusammengehen mit der Unabhängigen So­gialdemokratie für sie gar nicht in Betracht kommen könne, jagt denn auch, daß die Antwort Crispiens, wie schon aus der Haltung der Freiheit" zu erkennen gewesen wäre, feine Ueberraschung bringe.

Die Unabhängige Sozialdemokratie hat ihre Antwort mit aller Klarheit erteilt. Sie hat damit gezeigt, daß fie das widerwärtige Spiel, das gegenwärtig von allen anderen Parteien getrieben wird, feinen Moment lang mitzumachen gewillt ist, und es ist ein Beichen der Stärke, daß wir auf die elenden politischen Trids verzichten können, die hierzulande als Politik gelten.

Die anderen Parteien fuchen gegenwärtig eine jede der anderen die Verantwortung für Beteiligung oder Nicht­beteiligung an der Regierung zuzuschieben. Am dümmsten, weil am durchsichtigsten, betreiben die Rechts sozia­Itsten diese Taftit. In der Partei bestehen zwei Strömungen, von denen die eine unter allen Umständen an der Regierung beteiligt bleiben wolll, während die T. U. Stockholm , 12. Juni. andere gwar schweren Herzens, aber der Lehren, die die Advokat Helberg, der hiesige Vertreter der Sowjetregte Wahlen eben erteilt haben, eingedent, in die Opposition Genossen, vergeßt nicht, daß der Haß, den Gure Regierung fäen will, im Grunde genommen ohne Unterlagen und ung, dementiert die Behauptung der Times", daß die schwedi- gehen möchte. Wie vorauszusehen, nimmt die Richtung, die sich von ohne Gründe ist. Gure Aufgabe ist also nicht zu schnver. fchen Banten sich der Aufnahme des Handels mit Sowjetrußland Der Haß der Franzosen ist aber leider begründet. Nicht gegenüber ihr reserviert verhalten. Die Handelsverbin- dem Schein der Regierungsmacht nicht trennen fann, täg wegen der anderthalb Millionen getöteter Brüder! Ihr habt dung sei im Gegenteil bereits effettiv; die Schwe. lich an Einfluß zu. Ihrer Stärkung galt ja auch das schnelle anch dieselben schmerzhaften Verluste. Ihr Tod hätte einen ben haben bereits Waren nach Rußland gesandt und rufftfches Borgehen Mailers, der die morgen zusammentretende Baved, wenn alle Brüder geworden nären. Es handelt sich um Gold ift in Schvedea angekommen. Eine Stocholmer Bent fei Konferenz der Rechtssozialisten vor die vollzogene Tatsache die Ruinen unserer Dörfer, unserer Fabriken, seit längerer Zeit in Handelsverbindung mit den Zentro- Sojus. der Ablehnung unserer Partei stellen wollte, um fo die um unsere e ime, die von Gueren wahnsinnigen Militärs seit In russischem Bests in Rebal befinden sich außerbem von biefer Stimmung für die Teilnahme der Rechts­bon Hindenburgrüdzug 1917 aeritört worden sind. Ich spreche Bank ausgeteilte Scheda vieler Millionen. fozialisten zu verstärken. Gbenjo läßt sich aus dem nicht von den Dörfern, die durch die Schlachten verwüstet worden Briefe deutlich erkennen, wie diese Herren operieren wollen, find, denn das war trotz allem unvermeidlich. Es ist vielmehr Sie werden die Gefahren einer bürgerlichen Stegierung die Sklaverei, die unsere Bebelterung während des Krieges schwarz in schwarz malen, fie werben erzählen, daß damit in den besetzten Gebieten über fich hat engeben lassen müssen. Ich die ärgsten Gefahren über die Arbeiterbewegung herauf­tonftatiere mit Bengnügen, daß nicht die Kämpfer, also be Arbeiter und die Produzenten, die Henter unserer unglücklichen Der Norrespondent ber Berlinosta Tibende in Rotono drahtet, beschworen werden, und daß infolgedessen das were Mitbürger waren, fondern allein diese Janter, dieje Offis daß der aus Mestau guclidgelehrte Teil der litauischen Opfer gebracht" werden müsse, auf den Ministerstlihlen ziere wfw., die hinter Guerer Front lagon. Also, Genossen, ich Friebensabordnung sich demnächst wieder nach Mos.figen zu bleiben. bise Euch inständig, mit es laut dem deutschen Volke zu, daß es fan zurüdbegeben wird, um die Friedensverhandlungen Neoch indischer operiert die Vorwärts"-Medaktion, die allein diese Sterle sind, die die Urheber des bedauerns. werten Schidsats Deutschlands find, die die Beind- fortsusegen. Um bei der ferneren Entwidlung der polnisch bisher mehr dem Uebergang in die Opposition auneigte. te Schaft der Entente und des franzöfifchen Rolfes im besonderen russischen Kämpfe gegen jebe ernste lleberraschung geschütt fälscht deshalb den Einn der hier veröffentlichten Artikel, hervorgerufen haben. Werft es gut: Selbst der Arbeiter schließt fein, habe die litauische Regierung die Mobilifierung des und amar laufen dabei fortwährend zwei Fälschungen fich dem an. Denn der Arme ebenso wie der Reiche wurde von titauischen Geeres angeordnet. nebeneinander. Einmal wird den Berwäris"-Besern_er­biefem Barbaren gemariert. Lest z. B. das Buch Charleville ", sählt, die Freiheit" will die Wegierung Selffeeich". Das des helm Appens in Dortmund veröffentlicht hat und Ihr vedbe: leicht verstehen, daß es unseren Begierenden ftets gelingt, einer Realitionsregierung serraten und deshalb an die be­Die Empathie und die Billigung der ganzen Nation in ihren fannten Minimalforderungen erinnert haben. Daubungen gegen Deutschland zu finden.

Die litauisch- russischen Berhandlungen.

Nopenhagen, 11. Junt.

Die Meubildung des italienischen Subinetts, andere al foll die Freiheit" angeblich Gonfucht nad)

Basel, 12. Juni.

es ist Pflicht des franzöffichen Sozialisten, feinem Bolte zu Die Agentur Stefam mefbeb: Stolit hat dem König bie erleen, daß es nicht der Deutsche war, der ihn quälte, fon neue Minifterlife gebern präsentiert. Zum Minifter bern die barbarische Klasse der Militaristen, Junter, Allbeutfchen, die das ganze deutsche Wolf tyrannides Aeußeren ist Graf Sforza ernannt. Giolitt wird außer Herten und die noch heute herrschen. Guere Aufgabe ist ebenfalls dem Präsidium noch das Reffort des Innenministers übernehmen. game that. Ihr müßt dem beutschen Bolbe die Gründe bes Saffes Er erklärte, daß er nicht persönlich an der Konferenz in Epaa tell. gegen alles, was den Namen deutsch trägt, verständlich machen, nehmen werde. aber bei es auch bei uns Männer gibt, die dabei find, die Nation bobim au bringen, nicht mehr die zu haffen, die im Grunde ge­nommen an all dem, was geschehen ist, unschuldig find. Dann wird der Tag fommen, wo der Deutsche und der Franzose sich die Bruberhand reichen wird. Die Arbeit, die uns erwartet, ift schwer, aber vorwärts für die Wiedervereinigung der Völler!!! Freundschaftliche Grüße Guer Kamerad Jacques Meunier,

Generalsekretär bes Gisenbahnerverbandes der Linien Paris - Lyon - Méditerrané.

Rusland und die Cu'ente.

Borbesprechungen zur Konferenz in Spaa.

H. N. Baris, 12. Juni. Der Matin" bestätigt, daß Millerand sich mit der Abfta, eine Sonberbeferatung ber Minifter irgendwo an der französischen Sufte, wahrscheinlich in Boulogne , am 20. Juni finden su laffen, einverhanden erklärt habe. Diese Konferens i als Bar­bereitung zu den Verhandlungen in Spaa gedacht.

Die Mostaner Jufernationale gegen die tommuniche Arbeiterpastel.

H. N. Baris, 12. Then, Die Semmiffion des Obersten Wirtschaftsrates trat am Frei­T. U. Stoholm, 11. Juni. tag auf neue zusammen. An dieser Situng nahm der Ber­In einer Erklärung der Mettauer tommunistischen Inter­treter Sowjet- Rujiands nicht teil. Der französische Bertreter gab eine Auseinandersetzung der Lage und es wurde darauf nationale wies Aber das Verhältnis su den deutschen Kommu­beschoffen, einen Fragebogen aufzustellen, der sämtliche von nien ausgeführt: Die beutfde tommunifife Arbeiterpartei bat Frankreich als wichtigste Punkte erachtete Fragen enthalten und ich in allen taftischen Bregen mit der fommunikisen Krassin sur Beantwortung vorgelegt werden soll. 3nternationale in Wiserfern gefest. Det er Krassin sur Beantwortung vorgelegt werden soll. sumen der Partei um Aufnahme in die Tommie 3nter. nationale wurde von dem Hauptaustau bahin beantwortet, bie Die schwedische Regierung erflärte, bafür zu gavan- Bartei fönne Sutritt erhalten, wenn sie ich veruflicist, allen tieren, daß die 25 Stiffionen Golbrubel der Sowjetregie. Beschlüßen des Kongrees zu unterwesfeu nub werber die we. rung nicht in ben Berfehr gebracht und unter alice tionaliifm gefinnten Gegenrevolusionäre es Beauna ocells werben

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ber Partei ausschließt.

Das eine ist so unfinnig wie das andere. Wir wollen" feine Regierung Geffferich, aber wir haben tentatiert, daß die faziale Kräfteverteilung, wie fie in den Wahlen zum Ausdruck gelommen ist, im gegenwärtigen Moment eine bürgerlige Regierung ermöglicht, und wir haben gelagt, daß eine Beteiliung der Rechtssozialisten an der Regierung die Stellung der Bourgeoisie stärkt und die des role­tariats echt. An der Ablehnung einer Koali tion mit den bürgerlichen Parteien durch die Unabhängige Cogialdemokratie baben wir nie den geringeu Bweifel aufkommen lassen.

Der Vorwärts" braucht aber Fällungen. Entscheidet fich feine Partei für das Verbleiben in der Koalition, so wird der Borwärts" disjen Beschluß gegen seine andere leberzeugung damit begründen, daß die Unabhängigen die Rechtssozialisten zur Koalition gezwungen bälten, weil nur so die Regierung Selfferich hätte vermieden werben fönnen. Ym anderen Falle boffte der Borwärts" gleichfalls die Berantwortung auf uns abiieben zu können. Wir folien die Forderungen als Bedingung für den Eintritt in eine Bürgerliche Regierung gestellt haben. Die Rechtssozialisten wlieben fie afzeptieren, aber die bürgerlichen Parteien wittben fie vielleit ablehnen. Täten sie es wider Gr. warten nicht, so wären bie Unabhängigen gefangen, bei Ablehnung aber würde die Bürgerlichen die Berant­wortung" far den Uebergang der Rechtssozialisten in die Oppofition treffen und dieje hätte babei gleich eine gün­giu­Rige Botion erreicht, indem sie auf gleicher Binie mit den Unabhängigen stünden.

Das mag nun alles sehr schlau erdacht sein, ist aber doch nur berslich dumm. ir baben gar keine Ursache, die Basantona si Men, weil wir flare, grundsäbliche