id

to

che

hl

ibe

chte

He

tli

el

jr

erd

Вет

n

all

jeg

3.00

eri

X

we

De

t

N

rd

au

8

rg

D

ter

t

930

in

tt,

t

Ig

at

in

ni

fer

13

t

I

die

eri

ent

Fab

Ch

ng

Derb

e

tank

buff

ston

Seb

ing

( Sid

Son

tt.

Stegl

Di

fcha

b.

5

itt

ด้าน

e

eff

Leil

Einzelpreis 20 Pfg.

3. Jahrgang

Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags nur einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10, M. im voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Für Poft bezug nehmen sämtliche Bostanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Defterreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 m. zuzüglich Valuta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Desterreich 30,- M. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin C 2, Breite Straße 8-8.

Sonnabend, den 10. Juli 1920

Nummer 271

Abend- Ausgabe

Die achtgespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum koftet 5,- M. einschließlich Teuerungszufchlag. Kleine Anzeigen; Das fettgedruckte Wort 2,- M., jedes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen- Gesuche in Wort- Anzeigen: das fettgedruckte Wort 1,50 m., jedes weitere Wort 1,- M. Fernfprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516 4603, 4635, 4649, 4921.

greiheit

Berliner Organ

Der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Polens verzweifelte Lage

Die Rote Armee vor Wilna

Die Lage der polnischen Armee scheint sich immer schwieriger zu gestalten. Nach einer Londoner Nachricht soll das Oberkommando Befehl gegeben haben, auf der ganzen 1000 Kilometer breiten Front von der Düna bis zur rumänischen Grenze den Rückzug anzutreten. Die Straßen nach Warschau sind von Soldaten, Flüchtlingen und Verwundeten überfüüt. Das Gerücht, die Sowjet­truppen hätten bereits Lemberg besezt, wird von polnischer Seite dementiert. Sehr gefährlich ist die Lage im Norden ge­worden. Dort waren, einer Meldung aus Kowno zufolge, die Polen gezwungen, Dünaburg und die ganze Front südlich der Stadt zu räumen. Die Bahnlinie von Kaltunai bis zum Smalva- See ist darauf von den Litauern besetzt worden. Litauische Reiterei hat östlich des genannten Sees bereits Fühlung mit den bolschewistischen Truppen bekommen. Die Bolschewisten nehmen gegenüber den Litauern eine passive Saltung ein. An mehreren Stellen der Demarkationslinie sind große litauische Truppenmassen eingetroffen und man rechnet damit, daß die Bolschewisten den Litauern die Wilnafzont überlassen. Nach­dem inzwischen auch Bertreter Englands und Ameritas in Kowno eingetroffen sind, um mit den Litauern zu verhandeln, sieht man ber weiteren Entwicklung der Dinge mit größter Spannung entgegen.

Ob die Entente dem Silferuf Bolens Folge Tefften wird, steht noch in Fragen. Im englischen Unterhaus ertiärte Bonar Law, dak Bolen vollkommen unterrichtet war, daß England nicht die Berantwortung für die Folgen einer von den Polen ent= widelten Offensive tragen tönne. Das flingt nicht gerade verheizungsvoll für Bolen, wenn auch daran erinnert werden muß, daß ohne indirette Zustimmung Englands und Frank­reichs Polen wohl taum feine Operationen gegen Rußland begon­nen hätte. Der Ministerpräsident Grabski ist in Spaa ein­getroffen, er wird dort dringende Vorstellungen erheben, aber der einzige Ausweg für Polen wird doch nur der sein, recht schnell Frieden mit Rußland zu schließen.

Das Oberkommando der Roten Armee hat gegen die Polen die­selbe Methode angewandt, die Madensen und Faltenhayn bei ihren Operationen gegen Rumänien in der Dobrudscha und

Die Konferenz von Spaa

5. R. Spaa, 10. Juli.

in Transylvanien gebrauchten. Die bosschemistische Armee wurde in zwei Gruppen mit je einem Oberkommando geteilt. Die erste Heeresgruppe wurde in der Richtung auf Kiew in Marsch gesetzt, die zweite in der Richtung auf Minst. Die Schläge dieser beiden Armeen folgten mit so großer Schnelligkeit aufeinander, daß die polnischen Reserven fast dauernd im Eisenbahnzuge gehalten wurden und daher im entscheidenden Augenblick versagen mußten. Die Bolschewisten verfügen über schwere Artillerie, Zants und Flieger. In der Schlacht bei Kowno nahm ein Geschwader von 40 bolschewistischen Flugzeugen teil. In der Ge­gend von Mosir haben die Bolschewisten mehr als 300 Geschütze größeren Kalibers eingesetzt. Der Kommandeur der Kavallerie, General Boudenny, ist ein früherer Arbeiter.

Der russische Durchbruch

Kopenhagen , 9. Juli. Rationaltidende" meldet ans Helsingfors : Die aus Polen und Helsingfors einlaufenden Nachrichten bestätigen, daß die mili. färtige Lage Bolens verzweifelt ist. Der russische Durchbruch bei Pripet wurde mit ungeheurer Kraft durchgeführt. Südlich davon bei Presturow erfolgte am letzten Dienstag ein neuer Durchbruch. Auf der ganzen Front befinden sich die Polen in panifartiger Flucht. Von den Karpathen bis an die Berefina ist die polnische Front in Auflösung. Die Bolen haben ein Heer von 300 000 Mann aufstellen fönnen, das jetzt gegen eine mehrfache Uebermacht fämpfen muß. Die russische Offensive nimmt folgende brei Hauptrichtungen: Von Prosturow und Zarnapol gegen Lemberg , von Saslavi gegen Lemberg und süblich von Jublin und die dritte und wichtigste von Mosyr gegen Pinst, Brest Litowst und Warschau . Die lettere bes deutet für die Polen die größte Gefahr, da sie den polnischen Lebensmittelmarkt bedroht und den Feldzug mit Bolens Untergang entscheiden tann.

Wrangels Vormarsch

Konstantinopel , 7. Juli. ( Havas- Reuter.) Amtlich wird mitgeteilt, daß Wrangels Truppen Berdianst genommen haben.

in der Kohlenfrage auf die deutschen Vertreter und die deutschen Kohlensachverständigen gemacht hat, ist, wie ich vernehme, wo­möglich noch niederschmetternder als der des militärischen Ulti­matums. Die deutschen Sachverständigen, besonders Hugo Stinnes , sind im höchsten Grade entrüstet, und Stinnes hat bereits erklärt, daß Deutschland diese Forderungen unmöglich er­füllen fönne.

Stinnes gegen den Achtstundentag

Spaa, 10. Juli.

Hugo Stinnes wurde am Freitag, als er um 25 Uhr ein traf, von einem Journalisten befragt. Zu der Frage der Steins fohlenlieferungen antwortete er, er jei der Ansicht, daß das Ab­tommen, so wie es jeht getroffen sei, die Intervention des Reichstages auslösen würde, vor allem würden auch gewisse deutsche Arbeitergeseße eine Aenderung erfahren müssen, namentlich bezüglich der Zahl der Arbeitsstunden ujw.

Die geftrige Nachmittagsfihung dauerte von 5 bis 18 Uhr, und war der Steinkohlenfrage gewidmet. Der deutsche Sachver Händige Bergmann sette die Umstände auseinander, die nach An­ficht der deutschen Regierung alle Unterschiede zwischen den Ziffern der Wiederherstellungskommission und der gelieferten Tonnage erflären. Es sind dies vor allem der außerordentlich hohe Stand des Rheins, bic inneren Unruhen und die Streitbewegung. Seit April find die gelieferten Mengen weiter gestiegen und am 1. Mai haben sie etwa 40 000 Tonnen pro Tag betragen. Er schloß seine Auseinandersehung damit, daß Deutschland zu einer ehrlichen Uebereinkunft tommen wolle, daß die Erfüllung dieser Uebereinkunst aber von der regelmähigen Lieferung der Steinfohlen aus Oberschlesien bestimmt werde. Miller and antwortete mit dem Sinweis, daß die Regelung, die Deutschland vorschlägt, bereits im Berjailler Abkommen feft­steht, nach dem Deutschland eine Lieferung von 39 Millionen Tonnen übernommen hat. Im Zusammenhang mit den erwähn ten Echwierigkeiten wurde diese Zahl von der Wiederherstellungs­tommission bereits von 39 auf 21 Millionen Tonnen herabgefeht. Deutschland hat aber noch nicht die Hälfte hiervon geliefert und außerdem hat Deutschland vom 15. Juni ab eigenmächtig das zu liefernde Quantum unter dem Vorwande, daß Bolen mehr Steintehlen aus Oberschlesien beziehe, als festgesetzt sei, auf 10 000 Tonnen täglich herabgesetzt. Deutschland befindet sich in einer viel günstigeren Lage als Frankreich , da es seine Be dürfnisse bis zu 79 v. H. deden tönne, während Frankreich dies nur bis 59 v. H. Tann. Sogar wenn Deutschland seine Vertrags­verpflichtungen erfüllt, würde es noch über 67 v. H. seines Be

So selbstverständlich es ist, daß Stinnes zur Behebung der allgemeinen Kohlenmisere und der Erfüllung der Kohlen­lieferungen an die Entente nicht energische Sozialisierungs­maßnahmen empfiehlt, die eine Hebung der Kohlenproduktion ermöglichten, so selbstverständlich ist es, daß er die einzige Rettung in der Verlängerung der Arbeitszeit sieht. Wann hätte je ein Kapitalist oder Großindustrieller die Kosten oder die Verpflichtungen für den Wiederaufbau der deutschen Pro­duktion sich oder seiner Klasse zur Last gelegt. Die Arbeiter­schaft läßt sich aber nicht mehr willenlos gebrauchen, diese Zeiten sind vorbei. Eine Attade auf den Achtstundentag würde die größten und hartnäckigsten Kämpfe auslösen.

Das Diktat der Sieger

In der Behandlung der Kohlenfrage setten die Alli­ierten ihre diktatgrische Tattit fort. Ist bei den militärischen nur ein Bruchteil des deutschen Voltes von dieser Tattit be­troffen worden, die Nationalisten und sonstigen Gegenrevolu tionäre, die an der Erhaltung eines starken Heeres inter­effiert sind, so hat jetzt das ganze Volt unter dieser Politit der Alliierten zu leiden. Nun erst, bei der Ausführung der wirtschaftlichen Bedingungen des Friedensvertrages, wird das deutsche Volt zu fühlen bekommen, was es heißt, unter die Fuchtel der imperialistischen Sieger geraten zu sein. Ge­wiß haben wir alles Interesse, daß die vom deutschen Militas rismus zerstampften Gebiete neu aufgebaut, daß die Wirt­schaft auch des französischen Voltes neugestaltet werde. Aber niemals wird es möglich sein, einen Ausgleich der Interessen zu schaffen, wenn auf der einen Seite der Befehlston vor­herrscht und von der andern Seite die schnellste Unterwerfung verlangt wird.

Daß es dahin gekommen ist daran muß immer wieder erinnert werden, das ist die Schuld der im November 1918 gestürzten Machthaber, die den Krieg bis zum Weißbluten fortführen wollten und ihre ganze Politik auf die 3er­schmetterung der Gegner eingestellt hatte. Schuld daran find auch die Parteien, die, wie die Rechtssozialisten, diese Poli­tit viereinhalb Jahre lang durch dick und dünn unterstützt und nichts ernstliches unternommen hatten, um dem Gemetzel ein Ende zu machen. Nun sind die Alliierten die Trium­phatoren, nun liegt das deutsche Volt am Boden und soll nicht kosten der Siegr tragen. nur den eignen Schaden bezahlen, sondern auch die Kriegs­

Mit einer schweren Schuld ist aber auch die Koalis tionsregierung belastet, die nichts dazu getan hat, um die Produktivkräfte des deutschen Volkes zu heben, die deut­ sche Wirtschaft auf neuer Grundlage zu organisieren und so die Möglichkeit zu schaffen, die unheilvollen Folgen des Krieges in einer möglichst furzen Frist zu überwinden. Statt die Berwirklichung des Sozialismus zu fördern, machten sich die Rechtssozialisten zur stärksten Stüße der Politik der Koa­litionsregierung, die kein anderes Ziel hatte, als die zu sammengebrochene tapitalistische Wirtschaftsordnung neu zu leimen und das nach Erfüllung seiner Forderungen drän­gende Proletariat niederzuhalten. Besonders in der Kohlen­frage hat die Koalitionsregierung die schwersten Fehler ge­häuft. Eine beträchtliche Sebung der Produktion und die Er füllung berechtigter Ansprüche der Alliierten wäre nur mög lich gewesen, wenn die Bergwerke dem Privatkapital ent­rissen und die Kohlenproduktion in den Besitz der Gesellschaft überführt worden wäre. Statt dessen ist die Stellung der Zechenherren nur immer weiter gestärkt worden, die Berg­leute dagegen hat man mit Kanonen, Maschinengewehren und Zuchthausstrafen zur Arbeit zwingen wollen.

Troß dieser Sünden der deutschen Regierung muß aber auch jezt, in diesen kritischen Augenblick, wiederholt werden, daß mit den von der Entente angedrohten Zwangsmaßnah men weder Frankreich , das auf einen Teil der deutschen Koh­len angewiesen ist, nach Deutschland , das ohne eine starte Kohlenproduktion seine Wirtschaft nicht aufrechterhalten fann, nicht gedient ist. Es muß zu einer Verständis gung fommen, die die berechtigten Ansprüche beider Bar­teien befriedigt. Von den Vertretern der Alliierten in Spa wird soviel Verständnis für die Lage wohl taum zu erwarten sein, da sie nur den imperialistischen Bedürfnissen ihrer Läns der folgen. Um so notwendiger ist es, daß die Arbeiterklasse der Entente, besonders Englands und Frankreichs , thre Machtmittel einsetzt, damit das Werk der Völkerversöhnung nicht immer aufs neue durch die imperialistische Politit ihrer Regierungen behindert werde!

My to nenägen. Troß diejer Umstände have Deutschland ein Die russisch - englischen Verhandlungen lich gemacht, die Bewaffnung des Proletariats hingegen er­

Abkommen mit der Schweiz auf Lieferung von 35 000 monatlich und mit Solland sogar auf Lieferung von 80 000 Tonnen monatlich, geschlossen. Millerand machte der deutschen Regierung ferner einen Vorwurf daraus, daß sie den Kredit von 200 Millionen Gulden mit Holland geschlossen habe. Wenn Deutschland die Entente hierum gebeten hätte, so wäre auch diese zur Gewährung eines Kredits und zur Lieferung von Rahrungs­mitteln bereit gewejen.

Ein Protest der deutschen Delegation TU. Spaa, 10. Juli. Wie wir erfahren, hat die deutsche Delegation in der heutigen Bormittagsfigung gegen die Strasbestimmungen in der Entwaff­nungsfrage einen Proteft zu Protokoll gegeben. Die Entrüstung der deutschen Sachverständigen T. U. Amsterdam , 10. Juli.

Der Berichterstatter des Algemeen Handelsblad" in Spaa, schreibt unter dem 9.: Der Eindrud, den die Haltung der Entente

Kopenhagen, 9. Juli.

Der hiesige Korrespondent des Reuterschen Bureaus erfährt aus russischer Quelle, daß die russische Regierung darauf eingegangen ift, jofort Verhandlungen auf Grundlage der von der britischen Regierung Krassin mitgeteilten Bedin gungen aufzunehmen. Eine ruffische Abordnung wird in nächster Zukunft zu diesem Zwed nach England abreisen.

Die Lage in Irland Wie ,, Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet, ist die Lage im Süden und Westen von Irland infolge des Stockens des Eisenbahn­verkehrs sehr ernst. In einer Anzahl von Städten ist vorsichts­halber die Rationierung eingeführt worden.

Der Gemeinderat von Dublin hat mit allen gegen eine Stimme beschlossen, die Beamten zu beauftragen, Beamten der britischen Regierung feine Erlaubnis zur Untersuchung von Büchern zu erteilen oder Informationen zu geben, die sich auf die Besteuerung beziehen. Solche Mitteilungen dürfen allein an die irische Republik gemacht werden.

Die Meute der reaktionären Presse heult wie besessen, daß die Unabhängige Sozialdemokratie die Ausführung des Frie densvertrages in der Entwaffnungsfrage und die restlose Bes feitigung des deutschen Miltarismus fordert. So meint heute die" Post", daß die Kalkulation der Unabhängigen lächer­lich einfach sei: alle ordnungswahrenden Elemente werden durch die Entwaffnung zur Ausübung ihrer Pflichten untang­leidet nicht die mindeste Einbuße! Keine einzige Gruppe der Unabhängigen oder Kommunisten wird sich durch die Be schlüsse von Spa veranlaßt sehen, der Entwaffnungsfrage näherzutreten." Die Hauptsache sei, so schreibt das Blatt weiter, daß das für den Klassenkampf wohlausgerüstete or­ganisierte Proletariat von den Abmachungen in Spa in feiner Weise berührt werde. Dazu ist nur soviel zu sagen, daß die Bewaffnung des Proletariats leider noch nicht durchgeführt ist, ja noch nicht einmal begonnen hat. Alle die Nachrichten darüber, daß die Anhänger der Unabhängigen Sozialdemo fratie mit Waffen wohlausgerüstet seien, haben sich bisher stets als Schwindeleien entpuppt. Was man nicht hat, das fann man nicht hergeben, und deshalb fann die Arbeiterschaft den Maßnahmen der Regierung zur Durchführung der Ent­waffnungsbeftimungen mit der größten Ruhe entgegensehen. Dieselbe Ruhe haben allerdings die Nationalisten nicht; aber wenn die Regierung auch fünftig den Weisungen der Militärs folgt, so wird es lange dauern, bis die Bourgeoisie die in ihrem Besige befindlichen Kriegsmaterialien wieder herausgibt.