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Einzelpreis 20 Pfg.
3. Jahrgang
Frethet erfcheint morgens und nachmittags, Sonntags and Montags m einmal. Der Bezugspreis beträgt bet freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10,-. im voraus sahibar, von der Spedition felbst abgeholt 8,50 m. Für Boft bezug nehmen( ämtliche Bestanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutschland und Osterreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 2. uglich Baluta- Muffchlag, der Brief für Deutschland and Diterreich 30,- M. Redaktion, Expedition und Berlag: Berlin 2, Breite Straße 8-9.
Sonnabend, 27. November 1920
Nummer 503
Abend- Ausgabe
. einschließlich
Die echtgefpeftene Roupareilleseffe ober beren Rezet koftet 5,- Feuerungszufchlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., febes weitere Bort 1,50 m., einfchließlich Teuerungszuschleg. Laufenbe ngeigen laut Tarif. Familien Angeigen und Stellen- Befudje 3,20 9. netto pro Beile. Stellen Gefuche in Wort- Angeigen bas fettgebruciate Wort 1,50 M., jedes weitere Wort 1, M. Fernsprecher: Zentrum 2030, 2645, 4516, 4003, 4635, 4840, 4821
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Berliner Organ
bor Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands
Abschlüsse der Schwerindustrie
B. A. Der Kampf um höhere Preise für Kohle und Eisen ist während des Jahres Ostern 1919 bis Dftern 1920 mit großer Energie von leiten der interessierten Unternehmungen und hrer offiziellen Bertretungen geführt worden. Die Arbeiter Dertreter in den Arbeitsgemeinschaften haben diesem Ber angen faft regelmäßig sekundiert, und die Regierung hat jebesmal vor ben aufgestellten Forderungen fapituliert, obwohl ihr von den verschiebensten Seiten an Sand unbestritteer zahlenmäßiger Angaben nachgewiesen wurde, daß bei diesen Preissteigerungen wahre Orgien der Profitsucht ges feiert wurden. In dem einen Jahre ist der Kohlenpreis von etwa 50 auf 227 Mart die Tonne Fettfohle Rug I gestiegen, ber Roheisenpreis von etwa 325 auf 2338,50 Mart die Tonne Sämatit hinaufgeklettert, Stabeisen, Grobbleche, Schwellen owie alle Sorten Salbzeug in noch trasferem Verhältnis emporgetrieben worden. Immer erneut wurde von den Werfen geflagt, daß es bei der verringerten Produktion und ber lagen, ben steigenden Löhnen und der intenden Arbeitstuft unmöglich wäre, trog der scheinbar hohen Preise eine aus: reichende Rentabilitat sicherzustellen, so daß der Uneinges weihte glauben mußte, hier ständen die größten Konzerne
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Die Notwendigkeit der Sozialisierung
Der internationale Gewerkschaftsbund zur Sozialisierungsfrage
Zur Frage der Sozialisierung wurde vom Sekretariat des Internationalen Gewerkschaftsbundes eine Resolution eingebracht, in der es heißt: Man fönne jetzt erst, nachdem die Kriegsmut allmählich zurüdgehe, die wirtschaftliche Lage der Welt übersehen, und jetzt sei der Augenblid gekommen, um weitreichende Beran berungen zur Revolutionierung des wirtschaftlichen Lebens her beizuführen. Die ungeheure Teuerung und das Elenb trok eller Lohnerhöhungen, die ungeheure Verschwendung, die auf der an beren Seite betrieben werde, das mangelhafte Produktionssystem habe eine überwältigende Anzahl von Arbeitern von ber Notwendigkeit einer Sozialisierung überzeugt. Trogbem müsse man diejenigen Arbeiter warnen, die eine sofortige soziale Revolution diejenigen Arbeiter warnen, die eine sofortige soziale Revolution wünschen. Es liege in der Natur von Umstellungen auf industriel Iem Gebiet, daß sie nicht dazu geeignet seien, mit einem zu werden. Wenn ber GemertFeberzug vollzogen schaftstongreß nicht für lange Zeit hindurch die Güter
deutschen Schwerindustrie vor der Gefahr eines voll: tommenen Bankrotts. Ich habe an dieser Stelle bereits vor Monaten in einer statistischen Untersuchung„ Baluta, Löhne erzeugung fehr beeinträchtigen wolle, dann müsse bie Breise" nachgewiesen, daß die eingetretenen Erhöhungen Sozialisierung als eine stetig aufbauende Arbeit in AnDer Rotierungen weit über das durch die eingetretenen griff genommen werden. Besonders empfiehlt die Resolution und daß die Ausbeutung des deutschen Volkes durch Lohnerhöhungen usw. notwendige Maß hinausgingen eine systematische und zentralistische Kontrolle der Gütererzeugung,
Diese behördlich fonzeffionierte Preispolitit der Montan
buftrie zugleich die Verschlechterung unserer Valuta, die Entwertung der Mart im Binnenverkehr und die Steige ung der Reichsverschuldung mitherbeiführe. Inzwischen ind zahlreiche Abschlüsse der Schwerindustrie der Deffentlich
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imonach der Transport beschleunigt und unnötige Güterverschiffun gen permieben und vor allen Dingen die verfügbare Zahl vou Arbeitskräften erhöht würde. Das Memorandum beschäftigt sich weiter mit bez immer noch zunehmenden Macht einzelner Industrie magnaten über Arbeiter und Verbraucher. Durch die großen Zu fammenlegungen wäre die Ausnügung der Massen noch größer als bisher. Die zunehmende Macht der Kartelle zeige fich im Bankgeschäft in England, Schweden, Dänemart, Norwegen, DeutschLand und Kanaba, in den Industrietrusts Englands, Hollands und Rumäniens sowie in den großen Schiffahrtsorganisationen der Welt. Im Borbergrunde stehe jetzt die Sozialisierung des Kohlen bergbaues und der Transportindustrie. Dabei sei die Mitarbeit der Sachverständigen in diesen Erwerbszweigen vollkommen unent behrlich. Ulles müßte geschehen, um die Mitarbeit der geistigen Arbeiter, die in Industrie, Technik und Verwaltung tätig seien, Arbeiter, die in Industrie, Technik und Verwaltung tätig feien,
zugänglich gemacht worden, und es verlohnt sich, die Bilanzen einmal etwas näher anzuschauen, um dem Proletariat eine Vorstellung davon zu geben, mie hier um der Gepinninteressen einer fleinen Gruppe willen die Intereffen ber Gesamtheit rüdsichtslos außer acht gelassen werden. Der Bochumer Verein für Bergbau und Substahlfabrikation", der eines der ältesten und belanntesten Unternehmen der deutschen Montanindustrie ft und jezt burch Attienerwerb in den Machtbereich des Herrn Sugo Stinnes gelangt ist, hat im Geschäftsjahre 1919/20 recht erfolgreich gearbeitet. Im allgemeinen ist der Betrieb ohne größere Störungen verlaufen, und die Produktionsziffern zeigen zumeist steigende Tenbenz. Dagegen haben die schwe bischen Erzgruben der Gesellschaft neun Monate im Streif gestanden, und es sind dadurch sowie durch die Berringerung bes Martwertes große Verluste entstanden, die bei der Auftellung der Bilanz poll berüdsichtigt worden find. Tros Wohlsein und fönnen mit Abschlüssen auftreten, vor benen biefer Berluste, die man lieber nicht zahlenmäßig angegeben hat, ergibt sich ein Betriebsgewinn von nicht weniger als 52 Millionen Mark auf das erhöhte Aktienkapital von
bengenannte Ziffer des Betriebsgewinnes zeigt, befinden fich unsere Montanherren trotz aller dieser Borgänge, bank der Preisfürsorge der damaligen sozialistischen Regierung der Preisfürsorge der damaligen sozialistischen Regierung des Herrn Reichswirtschaftsministers Schmidt, bei bestem sich die didsten Kriegsgewinnler schamhaft versteden müssen.
der Betriebsgewinn 50 Millionen, die Dividende nur zwanzig vom Hundert, um nicht gar zu unangenehme Wirkungen nach außen auszulösen. Die Abschreibungen betragen zwölf,
als 70 vom Sundert des Aftienkapitals. Wenn man den Dingen aber etwas mehr auf den Grund schaut, bann zeigt die Ausstattung der verschiedenen Fonds erfordert 24 Mil
lionen.
Die Gutehoffnungshütte in Oberhaufen
sich, daß in den Ziffern der Bilanzfonti unbedingt weitere Jehr bedeutende Gewinne vorweggenommen sein müssen, denn Stoffe, der mit 26 Millionen ausgewiesen wird, in Wirklich ist ebenfalls in der Lage, ein entsprechendes Jahresergebnis bei ben jetzigen Preisen muß der Posten Waren und Roh tungen der Anlagen, Maschinen, Geräte sind ebenfalls sehr rorsichtig erfolgt, soweit man dies aus den wenigen ver haft, daß die inneren Reserven des Wertes sehr beträchtlich art, von denen 15 Millionen für Abschreibungen, 15 für
lein müssen.
mal statt sechs 20 v. H. Dividende zur Ausschüttung ge=
bracht. Bei einem Aftienkapital von 80 Millionen beträgt der Rohgewinn nach Abzug aller Unfosten über 57 Millionen Wohlfahrtszwede( in der Hauptsache Bautätigkeit) und fünf als Sonderrüdlage verwandt werden.
Die bekannten Mannesmannröhren Werte, deren Name seinerzeit im Zusammenhang mit den Maroffo interessen ber Firma und den deutschen Interventionen viel genannt wurde, gehört auch zu den glüdlichen Nuznießern des wirtschaftspolitischen Zusammenbruches. Die Gewinne der Mannesmanngesellschaft stehen mit an erster Stelle innerhalb der deutschen Montanindustrie und merden sicherlich anfeuernd auf die weniger, Tüchtigen wirken, die diesmal noch hinter diesen Ergebnissen Laufmännischer Rührigkeit und meltschauender Unternehmerinitiative zurüdgeblieben
zu sichern. Zum Schluß wird gefagt, baß bei der Sozialisierung es fich nicht durchaus vermeiden lasse, das Privatfapital zu ent schädigen. Ebenso gäbe es Fälle, in denen Stücklohn als Grundlage des Lohnsystems die Erzeugung erhöhe. Es sei aber note wendig, Mindestlohne einzuführen, um Höchsterzeugung zu sichern. Eine systematische Sozialisierung werde Ersparnisse und nicht eine Erhöhung der Produktionstoften durch Verstärkung der Bureau
tratie bringen.
Antwort an Moskau
Bonbon, 27. November. Der Internationale Gewerkschaftsfongreh nahm eine ausführ liche Entschließung als Antwort auf die Angriffe von Mosfan an, in der erklärt wird, bah der Internationale Gea werkschaftsbund nach der Aufhebung des tapitalistischen Systems trebe und dem Mitgefühl mit den Leiben bes ruffischen Volkes Ausbend gibt und ferner zum Anschluß an den Bund auffordert. In der Kommissionssihung, die diese Entschließung auffiellte, fchtes nen die franzöfifchen und die deutschen Delegierten in der Frage nicht übereinzuftimmen, ob ein Regierungsamt mit dem eines Ges werkschaftsführer vereinbar sei.
Ein weiterer Beschluß des Kongresses fordert die Annullie. zung der gesamten Kriegsschulden und zwar mit dem von den holländischen Delegierten beantragten 3njag, daß der Betrag ber deutschen Entschädigung durch der Bölkerbund festgestellt und die Bezahlung durch seine Bermittlung erfolgen foll.
Amsterdam, 27. November.?
Wie die Blätter melben, wird am 2. Dezember unter dem Bor Oubegeefts in Baris, von dem durch das Arbeitsbureau des Böllerbundes eingelegten Ausschuß für Erwerbslosigkeit eine Konferenz abgehalten werden, auf der die Frage der Erwerbslosigkeit gründlich untersucht werden soll.
Beträge an Unternehmergewinn mühelos in den Schoß der
Eigner der Produktionsmittel fließen? Eine Gesellschaft, die durch hohe Preise bei niedrigem Einfommen der arbeitenden Massen die Kauffraft der Bevölkerung auf den Nullpunkt sentt und dann infolge dieses von ihr verschuldeten Zusam menbruches der Kauftraft eine Verzingerung der Produktion vornehmen muß, die zu verschärfter Not, vermehrtem Mangel führt! In der ein Kreislauf von hohen Preisen, sintender Kauffraft, Krise und Produktionsverringerung nicht dem bösen Willen des einzelnen Unternehmers oder einzelner Gruppen zu entspringen braudyt, aus dem imma= nenten Gesez bieser Wirtschaftsordnung er wächst! Die Mannesmannwerfe haben bei einem Kapital von 86 Millionen Mark einen Betriebsgewinn von über 104 Millionen ausgewiesen, aus dem ebenfalls eine Divi dende von zwanzig Prozent zur Ausschüttung gelangen soll. Diese hier von mir besprochenen Gewinnzahlen sind nicht etwa Einzelerscheinungen innerhalb der Montanindustrie, sondern sie sind jederzeit durch zahlreiche weitere Beispiele zu vermehren. Die gesamte Schwerindustrie hat im Betriebsjahre 1919/20 Ueberschüsse erzielt, die in den Bilanzziffern einen sehr vorsichtigen Ausdrud gefunden haben. Es ist bet fast allen die früher schwer brüdende Schuld an schwedischen Balutaverpflichtungen abgetragen worden, und überall stehen die Neuanlagen niedrig zu Buch. Es ist also durch aus nicht gerechtfertigt, sich über die zahlenmäßige Steiges rung mit der Erwägung des gesunkenen Geldwertes hinweg zulegen, denn mie ich bereits vorher gesagt habe, sind diese Breiserhöhungen der Schwerindustrie gerade an der Entwertung der Reichsmart in großem umfange mitschuldig. Sie sind auch mitschuldig an der schlechten Finanzlage unserer denn ihre Breispolitik
Auch das Eisen und Stahlwerf Hoesch A.-G., Dortmund, fann sich mit seinem Abschluß unter den Schwerindustriellen Brüdern getrost sehen lassen. Der JahresProduktionsvermehrung, die ansehnliche Steigerung von 138 auf 766 Millionen erfahren. Aus dem Jahresgewinn wur ben porweg 15 Millionen als Ueberteuerung auf in Beperdu geschrieben, ebenso weitere 16 Millionen für Woh ungsbauten. Es ift bem Wert trobem möglich, 24 Prozent Dividende auf die 28 Millionen Mart Stammattien zur Aus ahlung zu bringen. Auch diefe Bilanz macht den Eindrud find! Jedoch im Ernst, ist es nicht geradezu unerhört, daß einer sehr forgfamen und widerstandsfähigen Ausstattung hier auf Grund einer Monopolstellung der Industrie und der Berteuerung aller Materialien und Neuanlagen hat in der fabrit erworben, um die Basis der Berfeinerungsbetriebe des jedes Ausmaß früherer Jahresergebnisse überschreiten unb Hoesch die Drahtwerte Hohenlimburg und die Hemer Nieten- ihren Produkten Gewinne herausgeholt werden durften, die Unternehmens zu erweitern. neben denen die Summen der Kriegsüberschüsse geringfügig Stahlwerf e" in Duisburg- Meiderich, deren Betriebsge- der diese Riesensummen der Allgemeinheit nugbar macht, auch die winn den Sprung von acht auf fünfzig Millionen Marf ge- obwohl die Notlage der Staatsfinanzwirtschaft zum Simmel mittelbaren Anstoß zu den damaligen Sprunghaften Preiss Störungen oft Tage und Wochen angehalten haben, der Kapp: Intellektuellen, Beamten und Frauen, deren Lebenshal- deren Löhne mit diesen Preisen nicht annähernd Schritt zu macht hat, obwohl wie der Bericht fagt die Betriebs: schreit? Wird nicht endlich in den Massen der Angestellten, erhöhungen und der Verelendung der arbeitenden Massen, Feierschichten eingelegt werden mußten. Ein unbefangener nicht frei merden von den Jdeologien diefer bürgerlich- tapi- liegen, liefern nunmehr den unwiderlegbaren Beweis, wie Menich, der derartige Auslassungen liest und sich ihre Folge- taltstischen Gesellschaft, das Verständnis dafür erwachen, wie mirtungen auf Produktion und Rentabilität des davon be troffenen Wertes nor Augen führt, muß annehmen, daß eine
finalos die Aufrechterhaltung einer Gesellschaftsordnung ge morden, ist, in der bie elementarsten Bedürfnisse des Bolles
tommten berartigen Erhöhungen nicht folgen, ganz abgesehen davon, daß fie sofort zum Anlaß weiterer Preissteigerungen gedient hätten. Die Preispolitik der Schwerinduſtrie hat vor allem zu Beginn dieses Jahres eine weitgehende Unruhe in unseren gesamten Wirtschaftskörper getragen und den un
Berluftbilanz herauskommen werde. Aber wie bereits die nicht mehr befriedigt werden fönnen, während gewaltige objeftine Berechtigung beftritten.
richtig es war, daß wir damals immer und immer gegen dieje Politit, die von der Regierung geftügt wurde, protestierten und ihre in den Produktionsverhältnissen liegende