Seha

386

ebet

afes

au

ge

afe

aul

Berl

ebt

612

get

Bein

pel

381

ftal

btis

nde

Der

bet

iget

IT

exb

Bas

DEG.

ton.

ches

bet

Si

bale

tro

Kes

ids

ater

pes.

thes

Tens

piek

nee

trot

Bev

пб

n

.H

8-9

Einzelpreis 20 Pfg... 3. Jahrgang

Ste.Bretbett erscheint morgens und nachmittags, Sonntags und Montags einmal. Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berit 10,- m. im voraus zahlbar, von der Spedition felbft abgeholt 8,50 m. Für Posts bezug nehmen fämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifban bezogen für Deutschland und Österreich 16,50 m., für das übrige Ausland 21,50 zuzüglich Valuta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,- m Rebaktian, Expedition and Berlag: Berlin 2, Breite Straße 8.

Montag, 27. Dezember 1920

Nummer 551

Abend- Ausgabe

Die achtgespaltene Nonpareillezette oder beren Raum koftet 5,-. einschließlich Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2, M., Jebes weitere Wort 1,50 M., einschließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Anzeigen und Stellen Gesuche 3,20 m. netto pro Beile. Stellen Besuche Wort- Anzeigen: bas fettgedruckte Wort 1,50 M., fedes weitere Wort 1,-. Sernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516, 4603, 4635, 4648, 4921

greiheit

Berliner Organ

ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Will Frankreich abrüsten?

Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland

Eine neue Debatte in der Kammer

Paris, 24. Dezember.( W. T. B.). Im Laufe der heutigen Rammersizung erklärte Kriegsminister Raiberti, er glaube im Gegensatz zu seinem Vorgänger Lefèvre, daß der Augenblid getommen sei, die militari schen Lasten herabzumindern, ohne dadurch die na­tionale Berteidigung zu schwächen. Lefèvre stütze sein System auf militärische Bedingungen, die schon vor dem Kriege veraltet gewesen seien.( Beifall von der äußersten Linten bis in die Mitte des Hauses.) Gegenüber Lefèvre, der gegen den Friedens vertrag von Versailles gestimmt habe, weil er ihn nicht für aus­reichend halte, sei er der Ansicht, daß der Vertrag, wenn er vorsichtig und strikte angewendet werde, mit der Bervoll. tommnung durch das Abkommen von Spaa voll. auf genüge, dem Land die Befriedigung zu geben, die es erwarte. Der Kriegsminister verliest sodann einen Brief, den er an Marschall Foch gerichtet hat, um ihn zu ersuchen, General Nollet Weisungen zu erteilen, damit alle Nichtausführungen am Friedensvertrag, die festgestellt seien, durch Zwangsmaßnahmen beantwortet würden, und jeder Verdacht, der in jener Hinsicht bestehe, untersucht werde. Marschall Foch, Marschall Betain und die Mitglieder des Obersten Kriegsrates bürgten dafür, daß die neue militärische Organisation nicht bie na. tionale Sicherheit in Frage stellen, tönnte.

General Maub Hun erhebt sich bei diesen Worten und ruft in den Saal, die Frage von 100 000 Mann Soldaten mehr oder weniger werde Deutschland nicht in Schach halten. Deutschland habe 1914 bie Bevölkerung durch Brandbomben zu terroristeren versucht. Heute stehe Frankreich in Deutschland, und wenn Deutsch­land unerlaubte Kriegsmittel anwende, wenn es zehn Häuser in Paris niederbrenne, dann werde man dafür hundert in Frank­furt und hundert in Mainz niederbrennen.( Lebhafter Beifall.) das müsse Deutsch­Ange um Auge, 3ahn um 3ahn land wissen, das sei menschlich, denn es sei das einzige Mittel, einen barbarischen Krieg zu verhindern.

-

Abgeordneter Tardien erklärte, Deutschland habe 95 Prozent seiner Geschütze abgeliefert und sei nicht mehr gefährlich. Die Kammer dürfe Deutschland nicht den Eindrud geben, als zweifle sie an den Mitteln, über die Frankreich verfüge.

Sierauf ergriff Ministerpräsident Lengues das Wort, um die Mi litärgesetze zu verteidigen. Er stellt fest, daß der abgegangene

Kämpfe um Fiume

Triest, 27. Dezember. Infolge der fürzlichen Zwischenfälle und der drohenden Saltung des Oberbefehls von Fiume hatte General Caviglia am Frei tag die Belegung vorgeschobener Stellungen am Fiume angeordnet. Diese Belegung wurde gestern und heute auss geführt. Die Legionäre leisteten bewaffneten Widerstand. Unter den regulären Truppen find fünf Tote und etwa 30 Ber wundete zu beklagen. Der Secolo berechnet die Stärke der der Re gentschaft von Quarnero zur Verfügung stehenden Streitkräfte auf 5000 Mann. Den Truppen fehlt es nicht an schwerer Artillerie, bie aus der Beschlagnahme des Dampfers Persia herrührt, aber es ist wenig ausgebildetes Personal vorhanden. Die Streit fräfte d'Annunzios verfügen über zahlreiche Maschinen­gewehre und vier Panzerautoparts. Die Streitkräfte zur See segen fich aus 15 Einheiten zusammen, 2 Torpedobooten, 8 U- Booten und 5 Transportschiffen.

Der Parteitag

der französischen Sozialdemokratie

Tours, 25. Dezember.

Heute ist hier der sozialistische Parteitag zusammengetreten. Mit

Kriegsminister fie angenommen habe. Lengues sagte weiter, Deutschland habe Sintergedanken, es führe die Vertragsbestimmun gen nicht loyal aus; niemand leugne das, a ber trobem er. fülle Deutschland den Bertrag. Der Ministerpräsident bewies das durch eine Statistit über die zerstörten und abgeliefer ten Waffen. Deutschland müsse sich später alle Nachforschungen des Völkerbundes gefallen lassen, das habe Tardieu mit Recht betont. Frankreich müsse start genug sein, um die Ausführung des Frie densvertrages, wenn nötig, zu erzwingen, und um jeben Angriffs= versuch niederzuschlagen. Frankreich müsse die Brüdentöpfe am Rhein in 15 Jahren aufgeben, aber nur, wenn der Vertrag von Versailles erfüllt sei.

Sier ruft André Tarbten bazwischen, daß, da der französisch­englische Schutzvertrag auf Grund des letzten Absages des Ar­titel 429 nicht habe in Kraft treten tönnen, die Belegung des linten Rheinufers nicht zeitlich begrenzt sei.( Lebhafter Beifall auf allen Bänken.) Leygues sagte nach Meldung der Havasagentur: Sie sehen, welche Mittel wir zur Verfügung haben!", nach dem ,, Echo de Paris" aber: Ich danke Herrn Tardien für diese Auf­flärung, die die Aussprache noch flarer macht. Schließlich sprach der Ministerpräsident von der moralischen und geistigen Stärte Frant­reichs, lehnte aber den beantragten Maueranschlag seiner Rede ab. André Lefèvre, unterstützt vom Unterstaatssekretär für Luft­schiffahrt, Flandin, sprach von der umfangreichen Herstellung von Flugzeugen in Deutschland und Desterreich und hielt seine übrigen

Bedenten aufrecht.

Belgiens Schadenersatz

Brüssel, 24. Dezember.( W. T. B.)

Der belgische Finanzminister hat in einer Darlegung vor bet Kammer erklärt, Belgien habe an Reparationen erhalten Maschis nen und Rohmaterialien für 2,600 000 000, Rohlen, Farben und andere Produtte für 2 000 000 000 Franten.

Ueber die Staatsausgaben sagte er, der Kriegsminister habe eine serablegung der Heeresbedürfnisse um 400 Millionen angefündigt. Die Eisenbahn habe ein Defizit von 322 Millio nen. Für die ersten drei Monate im kommenden Jahre verlange die Ernährung einen Zuschuß von 597 Millionen. Die Hilfe für Arbeitslose, die im Jahre 1920 93 Millionen verlangt habe, erfordere im kommenden Jahre immerhin noch 73 Millionen.

Die Kammer hat den Gesezentwurf über Her absehung der Dienstzeit für die Infanterie auf 10 Monate mit 148 gegen

11 Stimmen angenommen.

jenige Longuets, die man die Tagesordnung der Wiederauf­bauer nennt, für den Zusammenschluß aller revolutionären Ele mente auf der Grundlage des Programms der jüngsten Berner Konferenz eintritt.

Paris, 26. Dezember.

Der sozialistische Parteitag in Tours fette heute seine Beratun gen fort. Die Delegierten der verschiedenen Bezirke berichteten über bie Stimmung in ihren Kreisen. Für den Oberrhein sprach Grumbach, der erklärte, es sei in Frankreich unmöglich, das durchzuführen, was in Rußland durchgeführt worden sei. Man dürfe die Frage der russischen Revolution nicht mit der Zustimmung zu den Grundsägen Lenins verwechseln. Für den Niederrhein be richtete der ehemalige Reichstagsabgeordnete Weill. In seinem Bezirke feien 102 Stimmen für die Dritte Internationale abge geben worden. Das sei eine Folge der verhängnisvollen Innen­und Außenpolitik der französischen Regierung.

Erhöhung der Unterstügungssäge für Arbeitslose

Dresben, 25. Dezember.

2898 Stimmen wurde beschlossen, die Tagesordnung lo abzuändern, nisationen beantragt. Außerdem ist das Arbeitsministerium beim

daß an erster Stelle die Frage des Anschlusses an die Dritte Internationale behandelt wird. 1223 Stimmen waren für die Beratung der Berichte, da, wie der Deputierte Blum erklärte, man zuerst wissen müsse, was die Partei geleistet habe, ehe man Beschluß darüber fassen könne, welcher Richtung sie fich anschließen wolle

Ferner wurde auf Antrag des Generalsekretärs der Partei Frossard beschlossen, daß sich zuerst die Parteisekretäre der ein zelnen Bezirle über die Stimmung in ihren Areisen ausiprechen Jollen. Erst dann wird in die eigentlige Debatte eingetreten wer ben und zwar auf der Grundlage der drei Tagesordnungen Ca hin, Longuet und Blum. Die Tagesordnung Cachin Frossard tritt für den bedingungslosen Anschluß an Mostau ein, die Tagesordnung Blum lehnt den Anschluß ab, während die­

Das sächsische Arbeitsministerium hat beim Reiche eine a II­gemeine Erhöhung der Unterstützungssäge für Arbeitslose entsprechend den Forderungen der Gewerkschaftsorga Reich wegen einer Menderung des§ 6 Abs. 2 der Verordnung vom 26. Juni 1920 vorstellig geworden. Nach diesem Paragra phen wurden Arbeitslose bisher nicht unterstützt, wenn die Ur­sache ihrer Erwerbslosigkeit ein Streit oder eine Aussperrung war, auch dann nicht, wenn beispielsweise Berg- und Elektrizitäts­arbeiter streitten und andere Berufe dadurch arbeitslos wurden.

Der Dresdener Mefallarbeiferitreit beendet. Der Streit der Dresbener Metallindustriearbeiter ilt nach vierzehntägiger Dauer beendet worden. Die Arbeit wurde in allen Betrieben auf­genommen. Der fächsische Demobilmachungskommissar hat, wie W. T. B. meldet, den am 15. Dezember vom Schlichtungsausschuß zur Beilegung des Metallarbeiterstreits gefällten, von den Arbeits gebern abgelehnten Schiedsspruch für verbindlich erklärt.

Carl Legien

Bor wenigen Tagen mußte Legien sich eines schweren Magenleidens wegen einer Operation unterziehen. Sonntag früh ist er gestorben.

Karl Legien war nicht unser Freund. An seinem offenen Grabe aber müssen wir aussprechen, daß mit ihm eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Arbeiterbe wegung dahingegangen ist. Eine jener Persönlichkeiten, die in den Anfängen und in den ersten schweren Kämpfen der Arbeiterbewegung wurzelten, die mit der Bewegung selbst emporwuchsen und in Wahrheit ein Teil der Arbeiter bewegung selbst waren.

Das Werden und Wesen und die Bedeutung der Genes zaltommission der Gewerkschaften Deutsch lands ist untrennbar verknüpft mit Legiens Ramen. Die Schranke des Sozialistengesezes war am 30. September 1890 gefallen. Die deutsche Arbeiterbewegung, ihr politischer 3weig sowohl, wie ihr wirtschaftlicher, formierten ihre Kämpferreihen von neuem. Führende Persönlichkeiten der gewerkschaftlichen Organisationen traten bereits am 10. Ro­vember 1890 in Berlin zu einer Konferenz zusammen. 74 Delegierte aller Gewerkschaften waren vertreten. Die Kon­ferenz segte eine Kommission zur Einberufung eines allge meinen Gewerkschaftsfongresses ein, die sofort nach der Kon­ferenz zusammentrat und sich unter dem Namen General­tommission der Gewerkschaften Deutschlands konstituierte. Sie wählte zu ihrem Borsigenden Carl Legien.

Seitdem begann ein machtvoller Aufstieg der deutschen Gewerkschaftsbewegung, zwar nicht durch die Generalfom miffion der Gewerkschaften, sondern durch die Gunst der wirt schaftlichen Verhältnisse hervorgerufen, dennoch aber durch bas Wirten der Generalfommission mit Carl Legien an der Spitze und durch die Energie und rastlose Arbeit dieses Mannes zweifellos gefördert. Die Generalfommission der Gewerkschaften richtete ihr Augenmert sofort darauf, die ganze Kraft der Arbeiterbewegung zusammenzufassen, das Kräfteverhältnis zwischen den einzelnen Organisationen aus­zugleichen, die Schwachen durch die Starken zu stützen, kleine Organisationen an größere anzuschließen, und so die Ent­widlung zu jenen machtvollen zentralistischen Industrie­gewerkschaften zu fördern, deren Größe und millionenfache Mitgliederzahl heute der deutschen Gewerkschaftsbewegung das Gepräge geben.

Carl Legien gehörte zu denen, die sich von vornherein gegen die Unterstellung der Gewerkschaftsorganisationen unter die politische Partei wehrten. Mit äußerster Energie und Zähigkeit führte er den Kampf für die taktische Un­abhängigkeit des wirtschaftlichen Zweiges der deutschen Ar­beiterbewegung. Wohl wollte auch Legien die Gewerkschafts­bewegung mit sozialistischem Geist erfüllt sehen, aber er wollte sie ausbilden zu einer Spezialwaffe der Arbeiterschaft, der im Kampfe für die Befreiung des Proletariats be stimmte Aufgaben zufallen, deren Lösung sie unabhängig von der politischen Bewegung nach eigenem taktischen Er­messen zu erstreben habe. Aus diesem Kampf ist der Begriff der Neutralität der Gewerkschaftsbewegung gebildet worden. Er hat indes im späteren Verlauf der Entwicklung eine Aus­legung erfahren, die zu den verderblichsten Fehlschlüssen führte, deren Wirkungen gerade gegenwärtig, im Stadium der aktuellen sozialistischen Revolution, oft verhängnisvoll fühlbar werden.

Jahrzehnte bedeutender gewerkschaftlicher Erfolge führten zu einer einseitigen Ueberschäzung des ges wertschaftlichen Kampfmittels. Die Gunst der wirtschaftlichen Verhältnisse machte es möglich, durch Lohn­bewegungen und Streiks nennenswerte Erfolge an Lohnvers besserungen und Arbeitszeitverkürzungen zu erzielen, bis das Erstarken der Unternehmerorganisationen, die die Waffe der Ausfperrungen immer gefchidter zu handhaben verstanden, und der wachsende Widerstand der Staatsgewalt ebenso wie die ungünstige Preisgestaltung für die Lebensmittel weiteren Erhöhungen der Reallöhne eine Schranke zu setzen begannen. Die Entwicklung hatte die Gewerkschaftsbewegung indes bes reits zu weit hineingeführt in eine Taftit, die mehr und mehr in der Ausnühung der Möglichkeiten zu friedlichem Ausgleich, denn in der flaren und scharfen Klassenkampf­stellung mit allen ihren Konsequenzen die Aufgabe der Be wegung sah.

Als kurz vor Ausbruch des Weltkrieges die Gegensätze sich schärfer und schärfer zuspizten, als die Staatsgewalt sich an­schickte, der Gewerkschaftsbewegung offen oder auf Umwegen neue Knebel anzulegen, da war eine schnelle Umfehr nicht mehr möglich. Legien hatte als Führer der deutschen Ges blühte der Erfolg, unter seiner Führung wuchsen die Organi wertschaftsbewegung diese Entwicklung gefördert. Ihm fationen zu machtvoller Größe. Und wie der Erfolg Aus gangspunkt neuer Erfolge sein tann, so wird die Erfolg hascherei leicht zu einer Gefahr für das Festhalten an jenen Grundsägen des Klassenkampfes, die eine sozialistisch oriens tierte Bewegung für die Dauer allein zu tragen vermögen. In dieser Atmosphäre brach der Krieg aus, und die Parole des Burgfriedens paßte zu sehr zur Mentalität der deutschen Gewerkschaftsbureaukratie, als daß sie imstande gewesen wäre, in der allgemeinen Verwirrung ben geraden