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Einzelpreis 30 Pfg.

3. Jahrgang

Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, Gonntags und Montags wuz inmal. Der Bezugspreis beträgt bet freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin 10, M. im voraus zahlbar, von der Spedition selbst abgeholt 8,50 M. Für Poste aug nehmen sämtliche Boftanftalten Bestellungen entgegen.

Unter Streifband bogen für Deutschland und Österreich 16,50 M., für das übrige Ausland 21,50 2. glich Baluta- Aufschlag, per Brief für Deutschland und Österreich 30,-. Redaktion. Expedition und Berlag: Berlin 2, Greite Straße&.

Mittwoch, 29. Dezember 1920

Nummer 554

Morgen- Ausgabe

De achtgespaltene Ronpareillegeile obez Beren Raum koftet 6,-. etnjahiteflie Teuerungszufchlag. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort 2,- M., febes weitere Wort 1,50 m., einfchließlich Teuerungszuschlag. Laufende Anzeigen laut Tarif. Familien Ungeigen und Stellen- Gesuche 3,20 m. netto pro Zeile. Stellen Gefuchs Wort- Anzeigen: bas fettgedruckte Wort 1,50 m., febes weitere Wort 1,- Bernsprecher: Bentrum 2030, 2645, 4516. 4603, 4635, 4640, 4921

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Berliner Organ

ber Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Berurteilung der ungarischen Boltstommiffare

Unverantwortliches Spiel

Die ausländische Presse läßt deutlich die unselige Wirkung erkennen, die die deutsche Note, die die Aufrechterhaltung ber

Bier Personen zum Tode, sechs zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt Einwohnerwehren in Bayern und Ostpreußen_an­

Die ungarischen Senter haben ihr Wert vollbracht. Nachdem der lie in einer fast fünf Monate währenden Verhandlung gegen die themaligen Boltstommiffare nichts vorzubringen vermochten, was eine Berurteilung auch nur im entferntesten rechtfertigen tönnte. haben fie furzen Prozeß gemacht und den Budapester Straf­Berichtshof ein Bluturteil fällen lassen, das überall in der ganzen Welt eine Welle von Wut und Empörung hochtreiben wird. Wie der Voffiichen Zeitung" aus Budapest gebrahtet wird, wurden Josef Haubrich, Beter Agoston, Defiber Botany und Karl Bantos lum Tode durch den Strang, die übrigen Angeklagten, Franz Bajati, Anton Dovejot, Josef Kelen, Heinrich Kalmar, Alexander Szabados und Georg Nnisztor, zu lebensläng ligem 3uthaus verurteilt. Die Senter haben wieder Ars beit, und die ungarischen Zuchthäuser, in denen tausende ges gelten fangener Freiheitstämpfer schmachten, werden zur Grabstätte der Tin. Roch nicht hingemordeten ehemaligen Boltstommiffare.

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Die Richter, die das Budapester Bluturteil fällten, konnten den engeklagten zehn Boltskommissaren fein einziges persönliches Vers 6 sehen, feinen Mißbrauch ihrer Amtsgewalt zu persönlichen oder tens bis tigennügigen Zweden nachweisen. Sie vermochten auch die gegen brigens die Boltstommissare erhobene Anklage des Mordes nicht zu bes gründen, ba in der Verhandlung der schlüssige Nachweis erbragt wurde, daß die Angeklagten an den Maßnahmen der revolutios Bollvers en Gerichte nicht nur feinen Anteil hatten, fonbern mit allem te eine ihrem Einfluß alle terroristischen Maßnahmen bekämpft haben. Das Urteil tüßt sich deshalb vor allem auf die politischen Sigung Sandlungen der Volkskommissare. Bantos und Haubrich Str. 17, werden des Hochverrats" schuldig gesprochen, weil sie durch den tattons Anschluß der Sozialdemokraten an die Kommunisten den Auss erthor bruch der Proletarierbittatur vorbereitet und durch ihre weitere Tätigkeit an der Schaffung der Sowjetverfassung teilgenommen haben. Ferner wurden diese beiben, weil sie an der Vernichtung in det der Bürgerlichen Herrschaft teilnahmen, der Anstiftung zum Auf­tuhr schuldig gesprochen. Von den weiteren an den Haaren herbeis ng bes gezogenen Urteilsbegründungen( Anstiftung zum Mord" und zählig alimünzerei") fann abgesehen werben. In den Hauptpunkten Der Urteilsbegründung liegt das nadte Eingeständnis, daß die hemaligen Boltskommissare zum Tode durch den Strang resp. zu ethett lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt werden, weil sie für die Dittatur des Proletariats eintraten, an die Stelle des zusammengebrochenen bürgerlichen Staates den sozialistischen Staat jegen wollten.

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Dieses Urteil wird gefällt 16 Monate nach dem Sturze der Ungarischen Räteherrschaft. Es wird gefällt trotz der geschimt lich feststehenden Tatsache, daß die Rätemacht nicht infolge eines Butiches, eines Aufstandes ufw., sondern infolge bes Zusammen bruchs ber bürgerlichen Republik, die freiwillig abdanite, an bie Sigel Serrschaft gelangte. Die 16 Monate nach dem Sturz der Rätes Sammer macht sind ausgefüllt mit Blutorgien einer entmenschten Herren echbete laste, die in der mehrtausendjährigen Menschheitsgeschichte taum hrauber ihresgleichen haben. Was alles an Barbarei, Unmenschlichkeit, hthofe vichischen. Ausschreitungen gegen das Proletariat und die vers folgte jüdische Bevölkerung von den Bluthunden Horthys verübt morden ist, genügt, um die ungarische Herrentefte für immer mit dem Schandmal der Verachtung zu zeichnen. Sie ver bient dieje Berachtung in verstärktem Maße, nachdem sie nun, trotz des vor turzem erschienenen Protestes der besten Vertreter tätlich der europäischen Kulturwelt, das Bluturteil gegen die angeklag­ten Bolfskommissare der europäischen Kulturmelt ins Gesicht chleudert.

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Die ungarischen Bolkskommissare

Nachstehend geben wir einige furze Angaben über die verurteil­ten ungarischen Genossen:

1. Josef Haubrich, Sekretär des Metallarbeiterverbandes, seit 18 Jahren Mitglied der sozialdemokratischen Partei, gewesener Boltskommissär für Heerwesen und Stadtkommandant in Buda­pest, von Beruf Metallgießer. Mit eiserner Disziplin hat er wäh­rend der Rätezeit die Ordnung aufrechterhalten, und ihm ist es zu verbanken, daß trotz des Bürgerkrieges in Budapest während der Rätezeit musterhafte Ordnung herrschte. In der nach der Räte­diktatur gebildeten Regierung Beidl blieb er auf Wunsch der Entente auf dem Posten des Kriegsministers.

2. Peter Agofton, gewesener Volkskommissär für Justiz, Pro­fessor der Rechtsakademie, seit 21 Jahren Mitglied der sozialdemo tratischen Partei, Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Werte. In der Beidl- Regierung wurde er auf Wunsch der Entente zum Minister des Aeußeren ernannt.

3. Defider, Botanyi, gewesener Volkskommissär für Bolfswohl. fahrt, einer der Begründer der ungarländischen sozialdemokratischen Partei, seit 23 Jahren Mitglied des Parteivorstandes, Obmann der Gewerkschaftsorganisation der Bauarbeiter. Glänzender Red­ner, Berfasser zahlreicher Parteischriften. Der Name Botangi be beutet in Ungarn die Berförperung der Sozialdemokratie. Db­wohl Autodidakt, ist Bofanyi einer der bedeutendsten Sozial­wissenschaftler in Ungarn. Die Arbeiterschaft hängt, mit findlicher Liebe an seiner Person.

4. Karl Bantus, Jeit 21 Jahren Mitglied der sozialdemokratischen Bartei, gewesener Parteisekretär, war Wolfskommissär für Land­wirtschaft, hat die Organisation der landwirtschaftlichen Produk­tion geleitet.

5. Franz Bajati, gemesener Volkskommissär für Sozialisierung, Gefretär des Metallarbeiterverbandes, seit 19 Jahren Mitglied der sozialdemokratischen Partei, von Beruf Schlossergehilfe. Hat mährend der Rätezeit für die Organisierung der Produktion und Herstellung der Arbeitsdisziplin gewirkt. Seine Rede vor dem Gericht hat allgemeines Aufsehen erregt.

6. Anton Dovociat, Obmann des Metallarbeiterverbandes, seit 23 Jahren Mitglied der sozialdemokratischen Partei, von Beruf Metallarbeiter. In der Räteregierung war er Boltskommissär für Sozialisierung, hat sich nur mit organisatorischen Fragen ber Sozialisierung beschäftigt und an politischen Entscheidungen teinen Anteil genommen. Ist einer der besten Organisatoren der Arbei­terbewegung. In der Peidl- Regierung blieb er Minister für Han­del und Industrie.

7. Jojej Kelen, ein verhältnismäßig junger Ingenieur, seit acht Jahren Mitglied der sozialdemokratischen Partei, war Bolts­tommissär für Sozialisierung. Er hat in dieser Eigenschaft nur die technischen Fragen der Sozialisierung geregelt. Relen war niemals Politifer, hat sich als überzeugter Sozialdemokrat und Anhänger des Gedantens der Sozialisierung nur für die technische Seite dieses Problems interessiert. Ein hervorragender Gelehr­ter, Verfasser von aufsehenerregenden wissenschaftlichen Schriften. Professor Einstein und andere Gelehrte haben seine wissenschaftliche Tätigkeit vor der Deffentlichkeit gewürdigt.

8. Heinrich Kalmár, seit 28 Jahren Mitglied der sozialdemo fratischen Partei, Rebatteur des Barteiblattes Boltsstimme", Führer der deutschen Sozialdemokraten in Ungarn, war in der Rätezeit Boltskommissär für Deutschmestungarn. Während ber Rätezeit hat er sich ausschließlich mit Kulturfragen der Deutschen in Ungarn befaßt.

Das Budapester Urteil ist nicht nur ein Schandmal, es ist eine geschäft Serausforderung an das Gewissen der ganzen Welt. Die Banditen und Sadisten um Horthy und Heijas be Wana lunden damit, daß fie trotz aller Einsprüche und Mahnungen von Dou befreundeter diplomatischer Seite das Recht für sich in Anspruch gebund. nehmen, ihre politischen Gegner nach den Grundsägen Attilas und their ichingis- Chans hinzuorden. Sie pfeifen auf die Ratschläge der be 8-2 französischen und englischen Diplomatie ebenjo, wie auf die Pros Benoffe tefie der Ruiturwelt, denn höher als alle anderen Erwägungen einige Schriften von Marg und Engels ins Ungarische übersetzt.

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timme teht für diese Räubergesellschaft die Erhaltung ihrer natten Macht, die als Grundlage für die erstartende mitteleuropäische Konterrevolution dienen soll.

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9. Alerander Szabados, feit 27 Jahren Mitglied der sozial­demokratischen Partei, Sekretär ber Landesarbeiterfrankenkasse, von Beruf Jurist; war Boltskommissär für Unterricht, hat nur als Beamter fungiert und sich ausschließlich mit Kultur- und Kunst­fragen beschäftigt. Szabados hat einige vortreffliche Broschüren

10. Georg Nyisztor, seit 24 Jahren Mitglied der sozialdemokrati­schen Partei, Sekretär der Organisation der Landarbeiter, war Volfstommissär für Landwirtschaft, von Beruf Landarbeiter. Hat sein Amt während der Rütezeit mit ausgezeichneter Fachkenntnis ausgeübt.

Das Budapester Bluturteil macht das Maß der Empörung, die über die Greuel Ungarns im Herzen des Proletariats der ganzen Welt angewachsen ist, übervoll. Schon einmal haben die irciter Europas cine internationale Attion begonnen, um dem weißen Deutsch- helgische Wirtschaftsbeziehungen. Wie die Brüsseler Terror in Ungarn ein Ende zu bereiten. Dieser Versuch schlug fehl, weil dieser Bewegung die nötige Einheit und Geschlossenheit Zeitung Indépendance belge" meldet, wird in Antwerpen eine bot mangelte. Nun, nach dieser neuesten Provokation der nagarischen Delegation der deutschen Schiffahrtsgesellschaften und der deut­Bluthunde darf nicht länger gezögert werden, das Proletariat der schen Reeber erwartet, um über die Wiederanknüpfung der Be­ganzen Welt erneut gegen Sorthy Ungarn aufzusichungen zu der Safenverwaltung zu verhandeln. Es handelt sich hauptsächlich darum, Anlegepläge für die age rufen. Nachdem der Appell an die Menschlichkeit der Budapester deutschen Schiffe zu erlangen und auch darum, Filialen der Schiff­Richter mit einem hernasfordernden Bluturteil beantwortet fahrtsgesenschaften in Antwerpen zuzulassen. Bereits vor einigen Monaten jeten diese Berhandlungen angebahnt worden, fie feien worden ist, gibt es fein anderes Mittel, als alle Arbeiter aber damals gescheitert, weil die Deutschen Bedingungen gestellt en und Arbeiterinnen, alle ehrlich denkenden und empfindenden Menschen zum aktiven Rampi hätten, die die Antwerpener Stadtverwaltung nicht habe on­gegen den weißen Terror in Ungarn aufzurufen. nehmen wollen.

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strebt, angerichtet hat. Während in Brüssel Verhandlun gen geführt werden, deren Ausgang für die ökonomische Zu­funft Deutschlands entscheidend werden können, weiß die deutsche Regierung unter dem Diktat der bayerischen und militärischen Reaftion nichts anderes zu tun, als durch ver logene, die wirklichen Berhältnisse falsch darstellende Noten die Stimmung zu verderben und den Scharfmachern gegen Deutschland im Auslande ihr Spiel zu erleichtern. Wie sehr dies der Fall ist, geht sehr deutlich aus einem Artikel des ,, Temps" hervor, der flar ausspricht, wie sehr das Verhalten der deutschen Regierung allen Bestrebungen, um zu einem wirtschaftlichen Ausgleich zu gelangen, immer neue Hinder­nisse bereitet. Das die Regierungsstimmung in Frankreich widerspiegelnde Blatt sagt:

In dem gleichen Augenblid, in dem der französische Ministerpräsident ein Programm für den europäischen Frieden formulierte, in dem Augenblid, in dem die Majorität der Rammer durch Beifall den Leiter der Regierung unterstüßte, aus der Herr Andree Lefèvre ausgeschieden ist, gerade in diesem Augenblick hielt die deutsche Regierung die Zeit für ge tommen, den Leuten, die zu unerbittlicher Gewalt gegen Deutschland raten, ein neues Argument zu liefern. Man hat in Berlin eine Note veröffentlicht, durch die Deutschland es zum zweiten Male ablehnt, die sogenannten Bürgerwehren Bayerns und Ostpreußens auf zulösen. Die erfte Weigerung batiert vom 9. Dezember, Seither haben die Sachverständigen der Entente in Brüssel mit den Sachverständigen Deutschlands tonferiert. Der gute Wille auf unserer Seite war wirklich so groß wie möglich. Run empfangent wir als Dant und Ermutigung diese Note aus Berlin! So II das wirklich weiter so fort gehen, wird sich wirklich jedesmal, wenn versucht werden soll, den Geist des Friedens in Europa wieder erstehen zu lassen, in Deutschland jemand finden, um den Geist des Krieges von neuem hervorzurufen, und gerade in der Zeit, von der es heißt Friede auf Erden?" Es ist nicht unsere Aufgabe, die innere Politit Deutschlands zu kritisieren. Aber dieser Vorfall verpflichtet uns noch einmal dazu. Beim Anblid dieser neuen deutschen Note sind wir gezwungen, zu fragen: In wessen Namen wird die Auflösung dieser monarchistischen Truppenförper verweigert? Im Namen des republikanischen Reiches und seines Reichstages, der nach dem allgemeinen Stimmrecht gewählt ist? oder spricht die Berliner Regierung im Namen bez bayerischen und preußia [ chen Reaktionäre? Wir sind geneigt, anzunehmen, daß bie legte Vermutung richtig ist."

Der Temps" sieht nicht mit Unrecht in dieser neuen Note ein Manöver der Reaktion. Aus Besorgnis um die Einig­feit Deutschlands und selbst reaktionären Einflüssen zugäng lich, verweigert die republikanische Reichsregierung die Auf­lösung der Einwohnerwehren.

,, Die bayerischen und preußischen Reaktionäre wünschen sich Glüd dazu, einen neuen Streitpunkt zwischen der Entente und der republifanischen Reichszegic= zung geschaffen zu haben. Denn sie hofft, daß Frankreich und England nicht gleicher Meinung sein werden, wenn es sich darum handelt, Zwangsmaßregeln anzuwenden; daß der deutsche Patrio tismus, der langen Auseinanderseßung müde, sich gegen die republikanische Einrichtung erheben wird; und daß endlich Deutschland, befreit von ber republitanischen Regierung und gegenüber einem isolierten Frankreich eine Revanche vorbereiten fönnte, die aufs neue die Throne der Sohenzollern und der Wittelsbacher mit Ruhm bedecken fönnte. So sieht nach unserer Meinung dies Manöver aus."

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Abgesehen von der wenig begründeten Sorge vor der Revanche unsere Reaktionäre ersehnen die Niederwerfung des inneren Feindes viel heißer als das Wagnis eines neuen Krieges hat der Temps" vollständig recht, wenn er in dem Kampf um die Erhaltung der Einwohnerwehren ein reaktionäres Manöver erblidt. Das Unverantwortliche der Haltung der deutschen Regierung liegt aber darin, daß die Begünstigung der bayerischen und ostpreußischen Real­tion, die zunächst eine innere deutsche Frage ist, zugleich die außenpolitische Situation des deutschen Boltes außerordentlich verschlechtert und sehr leicht eine neue internationale Krise herauf­beschwören könnte. Dagegen gilt es denn doch mit aller Energie vorzugehen. Dabei erinnern wir uns daran, daß ja diese Regierung eine Minoritätsregierung ist, die von der inoffiziellen Unterstützung der Rechtssozialisten lebt. Nun findet zwar der Vor­wärts" scharfe Worte gegen die Haltung der Regierung und fordert, worin mit ihm zustimmen fönnen, die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses. Aber wir meinen, daß mit bloßen Worten gegenüber der Sartnädigkeit der Regierung