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Frauenstimme

Ar.26 45.3abrgang

Beilage zum Vorwärts

25. Desember 1928

115 do

Friede auf Erden!

Bon Clara Bohm- Schuch .

machen, an welchem Ende der Welt er auch auszubrechen broht. Bolivien und Paraguay haben die friegerischen Hand fungen eingestellt, als vier große Nachbarstaaten beschlossen, ble Blockade über beide Kriegführende zu verhängen. Das ist ber Weg. ben auch der Völkerbund beschreiten sollte. Wenn niemand mehr am Kriege reich werden tann, lit ein großer Antrieb, ihn zu führen, aus der Welt geschafft. Wenn | Deutschland troß der furchtbaren Hungerblodabe den Krieg

Sonnenwende

Die Sonne will sich wenden Und geben neuen Glanz. Alldunkelheit will enden. Bald fragt ihr in den Händen Des Frühlings bunten Kranz. Wie Fackeln sollt ihr zünden Und geben neuen Schein. Ihr sollt den Holzstoff zünden Und himmelhoch verkünden Von neuer Menschen Sein.

Zehn Jahre fiab es nun, feit wir das erste Weihnachts­fest nach dem Kriege feierten. Nach einer Ewigkeit voll Lob und Berwüstung, Elend und Sammer. So bereit zum Frieben waren wir alle, je voll von Fluch gegen den Krieg. Und nun ist so vieles vergeffen. Soviel Wille zum Gutsein wurde erfhlagen von der Rot, ble fich höhnend als Erbin bes Krieges aufredte; foolel Rohelt und Gemeinbelt, ble auf dem Bestboben des Krieges gewachsen waren, triumphierten auch in der Nachkriegszell. Zehn Jahre find es her, feit der Weltkrieg beendet, aber Friede ist noch immer nicht ge­worden. Haß und Mißtrauen werden mühsam nur durch den Verstand ge­zügelt, burch die Aufrechnung des Vor­tells, der aus der jeweiligen Haltung erwächst. Ein Rechenerempel war auch der Weltkrieg, es ging um die Bor nachtstellung in Europa . Aber bie Rechnung war falsch, alle verloren. Die Besiegten, bie sich ihre Niederlage am unumoundesten eingestehen mußten, mußten naturgemäß auch ihre Bolitit am fchärfften umstellen, am tatkräftig. ften auf die Bölterverständigung hin­arbetten, ba fie burch bie Friedensver träge militärisch machtlos geworden woren. Allmählich erwuchs unter dem Einfluß der Sozialisten in Deutschland und Desterreich aus diesem Müssen die Erkenntnis der Richtigkeit bes einge­schlagenen Weges, aber feft peranfert ift auch im beutschen Bolte ber Wille sum Frieben noch nicht. Daß ein großes Gebiet beutschen Bodens, zehn Bahre nach Beendigung des Krieges, noch immer von fremben Truppen be­leht ist, gibt ber Berbitterung immer neue Nahrung. Daß bas entwaffnete Deutschland von Frankreich , trog aller abgefchloffenen freiwilligen Friedens perträge, noch immer als ble größte Gefahr für seine Sicherhelt betrachtet wird, macht viele ehrliche Friedens­fämpfer in Deutschland mutles. Ntur

Der Christus wird geboren Aus eurem eignen Schoff, Ihr geht in Nacht verloren, Dem Dunkel zugeschworen, Seid ihr nicht selber groß?

Das Schicksal müßt ihr zwingen Mit eisenharter Hand, Dann steigt aus eurem Ringen Und dröhnt mit starkem Singen Das Erdenvaterland.

Bruno Schönlank

noch jahrelang fortjeßte, so boch nur, well bas Gefchmelß der Striegsgewinn fer sich auch noch an unserer bittersten Not mästete und well ble Herrschenden nicht sehen wollten, welche Berwüstun­gen in den Massen der Hunger, bie Entbehrungen jeder Art, anrichteten. Die Blodabe ist bie furchtbarste Waffe, fie trifft am härtesten bie schuldlojen Rinder und in ihnen die Mütter. Darum haben zuerst und vor allem die Frauen und Mütter darauf zu achten, baß feine Kriegsgefahr heraufbeschworen wird, damit die Hungerwaffe nicht zur An wendung fommen fann.

Weihnachten ist im tiefsten Grunds das Fest der Kinber. Aber es ist nicht genug, wenn wir ben Stinbern Freude beretten, um uns an threm Kinderglüc zu freuen. Es ist nicht genug. wenn wir bas Tannenbäumchen schmiden, um in dem Schein feiner Lichter voll Friebe und Hoffnung zu werden. Gerade dies still- fröhliche Fest soll uns neuen Willen und neue Kraft geben, an dem Glüc unferer Kinder zu arbeiten, ihnen ben Weg zu einem befferen Menschen­tum bahnen zu helfen, ihnen den Frie ben zu sichern. Unserer Kindert Nicht mein, nicht bein. Wir alle sind verant wortlich für alle, die heranwachsen; wir alle haben zu sorgen, daß alle Kinder persorgt werden. Steins bürfte hungern und frieren, feine fleine Seele bürfte weinen in unverstandenem Web, fein junger Mensch dürfte freudlos schaffen bie Bergangenheit des militaristischen Deutschland vor dem müssen, nur um des Lebens Notburst und Nahrung. Die Rriege fann ein solches Mißtrauen rechtfertigen, nie und christliche Kirche hat die fromme Legende von dem Jesus aimmer aber ble Haltung des neuen Deutschland in blesen findlein in der Krippe in den Mittelpunkt ihrer Lehre ge gehn Rachfriegsjahren. Wenn anjere ehemaligen Gegner die stellt. In Armut und Niedrigfeit soll der Mensch geboren Ueberwachung des Friedens dem deutschen Bolte allein über fein, der die Menschheit durch Liebe erlösen sollte aus aller ließen, würden fie feine moralische Berantwortlichkeit un- Fron, und über dem niederen Dach des Stalles stand hell geheuer flärfen und baran helfen, daß die Bertreter der Ge- der Stern der Verheißung. Noch heute strahlt der Stern toaltpolitit in ihm vollkommen bedeutungslos würden. Ganz ber Hoffnung und Verheißung über jedes Kindleins Geburt, andere Kretje als einst bestimmen heute bas politische Schick und wir alle sollen helfen, daß fein Glang nicht erlöschen fal Deutschlands . Nicht nur in der Führung, sondern im fann in Armut und Not. Daß alle Sehnsucht und Kraft sich Grund. Die große Masse der schaffenden Männer, Frauen sammle in der Gemeinschaft aller Unterdrückten, aller berer, und Jugendlichen will ben Frieben der Welt. Gie wiffen, ble an der Befreiung des Menschentums arbeiten. Bieles baß der Krieg alle äußere und innere Stultur vernichtet, daß ist besser geworden auf dem Gebiete der Mütter, Kinder nur in frieblicher Entwicklung ein Aufstieg der Menschheit und Jugendfürforge in der deutschen Republit, noch viel möglich ist. Darum wollen wir Sozialisten, daß die Böller mehr muß besser werben. Es ist ein unerträglicher Gea fich einigen auf Bedingungen, die den Krieg unmöglichdante, daß junge blühende Menschenkinder schuylos bas