Für unsere Kinder
Nr. 17 oo ooooo Beilage zur Gleichheit ooo oooo 1910
Inhaltsverzeichnis: Der Eidervogel. Von Henrik| herzustellen. Auch in der Anwendung vervoll Ibsen.( Gedicht.)- Aus dem Reiche der Technik: tommneter Kriegsmittel, Gewehre und Kas VII. Kriegswaffen zur See. Von Rich. Weldt.. nonen, Torpedos und Seeminen, ist die Mensch Hoch unterm Dach. Von Emma Döly.( Gedicht.) heit vorwärtsgeschritten.
Aus dem Leben einer Eiche. Ein Märchen von Fr. Pritschow. Arno. Von E. Seton Thompson. ( Forts.)- Schneckenlied. Von Viktor Blüthgen.
( Gedicht.)
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Der Eidervogel.
Ben Henrik Jbsen.
Wo der blaugraue Fjord die Küste zersägt, Der Eidervogel sein Dest aufschlägt. Er pflückt von der Brust sich den weichen Daun ,
Es traulich und warm in den Fels zu baun. Des Fjordfischers Herz bat für Mitleid nicht Raum;
Er plündert das nest bis zum letzten Flaum. Der Vogel, voll trotziger Lebenslust, Zerrupft sich von neuem die eigene Brust. Und aber geplündert, er bettet sich doch Uon neuem sein nest in ein wohlversteckt Loch.
Doch wenn ihn das Schicksal zum drittenmal schlug,
So hebt er die blutende Brust zum Flug-
Und flieht aus dem kalten, ungastlichen Land GenSüden, gen Süden, nach sonnigerm Strand!
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Aus dem Reiche der Technik.
VII. Kriegswaffen zur See. Der Mensch verbessert durch die Technik fortgesetzt seine Arbeitsmittel. Er hat sich Tunstvoll zusammengesetzte Werkzeuge und Mas schinen geschaffen, um mit ihnen jene Arbeitsleistungen zu verrichten, die das heutige Zu sammenleben der Menschen notwendig macht. Aber die Technik befähigt den Menschen, nicht nur Werke der aufbauenden Arbeit, Werke des Friedens auszuführen, sondern die Männer der Technik sind auch unablässig bestrebt, wirt. same Zerstörungsmittel, Berie des Strieges,
Das zeigt sich am furchtbarsten im heutigen Seefrieg. Wenn heute zwei Kulturvölter" mit ihren Kriegsflotten aufeinander losgehen, dann wird der Kampf zu einem entseglichen, grausamen Morden, wie es in den Seekriegen früherer Zeiten nicht möglich war. Bon der technischen Entwicklung der Kriegsmittel zur See will ich heute ein wenig erzählen.
Da ist zunächst die Torpedowaffe. Ihr müßt euch darunter eine Zigarre von etwa sechs bis sieben Meter Länge und einem halben
Meter Dicke vorstellen. Oder besser, bentt
euch einen Haifisch von dieser Größe. Sein Außenkörper ist aus Bronzeguß hergestellt. Der vordere Teil, der Kopf, dient zur Aufnahme der Sprengladung. Man nimmt dazu Schießbaumwolle. Ich sage euch, diese Schießbaumwolle ist ein ganz gefährlicher Stoff. Würde euch zum Beispiel jemand nur ein Viertelpfund von dieser Schießbaumwolle auf euren Spielplatz hinlegen und sie dann anzünden, so würde die ganze Masse mit einem furchtbaren Knall explodieren.
Nun stellt euch vor, daß diefer TorpedoSaifisch 90 Kilogramm von der gefährlichen Schießbaumwolle in seinem Kopfe birgt. Ein selbsttätiger Zündermechanismus bringt die gange Ladung zur Explosion, wenn die Spitze des Geschosses auf die Wand des feindlichen Schiffes aufprallt. Jm Bauche des Torpedos ist ein Kessel mit einer tompletten Maschine, einem Antriebsmotor, eingebaut. Dem Kessel wird zusammengepreßte Luft zugeführt. Diese sucht sich auszudehnen und treibt den Motor, der seine Bewegung wiederum auf zwei Flügelschrauben am Schwanzftüd des Torpedos überträgt. Die Flügelschrauben peitschen mit rafender Geschwindigkeit das Wasser und treiben dadurch das ganze Torpedogeschoß vorwärts.
Vom Boot aus wird die Waffe abgefeuert. Mechanisch stellt sich die Steuerung ein, mechanisch setzt sich der Motor in Bewegung, in einer Tiefe von etwa fünf Meter unter dem Meeresspiegel rudert sich das Geschoß durch das Wasser und schlägt, wenn richtig gezielt wurde, ein och in die Band bes feinblichen Schiffes.