Für unsere Kinder

Nr. 20 ooooooo Beilage zur Gleichheit ooooooo 1912

Tanner.( Gedicht.)

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haus. Von Jürgen Brand. Tod in Aehren. Von Detlev v. Liliencron . Das Leben auf einer einsamen Insel. Vom kleinen Jusseff. Von Ella Wierzbitzki. Das Unkraut, Von Karl Ewald . -Königsterze. Bon Joh. Trojan.( Gedicht.)

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Im Gewitter.

Don K. R. Tanner.

Die Schwalben fliegen bang und tief Auf nächtlich düstern Gründen hin, Ein Regenschauer brauset schief Durchs Land daher; das Licht entschlief.

Ich aber, schauend, hoffe gar: Den Schmerz besiegt der feste Sinn; Je dunkler ist die Wolkenschar, Je schneller wird der Himmel klar.

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Vorderhaus und Hinterhaus.

Snhaltsverzeichnis: Im Gewitter. Von K. R.| geringe Mühe kosten laffen, sie selber herzu­Borderhaus und Hinter- richten. Auf den ersten Blick sollte man meinen, so ein kleiner Bursche täme wohl mit einer weniger geräumigen Wohnung aus. Aber Jo­Chen denkt darüber anders. Als guter Familien­pater fühlt er sich vor allem verpflichtet, für seine Nachkommen zu sorgen, und da er in der Regel auf eine zahlreiche Familie rechnen kann, so muß er eine geräumige Wohnung haben. Bauplatz ist ja reichlich vorhanden. Groß ge­nug ist also die Wohnung, und einigermaßen sicher steht sie auch. Jedoch ihr Außeres läßt sehr viel zu wünschen übrig. Wollte man nach dem Außeren des Hauses auf den Charakter seines Erbauers schließen, so müßte man ohne weiteres zugeben, daß Jochen ein großer Lüder­jahn sein muß. Und das trifft denn auch so ziemlich zu. Der ganze Bau ist höchst unor­dentlich aufgeführt; überall hängen die langen Strohhalme herunter. Die gütige Natur hat indessen ein Einsehen gehabt und hat die lieder­liche Außenseite aufs freundlichste mit grünen Zweigen umgeben. Aber Jochen ist ein Schlau­meier; er denkt: Bei mir soll es nicht heißen: buten fix und binnen nix( außen fix und innen nig). Ist das Häuschen außen auch ruppig, innen ist es um so behaglicher. Hier haben der sorgsame Jochen und seine allzeit hilfbereite Frau die weichsten Federn herbeigetragen, um die Wohnung so mollig und warm einzurichten, daß ihre Kinder, solange sie nackt und bloß sind, nicht zu frieren brauchen. Denn die Spatzen­finder kommen ebenso splitternackt in diese talte Welt, wie die kleinen Menschenkinder. Und darum ist es ein schöner Zug in Jochens Wesen, Wenn ich aus dem Fenster meiner Arbeits- daß er zärtliche Vorsorge trifft für seine hilf­stube im ersten Stock hinaussehe, so wird mein lose Brut. Im übrigen, ihr fennt ihn ja, ist Gesichtsfeld nahezu ausgefüllt durch die Krone er ein ziemlich frecher Bursche. Breit und dreist eines Lindenbaumes. Die Straße, die an meinem fißt er vor der Tür seiner Hütte und schreit Wohnhause vorüberführt, ist nämlich mit Lin- unaufhörlich lungernd: Gib, gib, gib! Und denbäumen bepflanzt. Die Linde an meinem wenn niemand darauf hört, so nimmt er's sich, Fenster hat durch häufiges Beschneiden beson- wo er's friegen fann. Erst fürzlich hat er ein ders knorrige Äste erhalten, und auf einem dieser ganzes Erbsenfeld verwüstet, der Strolch! Wenn Aste, gerade an der Stelle, wo er abgesägt ist, ich auch zuweilen aus meinem Fenster drohend steht die Proletarierwohnung. Der Erbauer den Finger erhebe, so fümmert er sich nicht und glückliche Besizer ist Jochen, der Spaz. im mindesten darum, sondern schreit nur um so Obschon er, je nach den Umständen, auch nichts lauter. Im Grunde kann ich ihm aber doch danach fragt, anderen Leuten, zum Beispiel nicht böse sein. Du liebe Zeit! Woher soll er der Schwalbe, einfach ihre Wohnung wegzu- die feinen Manieren haben? Sein ganzes Leben nehmen, in diesem Falle hat er's sich nicht bringt er auf der Gasse zu und muß sich schlecht

Für gewöhnlich wohnen im Vorderhause die vornehmeren Leute und im Hinterhause die Habenichtse. Denn so ist es vorderhand noch auf dieser besten aller Welten": Wer den größten Geldsack hat, der kann auch am schön­ſten und zweckmäßigsten wohnen. In der Ge­schichte jedoch, die ich euch nun erzählen will, ist es umgekehrt: der Aristokrat, der Vornehme wohnt im Hinterhause, und der Plebejer, der Gewöhnliche, hat sich dickköpfig, wie er nun einmal ist, im Vorderhause höchst behaglich eingerichtet.