Für unsere Kinder

Nr. 23 ooooooo Beilage zur Gleichheit ooooooo 1915

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Die Eidechse. Gedicht von Paul Heyse. geheilte Patient. Von J. P. Hebel. Felsen nelke. Gedicht von Karl Gerot.

Sonnenaufgang.

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Sieh, der Morgen graut... den Himmel Purpurflammen säumen, Froh die junge Sonne grüßen

Döglein in den Bäumen. Steppen schimmern, über Fluren

Regt der Wind die Flügel, Grüne Weiden über Teichen Nicken auf dem Hügel. Sachte ihre dunklen Kronen Frische Gärten neigen, Hohe Pappeln, Wächtern gleichend, Stehn auf dem Feld und schweigen. Und das ganze Land, in Schönheit Strahlend und in Wonne, Grünt, im Morgentaue badend, Und begrüßt die Sonne. Ohne Anfang, ohne Ende

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Inhaltsverzeichnis: Sonnenaufgang. Gedicht| besonders in Notzeiten wie den heutigen, sehr von Taras Schewtschenko . Erntefest. Von wohl entbehren können. Aus dem Hafer be­B. S. Eine Geschichte vom Zweifüßler. Mär- reitet man Mehl, Schrot, Grüße, Haferflocken, chen von Karl Ewald. ( Fortsetzung.) Schwarze woraus nahrhafte Suppen und Breie her­Natten und graue Ratten. Von S. Lagerlöf. Der gestellt werden. Haferbrot ist in den Gegen­den üblich, wo kältere und feuchtere Witte­rung andere Getreidearten nicht mehr gut gedeihen läßt. Man gibt Hafer als Kraftfutter dem edelsten und auch körperlich angestrengte­sten Haustier, des Menschen Hugem Gehilfen im Frieben wie im Krieg: dem Pferd. Die Ab­fälle des Getreides beim Mahlen und Brauen, die Kleie und Trebern, dienen für Kinder, Schweine, Geflügel usw. als Maftfutter. Die schlanken Stengel, auf denen sich die schweren Ahren wiegen, das Stroh, wird ebenfalls als Viehfutter, ungeschnitten oder geschnitten- Häcksel verwendet. Man stopft damit auch Bettunterlagen, und viele Ärzte behaupten, Strohsäcke seien gesünder als die schönsten Matraßen. Ein weit größerer Teil des Strohs dient als Streu dem Vieh zum Lager, und als Hauptbestandteil des Mistes düngt er dann die Felder, und trägt so zu ihrer Fruchtbar machung bei. Das gilt auch von den Stoppeln und Wurzeln, die eingepflügt werden. Die Erde erhält nach einem großen Kreislauf an Kraft zurück, was sie an Kraft gegeben hat. Viel Stroh wird auch in der Industrie ver­wendet, besonders bei der Herstellung von Papier und Pappe. Vom geernteten Getreide geht auch nicht das geringste Teilchen ver­loren. Bei alledem ist es nicht verwunderlich, Nachdem die Kirschen reif geworden die wenn der Mensch gerade diese Frucht seiner erste und herrlichste Baumfrucht, die der landwirtschaftlichen Arbeit besonders achtet Sommer uns schenkt, die Stachel- und und ehrt. Niemand scheut sich, eine angebissene Johannisbeersträucher und ihre leicht erreich- und nicht mundende Baum- oder Erdfrucht baren Gaben lachend entgegenhalten, beginnt einfach wegzuschleudern. Ein Stück Brot an bald die Ernte jener Geschenke der Natur, die Erde zu werfen, wird überall, wo Men­die der Zunge weniger süße Freuden bereiten, schen wohnen, als Sünde angesehen, das ist die aber um so nahrhafter und haltbarer find, in legter Linie ein Vergehen gegen die Menschen­nämlich der Getreidearten. Eben ihrer Nahr- gemeinschaft. haftigkeit und Haltbarkeit wegen sind sie die Grundlage unserer heutigen Voltsernährung, unserer ganzen Kultur geworden. Aus dem Mehl des Roggens bereitet man in nördlichen Ländern in der Hauptsache das tägliche Brot, aus Weizen die Semmels und Kuchengebäcke, die Gerste liefert Graupen und in etwas ver­wickelter Rubereitung das Bier, das wir aber,

Alles dies! und mehren Könnte niemand solche Schönheit, Niemand sie zerstören.

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Erntefest.

Taras Schewischenko.

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Alle Getreidearten sind ursprünglich ganz gewöhnliche Wiesengräser gewesen, deren Körner der Wilde einst einfach sammelte. Diese Gräser mußten für ihre Aussaat und Fortpflanzung selbst sorgen. Da war wohl mancher Play, wo der Wilde Nahrung fam melte, bald für immer abgeerntet. Erst die Not, die denten lehrt, brachte auch hier dem