Nr. 1.
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Die Gleichheit.
ZENTA Sabrgang.
DES
Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen.
Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pfennig, durch die Post( eingetragen unter Nr. 2902) vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Jahres- Abonnement Mt. 2.60.
Mittwoch, den 6. Januar 1897.
Buschriften an die Redaktion der Gleichheit" find zu richten an Fr. Klara Zetkin ( Eißner ), Stuttgart , Rothebühl Straße 147, III. Die Expedition befindet sich in Stuttgart , Furthbach- Straße 12.
Genossinnen! Gedenkt der Hamburger Hafenarbeiter, welche die Profit- und Herrschgier der Unternehmer durch erbarmungslosen Kampf zur bedingungslosen Unterwerfung und zur Preisgabe des Koalitionsrechts zwingen will. Gedenkt der Tausende von Frauen und Kindern, denen kein fröhliches Weihnachtsfest leuchtete, und die schlimmste Sorgen und Entbehrungen im neuen Jahre erwarten. Es gilt der grimmigsten Noth Derer zu wehren, welche auch für Euere Interessen fämpfen und leiden!
Einladung zum Abonnement.
Mit der vorliegenden Nummer beginnt der siebente Jahrgang der„ Gleichheit".
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Wie bisher so wird die Gleichheit" auch fernerhin mit aller Energie und Schärfe fämpfen für die volle soziale Befreiung der proletarischen Frauenwelt, wie sie einzig und allein möglich ist in einer sozialistischen Gesellschaft. Denn nur in einer solchen verschwindet mit den jetzt herrschenden Eigenthums- und Wirthschaftsverhältnissen die Ursache jeder gesellschaftlichen Unterdrückung und Unfreiheit: die wirthschaftliche Abhängigkeit eines Menschen von einem anderen Menschen; denn nur in einer solchen verschwindet mit den jetzt herrschenden Eigenthums- und Wirthschaftsverhältnissen der Gegensatz zwischen Besißenden und Nichtbesitzenden, der soziale Gegensatz zwischen Mann und Frau, zwischen Kopfarbeit und Handarbeit.
Die Aufhebung dieser Gegenfäße kann jedoch nur erfolgen durch den Klassenkampf: die Befreiung des Proletariats kann nur das Werk des Proletariats selbst sein. Will die proletarische Frau frei werden, so muß sie sich der allgemeinen sozialistischen Arbeiterbewegung anschließen. Und nur ihr, feineswegs aber der bürgerlichen Frauenrechtelei, die zwar zu Gunsten des weiblichen Geschlechts innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft reformiren will, aber grundsäßlich eine Revolution der Gesellschaft zu Gunsten der ausgebeuteten Klasse zurückweist. Der charakterisirte Standpunkt, der Standpunkt des Klassenkampfs aber muß in einem Organ für die Intereffen der proletarischen Frauen scharf und unzweideutig betont werden. Und dies um so mehr, je mehr sich in letzter Zeit in Deutschland bürgerliche Frauenrechtlerinnen mehr als sonst angelegen sein lassen, durch allgemeine humanitäre Phrasen und kleinliche Konzessionen an Reformforderungen der Arbeiterinnen Quertreiberei unter die proletarische Frauenwelt tragen und sie dem Klassenkampf entziehen zu wollen.
Gerade aber die proletarischen Frauen für den Kassenkampf zu schulen, das wird auch in Zukunft die vornehmste Aufgabe der ,, Gleichheit" bleiben. Dem drohenden Ansturm der Reaktion gegen die sozialistische Bewegung zum Troß; der schon verwirklichten besonderen Reaktion gegen die klassenbewußten Proletarierinnen zum Troz! Ihrem alten Programm getreu wird die„ Gleichheit" auch im neuen Jahr rufen zu dem Streit, wo ein hüben und Drüben nur gilt." Wir hoffen, daß sich das Blatt damit die alten Sympathien erhalten und neue Sympathien erwerben wird.
Redaktion und Verlag werden wie bisher Alles aufbieten, was in ihren Kräften steht, damit die Gleichheit" ihrer Aufgabe gerecht wird.
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Die Gleichheit" ist im Reichspostzeitungskatalog pro 1897 eingetragen unter Nr. 2902, im württembergischen Katalog unter Nr. 125 und fostet vierteljährlich 55 Pfennig ohne Bestellgeld. Probe- und Agitationsnummern der„ Gleichheit" werden jederzeit gratis abgegeben. Recht zahlreichen neuen Abonnements sieht entgegen Die Redaktion und der Verlag.
Verkündigung.
Ein freier Bote steh' ich hier und Herold einer freien Stadt, Und eine Botschaft künd' ich euch, die mir ein Gott gegeben hat. Zum erstenmal geschieht es heut', auf dieser Erd' zum erstenmal, Daß sich der Mensch auf Erden wird bewußt der ganzen Menschheit Qual, Des Unrechts, das die Gier ihm thut und Herrschsucht übt und der Betrug, Der ihm die Augen stumpf gemacht, der seinen Geist in Ketten schlug. Und die Bewegung, die ihr schaut, wird unaufhaltsam weitergehn, Vor keines Wahnes Machtgebäu, vor keinem Throne bleibt sie stehn. Bis aus dem Gramgesicht der Welt das Elend nicht mehr grausig schaut, Und bis auf Erden allerwärts ein neuer Menschenfrühling thaut. Das ist die Leuchte, die uns führt, sie strahlt in wunderbarem Glanz, Und wandelt vor uns her im Streit, bis wir den Sieg errungen ganz. Wann abgewaschen von der Zeit das Unrecht sein wird und die Gier, Dann blühen Blumen weit und breit in nie geseh'ner Pracht und Zier. Dann sprudelt hell der Schönheit Born aus tausend Quellen wundersam, Und Sangesweisen werden laut, wie sie bis heut' kein Ohr vernahm. Die pflanzen fort und ewig fort der Menschheit höchsten Jubelschrei, Bis alle Erdenmenschen ihn mitrufen können: Wir sind frei! £. Jacoby Hus ,, Es werde Licht".
Geschaart ums rothe Banner.
Dröhnenden Schrittes, unter Kriegsfanfaren und Schwertergeklirr schreitet unsere Zeit vorwärts, eine Zeit des Kampfes, der tagtäglichen Revolution, wie faum eine zweite. Revolutionirt das Wirthschaftsleben der Kulturvölfer, revolutionirt die Denkweise, der Wille von Millionen Derer, die in harter Frohn um des Lebens Nothdurft ringen.
Dampf und Elektrizität dienen als gehorsame Sklaven des Menschen Arbeit. Eiserne und stählerne Arme regen sich fieberhastig auf sein Geheiß. Ein Druck seiner Hand, und es surren und sausen die Räder und Rädchen der kunstvollsten, selbstthätigen Arbeitsmaschinen. Und nicht rastet und rostet der Fortschritt der Produktionstechnik, mit jeder Vervollkommnung die Mühen der Arbeit mindernd, ihren Ertrag mehrend. Märchenhaft wächst der