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Nr. 220. C
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für 1891 unter Nr. 6469.
Vorwärts
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Redaktion: Beuth- Straße 2.
Die zwei Nationen.
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Sonntag, den 20. September 1891.
Expedition: Beuth- Straße 3.
den, der Herrschenden, der Kapitalisten, internationalen Assissen der Arbeit" der Unternehmer hat die Interessen- und Klassen- versammelt geeinigt. Einheit des Denkens und Seinem berühmten Roman: Sybil" gab der gemeinschaft nicht zum Fundament einer inter - Fühlens, Solidarität, Gleichheit der Interessen, Einvers englische Staatsmann, Dichter und Sozialpolitiker Disraeli nationalen Gesellschaftsordnung zu geständniß in Bezug auf Ziel und Mittel Klarheit, Zielden zweiten Titel: ,, or the two Nations" oder stalten vermocht, die andere Nation aber bewußtheit, Entschlossenheit, Eintracht. Keine Frage, über die zwei Nationen". Die zwei Nationen nicht im hat das gethan. Der Grund dieses Unterschieds liegt die man sich nicht geeinigt hätte. Das Trennende ward Sinne des sogenannten„ Nationalitätsprinzips", das nur in der Wesenverschiedenheit der beiden Nationen. Die bei Seite geschoben, das Einigende zum festen, unzerreißfür Verhetzer, Demagogen und Ignoranten besteht der Besitzenden und Herrschenden wird durch die Jagd baren Band gemacht. fintemalen es, allenfalls höchstens von den Zigeunern nach Gold vom Jdeal abgelenkt und durch den, mit dieser Hätte diese Nation über die Geschicke der Länder abgesehen, in ganz Europa feine reine ungemischte Natio- Jagd verbundenen Konkurrenzkampf, an vernünftigem, und Bölker zu bestimmen- die Wolken der Kriegsgefahr nalität" mehr giebt sondern Nationen in den höheren planvollem Zusammenwirken gehindert. Die andere wären im Nu weggescheucht, der politische und wirthschaftkulturellen Sinne der politisch- sozialen Zusammengehörigkeit Nation, die der Arbeiter und Proletarier, dagegen wird liche Kriegszustand wäre vorüber und die Menschheit der Klassen und Interessen Gemein- durch die Gemeinsamkeit der Unterdrückung zum Bewußt- könnte in Frieden dem Wohle der Mensch= schaft. Die zwei Nationen" das soll heißen: die sein der Interessengemeinschaft gebracht und zum Zusammen- heit, der Pflege des Menschenthums Nation der Reichen und die Nation der Armen- wirken getrieben. leben. die Nation der Kapitalisten und die Nation der So kommt es denn, daß das Schauspiel, welches Nun so weit sind wir noch nicht. Gut ist es Arbeiter die Nation der Besigenden und die die zwei Nationen uns in diesem Augenblick bieten, ein so aber, daß die Nation der Besitzenden und Herrschenden Nation des Proletariats. Disraeli hatte bei dieser grundverschiedenes ist. so handgreiflich, so fühlbar für einen Jeden ihre Un= Trennung des Volks in zwei Nationen freilich nur sein Dort, bei der Nation der Besitzenden und fähigkeit zur Herrschaft über die Welt und zur eigenes Baterland England im Auge, wo die Klassen- Herrschenden, eine Rath- und Planlosigkeit zum Erbarmen. Herbeiführung geordneter Zustände bewiesen hat. Die scheidung sich vor 50 Jahren, als der Roman erschien, bereits Auf wirthschaftlichem und politischem Gebiet das gâchis Fortdauer ihrer Herrschaft verträgt sich nicht vollständig verwirklicht hatte, während sie in den übrigen, universel der allgemeine Kuddel- mehr mit den Lebensinteressen der Gewirthschaftlich weniger entwickelten Staaten der Welt zu muddel, den Alexander Dumas der Jüngere- wenn sellschaft.
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jener Zeit meist noch in den Anfangsstadien begriffen, in wir nicht irren- schon vor Jahrzehnten als die Signatur Mit einem Wort: die Nation der Besitzenden und feinem bis zu Ende gediehen war. Heute sist der Ent- der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung bezeichnete. Herrschenden hat das Recht auf die Herrschaft, mit ihrer wickelungsprozeß in allen Kulturländern so weit fort Unfähig, die einfachsten sozialen Probleme zu lösen, im Fähigkeit zu herrschen, verloren. Sie muß über geschritten, daß, wenn auch hier und da durch Nebel- tollsten ökonomischen Chaos herumwirbelnd, herum- kurz oder lang vom Throne herabsteigen. gebilde und Ueberreste der mittelalterlich kleinbürgerlichen taumelnd, an der Gegenwart, an sich selbst Und der Erbe steht schon an den Stufen des Vergangenheit die gähnende Kluft dem weniger geübten verzweifelnd, an den Strohhalm der rohen Throns- bereit, seine weltbefreiende, welterlösende Auge verschleiert sein mag, die Klassenscheidung in die auf jede Logik und jedes Vernunftargument verzichtenden Mission zu übernehmen: die zweite Nation, die große zwei Nationen" als vollendete Thatsache vor brutalen Gewalt der Flinte, die schießt und des Säbels, Nation der Arbeiter, der Proletarier, uns liegt. Alle Kulturvölker der Erde zerfallen in der haut, sich anklammernd steht die Nation der Be- internationale Sozialdemokratie. zwei Nationen, die zwei Nationen sind dieselben sizenden und Herrschenden rath- und planlos vor dem in allen Kulturvölkern der Erde, und der Widerstreit der eijernen Dilemma: allgemeiner Krieg oder allInteressen, der Gegensatz zwischen ihnen ist so groß, daß gemeiner Bankerott- und findet keine andere die Verschiedenheit der Sprache, der Abstammung, Möglichkeit diesem furchtbaren Entweder – Oder der Religion daneben zu Nichts zusammenschrumpft. zu entfliehen, als indem sie rath- und planlos Beides Politische Lebersicht. Der Klassengegensatz überragt und verdunkelt jeden vereinigt und die menschliche Gesellschaft in den AbBerlin, den 19. September. anderen Gegensatz. Vor ihm verschwinden alle grund zu stürzen droht, aus welchem der allgemeine Die sozialistische Landagitation liegt den preußischen anderen Unterschiede. Der französische Bourgeois Krieg und der allgemeine Bankerott uns Junkern arg im Magen; alle Drohungen und Tröstungen gleicht dem deutschen , dem englischen Bour- angähnen. Ueberall Rath- und Planlosigkeit fromme mit dem Dreschflegel, der den Sozialdemokraten auf dem geois in all seinem Fühlen und Denken wie ein Wünsche, Impotenz schöne Worte, häßliche Thaten, platten Lande erwarte, hilft über die unangenehme ThatEi dem anderen. Und das Gleiche gilt von den Arschreiender Widerspruch zwischen Worten und Thaten sache nicht hinweg, daß auch die ländlichen Proletarier anbeitern aller Länder, die ein Herz sind und eine Friedensbethenerungen, Kriegsvorbereitung- Zivilisations- fangen, dem Einfluß der Junker sich zu entziehen und AnSeele: das Gleiche leidend, das Gleiche erstrebend: ein schminke und Rückfall in die wildeste, wüsteste Barbarei. Sprüche an das Leben zu erheben, die mit der junkerlichen Haß, eine Liebe, ein Ziel- eine Gleichheit des Wie anders das Schauspiel, das die andere unvereinbar sind. Vorerst vollzieht sich dieser Widerstand Auffassung von der feudalen Unterwürfigkeit des Gesindes" Fühlens und Denkens, wie die Raffengemeinschaft sie nie- Nation uns bietet- die der Arbeiter und Prole gegen die junkerliche Ausbeutung hauptsächlich in Gestalt
mals, auch nur annähernd, hat erzeugen können. Freilich, ein Unterschied ist, in diefer Beziehung, zwischen den zwei Nationen: die Nation der Besitzen
Feuilleton.
Nachdruck verboten.)
Er kehrt zurück! Originalroman von Jean Meroz.
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Er bewachte sie mit Eifersucht. Die Furcht malte ihm bie Möglichkeit aus, fie könne eines Tages einen anderen lieben als ihn, sich verheirathen und ihn, seinen düsteren Gedanken Preisgegeben, allein lassen.
Sein Herz hatte brechen wollen, als er die Liebe in dem Herzen des jungen Mädchens aufteimen sah; er war fast finnlos vor Schmerz geworden, als der Spion mit feinem brutalen Tone ihm gedroht hatte, Charlotte, seiner angebeteten Charlotte, zu sagen, daß er nicht ihr Vater ſei, und daß sie eine Mutter habe, welche um sie weinte, und welche sie suchte ihrer immer wartend. Aber er hatte sich von seiner Ohnmacht erholt und unglücklich, voller Verweiflung hatte es ihm Mühe gekostet, die enge Wendel Treppe zu erklimmen, welche nach seiner Wohnung führte.
VII.
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der Massenflucht nach dem Westen; der Arbeitermangel" Vor zwei Jahren in Paris , vorigen Monat in ist nur eine Erscheinungsform dieser auf dem platten Lande Brüssel waren die Vertreter dieser Nation zu den in der Arbeiterwelt vorsichgehenden Revolutionirung der
Wer sollte die aus der triumphirenden Revolution hervorgehende Gewalt an sich nehmen?
Die Sturmglocke ließ noch immer bei dem trüben, nebligen Wetter ihre ernsten und schrecklichen Mahnrufe ertönen; der Kanonendonner und das Kleingewehrfeuer Wian intriguirte im Stadthaus, in der Deputirtenkammer, fnatterte ohne Unterbrechung. in den Tuilerien, während auf der Straße das Volt zum Nutzen flügerer Leute mit Flintenschüssen Diejenigen niederstreckte, welche dem Brande entlaufen waren.
Der Ring der Barrikaden schloß sich, je näher er rückte, desto dichter, während die Linienregimenter mit dem Volfe Brüderschaft schlossen oder, ohne das Feuer einzus stellen, zum Rückzuge trommelten. Der größere Theil der Nationalgarde war in das Lager der Revolution übergegangen.
In den Vorstädten, wo die siegreiche Infurrektion die Truppen verjagt hatte, schlug man sich nicht mehr. Der Kampf tobte im Zentrum, um das Stadthaus, das Palais- Royal und um die Tuilerien.
Den Muth der Kämpfenden hatte die Gewißheit des Sieges verzehnfacht.
An die Stelle des Rufes:" Hoch die Reform!" war das Geschrei:„ Es lebe die Republik!" getreten.
V
VII.
Als Collard Marche Seul im Zustande der Bewußt losigkeit, niedergeschmettert durch schreckliche Verzweiflung, verlassen hatte, eilte er hastig davon.
Nachdem er eine verlassene Barrikade, welche die Rue du Petit- Pont durchschnitt, hinter sich hatte, war er über die Seine gegangen.
Er wandte sich nach der Polizeipräfektur; sein Gesicht war heiter; lebhaft und munter schritt er daher, als wäre er erst zwanzig Jahre.
Er war noch mit einem blauen Auge davongekommen Und dessen ungeachtet, trotz der Todten, welche die und er sagte sich, daß er sehr glücklich sein könnte, den Straßen bedeckten, trotz der Verwundeten, welche schreckliches Händen eines unversöhnlichen Menschen entschlüpft zu sein, Geschrei erhoben, hatte Paris das Aussehen, wie an einem der ihn unbarmherzig hätte erschießen lassen, wenn er sich Festtage; in solchem Grade läßt der theuer erkaufte Sieg ihn nicht durch die für jenen vernichtende Drohung vom die Schmerzen seiner schweren Entbindung vergessen. Leibe gehalten, Charlotte zu entdecken, daß er nicht ihr Marche- Seul's Liebe zu seiner Tochter mußte demnach
Falle fangen lassen.
Während Michel Ferrand sich im Bette Marche- Seul's Die Monarchie sant überall vor den Kugeln der Auf- Water sei. dehnte, während Larirette, ohumächtig vor Schmerz, den die ständischen, vor der allgemeinen Verachtung. Jedermann| Berwundung ihr verursacht hatte, und entkräftet durch den verwünschte die königliche Familie, die räuberisch das Land sehr groß sein, sonst hätte er sich nicht in einer so plumpen lang anhaltenden, komplizirten und die peinlichste Sorgfalt wie ein industrielles Unternehmen ausbeutete. erfordernden Samariterdienst hinter den weißen Vorhängen Die standalösen Vorgänge, welche das Ende einer verfines Bettes des Krankenhauses de la Pitié in einen frank- derbten und feigen Regierung bezeichneten, hatten ihr die haften Schlaf verfallen war, während Mijoulet auf der Sympathie von ganz Frankreich entfremdet. Hue Saint- Placide auf- und ablief, tobte der Straßenkampf| Wie eine reife Frucht sollte die Monarchie fallen. Aber schon machten sich Umtriebe bemerklich.
Denn Collard hatte keine Vorsichtsmaßregel ergriffen, keinen Brief zurückgelassen. Wie hatte nur der alte Verschwörer diese Fabel so leichtgläubig hinnehmen können, er, der so gut in den Augen jedes Menschen zu lesen verstand und mit seinem hellen