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Nr. 1

DEUTSCHL

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32. Jahrgang

Die Gleichheit

Zeitschrift für die Frauen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Mit den Beilagen: Für unsere Kinder.

Berlin

Die Gleichheit erscheint 2 mal im Monat Preis: Vierteljährlich 3, Marl

Inserate: Die 5 gespaltene Ronpareillezeile 3,- r. und 30% tariflichen Seuerungszuschlag, bei Wiederholungen Rabatt

1. Januar 1922

Die Frau und ihr Haus

Zuschriften flab zu richten an die

Redaktion der Gleichheit, Berlin GW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Amt Morinplay 14838 Expedition: Berlin SW 68, Vindenstraße 3

06.

Dem Proletariat zum neuen Jahre!

Noch breitet ihre dunklen Schwingen Die Nacht auf alle Gaffen aus; Des Jahres erste Glocken Elingen, Fin Grüßen acht von Haus zu Haus! Verjinken soll, www, mach und trübe. Gefunden soll, wes elend war

Viel fromme Wünsche bringt die Liebe, Vie! frischen Mut die Hoffnung dar.

Doch alles Wünschen, alles Hoffen Jft machtlos wider eure Not; Der Zukunft Tore stehen offen: Sie deckt den Tisch euch ohne Brot. Sie füllt mit Wermut euch den Becher Und höhnt der Armut bittres Leid, Das nach dem Rechte, nach dem Rächer, Dem neuen Jahr entgegenschreit!

Das neue Jahr bringt keine Wende,- Wenn ihr nicht selbst die Helfer seid: In euren Fänsten schläft das Ende, In eurera Hirn die neue Zeit! Fwacht aus dumpfen Sehnsuchtsträumen, Euch ruft der Tag- an ruft die Tat Schon schwillt der Lenzt eieb an den Bäumen, Und unter Schreiajt grünt die Saat!

Das neue Jahr bringt feine Wende, Kein Ruf erreicht ein gnädig Ohr: Auf Bruderrecht und Segenspende Vertraut der hoffnungsfrohe Tor. Nu wer sich regt, dem wird es glücken, Die Freiheit hat, wer sie sich schafft Erhebt das Haupt: auf eurem Rüfen Trasi the oye Welt! Ihr seid die Kraft! Klara Müller- Jahnke .

106.

Unsere Arbeit im neuen Jahre

Bon Clara Bohm- Schuch

Ein hartes Jahr geht zu Ende; ein neues beginnt, das faum leichter fein wird für die arbeitende Menschheit. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt und das ist gut so. Aber gut ist es auch und notwendig dazu, an geleisteter Arbeit und ihrem Erfolg zu messen, was uns zu tun übrig blieb und wie wir etwas besser machen können, um erfolg reicher zu wirken.

Gilt dies ganz allgemein für die Betätigung im privaten und öffentlichen Leben, so gilt es im besonderen für uns alle als Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei. Nachdem die Novemberrevolution alle Beschränkungen des Koalitions rechtes beseitigt hatte, erhielten die freien Gewerkschaften einen ungeheuren Juffrom neuer Mitglieder; ein Beweis dafür, daß die Notwendigkeit der gemeinsamen Bertretung wirtschaftlicher Interessen durch starte Organisationen in weitesten Streisen erfannt war. In dem gleichen Tempo ging es mit der politischen Organisierung nicht; die Spaltung innerhalb der Sozialdemokratie tat ihr Teil dazu. Immerhin fonnte unsere Partei einen starten Zuwachs verzeichnen. Nicht alle blieben bei uns, die von den Wogen der Revo­lution in unsere Kampfgemeinschaft getragen wurden, nicht ale wurden Sozialdemotraten, die damals als Mitglieder

zu uns famen. Es setzte ein egen unb conmen ein, aber der Bleibenden waren mehr, so daß unsere Bartel ständig wuchs. Auf die Dauer aber leider nur an männlichen Mit­gliedern; die Zahl der bei uns organisierten Frauen ift in den letzten zwei Jahren um 30 000 zurückgegangen.

Ge­

Wenn auch kaum anzunehmen ist, daß diefe Frauen sich anderen Organisationen zugewendet haben, so muß der Rückgang doch im Zusammenhang mit dem Ausgang sämt licher Wahlen, die in diesem Zeitraum stattfanden und die insgesamt eine Schwächung der sozialistischen Parteien be­deuteten, sehr bedenklich stimmen. Die Frauen sind als Wählerinnen, da sie zahlenmäßig das llebergewicht haben, ausschlaggebend geworden für die Entwicklung der deutschen Republit. Bielleicht sogar für das Bestehen derselben. Für unsere Partei aber bedeutet ihre unsere Partei aber winnung und Erziehung zu überzeugten Sozialistinnen eine Lebensnotwendigfeit. Die wirtschaftliche Notlage, in der sich ein großer Teil der Arbeiterschaft befindet, erklärt gewiß zu einem Teil den Rückgang der weiblichen Mitglieder, besonders da, wo es sich um Frauen von organisierten Genoffen handelt. muß leider im Arbeiteshaushalt überall gespart werden, und wenn die Frau fein eigenes Einkommen hat, ist sie megr noch geneigt, die persönlichen Ausgaben auf das Mindest­maß einzuschränken. Andererseits ist durch Anerkennung