bh Talb Nummer 59,-
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3. Februar 1921
Heimwelt
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Unterhaltungsbeilage des Vorwärts
Ich bin arm, du bift arm,
Das macht uns gleich;
Ich hab' dich gern, du haft mich gern, Das macht uns reich!
Boltslieb.
heute einen anderen Träntplag aufzusuchen. Go vergehen einige Stunden, nur unterbrochen durch das Geräusch bes immer noch gleichmäßig feine Gräfer fauenden Stleres. Nun aber schnaubt er, urplöglich zweimal furz unt erschreckt, eine graue, pfeilschnell und polternd über den Boden bahingleitende Masse schießt auf ihn zu, und Stter und Löme, denn der König der Steppe erheischt seinen Tribut! wälzen sich im nächsten Augenblide in eine Staubwolfe gehüllt vor meinen Blidenti
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Undeutlich fühle ich, daß noch ein zwelter Löwe von der anderen
Mit der Kamera auf der Löwenjagd. Sette ebenfalls in den kurzen Kampf eingreift. Dann wird ein
Bon C. G. Schillings.
Der eben verstorbene Erforscher oftafrikanischer Tlestvels gibt in seinem Erlebnisbuche Mit Bliplicht und Büchse im Bauber des Eleléicho(. Bo gtländers Berlag, Leipzig , das in feiner Bibliothel feblen jollie, meisterhafte Tier- und Raturichilderungen. Wir geben daraus eine nächtliche Löwenbeschleichung an der tinde
Wildtrante wieder.
Röcheln und Stöhnen härbor, ber Stter liegt am Boden und über thm die beider Raubtiere, die fofort ihre Mahlzeit beginnen.
Aber als ob ein Bouberer seine Hand im Spiele hätte, ver finstert sich der Mond nun plöglich durch eine vor seine Sichel tretende Wolfenbunt. Alles un mich her ist in tiefe Dunkelheit ge. billlt; nur das Krachen der Knochen, das Zerren und zerreißen des Fletches unter den Zähnen der beiden Löwen ist für mich ver Der Leser folge mir in Begiettung eines erprobten Schwarzen nehmbar. in mein forglich hergerichtetes Dornenversted, deffen Eingang van Rings umher herricht tiefe nächtliche Stille. Unbekümmert um einigen Leuten durch Dornenzweige fest verschlossen wird, und in bas Drama aus dem Tierleben, das sich ba foeben abgespielt hat, bem wir dann allein gelassen werden. Drei nach verschiedenen fchrelt nun plötzlich einer ber fleinen Rachtaffen geffend und Gelten ausmindende Luten erlauben mir nach verschiedenen Rich- fachenb in die Nacht hinaus Wus fümmert ihn im Schuße seiner tungen zu feuern. Wir machen es uns durch mitgebrachte Deden Baumkronen das Getriebe außerhalb seines luftigen Relches, ba fo bequem wie möglich, und find bald allein in der großen stillen unten am Erdboden! Einsamkeit. Ich habe mein Bersted so gewählt, daß ich sowohl auf das Erscheinen von Löwen , als auch von zur Tränte ziehendem Wilde verschiedener Arten felbst auf Rinczeroffe rechnen tann. Leider erstrahlt die Mondscheibe noch nicht in ihrem vollen Glanze. Immerhin erhellt sie uns die Umgebung in der ftaren tropischen Luft berartig, wie es nur bei Bollmond ta heimatlichen Breiten möglich wäre. is do
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So vergeht Minute auf Minute. Endlich wird die Mandscheibe wieder sichtbar, und nun, da ich neue Beobachtungen nicht mehr machen kann, benuße ich die Gelegenheit, auf einen der Löwen Feuer zu geben.
Aber ich habe heute fein Glück. Mit bem Knoll verschwinden beide Löwen in der Dunkelheit, während ich in höchst beprimierter Stimmung in meinem Berstede zurückbleibe.
Eine Welle vergeht in gespannter Aufmerksamkeit. Der in une Bergeblich sind die nächsten Stunden des Wartens; es ereignet mittelbarer Nähe angebundene große Stier hat sich nunmehr an sich nichts mehr. Selbst die sonst boch überall anzutreffenden feine Umgebung gewöhnt; er beginnt das ihm vorgeworfene Gras Hänen scheinen heute abwefend zu fein, und als der Morgen an zu fressen, offenbar auch beruhigt burch unsere Nähe. bricht, tehre ich wie zerschlagen zum Lager zurück, zerstochen von So vergeht eine Stunde In verschwommenen Konturen zeich Rostites, und mit jenem eigentümlichen Gefühle, welches untrüglich nen fich vom dunklen Hintergrunde des Schilföldichts am Basfer ein bald herannahendes Fieber fündet. Rubel Antilopen ab. Es scheinen Wasserböcke zu sein, die aus ihren Verstecken auf die offene Fläche zur Mefung ausgetreten und bafo Im Hintergrunde verschwinden.
Eine gewiffe Müdigkeit macht sich bei mir geltenb, aber ich befämpfe sie und darf auch meinem Begleiter felnen Schlaf gestatten; das unvermeidliche Schnarchen bes Negers, ja selbst ein zu fautes Atemholen fönnte von den felnen Sinnen nächtlicher Besucher aus dem Reiche der Tlerwelt vernommen werden.
al.
Gewiß habe ich auf diese Belfe mandh interessanten Einblick in bas nächtliche Leben und Treiben der Tierwelt getan. Aber eine Jagd, auf wenige Schritte aus sicherem Berstecke ausgeübt, hat mir nte besonders zusagen können. Mehr reizte es mich, auf diese Belfe zur Nachtzeit Löwenüberfälle im Sichtbilde festzuhalten. Allein, das bat feine Schwierigkeiten, gleichotel, ob man den Apparat felbst auszulösen versucht, oder ble Aufnahme burch Löwen ausföfen fäßt.
Immer wieder mißlangen meine nachtphotographischen Ber Wiederum vergeht eine gewisse Zeit. Plötzlich erblicke ich rechts fuche. Mafalfrieger zeigten sich in der Nähe: ein Apparat wurde von mir, ziemlich nahe, einen vorher nicht bemerkten großen dunklen mir von ihnen geraubt. Da galt es mit größter Geduld immer Gegenstand, der sich leife, vollkommen geräuschlos, wieber zu verfuchen, bis endlich das gewünschte Ziel erreicht worden meinem Ansize und der Wasserstelle nähert. Ohne Aufenthalt ist. Unbeschreiblich aber war die Freude, als, zu später Nachtstunde fammt die gewaltige dunkle Masse näher und näher, und gleich eingeprägt, fich jene großartigen Bilder ursprünglichsten Lebens unb barauf unterscheide ich deutlich zwei folcher Gestalten, die, sich un- Bebens bes mächtigsten Raubwildes ber Erde auf der fleinen Glas. mittelbar folgend, mir nunmehr auf 150 Schritte gegenüberstehen. platte unfehlbar geti eu und dokumentarisch offenbarten. Selbst die Längst habe ich sie im unsichern Mondlicht erkannt; es find as fonft gelftigen Genüffen nicht geneigten Schwarzen waren hoch era hörner, wie es scheint, zwei ausgewachsene Tiere, bie hier zur freut, und längere Zeit hindurch bildeten diefe Ereignlife ihren Ge Tränke wollen. sprächsstoff am Lagerfeuer.
Schräg an mir vorüber, dem Wasser zu wechselnd, find fe mir jetzt auf höchstens hundert Schritte nahegekommen und verhoffen nochmals, bann treten sie zum Waffer, um gleich darauf im Schilf und Sumpf zu verschwinden. Eine Welle höre ich sie noch plätschern; bann fann ich nichts mehr wahrnehmen.
Unsichere Konturen ehes fleinen Säugetieres, wahrscheinlich elnes Schafols, heben sich nicht lange darauf in der Nähe des Wassers vem Boden der Steppe ab, und nach einiger Zeit läßt flagendes Gebeli In berselben Richtung meine Bermutung gerecht fertigt erscheinen. Die erwarteten Antilopenrubel scheinen jedoch
Bezeichnend für die Schwierigkeit des Antreffens von Löwen zur Tageszelt und völlig beweisend in blefer Hinsicht ist ble Tat face, baß ich gerade in jenen Tagen bon all den zahlreichen Löwen schußmäßig zur Tageszeit felnen zu Geficht befum! Raum aber hatte ich meine Fallen aufgestellt, als ich eine ganze Anzahl er. beutete, barunter in ununterbrochener Reihenfolge allein sieben starte männliche Mähnenlöwen! Elne Anzahl Löwen freilich ver. schmähten dargebotene Stiere boffommen, näherten sich denselben zwar bis auf wenige Schritte, hielten sich aber nacht für Nacht an ihre gewohnte Beute, die Wildherden der Steppe.
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