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Nr. 63.

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Erscheint täglich außer Montags.

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Berliner Volksblatt.

15. Jahrg.

Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Kolonel zeile oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet.

Kernsprecher: Hmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: ,, Bozialdemokrat Berlin".

Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.

Mittwoch, den 16. März 1898.

_ Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3.

Ein Erfolg der Sammlungspolitik. Caprivi und Marschall, es darzustellen beliebt, sondern nichts der Handelsverträge führen kann, scheint uns die liberale Samm­anderes als die Vertheidigung der Caprivi- Marschall'schen lung lediglich von Bedeutung als Abwehr der extremen Schuh­Während in den Kreisen der Sammlungspolitiker nach Handelspolitik gegen die hochschutzöllnerischen Sturmläufer. zöllnerei. Ueber dieses Gebiet hinaus herrschen heute und bem Scheinerfolge des nichtssagenden, aber überaus Gin Theil der liberalen Presse giebt sich den Anschein, als ob sie aller Voraussicht nach auch fünftighin tiefe Meinungs­deutungsfähigen Sammlungsaufrufes böser Razenjammer sich vor Jubel nicht fassen könnte über die bevorstehende verschiedenheiten zwischen den Unterzeichnern des Aufrufes. und regstes Mißtrauen herrscht, haben sich die liberalen Bildung einer großen liberalen Partei, die von den Links- Die nationalliberale Magdeburgische Zeitung", die ihn Gegner des Agrarierthums und der Hochschutzzoll-| nationalliberalen bis zu der deutschen Volkspartei reichen soll. freudig begrüßt, hofft von ihm für die Großindustrie und Liebesgabenpolitit, Männer, die sich seit langem Bu einer solchen Auffassung liegt aber gar keine Veranlassung annehmbare Handelsverträge, sie wird aber in Fragen des aufs heftigste in unerquicklichster Weise bekämpft haben, vor. Und die Blätter, die heute Morgen vor Jubel sich nicht Vereinsgesetzes nach wie vor nicht mit Herrn Rickert, in zur Abwehr zusammengefunden. Unter den Auspizien des faffen konnten, müssen schon am Abend Wasser in ihren Wein Fragen der Kolonialpolitik nicht mit Eugen Richter , in Fragen deutschen Handelstages haben sich Eugen Richter , Hauß- gießen, denn der Kommentar Eugen Richter's in der Freis. der Marinevermehrung nicht mit Herrn Konrad Haußmann mann und Rickert die Hände gereicht; zahlreiche Vertreter Beitung" zwingt sie zu veränderter Haltung. übereinstimmen. der Großindustrie und des Großhandels haben die folgende Nachdem Richter konstatirt hatte, daß die erste Anregung Trotzdem muß man nach der Aufnahme des liberalen Erklärung unterzeichnet: zu obiger Erklärung von nationalliberalen Industriellen und Aufrufes durch die Presse der rechtsstehenden Parteien an­Raufleuten ausgegangen ist, welche ihren handelspolitischen nehmen, daß der erste Erfolg der Sammlungspolitit, die Vers Ueberzeugungen im Gegensatz zu anderen Kundgebungen einigung der Anhänger der Caprivi- Marschall'schen Handels­einen klaren Ausdruck vor der Deffeutlichkeit zu geben politit, den eigentlichen Vätern dieser neuen Verbindung höchst wünschten, schreibt er: unbequem ist.

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Der Zeitpunkt der Reichstagswahlen ist nahe gerückt. Die Wahlen werden wie über andere wichtige Fragen über die zukünftige Gestaltung der Wirthschaftspolitik des Deutschen Meichs entscheiden.

Die Erfüllung agrarischer Sonderforderungen zieht noth­wendigerweise eine Vertheuerung der Lebenshaltung der breiten Schichten des Volkes nach sich. Hierdurch würde die Konsum­fähigkeit Deutschlands geschwächt und nicht nur Industrie und Handel, sondern auch die Landwirthschaft beeinträchtigt werden. Wenn auch einzelnen Produktionszweigen durch weitere Er­höhung der Schutzölle und den Ausschluß des auswärtigen Wettbewerbes die Möglichkeit gegeben wäre, sich theilweise schadlos zu halten, so würden doch die arbeitenden Klassen und das Erwerbsleben in seiner Gesammtheit, insbesondere die Export­industrie auf allen Märkten der Welt schwer darunter zu leiden haben.

Deutschlands wachsende Bevölkerung bedarf im Interesse aller Produktionszweige der Erhaltung und Ausdehnung der heimischen Industrie, die exportfähig bleiben muß, soll dem Aufschwunge der legten Jahrzehnte nicht ein verhängnißvoller Rückschritt folgen. Nur Handelsverträge von langer Dauer mit gegenseitiger Bindung der Tariffäße tönnen jene Stabilität gewährleisten, bie für die gesunde Entwickelung unseres nationalen Wirthschafts­Lebens unerläßlich ist. Durch das Recht der Meiftbegünstigung muß der deutsche Export dagegen gefchüßt werden, daß ihm durch Bevorzugung anderer Nationen der Mitbewerb nicht erschwert oder unmöglich gemacht wird. Deshalb halten wir fest an der Handelspolitit der letzten Jahre, deren Fortführung und Ausbau wir erstreben.

Angesichts der Herausforderungen auf der Gegenseite haben Zur Aufrüttelung sonst politisch träger Schichten der die Fraktionen der Freifinnigen Voltspartei am Sonnabend be- Bourgeoisie wird der neue Sammlungsaufruf sehr wirkungs­schlossen, die Erklärung, welche sich inhaltlich durchaus deckt mit voll sein, er wird zu einer entschiedeneren Führung des Wahl­dem bisherigen handelspolitischen Standpunkt der Partei, mit zu fampfes, zur Aufklärung über die von den Hochschutzöllnern unterzeichnen. Die Erklärung berührt nur eine, allerdings drohenden Gefahren für die industrielle Entwickelung und die wichtige Frage für Neuwahlen. Daneben aber kommen Handelsstellung des deutschen Reiches führen. Im Interesse

für dieselben auch andere nicht

wichtige Fragen in betracht. Die Gesammtheit aller des regeren politischen Lebens kann man über den Aufruf einige solcher Fragen muß nach wie vor maßgebend bleiben für die Befriedigung empfinden. Daß wir aber auch mit dieser Kandidaturfragen auch in den wenigen Wahlkreisen, wo, abgefehen Sammlung nichts gemein haben, versteht sich von selbst. von Zählkandidaturen, die Kandidaturen der Freisimmigen Volts- Aus anderen Gründen wie das Zentrum stehen wir den sich partei endgiltig noch nicht aufgestellt sind. Die obige Erklärung bekämpfenden Sammlungspolitikern kühl gegenüber. Das ist auch nicht dazu bestimmt, einen Wahlaufrui Zentrum kann nicht klare Stellung nehmen, weil sich

zu ersehen.

Die Partei lehnt es nach wie vor ab, unter dem in ihm die verschiedensten haudelspolitischen Anschauungen Sammelnamen des Liberalismus und der alleinigen Wahlparole des befehden. Unsere Stellung zu diesen Fragen tann Kampfes gegen das Junkerthum in ein Wahl- Kuddelmubbel aber nicht in der Wertheidigung der bestehenden Handels­sich aufzulösen, welches unter verwaschenem, abgeblaßtem verträge bestehen, wir sehen in ihnen wohl das kleinere Uebel Banner eine gemischte in sich haltlose, deshalb nicht aktionsträftige gegenüber der Bismarck 'schen Handelspolitik, wie gegenüber Gesellschaft zusammenfassen würde. Im Kampfe gegen das Junkers den hochgespannten Wünschen und Hoffnungen der Agrarier; thum und für den Liberalismus wird die Freisinnige Boltspartei was wvir aber fordern, ift eine viel weiter nach ihrer Stärke und Geschlossenheit immer das Hauptkontingent gehende Abkehr von der Bismarck 'schen Handelspolitik. und die eigentliche Kerntruppe zu stellen haben. Im Intereffe So wenig wir auch die Wichtigkeit der fünftigen Gee des Gesammtliberalismus war es von Beginn der Wahlbewegung an unsere Aufgabe, die Partei überall in sich zu festigen, fampf staltung der Handelspolitik unterschäßen, so sehr müßten Wir wollen die Förderung der gesammten nationalen Arbeit, bereit zu machen und unter der Führung bestimmter Kandidaten wir uns für verblendet halten, wollten wir über diese Fragen nicht die Bevorzugung Weniger auf Kosten der Allgemeinheit. Wer zum Aufmarsch für den Wahlkampf zu bringen.(!!) die großen Lebensfragen für die deutsche Arbeiterklaffe, um Deutschlands wirthschaftliche und politische Machtstellung erhalten Diese Darstellung entspricht im wesentlichen den Thatsachen, die es sich bei den nächsten Wahlen handelt, irgendwie unter­und erhöht wiffen will, der forge an seinem Theile dafür, daß fie berichtigt die Auffassung, welche vor allem Drgane, die der schäßen. aus den kommenden Wablen ein Reichstag hervorgehe, der die Wir wissen nur zu gut, daß auch unter den Unterzeichnern Zumuthungen einer unter dem irreführenden Schlagworte der freisinnigen Vereinigung nahestehen, dem Aufrufe gerne unter­Sammlungspolitik" auftretenden einseitigen Wirthschaftspolitit schieben wollen, sie mindert aber nicht die Bedeutung der Ab- des neuen Sammlungsaufrufes verschworene Arbeiterfeinde zurückweist und ein volles Berständniß für die Bedeutung und wehrstellung gegen die extremen Hochschutzöllner. Auch der sind. Von so manchen dieser liberalen" Sammlungspolitiker Die Tragweite einer wahrhaft nationalen Wirthschaftspolitik befigt. Sammlungsaufruf" war nichts als eine Parteiverschmelzung ist nicht einmal eine feste Haltung gegenüber den reaktionärsten Es ist dies ein klares handelspolitisches Abwehr Pro- der rechtsstehenden Nationalliberalen mit den Konservativen Absichten zu erwarten, gegenüber dem Verlangen nach einem gramm gegen die Kanize, Plöße und deren nationalliberale beider Richtungen und den Antisemiten gedacht, sondern als Spezialgesetz, einer lex Recke , einer Einschränkung des Stlaven, es ist aber kein Programm der Einigung auf politischem eine Vereinbarung zur gemeinsamen Erzwingung einer den Koalitionsrechts. Vollständig aber im Stiche läßt auch Gebiete. Das was die Unterzeichner einigt, ist nicht einmal Bedürfnissen der Agrarier entsprechenden Handelspolitik. Aber diese politische Vereinigung das deutsche Volt in allen Fragen eine offen freihändlerische Stellung zu den schwebenden während die Thatsache der Sammlung bei der Betonung der Sozialpolitit. Eine ernsthafte, gründliche handelspolitischen Fragen, wie die konservative und offiziöse sonstiger Meinungsverschiedenheiten zu großen Gefahren für das Sozialreform, Schuß der Arbeiter gegen Presse, so das Organ Miquels, des früheren Kollegen der deutsche Volk auch auf anderen Gebieten, als dem der Erneuerung tapitalistische Ausbeutung wollen und können,

Der Gedenktag der Wiener

Revolution.

Eine eindrucksvolle Maffenkundgebung sah Wien am 13. März. Sozialdemokratisch war der Charakter der ganzen Stadt. Es war ein Sonnentag, so schön und so leuchtend, wie er Wien vor 50 Jahren befchieden war. In tiefem Blau spannte sich der wolkenlose Himmel über Wien , und mit Maienwärme strahlte die Sonne hernieder, mit ihrer Kraft alles belebend, stärkend und erhebend aus dem dumpfen Trott des Alltags. Zu einer Maffenentfaltung im Freien das dent­bar schönste Wetter!

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Abzeichen der Arbeiter, die auch in diesem Trupp nun die Und doch waren das nur Vorläufer des Hauptzuges, aber auch anderen Farben erdrücken. Das Abzeichen der Studenten und diese Vorläufer zählten nach tausenden. Auch der Zug batte Nationalen, die Kornblume, ist nur wenig zu sehen. Die Studenten, sozialdemokratisches Gepräge, das einheitlich blieb, bis um obwohl sehr zahlreich am Playe, verschwinden in der Maffe der halb 3 Uhr die Deutsch Nationalen, etwa 2000 Mann start, Proletarier, die vor und hinter ihnen, die mitten unter ihnen ziehen. vorbeidefilirten. Während ihres Aufmarsches schien es, als ob sich Dort, wo nach rückwärts der Blick durch die Staubwolte begrenzt die Kornblume der rothen Nelke zugefellt hätte; das Bild der heran­wird, sieht man gerade noch die Spitze des Zuges der Kranzträger, fluthenden Menge wurde da recht farbenprächtig, besonders als der schier kein Ende nehmen will. Boran gehen die Mitglieder der die Kouleurstudenten in ihrem bunten Staat vorüberzogen. Eine Parteivertretung. Bis zum Friedhof ein und daffelbe Bild wogen halbe Stunde vorher waren die Anarchisten, etwa dreihundert Per der Menschenmassen. Wir fahren zurück- aber erft weit unter- fonen, am Blaze erschienen. halb des Martiplages erreichen wir das Ende des Buges. Schier Die Kränze unserer Organisationen sollten von einer Kranz unerschöpflich scheinen die Quellen zu sein, die den Wienschenstrom trägergruppe dem Hauptzuge vorangetragen werden. Einige Vereine Ueberwältigend war dieser Anfang des Wiener Proletariats, fpeisen, der sich nur langsam auf das weite Leichenfeld da draußen hatten es aber vorgezogen, schon vor Ankunft des Hauptzuges ihre das noch nie in solcher Maffe auf die Straße gefliegen war. Schon auf der Haide ergießt. Kränze niederzulegen, und es lagen ihrer bereits zivanzig vor dem von frühem Morgen an zeigte Wien eine andere Physiognomie als Nach 10 Uhr vormittags schon war der Plaz um das Monument Sockel, ehe der Hauptzug der Kranzträger vor dem Obelisken an gewöhnlichen Sonntagen, ja das Bild war sogar lebhafter ge- von einer Kopf an Kopf gedrängten Menge besetzt, und in der eintraf. färbt als an anderen Festtagen der Arbeiterschaft. Avenue wogte es auf und ab wie auf einem Korso. Es war die 200 Kränze hat die Arbeiterschaft allein auf das Grab der Recht lebendig wurde das Bild beim Klang der Mittagsglocken. Stunde, da die bürgerlichen Demonftranten erwartet wurden. Sie Märstämpfer gelegt. Diese imposante Anzahl, die noch in keinem Nun strömten aus allen Häusern die Männer und Frauen, um tamen in überraschend großer Anzahl, aber sie blieben dennoch eine Jahre erreicht wurde, ist dadurch zu erklären, daß heuer auch viele rechtzeitig bei den Zusammenfunftsorten in den einzelnen faum zu beachtende Minorität gegenüber den dichten Arbeiter Provinzgenossen das Grab schmückten, und daß zu den Kränzen der Bezirken zu fein, und eine Stunde später zogen ungezählte schwärmen, die sich schon vormittags im Friedhof bewegten. Die Wiener Organisation in diesem Jahre eine große Anzahl von Kränzen Tausende auf allen Radialstraßen zur Ringstraße, die bald rothen Nelken, die die Brust dieser ersten Vorläufer des ersten Zuges famen, die die Arbeiter einzelner Betriebe brachten. einen fesselnden Anblick, reich an Kontrasten, bot. Auf der Stadt schmückten, bekundeten, daß sie sich nicht als müßige Spaziergänger Der Obelist schimmerte im Sonnenglanze. Aus den Opfers feite promenirte der Seidenhut und das Veilchenbouquet und über oder Neugierige, sondern im Bewußtsein ihrer Zugehörigkeit zum fäulen zu beiden Seiten des Sockels schlug Brand zum Himmel. die äußere Ringstraße zog der Schlapphut und die rothe Nelfe. Heere derjenigen, die nachmittags die Manen der Märztämpfer ehren Ein leichter Wind trieb den Rauch in horizontale Richtung. Den Hier schwatzend und lächelnd und lorgnettirend die Bourgeoisie famen, eingefunden hatten. Inzwischen trugen die bürgerlichen Grabhügel verdeckte bald ein sich mächtig wölbender Berg von dort, um die Straßenbreite getrennt, ernst und würdevoll und Vereine Kranz um Kranz herbei, und gegen Mittag war der Kränzen mit rotben Schleifen, der Rasen war nicht mehr grün, die Herzen von Begeisterung gefchivellt, das Proletariat eine Erdhügel, worauf sich der Sockel des Denkmals erhebt, schon dicht sondern purpurroth von Nelken, die es unablässig auf ihn heraba Straßenbreite und doch lag eine ganze Welt dazwischen! Fast von mit Kränzen und Schleifen belegt. regnete. Bald war nichts Grünes mehr von ihm zu sehen, als die jedem der überfüllten Pferdebahnwagen flatterten rothe Kranzschleifen. Stellenweise war das Gedränge ein beängstigendes.

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Von noch tieferer Bewegung erfaßt als sonst, find wir heute um dieses Dentzeichen versammelt. Vor fünfzig Jahren, genau zur selben Stunde, sind die ersten Opfer der Freiheit hingesunken auf das Straßenpflaster von Wien .

Um halb 1 Uhr erschienen die sozialdemokratischen Ordner. Tagushecke, die ihn umfäumt. Als die Kränze niedergelegt waren, Jeder Bezirk hatte einen dreißig bis fünfzig Mann starken Ordner- entblößten sich die Häupter der Tausende, die das Denkmal ums Von der ehemaligen Magerlinie ab war der Eindruck bis zum zug beigestellt. Bald waren nicht nur das Rondeau um das Denkmal, drängten. Genosse Höger bestieg den Sockel und hielt mit weithin­Friedhof großartig. Bom Dach eines Omnibus hatte man freien sondern auch die Zugänge von zweckmäßig postirten Ordnergruppen tönender Stimme eine Ansprache, der wir leider blos die folgenden Ausblick. So weit das Auge nach vorn und nach rückwärts auf besetzt. Der dichte Ordnerkordon batte den Zweck, die Defilirung Abfäße entnehmen können: der geraden Straße blicken fonnte alles ein einzig wogendes vor dem Denkmal dadurch zu ermöglichen, daß er Anstauungen der Menschenmeer, dessen Enden man nicht ersehen konnte. Der Aus- heranfluthenden Masse verhinderte; die in der Avenue und den blick war nach beiden Seiten durch Staubwolfen begrenzt. Schiffen Seitengängen postirten Genossen dagegen sollten hauptsächlich ihr gleich erhoben sich aus diesem Meer von Menschenleibern die Augenmerk auf die Gräber richten und deren Beschädigung verhüten. Imperialwagen der Tramway. Von den Pferden war nichts zu Die Friedhofsverwaltung dirigirte alle verfügbaren Bediensteten zum seben und die überfüllten Dächer schienen menschenbesäete Ver Denkmal, wo sie die Uebernahme der Kränze besorgten und die Ordner in decke zu sein. Die farbigen Kappen der Studenten hoben sich ihrem schweren Dienst unterstützten. Der Samariterbund hatte auf leuchtend von dem schwarzen Grundton ab. So lange der Trupp dem Rondeau eine Ambulanz errichtet. vor uns ist, hat er studentisches Gepräge wir sind vorüber rückwärts schauend sehen wir nicht mehr die weißen, blauen, rothen und grünen Kappen, wir sehen nur mehr die rothen

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Um halb 4 Uhr sollte die Tête des Zuges eintreffen, aber schon um 2 Uhr wogten die Massen so dicht beran, daß die Ordner alle Hände voll zu thun hatten, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden.

Am 13. März von 1848 hat das Volk von Wien die Bluttanfe empfangen. Heute vor fünfzig Jahren hatte Desterreich den glor­reichsten Tag in seiner Geschichte zu verzeichnen-fein glorreicherer wird so bald wiederkommen.

Unser Gedanke gilt aber nicht allein den Opfern des 13. März er gilt allen den vielen Geopferten vom März 1848 bis zum Ende der Revolution des Bürgerthums in Desterreich­