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9.

Illustrirtes Unterhaltungsblatt für das Volk.

Erscheint wöchentlich.

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Preis vierteljärlich 1 Mark 50 Pfennig.-In Heften à 35 Pfennig.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter.

Im Kampf wider alle.

Roman von Ferdinand Stiffer.

Aber Franz Stein schlug nicht ein. Er trat vielmehr einen Schritt zurück und sagte jezt mit ganz unverholen verächtlichem Tone:

,, Wenn Sie denn wollen, Herr Haßler, so sollen Sie es haben die Rolle, welche Sie und der Vorstand des kaufmännischen Vereins mir zugedacht haben, erscheint mir meiner unwürdig und wenn Sie noch weiter davon reden, so betrachte ich das als eine absichtliche Beleidigung. Uebrigens ist nun auch meine Zeit abgelaufen, ich bin im Begriff zu verreisen"

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Er neigte nur ein ganz klein wenig sein Haupt und machte eine Bewegung, welche den unerbetenen Besuch sehr unzweideutig zum Gehen aufforderte.

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Das war Herrn Gabriel Haßler denn doch zu stark. " So," sagte er, so, das ist ja recht schön hi, hi, ich danke; ich danke im Namen des Vereins und in meinem eignen, und im Namen Sr. Excellenz des Generals. So brauchen Sie Sich natürlich auch mit dem Festarrangement hier in Seifersdorf nicht zu infommodiren, mein werter Herr Stein, das Fest aber wird doch glänzend ausfallen, auch hier in Seifersdorf, das kann ich Sie versichern, glänzend, hi, hi, na und so empfehle ich mich Ihnen denn ein für allemal, empfehle mich zu beſtem An­gedenken, hi, hi­

Damit verschwand endlich das vor Aerger firschbraun ge­wordene Gesicht des Schwäzers hinter der Tür.

Franz Stein atmete auf als er nun allein war. Das war ein schlimmer Sontagsvormittag gewesen. Ein Besuch fataler

wie der andere.

Sein Blick fiel auf den Schreibtisch. Dort hatte er vor kaum zwei Stunden gesessen und in beinahe weihevoller Stimmung ihrer gedacht, die sein Leben, wie er zuversichtlich hoffte, zu einem warhaft glücklichen, so recht inniglich befriedigenden machen sollte. Verse hatte er ihr gewidmet, Verse, es war gut, daß diese Kinder eines harmlosen Moments sorglich verdeckt lagen, dachte er, daß also die Augen dieses Menschen nicht darauf gefallen sind

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1882.

[ 1881]

( 8. Fortsezung.)

Aufgabe sein. Die Anmaßung und Zudringlichkeit der Menschen im Verein mit der Jämmerlichkeit ihres Treibens und der Nied­rigkeit ihrer Gesinnung wie vergällen sie einem die Freude am Leben, wie zerren sie jeden, mag er auch noch so ernst und ideal streben wollen, hinab in die kale, schmuzige Prosa ihrer eigenen Geistesmisere!

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Er legte alles beschriebene und unbeschriebene Blätter- in eines der Fächer seines Schreibpultes und verschloß dasselbe. Dann läutete er dem Diener und gab den Auftrag, den Wagen vorfaren zu lassen.

Gegen Abend war er in B. Frieda, die er telegraphisch von seinem Kommen benachrichtigt hatte, empfing ihn innig beglückt am Bahnhofe. Stundenlang durchstrichen sie dann Arm in Arm und in süßem Geplauder die weitberühmten Promenaden der stattlichen Provinzialhauptstadt. Die Nacht war bereits herein­gebrochen, als sie von einander schieden. Franz Stein fehrte be­friedigt und beruhigt nach dem Orte seines geschäftlichen Wirkens zurück. Seine Braut hatte nach längerem bangen Sträuben und allerlei ernſten und scherzhaften Einwänden sich zu dem ersten Besuche in ihrem künftigen Daheim bereit erklärt. Am nächsten Sonnabend sollte er sie abholen und bis Montag wollte sie verweilen.

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Die Woche, welche Frieda von dem Tage ihrer Abreise trente, sollte für sie ungewönlich ereignisreich werden. Am Montag fündigte die Schulvorsteherin ihren Lehrern und - eines noch ziem­Lehrerinnen den Besuch des Schulinspektors lich jungen, aber in hohem Ansehen stehenden Geistlichen der sich über die Leistungen des großen Privatinstituts im Auf­trage der Regierung unterrichten wollte. Er beabsichtigte, wie die

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an,

Schulvorsteherin erklärte, mehreren Unterrichtsstunden in den ver­

schiedensten Lehrfächern beizuwohnen. Diese Kunde rief begreif­licherweise sowol bei dem männlichen, als ganz besonders bei dem weiblichen Teile des Lehrpersonals, sowie auch bei der Vorsteherin, große Aufregung hervor, zumal diese Inspektion seit langer Zeit die erste war, mit der die Regierung das Institut heimsuchte und welche den Zweck hatte, die Frage zu entscheiden, ob dasselbe in seiner Eigenschaft als Privataustalt den Anfor­derungen des Unterrichtsministeriums entspräche und unbeeinträch tigt fortbestehen dürfe, oder in die Hände der Regierung über­

Er hob das Löschblatt auf und nahm das Blatt, auf dem er seinen Gefülen Ausdruck gegeben hatte, in die Hand. Ein bitteres, Lächeln umzog seine Lippen." O gib den Frieden, Frieda mir zurück." Sie wird mehr zu tun haben an meiner Seite, die Gute, Liebe, dachte er. Den Seelenfrieden, nach dem ich mich erst jezt im Drange der Arbeit, in der Gefülsleere der Geschäftswelt, in die ich mitten hinein getreten bin, sehnen gelernt habe, diesen Seelenfrieden zu hüten und zu waren, wird sicherlich keine leichte zugehen habe.