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Nr. 4

Diegene Weft

Illustrirte Unterhaltungsbeilage

Wie schnell ist eine Nacht vorbei!

Von Dorothea Goebeler.

ie schnell ist eine Nacht vorbei! So tanzt und jubelt, tanzt und lacht! Die Geige lockt, die Flöte klingt, Es währt die Lust nur eine Nacht Und schnell ist eine Nacht vorbei! Und immer, immer wilder schwingt Sich durch den Saal der Tänzer Reih. Genießt! Genießt! Das Leben winkt Euch zu in Herrlichkeit und Pracht. Genießt, genießt die selge Nacht Wie schnell ist eine Nacht vorbei!

Spielkinder.

Roman von Georg Hermann .

on außen

( Fortsetzung.)

erbstabend!

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4, richten.

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Ich eile, um heimizukommen. Lies bleibt etwas zurück. Lies!"

Sie antwortet nicht. Ich drehe mich um. Lies?"

uh Uh

"

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-

In kalter Kammer sitzt ein Weib, Ein müdes Weib, und näht und näht, Daß nur die Arbeit fertig sei Und neu erkämpft ein Tag der Noth, Bevor die Nacht zu Ende geht Und schnell ist eine Nacht vorbei... Und aus dem Dunkel grinst der Tod Und wiegt das Knochenhaupt und lacht: ,, Von Lust und Sorge mach ich frei, Mein ist der Erde Daseinsnacht Und schnell ist eine Nacht vorbei!"

,, Sag'' mal, Lies, weswegen hast Du denn vor­hin geweint?"

1897

mich wie Galgenholz. Ich muß doch irgend Jemand gern haben dürfen!"

Sie weint immer noch. Ich bin rathlos, das " Weil Du so schlecht zu mir bist!" Aber Lies, wie soll ich denn zu Dir sein?" Kind thut mir leid, ich verstehe sie ja vollkommen, Anders!" aber Gott, wie hübsch sie aussieht! Diese Aber was hast Du denn heute, Du heulst ja wunderbaren großen, grauen Augen, die welligen, schon wieder?" dunkelbraunen Haare.

"

"

"

,, Ach, sie sind Alle so schlecht zu mir! Du glaubst wohl, ich weiß das nicht, wie sie von Muttern im ich weiß das wohl nicht-- Haus reden

-

,, Lics, warum weinst Du denn, Mädchen? Hast und wenn Vater heute wieder betrunken nach Hause Du Dich vorhin beim Fallen geschlagen?" UH

11

" Friert Dich in Deinem dünnen Kattunkleid?"

" 1

,, Laufe ich Dir zu schnell?"

115

Uh", aber keine Antwort.

Ich trete zu ihr hin. Lies, sage' mal, was ist Dir? Warum weinst Du denn?"

Sie sicht mich verächtlich an, beißt trozig die Lippen aufeinander, so daß sich an der Nase zwei Fältchen bilden jener verdammte Zug, den ich auch

-

bei der Mutter bemerkt hatte und schweigt.

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1

Lies, was soll denn das?"

Lies!!!"

Sie schweigt.

Ich bin leider sehr jähzornig, ich greife sie an der Schulter und schüttle sie.

Siehst Du, Du bist gerade so schlecht zu mir, wie die Anderen; pfui, Georg, ich bin mit Dir böse!" Sie läuft einige Schritte von mir fort. Lics!!"

" 1

Sie bleibt stehen, sieht mich fragend von der Seite an und kommt wieder zu mir. Sie zittert vor Kälte oder vor Aufregung. Sie wagt es nicht mehr, mich anzusehen, steht vor mir wie ein be­gossener Pudel.

" Komm', Lies!" und ich nehme sie bei der Hand, komm!"

kommt, wie er dann schimpft!"

"

Was schimpft er denn?"

Olle Schlampe, sagt er zu Muttern."

"

Was ist denn das?"

Das weiß ich nicht, aber was Böses ist es, denn was Gutes sagt Vater nicht!"

,, Lies," sage ich, nur um etwas zu reden ,,, wart' nur, als meine Frau sollst Du es besser als zu Hause haben, da kriegst Du alle Tage

,, Georg, willst Du mich heirathen?!" " Ja!"

,, Au, das wird hübsch! Wann willst Du mich denn heirathen?"

Wenn ich groß bin!"

Ihr Gesichtchen wird ernst und lang. Ach-

-

ich dachte, Du wolltest mich gleich

Lies, weswegen bin ich aber denn auch schlecht heirathen, damit ich von Haus fortkänie!"

zu Dir?"

"

Weil Du mich nicht lieb hast!"

Wie?"

"

" Ja, Du hast mich auch garnicht lieb!" Nein!"

"

Sie weint schon wieder.

"

Aber Lies, was soll ich denn thun?"

Keine Antwort. Ich nehme ihren Kopf zwischen beide Hände: Aber Lies, Du mußt doch nicht so traurig sein," und rede ihr gut zu, wie man mit einem franken Thiere spricht. Sie sieht mich weh­müthig an, schlägt dann die Augen nieder und öffnet die Lippen, gleich einem Fisch, den man aus dem Wasser nimmt.

Plötzlich drückt sie den Kopf langsam nach vorn, sieht mir starr in die Augen, ganz starr, und füßt mich. Ich springe entsegt zurück und wische mir den Mund ab.

Georg, mein Alter is ein Suffkopp, meine Mutter fann mich nich ausstehn, die is falsch auf

,, Lies, sieh mal, eigentlich kann ich Dich ja gar­nicht heirathen, Mutter hat gesagt, ich müßte ein­mal eine sehr reiche Frau bekommen, denn ich hätt' nichts!"

Oh weh! Sie weint schon wieder! Wie bekomme ich sie zur Ruhe! Ich rede beschwichtigend auf sie ein, es müßt nichts! Ich weiß nicht, wie es fam, plöglich fühlte ich solch unbeschreibliches, eigensüch­tiges Mitleid mit der Lies, und ehe ich mich versah, hatte ich sie gefüßt, eins, zwei, zehn, zwanzigmal!

Diesen Tag und die nächsten Tage machte ich gar feine Schularbeiten, ging früh zu Bett und lächelte noch im Dunkeln selig und verständnißinnig vor mich hin, spizte die Lippen, schloß die Augen und ließ die wohlthätige Bettwärme auf mich ein­wirken.

Und von nun an bestand zwischen uns Beiden ein unsichtbares Band, das uns beim Versteckspielen