ern

Ar

be

сов

500 Wen

nze

iter

Abonnements

werden bei allen schweizerischend Boftbureaux, sowie beim Verlag

und deffen bekannten Agenten entgegengenommen. und zwar zum voraus zahlbaren Vierteljahrspreis von:

Fr. 2,-für die Schweiz ( Kreuzband)

Mr. 3,-für Deutschland ( Couvert)

K. 1,70 für Oesterreich( Couvert)

Fr. 2,50 für alle übrigen Länder des Weltpoftvereins( Kreuzband).

Juferate

Die dreigespaltene Petitzeile

25 Gts.= 20 Pfg.

M. 39.

Der Sozialdemokrat

Organ der Sozialdemokratie deutscher Zunge.

190

Briefe an die Redaktion und Erpedition des in Deutschland und Oesterreich verbotenen Sozialdemokrat wolle man unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen lassen. In der Regel schide man uns die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Decadressen. In zweifelhaften Fällen eingeschrieben.

Parteigenoffen! Vergeßt der Verfolgten wir heute, wo neun Jahre unſeres Wirkens aufgeschlagen vor

G

mus.

und

und Gemaßregelten nicht!

erh.

eben

mber

We eres

tirt.

.2.

olgt.

$ 2C.

g.

93.

2.:

trag

Zur rechtzeitigen Kenntnißnahme.

Bei Quartalschluß

müssen sämmtliche Briefabonnements a baar voraus bezahlt werden.

gestellt wurden, nach bestem Können zu entsprechen, das dürfen uns liegen, mit gutem Gewissen und ohne Selbstüberhebung aussprechen daß es dabei nicht ohne Irrthümer abging, ohne Beschämung eingestehen. Wir haben nie auf Unfehlbar­teit Anspruch erhoben. Aber unserem redlichen Streben ist die vollste Anerkennung geworden: die Liebe der Genossen und der Haß unserer Feinde sind Errungenschaften, deren wir uns mit Stolz rühmen dürfen. Seit dem ersten Tage seines Bestehens hat sich die Leserzahl unseres Blattes von Woche zu Woche stetig gehoben zu einer Höhe, wie sie nie vor uns ein Blatt erreicht, das vom Ausland her für eine unterdrückte Partei hergestellt wurde, und die unsere fühnsten Erwartungen weit in den Schatten stellte. Und Schritt ge­halten mit dem Wachstum unserer Verbreitung haben der Belastungen auf Conto- Inhaber finden also nicht und die Verfolgungswuth unserer Feinde. Die Gleich gültigkeit, die sie anfangs gegen das winzige Blättchen" affet­tirten, sie, die über eine Unzahl von Wochen- und Tages­blättern verfügen, hat bald einem, mit steigender Heftigkeit geführten offenen Feldzug gegen dasselbe Platz gemacht. Sind doch eine ganze Reihe von Experimenten in der Handhabung Machtsphäre zu erweitern, insbesondere die mittels der Inter­pretationstünste feiler Richter durchgesetzten skandalösen Neue­rungen in der Anwendung der Geheimbundsparagraphen nur auf das Bestreben zurückzuführen, das unbequeme Blatt lahm­

ſtatt.

Allen Bestellungen auf direkte oder indirekte Brieflieferung ist ohne jede Ausnahme die volle Baarzahlung beizulegen.

Alle nicht ausdrücklich wieder bestellten Brief des Aechtungsgesetzes, fast alle Schritte der letzten Jahre, seine Abonnenten werden mit Nr. 40 gesperrt.

Ersatz für Versandtverluste liefern wir nur gegen Einsendung des Porto bei Reklamation.

Wo anderweitige Bezugsgelegenheit geboten ist, zulegen, das eine so rücksichtslose Sprache führt und alle Ver­find Brief abonnements unzulässig.

Abonnements für die Schweiz

erh. erheben wir per Nachnahme, wenn Zahlung nicht mit jedem Quartalbeginn vorausgeleistet ist.

125

enes

Abr.

men

wir

Bf.

Brief дфе.

rm:

erh.

Fent

Abr

eres

cig: Ber. ufb.

Einzel- Kreuzbandsendungen ins Ausland Sperren wir mit Quartalsablauf, sofern Neubestellung

und Geld bis dahin ausbleiben.

Die Expedition des, Sozialdemokrat".

Vom Boden der Republik in die Metropole der Monarchie.

739

Rein flüchtig Haupt hat Engelland Bon seiner Schwelle noch gewiesen." Mit dem Ablauf dieses Quartals schließt der Sozialdemo­aus trat" seinen neunten Jahrgang ab. Ein Jahr nach Inkraft­treten des schmachvollen Ausnahmegesetzes wurde er ins Leben gerufen, als es sich herausgestellt, daß jeder Versuch, der Partei der Unterdrückten und Ausgebeuteten auf deutschem Boden ein Organ zu schaffen, auf das sie zu allen Zeiten rechnen kann, durch dessen Mund sie das, was sie für schäd­lich hält, nach Gebühr bekämpfen, das, was sie für nothwendig trachtet, nach freiem Ermessen darlegen kann; daß jeder der­artige Versuch mit einem sofortigen Verbot beantwortet werden würde. Als es durch die Praxis erwiesen war, daß das Sozia­listengesetz nicht den Zweck hatte, der bei seiner Schaffung von er. feinen Urhebern angegeben wurde: das Predigen des gewalt­samen Umsturzes zu verhindern, sondern den, von unsern Ver­tretern fofort gekennzeichneten: der Sozialdemokratie die Eri­ftenz als Partei in jeder Weise unmöglich zu machen, ihren Busammenhalt zu lockern, um alsdann der einzelnen, von dem Gros losgelösten Theile um so leichter Herr zu werden. Wenn bt. die Partei jeder Möglichkeit, ihre Disziplin geltend zu machen, bt. beraubt ist, wenn sie kein Organ hat, durch das sie die Geister zusammenhält, dann, so lautete die Spekulation, wird es ein leichtes sein, die Einen zu unsinnigen Experimenten hinzu­reißen, die Andern einzuschüchtern, hier zu forrumpiren, da zu kompromittiren und schließlich die geistige Vorhut zu isoliren. e In diesem Sinn wurde sofort die gesammte Literatur der bem Bartei unterdrückt, jede Organisation derselben und nicht nur das, auch jede unabhängige Fach- Organisation der Arbeiter aufgelöst, und man nannte das: loyale Ausführung des Sozia­liftengesetzes.

7.

no

ann

Ib

"

Da, als die gefürchtete Partei scheinbar am Boden lag, als die Ränkesucht eines Hasselmann und der Größenwahn eines an Most den schmutzigen Absichten ihrer Feinde entgegenkam, ward rg), der Sozialdemokrat" gegründet. Er stellte sich die Aufgabe. der Partei auf dem Gebiet der Presse das zu ersetzen, was das Schandgesetz ihr geraubt: das Organ, das gegenüber Freund und Feind offen und unumwunden ihre Sache versicht hier aufklärend und da mit den Waffen des Spottes und ffen der Satire, das frei von der beengenden Fessel reaktionärer Breßtnebelungsgesetze das Banner der Partei hochhältweit hin erkennbar, jeden Zweifel, jede Zweideutigkeit ausschließend: im wahren Sinne des Wortes die Kampfes parole der deutschen Sozialdemokratie.

trag

man

ger

ma

urd

nnt

m.

Daß der Sozialdemokrat" seitdem sich in redlicher Weise bemüht hat, dieser Aufgabe nach allen Seiten hin gerecht zu werden, allen Anforderungen, die in dieser Hinsicht an ihn

suche, die deutschen Arbeiter in falsche Bahnen zu lenken, immer wieder zu nichte macht. Und als Alles nichts half, als trotz Reichsgericht und Spizelpolizei die Auflage des Sozialdemo­frat" noch immer nicht zurückgehen wollte, da erfolgte der größte Skandal: die Regierung des mächtigen deutschen Reichs, die über das größte Heer der Welt verfügt, rief die Behörden der schweizerischen Republik an, ihr beizustehen im Kampf gegen ein bescheidenes Preßorgan, und setzte nach kurzem Widerstand ihren Willen durch. És erfolgte die Verwarnung Es und bald darauf ohne irgend welche äußere Veranlassung die Ausweisung der vermeintlichen Leiter des Sozialdemo­frat". Und was in der letzten Zeit sich an den Schweizer Grenzorten abgespielt, zeigte, daß die Liste der offiziellen und offiziösen Gefälligkeiten" noch lange nicht erschöpft ift.

Erscheint

wöchentlich einmal

ind Zürich ( Schweiz ). el

Berlag

der Boltsbuchhandlung

Hottingen Zürich.

Poffendungen franto gegen franto. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz tosten Doppelporto.

22. September 1888.

Noch gibt es zum Glück Länder, in denen man von der Preßfreiheit eine höhere Meinung und gegenüber den Zu­muthungen der Berliner Großhänse mehr Widerstandskraft hat als diejenigen, die heut an der Spitze der Eidgenossenschaft stehen. Zu diesen gehört, trotz manchen Vorkommnissen der letzten Jahre, vor allen Dingen England, und in England wird daher auch von jetzt ab der Sozialdemokrat" sein Zelt aufschlagen. Vom Boden der Republik in die Metropole der Monarchie -wer von den Söhnen Winkelrieds" die es ernst um die Erstere meinen, empfindet nicht das Beschämende dieser Wandlung!

"

Unserm Blatte selbst wird sie von keinem Nachtheil sein. Im Gegentheil, manche Rücksicht, die wir aus freien Stücken auf das Land nahmen, dessen Gastfreundschaft wir und das soll trotz alledem unvergessen bleiben neun Jahre hindurch

genoffenfällt jetzt weg, unsre Feinde haben keinen Grund, ihres Erfolges sich zu freuen. Auch die schweizerische Arbeiter­bewegung erleidet durch den Weggang des Sozialdemokrat" keinen Verlust. Die vielleicht übergroße Reserve, die wir uns grade mit Rücksicht auf das Gastfreundschaftsverhältniß in allen speziell schweizerischen Angelegenheiten auferlegt und die es verhindert, daß wir unsern Bruderorganen in der Schweiz so sekundirt, wie wir es gewünscht, fällt jetzt hinweg, und ebenso fallen für diese manche Aufgaben hinweg, die ihnen das frei willig für nothwendig erkannte Eintreten für uns auferlegt. So werden sie sich mehr als je ihrem Werke der propagandis stischen Agitation und Organisation, sowie der rücksichtslosen Kritik alles Schlechten und Verrotteten in der Heimat widmen können, und der Sozialdemokrat" wird ihnen aus der Ferne her ein besserer Kamerad sein, als er es auf eidgenössischem Boden je vermocht.

"

An unserer Stellung zur deutschen Sozialdemokratie wird selbstverständlich durch den Ortswechsel nichts geändert werden. Nach wie vor wird der Sozialdemokrat" es als seine vor­nehmste Aufgabe betrachten, ihr ein Organ zu sein, auf das sie zu allen Zeiten und unter allen Verhältnissen rechnen kann. Ihre Grundsätze zu vertheidigen, ihre Taftit klarzulegen, ihre Forderungen zu begründen Sozialdemo- Forderungen zu begründen mit einem Wort, ihre Fahne frei und hoch zu entfalten, das ist der leitende Gedanke, der uns beseelt und dem unser ganzes Streben gewidmet ist. Die deutsche Arbeiterwelt ist zwar im Augenblick nicht so auf den Sozialdemokrat" angewiesen als noch vor wenigen Jahren, ihr stehen in Deutschland Blätter zur Verfügung, die zum Theil mit vielem Talent und Geschick thre Sache vertreten, aber in richtiger Erkenntniß der Situation hat fie darüber nicht die Nothwendigkeit vergessen, ein Organ zu be

" 1

Polizei unabhängig sind. Sie wird dem Sozialdemokrat" auch an seinem neuen Erscheinungsorte treu bleiben, und sie wird es, denken wir, nicht zu bereuen haben.

Für jeden politisch Denkfähigen hat das nichts Ueberraschen­des. Wer einmal A gesagt, pflegt auch das B nicht zu ver­sagen. Nachdem die Mehrheit des schweizerischen Bundesrathes es mit der Würde der Republik und dent Geist ihrer Ueber­lieferungen für vereinbar gehalten hat, einer fremden Macht zuliebe Leute auszuweisen, deren Vergehen einzig in der Besitzen, dessen Haltung und Existenz von der Laune der deutschen nugung des in den Gesetzen der Schweiz gewährleisteten Rechts der freien Meinungsäußerung besteht, war vorauszusehen, daß es an weitern Anforderungen, die freundnachbarliche Gesinnung durch die That zu bekräftigen, nicht fehlen werde, und die stillschweigende Gutheißung des Vorgehens des Bundesrathes durch National- und Ständerath, d. h. die Volksvertretung, hat natürlich den Appetit der in dieser Beziehung stets heiß­hungrigen Berliner Reaktionswölfe nur noch mehr gereizt. Denn alle Staatsmännerei rächt sich auf Erden.

Uns, wie gesagt, überraschen diese Vorkommnisse nicht, unsre ausgewiesenen Genossen haben in ihrem Abschiedswort auf diese Folge der Ausweisung hingewiesen, und es wäre thöricht gewesen, nicht diejenigen Maßregeln zu ergreifen, die sich aus der Situation von selbst ergeben. Wie Freiligrath in seinem prächtigen Gedicht Springer" sagt:

Mir ist, als müßt' ich auch von hier, Den Stab noch in die Weite setzen; Als würden auch aus Tell's Revier

Die Launen dieses Spiels mich heken."

el

tolp

Das sagten wir uns damals, wie es dem Springer", dem Vertreter der Geächteten, geziemt, hielten auch wir uns

"

bereit".

Und so sind wir denn heut in der Lage, unfern Genoffen nah und fern die Mittheilung zu machen, daß mit dem Ablauf seines neunten Jahrganges der Sozialdemokrat" aufhören wird, auf schweizerischem Boden zu erscheinen. Nicht daß es uns an Sträften mangelt, das begonnene Werk hierorts fort­zusetzen. Das Erscheinen des Sozialdemokrat" ist nicht an das Schicksal einiger Personen geknüpft. Die Lücken, die die Ausweisung gerissen, und die jede weitere Ausweisung etwa reißen würde, wären, wie sich bereits gezeigt hat, schnell wieder ausgefüllt worden. Aber die ganze Situation, die dem Blatt durch die Haltung des Bundesrathes bereitet worden, ist eine seiner unwürdige. Das Organ, das die unter dem deutschen Sozialistengesetz gefnebelten Arbeiter mit so großen Opfern hochhalten, muß unbehindert diejenige Sprache führen können, die es seiner Aufgabe für angemessen hält, jeder, auch der in­direkt angelegte Breßtnebel macht es zu einer Parodie auf das, was es sein soll. Das freche Schimpfen können wir getrost auch fürderhin derjenigen Bresse als wohlberechtigtes Monopol überlassen, die auf eidgenössischem Boden unbehindert für die Monarchie Propaganda machen darf, ohne dadurch ihren Kredit bei gewissen Hütern der Verfassung einzubüßen, auf das Recht des Aufreizens" gegen alles das, was wir als schlecht und beseitigenswerth erkannt, können wir aber nie und nimmer verzichten.

Soviel hierüber an dieser Stelle. Das Geschäftliche wird den Genossen an anderer Stelle mitgetheilt werden.

Wir können jedoch den Artikel nicht schließen ohne ein Wort des Dankes an alle diejenigen Schweizerbürger, die in bedrängter Zeit so mannhaft für uns eingetreten sind.im Wir sagten bereits oben, es solle unvergessen bleiben, daß wir neun Jahre lang die Gastfreundschaft der Schweiz genossen haben. Ganz besonders im Gedächtniß behalten werden wir aber, was unsere Schweizer Genossen und diejenigen Angehörigen der Eidgenossenschaft für uns gethan, die zwar unsere Anschauungen nicht theilen, aber im Interesse der Freiheit und des Rechts, im Interesse der republikanischen Ehre fich den gegen uns ge­richteten Streichen widersetzten. Indeß auch das werden wir nicht vergessen, was käufliche Schurken in uns der Sache der Unterdrückten zugefügt, während wir Denen, die in dem Wahn, dadurch die Interessen ihres Vaterlandes zu retten, daß sie dessen Ehre preisgaben, die Worte des Dichters zurufen: mög' Euer Lohn nicht Eure Strafe sein.

Es lebe die freie, die unabhängige Republik !

asd s

000,02 0

50198

Puttkamer's Erbschaft das

sid

scheint vom Schweizer Bundesrath angetreten werden zu wollen. Weit über Deutschlands Grenze hinaus hat das Buttkamer Bismard'sche System der Spigelei und Büttelei allgemeine Berurtheilung erfahren und unter bem Druck dieser unauslöschlichen Schmach mußte der Oberfpigelminifter Buttkamer in bas dunkle Privatleben zurückflüchten. Sollte man es nun nicht für unmöglich halten, daß dieses vor ganz Europa gebrandmarkte Syftem der Schnüffelei seinen Einzug in die schweizerische Eidgenossens schaft halten werde? In den Staat, der von den naturnothwendig fich ergebenden Ronsequenzen dieses Spionirsyftems, ben Agents provokateurs, mit am meisten heimgesucht wurde? Und boch ist's so. Unser Bruberorgan, ber, Schweizerische Sozialdemokrat", veröffentlicht unter bem Titel: Der Schweizer Freiheitsbrief" ein geheimes Kreisschreiben des Bundesrathes, dem auch wir in unserm Blatt eine Stätte gewähren wollen, denn es ist ein historisches Dotus ment, dem erst die spätere Beit die rechte Würdigung verschaffen wird­ein Denkmal unserer Zeiten Schande.

*

Ich bin ein Schweizerknabe Und hab' die Heimat lieb, Wo Gott auf hohen Firnen Den Freiheitsbrief uns schrieb." Jn berechtigter Jronie hat der Schweizer Sozialdemokrat" seinem Artikel dieses Motto vorangestellt und fährt dann fort:

el Cuday