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Nr. 242.

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Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin : Bierteljährlich 3,30 Mart, monate lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit bem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband : Für Deutschlandu.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste

für 1891 unter Nr. 6469.

Vorwärts

8. Jahrg.

Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn­und Festtagen bis 9 Uhr Vor­mittags geöffnet.

Fernsprech- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106.

Berliner Bolksblatt.

Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: Beuth- Straße 2.

Bur Geschichte des

Freitag, den 16. Oktober 1891.

Expedition: Beuth- Straße 3.

richt erhalten können, so ist es nicht zu verwundern, wenn der infamen Ansnüßung der Proletariersprößlinge; wir sie physisch und moralisch verkrüppeln." Die armen Kleinen wissen, daß die von uns früher besprochene Kabinetsordre,

fozialen Königthums. vertamen leiblich und geistig, weil sie in der Stickluft der hervorgegangen aus militärpolitischen Beweggründen, am

IV. ( Schluß.)

von uns

industriellen Ausbeutung ihre Kräfte verbrauchten; die 12. Mai 1828 erlassen worden ist, daß also dem Könige die Fabrikarbeit als solche, durchaus unverträglich mit dem Zustände offiziell seit über einem Jahrzehnt bekannt zarten Kindesalter, noch dazu unter den skandalösen Arbeits- waren. Die Stelle des Staatsministerial- Beschlusses, daß Der Bodelschwingh'sche Entwurf, den wir in unserem bedingungen, wie sie bestanden, war die Quelle alles Uebels. ein allgemeines Gesetz in Berathung wäre, bezog sich auf britten Artikel des Näheren charakterisirt haben, wurde am Die einseitige Betonung eines Moments, desjenigen den Eingangs dieses Artikels erwähnten Altenstein'schen 20. November 1835 an den Unterrichtsminister und an des Unterrichts, ist eine Hinterthür, welche der Exploitation Verordnungsentwurf, der im Juli 1837 dem Finanzminister von Alvensleben zur Prüfung übersendet worden war. Rother, den Amtsnachfolger Schuckmann's, eingeschickt, um verständnißfroh geöffnet wird. ein Jahr unerledigt liegen zu bleiben. Am 18. November 1836 Die treuergebenen Stände" baten in ihrer Adresse um Letterer hatte ihn eingehend kritisirt und die Umarbeitung brachte ihn Bodelschwingh wieder in Erinnerung. Rother ein Schutzgesetz für die bezeichneten Kinder" und formulirten empfohlen. Seit jener Zeit befand sich der Entwurf im und Altenstein waren der Ansicht, daß nicht für eine ihre Vorschläge. Kein Kind solle vor vollendetem- Unterrichtsministerium. Mit der Ausarbeitung des provi­Provinz allein, sondern für das ganze Königreich eine Ver- ne unten Lebensjahre in Fabriten aufgenommen werden. sorischen Reglements für die Rheinprovinz wurde Bodel­ordnung zu erlassen sei, und Ersterer ließ eine solche zur Der Nachweis für Schulbesuch sei zu erbringen, falls nicht schwingh betraut. Aber es sollte anders kommen. Weder Altenstein's Abstellung und Verhütung der aus der Beschäftigung der Lokalverhältnisse eine Abweichung hiervon nothwendig Kinder in Fabriken und Manufakturen das jugendliche Alter machen, welche von der Ortsobrigkeit(!) zu untersuchen Entwurf wurde zum Gesetz, noch kam es zur beschlossenen bedrohenden Mißbräuche" ausarbeiten. Ein Verbot der und zu ordnen ist", eine treffliche Klausel zu Gunsten der Eröffnung an die Stände." Kinderarbeit wurde garnicht ins Auge gefaßt, und es ist Fabrikherren, der Ehrbarkeit", als deren Grefutive die Bodelschwingh hatte gemäß dem ihm ertheilten Auf­bedeutsam für die Lage der Dinge, daß. Altenstein von der städtische Verwaltung sich darstellt. Als Arbeitstag für trag vom 20. November 1838 einen Entwurf ausgearbeitet durch ihn geplanten Verordnung sagte, sie ginge nicht so diese vom neunten Jahre ausbeutungsreifen Kinder wurde und ihn am 11. Dezember mit der Bitte eingereicht, weit wie das englische Fabrikgesetz mit Rücksicht auf den eine Zeit von höchstens zehn Stunden proponirt. Ueber eine Konferenz zu zu seiner Berathung anzuberaumen. im Wesentlichen der nur dürftigen Fortgang eines großen Theiles der Fabriken, Nachtarbeit war gar nichts gesagt. Zwei Freistunden, Der Entwurf war welche Kinder beschäftigten und auf die Bedenken, welche wovon eine um die Mittagszeit mit Bewegung in freier Luft, im dritten Artikel zur Genüge gekennzeichnete Bodel­sich der Ausführung des englischen Gesetzes entgegengestellt zwischen diesen zehn Arbeitsstunden" sollten den Kindern schwingh'sche erste Entwurf vom 20. November 1835 hätten". Die Machenschaften der Plusmacherei waren gegeben werden. Bodelschwingh befürwortete die Adresse in einer durch das zur Ständepetition abgegebene Gut­wirksamer, als alles Mudere, und der Sozialreform von und schlug weiter vor, die Nachtarbeit zu unterlagen und ergänzten Fassung. Neu war sein Vorschlag, die Oben" waren die Schwungfedern bereits geknickt, ehe die Verordnung auch auf die Kinder in Berg-, Hütten- und seinderarbeit an Sonn- und Feiertagen zu verbieten und sie auch nur nicht etwa zu fliegen, nein am Boden hin- Bochwerken auszudehnen; als Maximal- Altersgrenze des die famose, allen Schutz illusorisch machende Aus­zuflattern angefangen. Das Bedürfniß nach einer all- Schutzes solle das 16. Lebensjahr gelten, ein Zugeständniß, nahmebestimmung seines ersten Entwurfs dahin ein­9 meinen Verordnung trat klar zu Tage, die öffentliche das beachtenswerth ist, da man bisher nur die Fürsorge für zuschränken, daß die Errichtung einer Fabrikschule Stimme erhob sich für das Einschreiten der Gesetz- die schulpflichtigen Fabrikkinder in den Bereich der Gesetz seitens des Unternehmers" nur" eine Ausnahme vom gebung". gebung ziehen wollte. qualifizirten Minimalalter, nicht von der Marimal- Arbeits­Ein Deputirter des rheinischen Provinziallandtags, Aber die Staatsregierung that nichts, fie reagirte gar zeit zur Folge haben sollte. Im Interesse der Eltern und der Fabrikant J. Schuchard aus Barmen, trat in der nicht auf die Adresse des rheinischen Landtags, nicht auf den Fabrikanten" war aber das Minimalalter ,, dadurch zu einem Presse und im Landtage energisch für gesetzgeberischen Ein- Plan Bodelschwingh's. Trotzdem er am 1. August 1838 um alternativen Erforderniß geworden, daß die Bedingung zur griff zu Gunsten der Fabrikfinder ein. Im Rheinisch- Beschleunigung dieser Sache bat- eine neue Reise durch die Aufnahme in Fabriken auch von solchen Kindern für er­Westfälischen Anzeiger" vom 29. März 1837 erzählte er die Provinz hatte ihm wieder den kläglichen Zustand der füllt angesehen wurde, welche das neunte Lebensjahr voll­Geschichte eines zwölfjährigen Mädchens, das einen zum Fabrikfinder vor Augen geführt und ihn von vielen Seiten endet und ihre Muttersprache geläufig lesen konnten, sowie Glück mißlungenen Selbstmordversuch gemacht hatte aus den Wunsch hören lassen, daß doch endlich für diese einen Anfang im Schreiben gemacht hatten. Ferner war Furcht vor der zu erwartenden Strafe im elterlichen bedauernswerthen Geschöpfe etwas im Wege der Gesetz- an Stelle der früheren Bestimmung der Pausen eine solche Hause, weil ihr in der Fabrit für ihre Unachtsamkeit ein gebung geschehe", selbst dieser Umstand vermochte nicht, die getreten, welche zwischen den täglichen zehn Arbeitsstunden paar Groschen vom Lohne waren abgezogen worden". Er Minister zu einem rascheren Vorgehen zu bewegen. Erst eine Muße von je einer Viertelstunde Vor- und Nach­knüpfte daran eine Auseinandersetzung über die Noth- in der Staatsministerial Sigung vom 20. November 1838 mittags und einer Freistunde Mittags, und zwar mit Be­wendigkeit einer Reform". Der rheinische Provinzial- kam es zur Beschlußfassung über den Antrag der Tren- wegung in freier Luft", vorschrieb.

Landtag richtete hauptsächlich auf Schuchard's Betreiben und ergebenen", also genau sechszehn Monate nachdem Das heißt also, daß den Unternehmern die Kinder statt Antrag am 20. Juli 1837 eine Adresse an den König, in die Adresse beschlossen worden war. Man einigte sich zur 10-, zur 102 stündigen Frohnde ausgeliefert wurden, welcher es unter Anderem heißt: Ew. Majestät treu- dahin, den Ständen zu eröffnen, daß der König bereits seit vorausgesetzt immer, daß die Fabrikanten sich an die Schutz­ergebene Stände haben sich veranlaßt gesehen, das Schicksal längerer Zeit seine Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand vorschriften überhaupt kehrten. Von einer wirksamen Kon­der Kinder in Erwägung zu ziehen, welche in geschlossenen gerichtet hätte und daß ein allgemeines Gesetz in Berathung trolle, von einer Fabrikinspektion, von den Mitteln zur Fabrikräumen, namentlich in Spinnereien arbeiten; sie haben sich wäre; daß er aber wegen der Dringlichkeit des Bedürfnisses etwaigen Durchführung der Aussicht war bisher nicht die überzeugt, daß diese armen kleinen in zu frühem Alter für die Rheinprovinz ein provisorisches Reglement für diese Rede gewesen.

zur Arbeit benützt werden, und daß sie im Allgemeinen zu unter Berücksichtigung der ständischen Vorschläge gleichzeitig Die Konferenz, welche am 21. Dezember 1838 stattfand, lange, nämlich 13 Stunden des Tages, und zu anhaltend mit dem Landtagsabschiede erlassen hätte." Friedrich sprach sich für eine baldige Verallgemeinerung der Verord­arbeiten müssen. Da sie nicht den gehörigen Unter- Wilhelm III. wußte allerdings seit längerer Zeit" von nung für den ganzen Staat aus, sprach sich gegen eine

Feuilleton.

Macbrud verboten.)

Er kehrt zurück!

148

Driginalroman von Jean Meroz. Plötzlich löfte sich ein Mann von der Gruppe los, machte zwei Schritte vorwärts, hob den beschriebenen Bogen auf, las ihn und sagte mit schlauer Miene:

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Gin Republikaner! seht her, es ist ein Verräther, an dem man Gerechtigkeit geübt hat.

Die Zuschauer hatten kein Wort gesprochen, feine

Am andern Ende der Brücke von Ariole sah man das Miene verzogen, sie begannen zu begreifen, daß er irgend matte Licht von zwei Laternen eines Wagens, der fast eine ihnen unbekannte Veranlassung zu dem Kampfe gegeben unhörbar dahinrollte. hatte. Schließlich trat ein alter Arbeiter von sehr dürftigem Mijoulet erreichte ihn mit den gewandten Sprüngen Aussehen vor und drückte dem jungen Arzte die Hand. Dann einer Kaze. sagte er zu der Gruppe gewandt:

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Ich kenne diesen Bürger er meinte Philibert,

Ohne lange zu reden, erfaßte er schnell die Zügel des dessen Hand er nicht losgelassen hatte, sondern immer noch armen Pferdes, welches kaum stehen konnte, während der dessen Hand er nicht losgelassen hatte, sondern immer noch dankbar drückte, er ist ein Hospitalarzt aus der Pitiére, Rutscher erschreckt durch den Gedanken an einen nächtlichen hat mich gepflegt, er hält zu den Armen und war Re: Angriff vollständig den Kopf verlor und verzweifelt auf den plikaner, ehe die Republik geboren wurde. Wenn er Eucharmen Gaul lospeitschte, der nicht mehr fortkonnte und fagt, daß dieser Unglückliche, der halbtodt daliegt, ein Re- ganz unfähig war, seine Tour fortzusetzen. publikaner ist, so könnt Ihr es glauben. Er kennt seine Aber Mijoulet hielt ihn fest, obgleich er zwei bis drei Schritte fortgeschleift wurde, und brachte so das Pferd, Mijoulet sprang wüthend, ohne jede Ueberlegung, dem Leute genau und ist viel zu ehrenhaft, um zu lügen. das sich offenbar gern fügte, zum Stehen. Es be Sprecher an die Kehle, obwohl derselbe wenigstens einen Und darauf fügte er hinzu: Ropf größer war als er. Mit einem gewaltigen Stoß hatte Sie kennen mich nicht, mein Herr. Sie haben mich gnügte sich damit, melancholisch seine Ohren zu senken. Sind doch ohne Zweifel diese armen Märtyrer des er, dessen Kräfte durch die Wuth verzehnfacht wurden, den vor kaum drei Monaten gepflegt, als ich den Arm gebrochen Droschkenwesens gar glücklich, sobald am Wagen etwas Mann niedergeworfen und hielt ihn unter sich fest, wäh- hatte. Sie sind so gut zu mir gewesen; ich danke Ihnen bricht oder ein anderer Unfall ihnen einige Augenblicke un­rend seine geballte Faust ihn kräftig gefaßt hatte. Safür noch einmal herzlich. Derselbe suchte sich zu befreien, aber er konnte diesen gehoffter Erholung bietet. Der Assistenzarzt war von dieser einfachen und rühren­unerwarteten Angriff nicht widerstehen und bat nun röchelnd den Dankbarkeit tief gerührt, aber er hatte Eile seinen Vertrat vorsichtig vor. Er war ein Mann von kleinem Wuchs, Der Kutscher war abgestiegen von seinem Size und wundeten gut gebettet zu sehen, und er wiederholte daher dick wie eine Tonne, ganz eingehüllt in seinem mit mehreren Dummkopf, Feigling, wiederhole, was Du ge- feine frühere Bitte. Es bedurfte nun taum noch sagt haft! Der Bürger Marche- Seul soll ein Verräther derselben, Kragen ausgestatteten Mantel, aus demselben sah ein rother, um diese Arbeitermenge anzufeuern. Zwei mächtiger Kopf hervor, den ein Hut aus Wachsleinwand oder drei Männer boten sich sofort selbst an fortzuschaffen, riß nicht ohne Mühe den rasenden Lehrling bahre zu holen; mit ihnen entfernte sich auch Mijoulet Seine Aufregung war so groß, daß er seinen Pfeifen­Aber der Aſſiſtenzarzt, der Gile hatte, den Verwundeten und eilten nach dem Hospital, um die gewünschte Trag- bedeckte, dessen Glanz seit langer Zeit verschwunden war. zurück und stieß ihn einige Schritte von seinem Gegner spornstreichs. weg, während dieser sich erhob, beschämt dadurch, daß er Alle Blicke richteten sich auf ihn. Man glaubt einen kopf fallen ließ, der auf dem Pflaster in tausend Scherben durch einen jungen Burschen niedergeschlagen worden war. Augenblick, daß er einen Anfall von Frrsiun habe. zerbrach. Er fonnte taum athmen, sein Gesicht war verzerrt durch den Der junge Arzt aber lächelt, er hatte die Gedanken der Krampf, der seine Glieder schüttelte. Leute errathen.

um Gnade.

sein!

Er rollte seine blauen, verwirrt dreinblickenden Augen.

Mit zaghafter Stimme und dem ausgeprägten Dialekt der Auvergnaten begann er: