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7. Jahrgang.
Sozialdemokrat
Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit.
Ein Priester ist Fürsorgeminifter...
treten."
Samstag, 5. November 1927.
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Nr. 259.
Der Konflikt auf den Eisenbahnen.
Eine Rundgebung der Grefutive.
Die Erefutive der foalierten Eisenbahnerorganisationen hat am Freitag, den 3. November 1. J. eine Plenarsihung abgehalten; in erster Linic nahm sie den Bericht über das Einschreiten der Vertreter der politischen Parteien beim Ministerpräsidenten Svehla zur Kenntnis. Nach Anhörung dieses Berichtes wurde beschlossen, in der begonnenen Aktion, welche die Erefutive als die ihrige ansicht, in vollem Umfange fortzuschreiten. Weiter wurde beschlossen, daß in den nächsten Tagen an alle Eisenbahnbediensteten ein Manifest herausgegeben werden wird, in welchem die Art der Abwehr und des weiteren Vorgehens verlautbart wird.
Zur Erklärung des Präsidiums des, Spolek úředníků se středoškolským vzděláȧnim."( Mittelschüler- Verband) konstatiert die Erefutive, daß die Kundgebung der Solidarität der übergroßen Mehrheit der Verkehrsbeamten mit dem Vorgehen der Exekutive dafür zeugt, daß es sich um einen wirkungslosen Versuch einzelner Personen handelt, die Solidarität des gesamten Eisenbahnpersonals zu zersplittern.
Die Erefutive erklärt mit heutigem Tage ihre Permanenz; sie ist überzeugt, daß die Eisenbahnbediensteten in dieser Abwehrbewegung mit der gleichen Einheitlichkeit, mit der sie dieselbe angetreten haben, harren, und zwar bis zu dieser Zeit, bis zu welcher die Erefutive von der Regierung annehmbare Verhandlungs bedingungen erhält. Sic appelliert an die breite Oeffentlichkeit, daß sie die Werkehrsschwierigkeiten, soferne diese die Folge dee hartnädig abweisenden Stand= punktes des Eisenbahnministeriums zu den Forderungen find,- garantierten, Ansprüche erhalten, ruhig und ohne Vor einge die Eisenbahner mögen wenigstens die minimalen, durch das Gehaltsgesch nommenheit beurteilt. Die Eisenbahnbediensteten haben sich durch acht Monate bemüht zu einem friedlichen Ergebnisse zu gelangen, sic haben zur Abwehr erst dann gegriffen, als alle friedlichen Mittel crschöpft waren.
werden des Anspruches auf das bißchen Ver-| jorgung im Alter oder im Falle ihrer Invali-| dität verlustig erklärt, einer Million Arbeiter und Arbeiterinnen werden die Ansprüche verschlechtert. Die Geistlichen haben ihr ,, Unser Ziel ist, die Lehren des christSchäflein im Trocknen, weiter lichen Sittengesetes in ihrer reicht das soziale Empfinden der unverjährbaren Geltung auch Klerikalen nicht. Und damit nicht am gogenüber der heutigen Wirtschaft zu vec- Ende bei der Handhabung der Sozialfürsorge treten. Unsere Aufgabe, eine Wirtschafts- nach christlichen Begriffen zu viel Menschlichkeit verfassung heraufzuführen, welche aus den und Humanität aufgewendet werde, soll durch Ideen des christlichen Solida den Schwindel der Parität die Verwaltung der rismus lebt. Wir sind nach Pflicht Strankenversicherungsanstalten den versicherten und Gewissen für alle jozialen Arbeitern und Angestellten entrissen werden. Probleme mit dem Maßstab unseres Was verschlägt es den Klerikalen, wenn ein sozialen Programmes und im Geiste des christlichen Solidarismus einge jugendlicher Arbeiter bald nach seiner Auslehre das Unglück hat, ein Strüppel zu werden, ohne daß er Anspruch auf eine Invalidenrente erAlso sprach der Reichsparteisefretär Dr. langt hat, weil sein auf die Ausbeutung jugendKirsch im Mai 1926 auf dem Parteitag der licher Arbeitskraft erpichter Lehrherr ihn nach deutschen christlichsozialen Volkspartei. Das ist dem christlichen Sittengesetz erst mit vollstreckdie Theorie vom christlichen Solidarismus tem 16. Lebensjahr bei der Versicherung anzuund christlichen Sittengeseß, die Praxis der melden brauchte! Kein wahres christlichsoziales christlichsozialen Partei sieht anders aus. Seit Gemüt wird sich durch die Vorstellung beschwert mehr als einem Jahre ist ein Führer der fühlen, welches traurige, erbarmungswürdige deutschen Christlichsozialen Mi- Los die armen Heimarbeiter und jene landnister, ein anderer Selerifaler, ein hoher wirtschaftlichen Arbeiter im Alter erwartet, da Priester sogar, der Monsignore Sr a me f, ihnen der geistliche Herr Fürsorgeminifter das steht an der Spitze des sozialen Fürsorgemini Recht auf Versorgung im Alter abspricht. Und steriums. Welche Gelegenheit, die Wirksamkeit der chriftliche Sozialismus, wie er von dem des christlichen Sittengesetzes zu beweijen, den Sramef, Mayr- Harting, Feierfeil und Hilgenchristlichen Solidarismus, der nach fleritaler reiner vertreten wird, findet es auch ganz in Behauptung den Sozialismus überflüssig macht, Ordnung, wenn die Fürsorge für den franken in Taten umzujeßen, durch Proben darzutun, Menschen, die Verwaltung der Stranfeninstitute, Um die begreifliche Erregung der Eisenbahn stehenden Zustandes abändern werde und er ließ daß das soziale Empfinden der Parteien der ganz in die Hände der Unternehmer und ihrer hediensteten und die Gründe zu verstehen, welche auch durchblicken, daß er gegen eine Abänderung fatholischen Stirche lebt und das soziale Pro- Handlanger gelegt wird. Exekutive der Eisenbahnerorganisationen, und Ergänzung der strittigen Regierungsver gramm der christlichjozialen Partei fein toter Es wäre zu viel erwartet, wollte man erhinter der 150.000 Eisenbahnangestellte stehen, ordnung nichts habe. In Wirklichkeit aber hai Buchstabe ist. Ein Jahr der Probe! Eshoffen, die Sterifalen und christsozialen würden bewogen haben, die Verhandlungen mit dem die Systemisierung die Dienst- und Lohnhat genügt, zu zeigen, was das christliche Bolf einsehen, welcher sozialen Untat sie sich schuldig ganze Geschichte des Kampfes der tschechoslowa strophaler gestaltet, sie hat nicht nur Eisenbahnministerium abzubrechen, muß man die verhältnisse der Eisenbahner noch katavon jenen zu erwarten hat, die mit dem Namen machen, da sie sich bei der Aenderung des So- fischen Eisenbahner um bessere Lebensbedin die Hoffnungen des Eisenbahnpersonals nicht er Gottes auf den frommen Lippen ihre politische zialversicherungsgesetzes ausschließlich vom Par- gungen, wie er in den letzten anderhalb füllt, sondern dieses in ihrer Auswirkung noch Agitation betreiben, es hat genügt, die klerikalen teihasse und von der Rücksicht auf das Unter- Jahren geführt wurde, kurz refapitulieren. Die härter betroffen als irgend ein Mensch annehmen Parteien als die Helfer und Slopffechter der nehmertum feiten lassen, aber es gibt doch in Grundlage für das Dienſtverhältnis und die konnte. reichen Grundherren, der Finanz- und In- der christlichsozialen Partei auch Arbeiter! Gehaltsbezüge der Eisenbahner bildet das be Am 6. Oktober fand nun ein neuerlicher duſtriemagnaten zu entlarven. Einem Der armen Menschen, die sich der christlich fannie Gehaltsgefeß 103 aus dem Jahre Kongreß der Eisenbahner statt. Er erklärte die Priester ist die soziale Fürsorge sozialen Bartei angeschlossen haben, weil sie denken insbesondere seitens des Verbandes der zufriedenstellend, weil das Ministerium der 1926, welches schon damals die größten Be- Saltung des Eisenbahnministeriums nicht als anvertraut! Benützt er seine Stellung, vertrauensvoll hofften, dieje Partei werde zu Eisenbahner hervorgerufen hat. Daß diese Be wichtigsten Frage nach Abänderung der in Rede benützen die Christlichsozialen ihre Zeilnahme ihrem irdischen Wohle die in der Kirche und denken berechtigt waren, bewies die Durchstehenden Regierungsverordnung zähe aus dem an der Macht", um den Schutz der Arbeitskraft, Religionsstunde gelehrten christlichen Grund- führungsvorschrift zu diesem Gefeße, Wege ging. Die Bereitwilligung des Eisenbahn des einzigen Stapitals, das die armen Sklaven jäße auch im politischen und sozialen Leben an welche im März dieses Jahres herausgekommen ministeriums, über alle Fragen zu verhandeln, des Stapitalismus besigen, auszubauen, das un- wenden, sind in dieser Partei jogar weit mehr, ist. Diese Durchführungsverordnung wurde von hatte demnach nur einen geringen Wert, weil zulängliche Werk der Sozialversicherung zu ver- als der Besitzenden. Gut 70 bis 80 Prozent der Regierung erlaffen, ohne daß sie mit eben das Ministerium auf der Durchführung der beffern? Den militärischen Rüstungsfonds haben der christlichsozialen Parteiangehörigen gehören handelt hatte, obzwar die Eisenbahner im Berhältnisse auf den Bahnen geschaffen wurden, den Vertretern des Personals ver Regierungsverordnung beharrte, durch welche ſie gespickt, den Beißenden ausgiebige Steuer den proletarischen Geſellſchaftsschichten an, die, aber auchstabroussoukibre, e die für das perſonal, einfach unerträglich find. geschenke gemacht, den wohlhabenden Agrariern fei es von einer fargen Pension, sei es von je liche Vertretung haben, mit der die Re- Deswegen fonnten also die Verhandlungen, die. zuliebe Lebensmittelzölle beschlossen, und sie dem Ertrag ihrer Hände Arbeit als gewerbliche gierung über alle Maßnahmen, welche das unter dem Vorsiz des Ministerialrates se ron haben auch nicht an die Taschen ihrer eigent- oder Nabritsarbeiter, Näherinnen, fleine Be Dienstverhältnis des Personals betreffen, užilka stattgefunden haben, zu feinem Ergebnis lichen Führer und Organisatoren, der fatho- amtinnen uim. ihr wenig frendevolles Dasein verhandeln verpflichtet ist. Aus die gelangen. Zum Schluß erklärten die Bertreter lischen Geistlichen vergessen, denen sie aus fristen. Was jagen diese Menschen, die doch auch fem Vorgehen mag schon ersehen werden, daß es der Regierung, bzw. des Eisenbahnministeriums, Staatsmitteln viele Weillionen durch Erhöhung Opfer der heutigen Ordnung sind, und die ihre den Konflift hinarbeitete. Nach der Herausgabeführt werden, und erst wenn sich gewiffe die Regierung war, welche von vornherein auf die Verordnung müsse durchge der Stongrua zuschanzten. Aber wo blieb Gesundheit und ihr Leben sür den heiligen der Verordnung waren nun alle Eisenbahner- Särten zeigten, wäre die Regierung bereit, dar der christliche Solidarismus und Mehrwert des Unternehmers ristieren, zu dem organisationen überzeugt, daß die Eisenbahner über zu verhandeln. Die Vertreter der Regierung die christliche Nächstenliebe gegen Treiben ihrer Partei? Empfinden sie es nicht dadurch gegenüber den früheren Zuständen bewollten die Sache einfach auf die lange überbemarbeitenden über dem arbeitenden Volfe? Nidhi ale eine ihnen und ihrer Stlajje, aber auch dem nachteiligt worden wären und es fam zur Bil Bant schieben, was sie übrigens seit Mioals die erste, vorläufig letzte Tat bieten sie ihm Gedanken des christlichen Sozialismus zuge dung einer Erefutive aller Eisenbahnerorga naten taten. Einem folchen Vorgehen den Verderb der Sozialversiche- figie Schmach, wenn ihre Partei ihnen für nisationen, die seither die Verhandlungen geführt fonnten die Vertreter der Organirung! Ein Sozialdemokrat war Fürsorge- das ihr von ihnen entgegengebrachte Vertrauen Die Exekutive hat von Aubeginn annteressen der Eisenbahner zu geminister, als die Sozialversicherung geschaffen mit der Verteuerung des Zuckers für ihr bißchen den Bersuch gemacht, die ganze Frage des fährden. wurde, ein Priester ist Fürsorge- Staffee, mit der Erhöhung der Preise für Brot, Dienstverhältnisses und des Einkommens der Die gesamte Oeffentlichkeit muß sich also minister, da dieses Werk ruinieri startoffel, Fleisch usw., und schließlich mit dem Eisenbahner einer friedlichen Regelung darüber flar sein, worum der Streit geht. Es Raub jozialer Rechte der Arbeitenden den Dank zuzuführen. Im April wurden seitens der Ere handelt sich um die Bewertung der Die Klerikalen sollen es noch einmal wagen, abstattet? futive Abänderungsanträge zur Durchführungs Dienstleistung des Eisenbahners. Worte wie christliche Solidarität zu proſtituie Dreileritate Parteien stehen Dreiflerifale Parteien it chenverordnung der Regierung überreicht. Wie be- Der Dienst des Eisenbahners ist ein verantwort rechtigt die Forderungen der Eisenbahner sind, licher, gefährlicher und die Geistes- und förperren! Das dröhnende Hohngelächter der Hölle in der Regierungsmehrheit, ein fei mir an einem Beispiel flargemacht. Während lichen sträfte in hohem Maße verbrauchender. wird ihnen antworten. Eine saubere Solidari Priester ist Fürsorgeminister und im alten Oesterreich die Eisenbahner mit Rüd Ein altes Sprichwort sagt vom Eisenbahner, tät, die zuerst den eigenen Wanst der Schutz der Alten, Schwa che nicht auf die Gefährlichkeit ihres Beruses besser daß er mit dem einen Fuß im Grab und mit füllt, dann erst sich der Armen erinnert, aber und dranken wird abgebaut! Ein bezahlt gewesen sind als die anderen Staats- dem anderen im Kriminal steht. Es ist imt höch nur in dem Sinne, ihnen in einer Zeit nied Priester ist es, der an der Spitze des jeder bediensteten der gleichen Stategorien, wurde nun sten Waße ungerecht, als die übrigen riger Arbeitslöhne den Brotkorb durch Rücksicht und Einsicht baren Ausbeuteringus durch die Durchführungsvorschrift, welche eben niedriger bezahlt werden soll den Streitgegenstand bildet, das Verhältnis um Staatsbediensteten. Wenn die Regierung bereit Zölle höher zu hängen! Sie nennen einhermarschiert, um die Sozialversicherung gekehrt, die Staatsbediensteten sind nun beffer ift, Dienstzulagen zu bewilligen, die pro Manu ſich Chriften, geben vor, nach den Geboten der zu verschlechtern! Das wird als ewige Schmach bezahlt als die Eisenbahner der gleichen State 180 bis 400 K jährlich betragen, so ist das dirett Stirche zu handeln, aber nicht anders erinnern im Schuldbuch des Klerikalismus eingetragen goric. lächerlich. Die Eisenbahner haben gerade in sie sich ihrer Christenpflicht, als indem sie die bleiben! Die Folgen werden nicht ausbleiben. Am 19. Mai fand nun, wie sich unsere der letzten Zeit mit der größten Zuckersteuer erhöhen. Solidarität mit Schon der 16. Oktober hat bewiesen, daß es Leser noch erinnern werden, eine große Rundelbstaufopferung ihren Dienst den Zuckerwucherern, aber nicht eine Vergeltung gibt, und je schandvoller und gebung der Eisenbahner statt, welche das bis versehen, haben Dienstleistungen vollbracht, mit den Armen, die nach dem Willen brutaler die Christlichsozialen den von ihnen herige Vorgehen der Erefutive guthieß und sich die geradezu menschenunmöglich sind. Den dieser Wuch- Christen, mit ihren mühselig er zum Zwecke des Seelensanges verkündeten hinter die von der Erefutive erhobenen For Eisenbahnern handelt es sich durchderung stellte. Der Ministerpräsident tat so, als aus nicht, wie ein bürgerliches Blatt unworbenen arinjeligen Groschen die Geldiäcke der christlichen Solidarismus mit Füßen treten, wollte er tatsächlich den Forderungen der Eisen längst geschrieben hat, um eine PrestigeZuderbarone füllen müffen! Christliche Sozial desto eher werden den irreqeiührten christlich- bahner entgegenkommen. Er versprach damals, frage. Die Regierung hat der Frage der Zupolitit! Die Sramet, Mayr- Harting, Silgen- sozialen Proletariern die Schuppen von den daß vis Ende Juli die Frage der Nebenbezüge rücknahme der Regierungsverordnung Nr. 15 reiner und Hlinka stehen eben im Begriffe. sie Augen fallen! und Dienstzulagen würde geregelt werden, daß den Charakter einer Prestigefrage dadurch aufgedic Systemisierung die ärgsten Härten des bedrückt, daß sie diese Verordnung nicht den ge
wird!
8u üben. 750.000 Arbeiter und Arbeiterinnen
sationen nicht zusehen, ohne die
der Eisenbahner