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7. Jahrgang.
Sozialdemokrat
Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit.
Donnersta", 1. Dezember 1927.
in einer Kommission zu begraben und zu diesem! zu
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Ein abgewatschter Altivist.
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Nr. 281.
in der die Heeresleitung, die sich gegen die VerBon Emile Vandervelde, Brüssel . fürzung der Dienstzeit ausgesprochen hatte, die Zusammenstöße im Barlament. Der Landblindler Wagner erhält Nach etwa eineinhalbjährigem Bestehen hat sollte vereinbart werden, daß die sozialistischen Hälfte der Sitze innehaben sollte. Ueberdies von Schollich für die Beschimpfung„ Lümmel" eine Ohrfeige. fich die Regierung Jaspar, die ausminister während der Zeit, in der die KomPrag, 30. November. Die allgemeine Em Gegen 8 Uhr abends schicken die deutschen schließlich mit der Aufgabe der finanziellen Sa mission tagen würde, ihre Aftion für die fechs pörung der deutschen Opposition gegen die maß- Landbündler noch den Abg. Weißer in die Debatte, nierung von den drei wichtigsten politischen Barteien Belgiens , den Katholiken, den Libe- Donaie auf halbe Straft stellen sollten, wogegen regierung durch Windirsch machte sich heute tönig vorzulesen beginnt. Im Saale sind nur lose Beschimpfung der deutschböhmischen Landes der ein fäuberlich geschriebenes Manuskript cin ralen und den Sozialisten, gebildet worden gleiche Verpflichtung übernahmen. Ein der Reben aktivistischer Abgeordneter Luft. Während Abgeordnete anwesend. Weißer reagiert auf die übrigens ihre bürgerlichen Amtskollegen die wiederholt in Zusammenstößen anläßlich der wenige deutschnationale und nationalsozialistische war, aufgelöſt. Dies war vorauszusehen: artiger Vorschlag war offenfundig unannehmes bei dem Landbündler Ho di na noch akademisch Ausführungen Hanreichs. Als er in völliger Ber die Regierungserklärung des Jahres 1926 hatte bar. Die Ablehnung war das Signal für die zuging, gab es bei der Antwort des Landbündlers dehung der Tatsachen den andern einen Riches bereits angekündigt. Der Waffenstillstand, den die Parteien schlossen, sollte den Sturz des Strife des Ministeriums. Die Strife hat bekannt- Weißer an Hanreich, der kurz vorher gesprochenungswechsel vorwirft, ſtößt er bei einigen Franken ins Bodenlose verhindern, die iche ich keine achtundvierzig Stunden gedauert. hatte, eine Batschenszene. Weißer hatte Nationalsozialisten auf scharfen Widerspruch. schweMan ruft ihm entgegen: Sagen Sie das bende Schuld konsolidieren, die Währung ſta Stabinett Saspar, das alle antifoziali celcht worden war. Aber ein fubkollege, der sicht,... der watscht sich selber ab" us. Dem Ministerium Jaspar folgte ein anderes damit nichts zu tun, der las auftragsgemäß etwas herunter, was ihm in seinem Slub auf dem Windirsch, der spudt sich ja selber ins Gebilisieren, kurz allen, und insbesondere denitischen Sträfte von den Radikalen Südmährer Wagner, wollte sich im Mortoefecht gesetzt Arbeitern, die furchtbaren Folgeerscheinungen Während Weißer sich in seiner Vorlesung der Inflation ersparen. Sobald dies erreicht bis zu den christlichen Demokra mit den Deutschnationalen und Nationalsozialisten nicht weiter stören ließ. greift sein Klubkollege und die erforderlichen Auswertungen für die ten, obwohl sich diese für die sechsmonatliche die Sporen verdienen. Nach altem Mezevt aina er Wagner in den Monflift ein und benimmt sich Staatsangestellten, die alten Pensionisten, die Dienstzeit erklärt hatten, in einem„ na felbft aggreffiv vor und beilegelte die Oosition äußerst ausfällig. Sehr bald iſt er zunächst mit tionalen Blod" vereinte. Dieser rings um ihn, die auch nicht gerade höflich blieb, Senirsch in einen Stonflikt verwickelt, dem er Opfer von Arbeitsunfällen durchgeführt waren, Block, dessen Zusammenseßung geradezu grotest in den faftioften Ausdrücken. Dabei kam er affer- uruft, feine Bartei möge sich nur die beiden hatte die Regierung Jaspar keine Eriſtenz- widerspruchsvoll ist, zeigt zunächst keine anderen dings bei dem Deutſchnationalen Schollich an berechtigung mehr. Sie konnte nur mehr ein Absichten, als für einige Zeit zu beſtehen, alles den Unrechten: der Zuruf„ Lümme!" wurde Scheinleben führen. Ihre Auflösung vollzog auszuschalten, was ihn sprengen fönnte, und hrfeine beantwortet, die Herr Mooner auf non Shollich prompt mit einer sch allenden fich in gegenseitigem Einverständnis. feine Attion darauf zu beschränken, die Militär- id fitten laffen mukte, denn mittlerweile fiel ihm Bereits auf dem Weihnachtskongreß 1926 projefte in einer Sommission zu begraben und Zierhut in den Arm. der Arbeiterpartei hatte ich im Namen unseres große öffentliche Arbeiten durchzuführen, die Generalrates erklärt, daß der Waffenstillstand von der bisherigen Regierung projefiiert waren. der Parteien zweifellos noch vor dem Ende des So bescheiden auch die Pläne der Regierung Jahres 1927 aufgehoben sein werde und die sein mögen, so sind ihre Aussichten, sich zu Arbeiterpartei unterdessen eine kraftvolle par- halien, wenigstens bis zu den Wahlen von lamentarische Aktion, insbesondere zugunsten 1929, außerordentlich gering. Um sich davon der Herabsetzung der Militärdienstzeit auf sechs zu überzeugen, genügt es, die Sträfte auf bei Monate, einleiten solle. den Seiten gegenüber zu stellen: Opposition:
78 Sozialisten,
2 Kommunisten,
6 Frontisten( flämische Attivisten); 86.
Regierungsmajorität:
78 Katholiken( die Demokraten rechnet),
einge
23 Liberale( einige Radikale eingerechnet,
101.
Auf der anderen Seite eröffnete der Landesverteidigungsminister de Broqueville zu gleicher Zeit wie der französische Generalstab einen Feldzug für die Errichtung von Befestigungswerken an der Ostgrenze. Wie gewöhnlich in solchen Fällen, erklärte auch er, daß das Land einer Invasion offen stehe, daß Deutschland in der Lage wäre, am ersten Tag eines Krieges nicht hunderttausend, sondern dreihunderttausend friegsgeübte Männer in den Dienst zu stellen. Er forderte, daß angesichts dieser Lage die belgische Armee reorganisiert, ihre Kader verstärkt, ihre materiellen VerteidiEs würde also genügen, daß sechs oder gungsmittel vermehrt werden; aber er erklärte fieben Mitglieder sich von der Klerikal- liberalen auch, daß die Heeresreform begleitet werden solle und müsse von einer Serabjeßung der Soalition loslösen, damit die neue Regierungs Militärdienstzeit. Er ließ sogar durchblicken, majorität zerschlagen ist. Und dieser Majorität. daß diese Herabsetzung, wie es die Sozialisten die lediglich gebildet wurde, um die Auflösung verlangten, von der gegenwärtigen zehnmonat der Stammer zu vermeiden, die sie zu fürchten lichen bis zu einer sechsmonatlichen Dienstzeit scheint. steht aegenüber eine ge e intesozia gecinte gehen könne. Vorschläge zu unterbreiten, übernahm de Bro- gend, entschloffen, im ganzen Lande eine flam queville die Verpflichtung, sie beim Wieder- mende Kampagne für die drei Reformen zu
( Sanreich und Mayer) nehmen, dorthin würden sie vaſſen. Bald ſteht Wagner vor der Miniſterneter, die er wütend anschreit. Die andern lassen bank in einem Salbkreis oppositioneller Abgeordich das natürlich auch nicht gefallen und so geht ein Skandal los, in dem die Rede Weißers Die Debatte hielt heute abends bei der Gruppe völlig untergeht. Bald wird Wagner direkt perWirtschaft und Verkehr". Sie wird programme fönlich ausfallend, als die Belohnung der nemäß Freitag in den Abendstunden durch die Aktivisten für ihre Dienste in Zurufen anAbstimmung beendet werden. Nach den Dispojis geschnitten wird. Sochrot vor Wut wirft er den fonen der bent aen Brödialjikung wird das andern unter Beschimpfungen ihre Interven aus dann noch am nächsten Dienstag sowie amtionstätigkeit vor, die er als serie derei 13. 14. und 15. zusammentreten. Die Meih bezeichnet. Worin friecht denn Ihr?" schreit nachtsferien ießen denn am 16. Dezember jemand in den Lärm hinein. In den Kramarsch!" ein und dauern bis in die weite Jännerhälfte, beantwortet Iung unter stürmischer Heiter wahrscheinlich bis zum 25. Jänner. feit dieser Frage. Wagner versteigt sich schließlich dazu, auf einige der Deutschnationalen
Der Vorferde eröffnete die S'yung um und Nationalsozialisten, die zufällig Staatsbeamte halb 10 Uhr mit einem berzlichen Nachruf für find, mit den Fingern zu zeigen und sie zu ver den verstorberen agrarischen Abgeordneten Dr. höhnen, daß sie ja direkt vom Staat bezablt, also Blabo dessen Blatz mit einem umfforten quasi auch gekauft seien. Dabei kommi Wagner Blüter fran; geschmüd war. dem Abgeordneten Jung zu nahe, der ihn mit Dann ging die Budgetdebatte weiter. c'nem fräftigen Stoß vor die Brust zurückEiner der ersten Redner ist der Landbündler; befördert. Sodina. der sich unter anderem daorgen, wehrt, Warner gerät nun an den Deutschnationalen daß„ kommunistische Lehrer an Dorfschulen ver Schollich, dem er ebenfalls vorhält, er ſei vom setzt werden und dort die Moral(!) der Kinder Staat bezahlt. Schollich packt ihn derb am Arm, vergiften. Er fordert die Beſtellung von Lehrern, Wagner reißt sich los und schreit Schollich einines die die„ religiöse" Einstellung der Kinder ach'en. mal an: Sie sind ein Lümmel!" Da Später verlangt er Abbau des Hasies und baldige faticht laut eine Ohrfeige Schollichs auf Beruhigung der Völker. Alle„ verketenden" Ele seine Wanne nieder. Im selben Moment greift mente müßten ausgeschaltet werden.( Rwischenruf: aber der Landbündler 3ierhut ein und reißt Am besten sie erschlagen!) Einige Deutschnationale die beiden auseinander." geraten mit dem anwesenden Windirsch hart aneinander: der lärmende Wortwechsel hält fängere Zeit an.
Nach ihm kommt Genosse Roscher zu Wort,
Vom Ministerrat aufgefordert, formulierteistische Partei, nach der Aktion drän deffen Rede wir an anderer Stelle wiedergeben.
Nachmittags spricht Abg. Hanreich,
Als letzter Debatteredner spricht noch Genosse Schweichhart, dessen Referat wir nachtragen werden. Schluß der Sitzung 9 Uhr 20.
Wagner ist etwas gedämpft, bleibt aber im Saal; die Wortgefechte, die ununterbrochen weitergegangen sind und die Rede Weißers völlig übertönt haben, klingen dann allmählich ab. Erwähnenswert ist die Haltung des Vorsitzenden Buda y. der nur ganz im Anfang bei ersten Zwischenrufen schüchtern die Glocke läutet, dann aber ruhig den weiteren Vorfällen Er gibt seinen und im Namen des Aba, Maner zusit, als ob ihn die ganze Sache gar nichts zusammentritt der Stammer, also im November. führen, die im Vordergrund ihrer gegenwart eine Erklärung ab, in der er fagt, daß die Stellinauit, als ob ihn die ganze Sache gar nichts eine Erklärung ab, in der er sagt, daß die Stellung auginge. Er wird dann allerdings schleunigst vorzulegen. Demgemäß; arbeitete er einen Vor- gen Interessen stehen: die obligatorische Dauer d: s bendbündl rischen Klubs zur Verwaltungsreform durch Slaviček abgelöst. entwurf aus, der dem Ministerrat niemals vorgelegt wurde, aber die Zustimmung des Mi- von neun Jahren für die Pachtvereine Verlegung des gefaß: en Bare beschlusses war. nisterpräsidenten fand. Er enthielt, wie es träge mit Entschädigung für den Mehrwert Er spricht dom Abgeordneten Windirsch das ab, im Namen des indeterdeutschen Landvol scheint, die sechsmonatliche Dienstzeit, aber erst an den Bauer; die Vollendung der Sozialfes Gerlärungen abzug ben. Deff: n Streben gele in einem späteren Termine und auf Grund versicherung; und als Beitrag zum inter- dahin, in das Verhältnis der deutschen Parteien Gegen die Dittatur der Agrarier. von Bedingungen, die die Sozialisten niemals nationalen Stampf für die Abrüstung die Re- untereinander Untlarheit hineinzutragen, 2 le Hemmungen, die eine Verstärdigung im deutschen hätten annehmen können. Dieier Voreniwurs Die Lidove Listy" wenden sich in einem duktion der Militärdienstzeit Lager verhind rien, seien auf das Schuldtonio des stieß aber noch dazu auf den unbesiegbaren Widerstand des Generalstabes, der es katego- aus sechs Monate, das heißt die Um Windirsch zu schreiben. Die Abgeordneten Rosche Artikel gegen die übergroße Wacht, welche die und Stuirsch würden vergeblich reden, solange es Agrarier innerhalb der Regierungsmehrheit aus risch ablehnie, in der gegenwärtigen Situation wandlung der Kasernenarmee in eine Miliz. nicht gelingt, dem Windirsch das Handverk zu legen. üben und sagen, nachdem sie den Einfluß der eine Herabsetzung der Dienstzeit unter zehn In einer Zeit, wo in ganz Europa ein Selbst Stlubkoll gen des Wirdi- ich waren entfett Agrarier in den Aemtern charakterisiert haben, Monate ins Auge zu fassen. Der Landesverdrucksvoll und gleichzeitig der Strom des So- über seine bette Node. Windirsch ist nichts anderes folgendes: teidigungsminister unterwarf sich den„ militä aufgabe! Politisch haben die Aktivisten nichts errischen Autoritäten" und erklärte im November, ialismus wieder zu steigen beginnt, bereiten als der Einpeitscher für Svehla, das ist seine Hauptsich die belgischen Sozialisten mit großer Hoffreicht. Di: Diftatoren der Partei sind heute Win daß er keinerlei Formel vorzuschlagen habe. Während dieser Zeit war aber die Be- nung auf neue Stämpfe vor. Wenn die allgeirsch und Janausch, zwei Agrarier ehne Halm Aus den Klubjißungen plauschte Hanreich die wegung zugunsten der sechs Monate von der meinen Wahlen morgen stattfinden würden, und Ar. jozialistischen Jugend mit außerordentlicher hätten wir nichts für die Aufrechterhaltung und interessante Evised: ons, daß Zierhut einmal erStraft geführt worden und die gesamte Arbeiter Stärkung der im Jahre 1925 eroberten Polärte, die ersten Bezirts- und Landesvertretungen partei, an der Spiße die sozialistischen Minister, fitionen zu fürchten. Wenn aber die Koalition würden überhaupt nicht gewählt. sondern ernannt hatte sich ihr angeschlossen. Die Regierung mußte zugestehen, daß sie in einer Frage, die der bürgerlichen Parteien noch während einiger fer, denn da würden sie beſſer abschneiden als vri sie selbst in den Vordergrund ihrer Bestrebungen Wionate den Arbeitermassen, selbst den katholisch Wahlen. Hanreich verwies mit Recht darauf, wie geſtellt hatte, keinerlei Lösung hatte. Die ſozia- gesinnten, das Beispiel für die Klassensolidarität Bierhut denn einmal später diese Auffassung zu drohen. Es wird da geschrieben: liſtiſchen Regierungsmitglieder dagegen sprachen zwischen Menschen gibt, die nach außen hin rechtfertigen werde, wenn er n'cht mehr in for ac und demonstrierten zugunsten der sechs Monate. Das Schild von Glaubens- und MeinungsverJaspar war der Ansicht. daß die Lage des schiedenheiten tragen, so können wir nicht Kabinetts unter diesen Umständen unhaltbar] jei. Um aus dieser Situation herauszugelangen auf einen Sieg, iondern auf einen und Zeit zu gewinnen, schlug er vor, die Frage Triumph rechnen.
werden; das sei für die Agrarier aber bedeutend bris
gierung fitzen sollte.
Re
Krebs( d. Nat.- Soz.) protestiert gegen die
Befudelung der führenden Männer der Sudetendeu schen aus den Umſturztagen durch Windirsch in stellenweise sehr scharfer Weise.
Mit der unverhältnismäßigen Macht in den Aemtern geht Hand in Hand der Einfluß der republikanischen Partei auch auf die Regelung der anderen staatlichen Angelegenheiten. Nur Dinge, an denen die republikanische Partei Interesse hat. kommen zur Verhandlung im Parlament, und zwar in der Weise, die wieder den Wünschen und Bedürfnissen der republikanischen Partei entspricht. Auf die Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der anderen Stoalitionsparteien wird nur sehr wenig und in untergeordneter Weise Rücksicht genommen. Zuletzt fangen die„ Lidove Listy" an sogar
Schließlich wird sich einmal keine Partei finden, die mit der republikanischen eine Regierungsmehrheit bilden wird, weil in ihrer Nähe jede Barici, welche nicht diese unermeßliche Tätigkeit hindern. verfallen wird.
Was da die„ Lidove Listy" sagen, mag ia wahr sein, aber es wird auch innerhalb der de