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11. Jahrgang.

Sozialdemokrat

Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowatischen Republit.

Gamstag, 16. Mai 1931

Jugend, wir rufen dich!"

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Nr. 115.

Rundgebung der französischen Genossen über die Präsidentenwahl Paris

, 15. Mai( Eigenbericht.) Die

hat nach der Präsidentenwahl eine Kundges

und im zweiten Wahlgang für Mar. Weg zu versperren. Die Kundgebung verur­raud gestimmt haben, um der Reaktion den teilt aufs schärfste alle jene Politiker, die zwar in öffentlicher Abstimmung für die die Politik Briands eingetreten sind, aber im Schatten der geheimen Abstimmung die Bemühungen der Feinde der Republik und des Friedens begünstigt haben.

Jugendzeit! Köstlichste Zeit des Lebens, Izialistische Arbeiterbewegung nicht nur aus der leben wird, wer sieht, wie sportgestählte Ar- sozialistische Parlamentsfraktion die du unwiederbringlich dahinströmst, wie Notwendigkeit des Augenblickes entsprungen beiterkinder in der Freude an sich und ihren bung veröffentlicht, die erklärt, daß alle ihre wurde dein Reiz und deine Schönheit, dein ist, sondern weil sie durch einen Kampf von jungen, biegsamen Körper heranwachsen, wer Mitglieder einstimmig für Briand Sturm und dein Drang, dein himmelhoch- Generationen eine historische Sendung zu ermit empfunden hat, wie die jungen Arbeiter jauchzendes Hoffen und deine todesbetrübte füllen hat, gerade deshalb rufen wir die Ju- und Arbeiterinnen in der sozialistischen Ju­Trauer nicht schon gefeiert und besungen? In allen Sprachen und auf allen Kontinenten der Erde haben die größten Geister der Menschheit ihre Stimme zum Lob des immer und immer sich wiederholenden Mysteriums der Jugend erhoben. Und auch die Jugend selbst hat das Wort genommen und mit ein­gestimmt in den großen Chor zum Preise ihres Erlebens und wenn auch gerade aus dem Bekenntnis der Jugend sich so mancher Mißton in den Jubelsang mischte, so ist doch unbestritten, daß die Jugendzeit die herrlichste Phase des Menschenlebens ist.

Aber das Leben des Menschen kann sich nicht nach eigenem Willen vollenden. Mäch­tige Einflüsse, die aus der Gesellschaft, aus der Umwelt erfließen, bestimmen die Bahnen des Lebens. Wen der Zufall der Geburt das Licht der Welt in der Hütte eines Armen, in der engen Wohnung eines Proletariers er­bliden ließ, dessen Jugend wird anders sein als die eines Menschen, der im Palast des Reichen geboren wurde. Jugend von heute fann nicht ihr jugendliches Leben so gestalten; wie sie es möchte. Aus der Zugehörigkeit zur Klasse der Besigenden oder der Besitzlosen er­geben sich die Gesetze, nach denen das Jugend­leben sich abrollt.

Die gewaltige Mehrheit der jungen Men­schen wird aufwachsen unter den Einwirkun gen der fapitalistischen Gesellschaftsordnung. Sie bestimmt die soziale Lage der Eltern, sie bestimmt, ob Sonnenschein und Freude in rei­chem oder kargem Maße dem Kindesleben Be­gleitung geben, sie bestimmt den Bildungs­gang der Schule und den Weg ins Erwerbs­leben. Viel stärker als Mutterliebe und Bas terwünsche ist diese gewaltige Macht. So wächst eine proletarische Jugend, von frühe­ster Kindheit an den Gesetzen des Kapitalis mus unterworfen, Jahr für Jahr heran. Frühzeitig ins Erwerbsleben gepreßt, wird aus ihrer Jugendkraft Gold gemünzt und wenn die Produktion, in deren Tiensten die Jugend steht, feinen Profit mehr verspricht, dann werden die jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen rücksichtslos auf die Straße ge jetzt, dann sind sie dem furchtbaren Los der Arbeitslosigkeit überantwortet.

S

Namen

Jugend Wirrufen Dich!

Die Kundgebung schließt mit folgenden Säßen: Wir zeigen dem französischen Volle eine Abstimmung an die seinen Willen entstellt. Wir erklären der Welt feierlich, daß Frants reich nach diesem falschen Zeugnis nicht beurteilt werden darf. Frankreich will Frieden. Es wird uns in dem Kampfe unter stüßen, den wir morgen mit verstärkten Kräften gegen den Krieg und für den Frieden wieder auf­nehmen werden.

Fünf streifende schwedische Arbeiter erschossen.

Bon Militär, das die Streifbrecher schützt.

Stocholm, 15. Mai.( Eigenbericht.) Don­nerstag nachmittags tam es in Pramfors ( Nordschweden) zu schweren Streifunruhen, in deren Berlauf fünf Streifende erschossen und einer lebensgefährlich verlegt wurde.

Seit einigen Wochen ist in Pramfors únd einigen benachbarten Orten eine Streitbewegung im Gange. Als Donnerstag etwa fedhig Leute die Arbeit wieder aufnehmen wollten, tam es zu Streitigkeiten. Etwa sechs= tausend Streitende hatten eine Protests versammlung gegen die Arbeitswilligen ab­gehalten und bildeten einen Demonstra= tionszug nach dem nahegelegenen Lunde, wo mehrere Streitbrecher einquartiert und von Militärkräften beschüßt wurden. Diese senerten nach dreimaliger Warnung auf den herannahenden Demonstrationszug in dreißig bis fünfzig Meter Abstand eine Salve ab. Fürch­terliche Szenen spielten sich ab.

Die Regierung verbreitete ein Kommu­niquee, worin es heißt, das erst nach Wiederher­stellung der Ruhe und Ordnung die Militärstreit­fräfte zurückgezogen werden sollen.

Die Erregung in der Bevölkerung ist sehr groß. Die organisierte Stodholmer Arbeiterschaft veranstaltete heute ein Pro­test meeting.

In Aegpten: Kairo

, 15. Mai. In zwei Vororten fam es zwischen streifenden Arbeitern und Polizei zu Zusammenstößen, in deren Verlauf sieben Personen getötet und 60 schwer verletzt wurden.

gend, damit sie immer wieder die Fahne auf gendbewegung um die Güter des Wissens und Genfer Generaldebatte über Wirt­Um diese Jugend, die ihrer Klaffenlage nimmt und voranträgt bis zum endlichen um die Schätze der Kultur ringen, der weiß, schaftspunkte. nach zum Proletariat gehört, werben und Sieg. ringen wir. Wir wollen zwei gewaltige Ele­daß hier jeder Einzelne Erlebnisse schöpft, die Montag über 3ollunion. mente zu einer unbesiegbaren Einheit ver­Wir rufen die Jugend aber auch um eine unerhörte innere Bereicherung bedeuten, Genf , 15. Mai. Die Besprechung zwischen schmelzen: Jugend und Sozialismus. ihrer selbst willen. Jugend will begeistert der weiß aber auch, daß in diesem Gemein- Gran di dauerte von 4 Uhr bis furz vor 7 Uhr. Dr. Curtius, Henderson, Briand und Der Sozialismus, jene herrliche, von der er sein für ein hohes, schönes Jdeal. Im Sozia- fchaftsleben ein Stück Sozialismus inmitten Das Ergebnis der Besprechung ist, daß am Sams­habensten Idee erfüllte Bewegung, die eine lismus wird sie es finden. Jugend will der kapitalistischen Umwelt heranwächst. tag im Europaausschuß die Generaldiskussion alte, morsche Welt jung hämmern will, und Jugend, wir rufen Dich! Jn nung beginnt, und daß im Rahmen der General­über die wirtschaftlichen Punkte der Tagesord die Jugend, jene sich immer erneuernde fämpfen: im gigantischen Ringen der Arbei­Kraft der Wienschheit, sie sollen, verschmolzen terbewegung um den Sozialismus wird sie diesen Worten vereinigt sich die Stimme der diskussion voraussichtlich am Montag die und vereinigt, zum sicheren Fundament der in Kampfesluft aufleben. Jugend will Freude Alten mit der der Jungen, die schon vom Debatte über das deutsch - österreichische neuen Gesellschaft werden. und Frohsinn. In den Reihen der Arbeiter- Geiste Sozialismus erfaßt wurden, zum mäch- heit dürfte der deutsche Außenminister Dr. Cur­Der Sozialismus, um den die Arbeiterbewegung, die heute zu einer vielgegliederten tigen, stadt- und landerfüllenden Ruf. Daß tius die angekündigten Ausführungen über die bewegung kämpft, ist noch nicht eine Tatsache Kulturbewegung geworden ist, wird sie Freude er bis in die letzte Arbeiterwohnung im letz- handelspolitischen Ziele, die Deutschland und des Heute, er ist eine Hoffnung des Morgen. und Frohsinn finden, durch Kultur und ten Proletarierdorf des judetendeutschen Ge- Desterreich mit ihrem Zollprojekt verfolgten, War der Kampf der Alten selbstloses Sich- Schönheit veredelt und erhoben. bietes und in alle Mietstasernen der Städte aufopfern für eine Zeit, deren Morgenröte Die Erziehungsorganisation des Proleta- dringt, das ist unser Aller Aufgabe. Wenn wir nur in einem fernen, blassen Schimmer den riats bieten der Jugend aber auch noch etwas, unsere Pflicht erfüllen und wenn die Jugend Horizont verzierte, so gilt der Kampf der Ju- das das Leben des Einzelnen unendlich be- unseren Ruf vernimmt, dann fühlen wir die gend nicht mehr nur dem fernen Ideal, jon reichert: Gemeinschaft. Wer beobachtet, Wahrheit des Wortes: dern ihre Mission ist es die Generation der wird erkennen, daß die Erziehungsgemein­Vollendung" zu sein, das von den Allten beschaft der Kinderfreunde" und der Roten gonnene Werk zu erfüllen. Gerade weil die so Falken" der Jugend zum unauslöschlichen Er­

,, Hell aus dem dunklen Vergangenen leuchtet die Zukunft hervor!"

E. P.

machen.

Alfonsos Vermögen beschlagnahmt.

licht ein Dekret, durch das sämtliche Güter sowie Madrid

, 15. Mai. Das Amtsblatt veröffent­

das Privatvermögen des chemaligen Königs Alfons von Bourbon und Habsburg mit Be­schlag belegt wird. Schätzungsweise beläuft sich das immobile Vermögen allein auf 250 Mi lionen Francs, d. s. etwa 333 Millionen Kronen.