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Nr. 63.

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Vorwärts

Berliner Volksblaff.

16. Jahrg.

Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel­

getle oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins­und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, Br. 1508. Telegramm Adresse: , Bozialdemokrat Berlin ".

Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.

Kritische Tage.

Mittwoch, den 15. März 1899.

Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3

Aber das Wahrscheinliche ist in unseren Tagen das erregt mit einander. Vielleicht über das schöne Wetter. Der Un wahrscheinliche geworden. Wenn selbst der Reichs- Kanzler antwortet mit refignirten, ängstlich schwingenden Hand­Gemach floß die Reichstagssession dahin. Plötzlich schäumt tanzler, der den Konflikt nicht wünscht, sein Amt daran- bewegungen: Nein, nein. Sagen Sie das nicht. Es ist doch noch es und braust und tost, als wären Steine und Felsblöcke in giebt, wenn die Aussichten der Regierung die trübsten sind, die au falt. Man kann noch nicht ohne Wintermantel gehen. Denken das ruhige Wasser geschleudert worden. Der Militaris- fie je hegen durfte es giebt Sträfte in unserem Staatsleben, Sie, lieber Graf, bei meinem Alter!"... Auf den Tribünen ver­mus, der ewig Störende, ist lärmend in die gemächliche welche sich so start dünken, daß sie im tollen Ansturm muthet man, daß sich das Schicksal Deutschlands in dieser Unter­Stille des Reichstages eingebrochen. msn Alles, was sich ihnen entgegenstellt, über den Haufen zu redung entscheidet. werfen, einbilden. Werden diese Kräfte gebändigt werden? Nun klettert der Kanzler mühsam die Treppe zum Saal hin­Oder werden sie frei schalten und einen Wahlkampf ent- unter; die Stufen scheinen viel zu hoch für ihn. Unten am Geländer fesseln? bespricht er sich mit dem konservativen Hofmann, Herrn. v. Levegow, der in seiner vornehmen Müdigkeit gleichfalls zu frieren scheint; sie haben beide rothe Hände. Hohenlohe kriecht während dessen immer mehr in sich zusammen. Sein Haupt neigt sich bedrohlich zur Seite, als wollte es abfallen. Ein Bild hilflosester Ver­lassenheit!

Sie mögen sich in acht nehmen. Denn wir wüßten nicht, wie wir jenen geheimnißvollen Mächten zu danken ber­möchten für das, was sie für uns thun.

Immer noch referirt Herr Bassermann, der Nationalliberale; tein Härchen hat sich an seinem Scheitel verschoben. Nur einer im Saale findet die Grörterung interessant: der Kanzler. Er verläßt Herrn v. Levezzow, stellt sich neben den Referenten und lauscht, die Hände graziös auf die Hüften geſtüßt, andächtig dem Berichterstatter der Kommission, als ob er ganz neue, tiefgründige Offenbarungen vernehme.

Es ging ein Leben, eine Lebendigkeit und Lebhaftigkeit am Dienstag durch den Reichstag, wie noch niemals in dieser Zagung. Und die politische Situation, die dies Leben hervorbrachte, war so wunderlich, noch wunderlicher als alle die Wunderlich­keiten, an die die heutige Regierungs turslosigkeit uns zu gewöhnen mit so viel Eifer und Beharrlichkeit versucht hat. Die ausschlaggebende Zentrumspartei kam den mili­tärischen Forderungen der Regierung weiter als jemals ent- Ueber das äußere Bild der Sigung schreibt man uns aus gegen. Während das Zentrum 1887 das Septennat ablehnte dem Reichstag: und 1893, obwohl die zweijährige Dienstzeit zugestanden Die Grausamkeit ist doch tief in der Menschennatur begründet. wurde, die Caprivi'sche Vorlage abwies und es beide Male So lange der Reichstag sich des ungestörten Daseins erfreut, auf einen Wahlkampf ankommen ließ, ist es jetzt ganz fümmern sich die Wenigsten um ihn. Heute aber, wo die Mär militärfrom m geworden. Von Opposition gegen den von Mund zu Mund geht, das hohe Haus werde gewaltsam vom Militarismus faum mehr eine Spur. Es bewilligte im vorigen Leben scheiden, drängt sich das Volt, um das aufregende Schauspiel Jahre die kolossalen Marineforderungen. Es bewilligte in eines parlamentarischen Schlaganfalls in nächster Nähe schauen zu diefer Session sofort die Neuorganisationen und die Artillerie- tönnen. Endlich versiegt die Berichterstattung. Unter tiefstem Schweigen bermehrungen, dann gab es auch die Kavallerievermehrung Jedweder Parlamentarier dürfte sich heute ein Krösus dünken; des Hauses beginnt der Kriegsminister zu reden: kühl, knapp, darein, nur einen einzigen Abstrich von den so viele Bettler- um Tribünenfarten hatte er abzuweisen. Schon geschäftsmäßig, ohne Schwung und Wärme. Er erledigt ge­Infanterieforderungen der Regierung wollte es nicht auf gegen 1 Uhr waren die Tribünen sämmtlich besetzt. Die Zahl der wissenhaft seinen Auftrag; aber er ist sicher kein Fanatiker der 7006 geben, um doch einen leisen Schimmer von Rücksichtnahme Refüfirten aber mochte wohl erheblich die der Eingelassenen über- vom Zentrum gestrichenen Köpfe". Zu einer Auflösung kommt es auf das steuerzahlende Volt zu wahren. steigen; wenn die Ersteren die Zeit zu einem Frühlingsspaziergang heute jedenfalls nicht; denn Herr v. Goßler erklärt, daß der Er für seine Und schon schien Alles in bester Ordnung. Der Kriegs- in dem noch baumbestandenen Theil des Thiergartens benutzt Bundesrath noch keinen Beschluß gefaßt hat. minister sah feinen Anlaß, noch mehr vom Zentrum zu haben sollten, so halten wir sie für die Glücklicheren. Es vermehrt Person muß den Kommissionsbeschluß für unannehmbar halten berlangen. Er war seelensvergnügt, daß er bon den ver- kaum die Lebensfreudigkeit, ein paar Stunden, wann draußen die und auf der Regierungsvorlage bestehen, die er durch militärisch­langten 24 000 Mann 17 000 Mann erhalten hatte. Auf so junge Sonne um die grünenden Knospen spielt, auf die Schach- und technische Erwägungen zu retten sucht. Er droht nicht, begnügt sich biel hatte er wohl selbst nicht gerechnet. Schacherzüge des Herrn Lieber zu harren. mit einem sanften Appell an den Patriotismus und setzt sich- alles ohne besondere Kennzeichen. Hohenlohe kauert in einem Winkel seines Sessels, tief ergriffen von der Mühsal des Regierens. Dann kommen zwei Nationale, der liberale Archivar Sattler Beide stimmen und der konservative Herr von Levezow. für die Regierungsvorlage, beide behalten sich für die dritte Lesung ihre Stellung vor, beide erklären die Unfehlbarkeit der Militär­behörde. Herr Sattler will tapfer für die Regierung eintreten, selbst dann, wenn sie auf die 7006 Mann verzichtet. Das Haus wird durch diesen Muth in die größte Heiterteit versetzt. Herr Levezow erklärt turz und einfichtig:" Von den militärisch- technischen, Dingen verstehen wir alle zusammen garnichts".

Da plößlich düstere Wolfen am heiteren Himmel. Ein Die Uniformen überwiegen. In der Diplomatenloge fällt ein neuer Tag, eine völlig veränderte Situation. Der Reichstag, Japaner auf, wenn es nicht ein Siamese ist. Die Hofloge ist über der mit der Regierung so harmonisch zu arbeiten schien, dessen füllt, viel Militär, höchst vornehmes Zivil und standesgemäße Weib­Präsidium vor Sturzem noch mit dem Reichsoberhaupt freund- lichkeit auf den rothen Sesseln mit den goldgestickten Kronen. Selbst lichst plaudern durfte, bedroht vom Schwerte der Auf ein paar Serenissimi scheint die sensationelle Verhandlung herbei­Lösung. Auflösungsgerüchte, die seit einigen Tagen gelockt zu haben. Der ältere im weiß wallenden Bartmantel rumorten, werden zur Wahrscheinlichkeit. Verhandlungen gestikulirt eifrig nach der linken Seite des Hauses. Offenbar zeigt zwischen Herrn Lieber und dem Reichskanzler sind gescheitert. er dem jüngeren Kollegen die berüchtigte Erscheinung des Räuber­Vielleicht erscheint schon heute die rothe mappe so hauptmanns Bebel oder informirt ihn über den großen Militär­voller Spannung setzte die Dienstags- Sigung ein. menschenfresser Richter.

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Eine große Sizung". Die Parteien sind fast vollzählig, zahlreiche Bundesrathssendlinge umgeben den Reichskanzler und Kriegsminister. Die Tribünen sind überfüllt; auch Herr von Köller, der einstige Umsturzgesez- Minister, blickt aus der Loge herab, als wolle er sagen: ist meine Stunde wieder gekommen?

Zwei Anträge lagen vor. Die Regierungsvorlage, welche die Friedenspräsenzstärke auf 502 500 Mann- Einjährig Freiwillige, Unteroffiziere und Offiziere sind dabei nicht ein­gerechnet festsetzen will, und der Antrag der Budget tommission, dessen Urheber das Zentrum, der 495 500 Mann fordert. Wer wird nachgeben?

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Inzwischen füllt sich unten der Saal. Die führenden Abgeord­neten der Parteien eilen geschäftig umher. Kurze gruppenweise Ge- Und nun die Hauptnummer des Tages: Herr Lieber. spräche. Was wird das werden? Unten scheint man die Sache Machtbewußt besteigt er in gefalbter Würde die Rednertribüne zu ziemlich ernst zu nehmen, während man auf der mehr als aus einer gesalbten Rede. Jedes Wort beschaut sich erst andächtig im verkauften Journalistentribüne an Katastrophen nicht glaubt. Dort oben Spiegel seines Tiefsinns, bevor das nächste hervorwandelt. glaubt man überhaupt an nichts, man hat nicht den mindesten Re- Jm Uebrigen ist es ein echter Lieber. Er beginnt demokratisch und speft vor der Weltgeschichte und ihren Repräsentanten. Für die endigt demokratisch. Aber zwischen den aufrührerischen Epochen. Journalisten giebt es in noch höherem Maße als für die Kammer- schließt er einen Gottesfrieden mit Gott, Welt und Regierung. Herr diener feine Helden, das heißt in ihren Privatgefühlen; wenn Rieber muß sich eine Hinterthür zum Umfall vorbehalten, selbst fie schreiben, so werden sie ihre eigenen Offiziösen und nehmen wenn er ausnahmsweise daran nicht denken sollte, von zu machen. Ein bers dieselben Dinge gewichtig, über die sie eben ihre Wize gerissen dieser Gewohnheitstaktik Gebrauch haben. Soll man es glauben? Selbst vor dem heiligen Paasche ständnißinniges Richern lief durch Saal und Tribünen, in Der Kriegsminister b. Goßler suchte die Aenderung haben diese Herren keine Ehrfurcht, und wie der begnadete Professor jenem historischen Moment, als er fich im Prinzip bereit erklärte, feines Verhaltens zu begründen. Er halte an der Regierungs - einmal den Saal verläßt, ruft einer von den Federleuten entzückt bei einem späteren Anlaß" sich auch, wenn möglich, von borlage fest. Die Konservativen und Nationalliberalen aus: Paasche geht beten... h der Nothwendigkeit der 7006 Köpfe zu überzeugen. Ist ein späterer traten für die Regierungsvorlage ein, nachdem sie wenige Am Bundesrathstisch sizen der Kriegsminister v. Goßler und Anlaß die dritte Lesung? Tage zuvor mit den Zentrums- Bewilligungen zufrieden ge- der Graf oder besser Marquis Posa dowsky. Herr v. Goßler ist Wir haben gegen Lieber- Reden nun einmal die Antipathie. Nach wesen waren. Das Zentrum soll gedemüthigt werden. Da der Inbegriff eines kaum glaublichen Mangels besonderer Kenn- feiner Doppel- Karoussel- Rede war die Spannung des Hauses er­,, bon oben her" die neue Parole tam, wird sie mit Freude zeichen; heute ziert ihn freilich ein würdiger Ernst, von dem man schöpft. Man wußte, daß die Vorlage in zweiter Lesung fallen, und aufgenommen, um den heißen Haß gegen die Partei zu fühlen, nur nicht recht weiß, ob er nicht eigentlich Langeweile ist. Posas ahnte, daß sich bis zur dritten Lesung noch alles zum Besten wenden die sich zur herrschenden aufgeschwungen und die alten bowsky, der mit Herrn Lieber eine herzliche Begrüßungsszene spielt, würde. Wir benutzten die Gelegenheit, das Freie zu gewinnen. Als wir aus der Katakombenluft des hohen Hauses in das Regierungs Parteien aus ihren bevorzugten Stellungen hat im Laufe seiner Beschäftigung mit der Zuchthausvorlage selbst berdrängt. ein wenig die Farbe angenommen, die man in geschlossener Luft" an blendende Licht des Frühlingstages traten, da schämten wir uns Wir Aber das 8entrum will nicht weichen. That es doch geschminkt erhält; er sieht wirklich müde und nervös aus. ir tezerisch-im Angesicht der reinen Natur des politischen Hand­fchon so viel für den Militarismus, daß zu thun ihm nichts glauben uns nicht zu täuschen: die ministeriellen werts.­mehr übrig bleibt. Wohl schmecken ihm die Wonnen der Gesundheitsrüdsichten sind ihm grell auf berum Regierungsseligkeit, aber wie soll es die Volksgunst, die doch Stirn geschrieben.... Auch sonst sind die Bänke der ver­der Grund seiner Stärke, leichtsinnig verscherzen, indem es sich bündeten Regierungen start bevölkert. Man bekommt so den Ein­aller Plöglichkeiten des Zickzacfurses unterwirft? Warum brud, wie zahlreich unser beneidenswerthes Bolt regiert wird. soll es sich die Gloriole der Oppositionsfestigkeit nicht auf das Als der Präsident v. Ballestrem um 1/4 Uhr die Sizung er Haupt brücken lassen, wenn die Regierung es durchaus öffnet, zeigt der Saal kaum eine Lüde. Herr Bassermann referirt, so will? furz über den ersten Paragraphen der Militärvorlage, unendlich über Freilich, Herr Dr. Lieber hat keineswegs die Möglichkeit den entscheidenden zweiten. Das hohe Haus ist in lebhaftester ausgeschlossen, daß seine Partei im legten Augenblick doch Unterhaltung begriffen. Bei der außergewöhnlich starten Besetzung noch bis auf den legten Tropfen den Trant, den der Striegs- des Hauses bitte ich um größere Ruhe als sonst nothwendig ist, minister fredenzt, austrinten werde. Wenn der Minister die mahnt scherzend der Präsident. Aber bald ertrinkt wieder der Nothwendigkeit der abgestrichenen 7000 Mann noch nachweise, Referent in dem Stimmengewirr, nur die herrliche Frisur und das so werde das Zentrum sich belehren lassen. Ist das die An- frisch leuchtende Antlig des Mannes ragt noch hervor. Sein Mund fündigung für den Umfall in der dritten Lesung? Sollte das öffnet sich und schließt sich, tausende Male; schnappt er nach Luft Zentrum so unflug sein? Sollte es die Thorheiten der Re- oder redet er? Endlich verschafft ihm eine erneute Mahnung des gierung durch seine Thorheit zum unerwarteten großen Erfolge Präsidenten etwas mehr Ruhe. debt hinausführen wollen?

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Politische Uebersicht. Berlin , den 14. März.

Ludwig Bamberger+.

Am Dienstag Mittag verstarb im 71. Lebensjahre Ludwig Bamberger , der hervorragendste Schriftsteller des älteren Liberalismus. Sein alter politischer Radikalismus, der ihn einst in Mainz eine gornflammende obtenrebe auf Robert Blum halten ließ, war eine zornflammende Todtenrede auf Robert Blum halten ließ, war mit ben Jahren mehr und mehr verpflogen. Besonders die An ziehungskraft des Fürsten Bismard wirkte verhängnißvoll auf Bam­berger, der einst Schüler und Apostel des französischen Sozialismus, schließlich sogar Hauptredner der nationalliberalen Partei für das schmachvolle Sozialistengeset war.

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Seit der Sezeffion, deren stärkste Triebkraft Bamberger neben Fordenbed und Stauffenberg war zunächst hauptsächlich aus frei­händlerischer Oppofition gegen die nationalliberale Nachgiebigkeit in Als Bassermann ungefähr eine Stunde geredet, erscheint der Boll und Steuerfragen fand der jetzt Verstorbene häufiger auch Man kann es kaum glauben. Reichskanzler, noch fleiner als gewöhnlich. Man kann sich taum vor- bie schärfere Tonart gegen die Regierung und das ihm von jeher berhaßte Junterthum wieder. Mit Fürst Bismarck focht er sogar Wahrscheinlicher ist es, daß die Regierung nach stellen, daß es möglich ist, daß ein Mensch so flein ist jahrelang die erbittertsten Fehden im Parlamente aus. Mehr und giebt. Ihre Vorlage erzielte 141 Stimmen, die Zahl der wie Fürst Hohenlohe; so flein, so alt und so verschrumpft. mehr fand der Widerstand gegen den wachsenden Protektionismus, Ablehnenden betrug 209. Stann sie hoffen, diese große Mehr- Wir sind überzeugt, daß er, so wie er dasteht, gar nicht in seiner gegen die Gefährdung der Goldwährung und der alten Reichsbank­heit durch eine Wahl in eine Minderheit zu verwandeln? Un ganzen Größe erscheint; er ist offenbar in sich zusammengezogen verfassung, dann gegen die deutsche Kolonialpolitit in ihm einen möglich; die ablehnende Mehrheit würde noch größer werden. wie ein Fernrohr oder Opernglas. Wenn er sich ganz giebt und der bedeutendsten Wortführer. Was Richter wuchtiger, aber mitunter Kann fie einer freudigen Unterstützung ihrer Leibparteien ein wenig blant gepugt ist, mag er wohl aussehen, wie das Reichs auch furzsichtiger und plumper verfocht, das vertrat Bamberger geist­gewärtig sein? Nicht einmal dies; die Reden der Herren find", sein Sohn, der lang, hager, melancholisch zwischen Bundes- reicher, feiner zugespitzt oft auch viel empfindlicher für den parlamentarischen Gegner und die Regierung, freilich meist ohne den b. Levetom und v. Kardorff flangen gar elegisch, sie rathstisch und Abgeordnetenfiz pendelt. starten Wiederhall in weiteren Kreisen, der Richter's Neden so oft haben selbst keine ungemischte Freude an der Regierungs- Posadowsky beugt fich tief, die Hände auf den Tisch geftüßt, zu begleitete. borlage und die konservative Presse tlagt laut über die ver- dem neben ihm stehenden Chef hinab. Würde er ihm noch näher Mit dem Alter und der wachsenden Altersschwäche- gebrechlich fahrene Situation. Die Wahlschlacht für die Regierung und rücken, so würde Hohenlohe in dem Bartpart des Staatssekretärs war seine Gesundheit stets getvesen zog sich Bamberger mehr und ihrer Parteien wäre verloren, ehe sie begonnen. auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Beide reden eifrig und höchst mehr von den parlamentarischen Kämpfen zurüd. Bei der 1893 er