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Dělnická

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Jentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei id Tschechoslowakischen Republik

13. Jahrgang.

Schweizer Gewerkschaften!

Jar Boykotterung Herdeutschlands Bern

, 20. November. Die Schweizer Depe schen- Agentur meldet: Der alle drei Jahre statt­findende große Kongreß des schweizerischen Gewerkschaftsbundes der Zentralorga nisation der linksgerichteten Arbeitersyndikate in der Schweiz tagte in Biel in Anwesenheit eines Vertreters des Internationalen Ar

Erfcheint mit Ausnahme des Montag täglich früb.

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Dienstag, 21. November 1933

tr. 272.

Krisenwahlen in Spanien Frauen entscheiden in Spanien

Gewinne der klerikal- monarchistischen Reaktion Verluste der bürgerlichen Linken und der Sozialisten

Die genauen Ergebnisse der am Sonntag stattgefundenen Wahlen in Spanien sind noch nicht befannt, aber so viel ist sicher, daß ein Rnd nach rechts erfolgt ist und die Trä ger der spanischen Revolution, die bürger liche Linke und die Sozialdemokra

beitsamtes in Senf und anderen Sie Entscheidung erst in der Stichwahl Schlappe erlitten haben.

Madrid , 20. November. Der erste Wahlgang der allgemeinen Wahlen in die spanischen Cortes brachte, wie übrigens erwartet worden war, fein vollständiges Bild ihrer fünftigen Zu sammenfekung. Die Entscheidung wird erst in den engeren Wahlen fallen. Doch bestätigt sich bereits jetzt der erste Eindrud von gestern, daß bereits das erste Skrutinium unstreitig ein Anwachsen der Rechten und der rechten Mitte gebracht hat.

Anträge wurden dem Bundeskomitee" überwie sen. Unter den Anträgen befand sich u. a. ein Antrag zur Vovkottierung deutscher Waren, zur Wiederaufnahme von Handelsbe­ziehungen mit dem Auslande und zur Fortset jung des Kampfes für die Vierzigstunden­woche. Nach einem Referat des Nationalrates Bratschi wurde die Zustimmung zum eidgenössi schen Finanzprogramm erteilt, wenn auch Wenn man die Parteigruppen von der Rech­einzelne Forderungen nicht im Sinne der Arten über die Mitte bis zur Linten vergleicht, wo zeit verlange aber eine einheitliche Maßnahme bilden läßt, ergeben die einstweiligen Ergebnisse beitersyndikate geregelt worden seien. Die Krisen bei sich allerdings nicht immer eine feste Grenze des Staates. Die feit einiger Zeit aufgetretenen Bewegungen und Fronten, sowie die Bestrebun der gestrigen Wahlen folgendes Bild: gen für die Einführung eines Korporations­Monarchisten und Nationalisten 11 Mandate, systems, wurden in scharfer Weise abgelehnt. Rechtsliga 7, Eventuelle wirtschaftliche und politische Verände rungen müßten auf demokratischem Wege organisch erfolgen und dürften nicht zu Gleichschaltung führen, die die Selbständigkeit der Arbeiterbewegung beeinträchtigen würde..

Goebbels blitzt in Frankreich ab

Petit Parifien" beharrt auf seinen Enthüllungen.

mütig darauf, daß die Presse in Franireich frei

baskische Regionalisten 7, Agrarier 61,

Boltsaltion( Katholiken) 29, Radikalie Führer Lerrour) 55. Konservative Republikaner 14, Sozialisten 25, republikanische Altion 3,

Union der fatalanischen Sozialften 7, Unabhängige 5. Mandate.

Will man dieses Wahlergebnis verstehen, muß man von der spanischen Revolution aus gehen, die seit 1931 das gesellschaf.liche, wirt. schaftliche und politische Leben Spaniens voll­fommen umgestalte: hat. Durch die Abschaf­fung der Monarchie sind zwei Gesellschafts­Klassen besonders betroffen worden, die jahr­hundertelang die Stüßen des spanischen Kö­nigtums gewesen sind: Großgrundbesitz und Kirche. Deswegen hat auch die spanische Revo­lution am schärfsten gegen diese zwei Klassen Klaſſen Sellung genommen. Durch eine großzügige Die Teilnahme an der Wahl war überall Agrargesetzgebung ist der Großgrundbesitz zum sehr groß, insbesondere die der Frauen, deren Teil enteignet und seine wirtschaftliche Macht Wähler eine Dreiviertelmillion mehr sind als geschwächt worden, durch die Einschränkung männliche Die Nonnen aus den Klöstern nahmen der geistlichen Orden und die Beseitigung der überall an den Wahlen teil.

Die Gruppe des ehemaligen Ministerpräsidenten Azana trug in Bilbao den Sieg davon. Der gegen­Madrid gesiegt. wärtige Ministerpräsident Barrios wurde in Sevilla geschlagen. Die Sozialisten haben in

Nach Mitternacht fursierten in Madrid Ge­rüchte, daß ein Militäraufstand bevor. Stehe. Der Minister des Jnnern und der össent lichen Arbeiten dementierte zwar um vier Uhr diese Gerüchte, doch waren troß dieser Erklärung eine große Bewegung in der Umgebung der Ka Jernen und weitreichende Polizei und Sicher heitsmaßnahmen zu beobachten.

Das spanische Wahlsystem

Vormachtstellung der fatholischen Religion der Kirche ein schwerer Schlag verjetzt worden. Gleichzeitig hat die spanische Regierung ein großzügiges Werf der Sozialreform geschaf fen, die Volksbildung fräftig gefördert, wo­durch die soziale Lage ebenso wie das geistige Niveau der tief im Feudalismus steckenden Massen gehoben wurde.

Allerdings fonnte die spanische Regierung Paris , 19. November. Die französische Presse trotz aller Tatkraft nicht die Jahrhunderte In das zweite Strutinium gehen fast alle weist die angekündigte diplomatische Demarche der alten Sünden eines schmachvollen monarchisti­deutschen Regierung wegen des Artikels des Parteien, wie aus kurzen Erklärungen ihrer schen Regimes wettmachen. Was sich die Maj­Von der Gesamtanzahl der wahlberechtigten " Petit Parisien" über die deutsche Propaganda Führer hervorgeht, mit großen Hoffnungen. Die im Ausland zurüd. Die Blätter verweisen ein Rechtsparteien, die einen Wahlblock bildeten, Bahlrecht besitzt jeder, der das 23. Lebensjahr er versprochen haben, konnte nicht so rasch durch vanischen Wähler sind 52 Prozent Frauen. Das sen in den Blütenträumen der Revolution sei und daß in Frankreich die Regierung fein wollen in der künftigen Nationalversammlung an reicht hat. Im Ganzen gibt es 60 Wahlfreise. Bejezt geführt werden und infolgedessen kehrte sich Rechtsmittel habe, um den Journalisten die Art 200 Abgeordnete erzielen. Demgegenüber er werden ettva 479 Wandate, wobei für b'e Mehrheits- die Enttäuschung vieler gegen die junge Repu flärte heute nachmittags der Führer der Radikalen parteien Wahlprämien eingeführt sind. Als Mehr blik und jene Parteien, die sie geschaffen haben. der Schreibweise zu diftieren. Petit Parisien" beharrt auf seinen Ent- Lerrour, daß die Radikalen schon jest 80 Abgeheitspartei wird jene Partei angesehen, die minde- Die Durchführung der Agrargesetzgebung er hüllungen. Er schreibt, daß Donnerstag nach ordnete gesichert haben. Nach Ansicht von Ken- itens 40 Prozent der Stimmen erreicht. Von der folgte zu langjam, wodurch die Kleinbauern Gesamtzahl der Mandate von 479 sind für die Mehr ungeduldig wurden. Die Arbeitslosigkeit konnte der Enthüllung des vertraulichen Zirkulars die nern der Verhältnisse wird es bei den engerenheitsparteien 344 Mandate beſtimmt. Der Rest von angesich: s der kritischen Lage der Weltwirt­deutsche Propagandazentrale an alle Zweig- Wahlen zu neuen Wahlvereinigungen kommen, 135 Mandaten gehört den übrigen Parteien an. Ein schaft nicht beseitigt werden und auch die kul­stellen fabelte, wahrscheinlich um in Erfahrung die das gegenwärtige Bild noch wesentlich ändern Abgeordneter entfällt hiebei auf 50.000 Bewohner. turelle bebung der spanischen Bevölkerung fann nur das Werf von vielen Jahren sein. auf der Rechen neben den Royalisten und Fascisten von insgesamt 55 Provinzen in fast 30 engere die Volksaktion, die mit der Partei der Landwirte Diese Umstände hat das spanische Bür­vielerorts eine Wahlgemeinschaft eingegangen ist. gertum, haben alle reaktionären Klassen, die Wahlen stattfinden. Den bisherigen Ergebnissen zufolge erzielten Das Zentrum nehmen die Radikalen als mächtigste Branden ebenso wie die Geistlichen, dazu be die Rechtsvarteien in 25 Provinzen die Mehrheit. Partei ein; ihnen gehört auch der jetzige Minister- nützt, um einen Teil ihrer durch die Revolu Es ist dies insbesondere der Fall in Granada , Vas präsident der spanischen Republik, Barrios an. Auf tion verloren gegangenen Anhänger wieder lencia, Valladolid , Cadix, Toledo und Navarra. der Linken stehen dann die Sozialisten.

zu bringen, wo das Geheimnis verraten wurde. Fönnen. Wie der Innenminister erklärte, werden

Die Berliner Berichterstatter der Pariser Blätter bemerken, daß die deutsche Presse nichts von den enthüllten Dokumenten veröffentlichen darf.

Petit Parisien" veröffentlicht heute übri gens den Inhalt einer öffentlichen Broschüre, die den Titel hat ,, Programm der deutschen National sozialistischen Partei und ihre Grundideen." Autor des Buches, das im Jahre 1933 in München herausfam, ist Ing. Gottfried Feder , gegenwärtig Unterstaatssekretär im Ministerium des Aeußern. Auf Seite 41 und 42 heißt es darin wörtlich: Deutschland verzichtet auf keinen einzigen Deut­ schen im tschechoslowakischen Sudetendeutschland, in Elsaß Lothringen , in Polen , in der Kolonie des Völkerbundes, die Oesterreich ist, und in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Oesterreichisch. ungarischen Monarchie."

Seletzki- Urtell bestätigt

Was die Parteienschattierung anbetrifft, steht

Republikanischer Block bei der Stichwahl?

Sabas meldet aus Madrid : In gewöhnlich gut informierten Kreisen wird behauptet, daß der Führer der Radikalen, 2erroug, der Regierung vorgeschlagen hat, mit den Sozia­listen und den übrigen republikanischen Gruppen in Verhandlungen über die Ausstellung einer einheitlichen gemeinsamen Kandidatenliste einzutreten, mit der man im zweiten Wahlgang gegen die Rechtsfront auftreten würde.

Die Regierung soll den Vorschlag angenommen und bereits die Verhandlungen mit den Sozialisten aufgenommen haben.

Blutige Zwischenfälle

einzufangen. Die reaktionären Sträfte ein schließlich der Kirche welche die Nonnen jogar zu den Wahlurnen trieb- haben einen en scheidenden Stoß führen wollen, der die spanische Revolution mitten ins Herz treffen sollte. Die sozialdemokratischen Parteien, die an dem Werke der Revolution einen so be­deutsamen Anteil genommen haben, verfügen über noch feine so festgefügte, in alle Orte eingedrungene Organisation, um diesen Stoß der Reaktion erfolgreich abzuwehren. Das Entscheidende ist aber, daß bei diesen Wahlen zum ersten Mal die Frauen ihr Wahlrecht leicht. Blutige Zusammenstöße werden nur aus ausübten, Frauen, die noch niemals gewählt Sevilla gemeldet. hatten, warfen diesmal ihren Stimmzettel in Bukarest , 20. November. Die letzte Ver­Ein Zwischenfall ereignete sich in Se In einem Madrider Wahlbezirk nahm die die Urne. Wie gering die politische Bildung handlung im Berufungsverfahren gegen Seletzki wurde heute beendet. Nach vierstündiger Beratung billa. Dort überfielen etwa zwanzig Per- Menge eine drohende Haltung gegenüber einem der spanischen Frauen sein kann, mag dar fällte der Gerichtshof das Urteil, wornach das ſonen ein Wahlbüro und im Verlauf einer sich in eine Apotheke geflüchteten Mann ein, der beans ersehen werden, daß noch im Jahre 1920 entwidelnden Revolverschlacht wurden sechs An- schuldigt wurde, zugunsten der Rechtsparteien die Mehrheit der Frauen, genau 55 Prozent, Stimmen gekauft und jede Stimme mit zehn weder lesen noch schreiben fonnte. Spaniens Gericht alle 54 Motive des Refuries verworfen gehörige der Rechtsparteien getötet. hat und das erstinstanzliche Urteil, das bekanntlich In der Ortschaft Aljucen geriet ein Beseten bezahlt zu haben. Die Volksmenge wollte Frauen stehen vor allem unter dem Einfluß auf fünf Jahre 3uchthaus lautete, be- Sozialist mit dem Bürgermeister der Ortschaft in ihn lynchen. Der Betreffende sowie ſechs andere der Kirche, der Geistliche auf der Kanzel und Streit, in dessen Verlauf der Bürgermeister Personen, die ebenfalls des Stimmenkaufs im Beichtstuhl übt auf sie den stärksten Ein stätigt. mehrere Revolverschüsse auf den Sozialisten ab- beschuldigt worden waren, wurden festgenommen. fluß aus. Die Frauen haben für den Stlerita Wegen Stimmenkaufs wurden in Sevilla lismus, für die Reaktion entschieden. gab, wodurch dessen Bruder schwer verletzt wurde. Darauf erwiderten Freunde des Sozialisten das mehrere Personen in Haft genommen. Die Diese Erscheinung, daß die Frauen, wenn Feuer, wobei eine fünfjährige Nichte des Bürger- Menge versuchte die Verhafteten zu lynchen, und meisters einen Stopfschuß erhielt. Ebenso wurde die elf Mann starfe Gendarmerie mußte sich in sie zum ersten Male das Wahlrecht ausüben, Bularest, 20. November. ( AR.) Das heutig die Mutter des Kindes schwer verletzt. Ein Mit ihre Staferne zurüdziehen, wo sie von der Volks zu Gunsten der Reaktion wählen, hat man auch in anderen Ländern beobachtet. Aber die­Anttsblatt veröffentlicht das Defret betreffend die Auflösung der Stammer. Die Neuwahlen für glied der radikalen Partei wurde durch einen menge belagert wurde. Die bisherige Zahl der Toten in ganz Spases vorübergehende Opfer muß die Demokra die Abgeordnetenkammer werden für den 20. Revolverschuß getötet. Die Wahlen hatten im großen und ganzen nien beträgt sechs, die der Verwundeten insge- tie bringen, denn es gibt tein hervorragende­Dezember, jene für den Senat für den 28. De­gung heranzuziehen und ihve politische Bil­zember festgesetzt. Das neue Parlament wird für einen ruhigen Verlauf und die Ausschreitungen famt fünfzehn. Zahlreiche Personen wurden verres Mittel, die Frauen zur politischen Betäti­waren cher nur vereinzelt und fast insgesamt haftet. den 10. Jänner einberufen werden.

Neuwahlen in Rumänien

am 20. und 28. Dezember.