Nr. 98.
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Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.
Donnerstag, den 27. April 1899.
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Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.
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Gräf und veröffentlicht eine Berichtigung, die in einem Tone ge- regungen und die vielfachen hygienischen Mißstände- all das Das erste Opfer des Zuchthaus- Gesetzes. fchrieben ist, als ob der ordnungsfeste, staatstreue Herr auf die erzeugt einen Seelenzustand, der zwischen stumpfsinniger Ergebung Es giebt doch eine Nemesis. Wer daran noch zweifeln Peitschung sogar stolz sei. und leidenschaftlichen Aufwallungen jäh wechselt.„ Die Fliege an der Es ist der Fabrikant Friedrich Wilhelm Diederich in Werden Wand ärgert mich" das kann man häufig von sonst sehr robuften fonnte, braucht nur die gestrige Sigung des Reichstags zu verfolgen und er wird von seinem Irrtum geheilt sein. Der und das Organ, das er erkoren hat, seine Gesinnungstüchtigkeit der Sträflingen hören. Man wird im Gefängnis leicht streitsüchtig, Reichstag war wieder einmal zum Tribunal geworden, und Welt mitzuteilen, ist das Hauptorgan der westfälischen rechthaberisch, man verlernt die Selbstbeherrschung und das Gleichauf der Bank der Angeklagten: dem Armesünderbänkchen, faß Centrumspartei, die Tremonia"! Der Veranlasser der maß der Stimmungen. Eine unangenehme aber bedeutungslose ein Mann, der allgewaltig war, als„ Rönig im socialen Beitschung des Genossen Gräf ist also ein waderer Centrums- Nachricht, die man erfährt, ruft tiefe melancholische Erregung hervor. Reich" der ein thatsächliches Recht gehabt hätte, den mann! Eine Zurechtweisung durch den Beamten erzeugt Wutausbrüche. Lateinischen Spruch auf sich anzuwenden: regis voluntas lex Wie die„ Germania" Krokodilsthränen vergießt über den Vor- Kommt dazu, daß der Gefangene sich für unschuldig hält, dann suprema mein Wille ist oberstes Gesez. wärts", der die arme„ Schwester Karola" in ihrer edlen Erziehungs- treten diese krankhaften Züge um so schärfer hervor. Vor jezt neun Jahren hatte der Kaiser des Deutschen methode nicht nach ihrem Werte würdigen kann, ist es ein anderes Reiches, der kurz vorher wirklich das Wort hingeschrieben Centrumsorgan und ein Parteigänger des Centrums, die die hatte: regis voluntas suprema lex, in den Februar- Beitschung beifällig beklatschen. Geben wir dem Zuchthaus- ArbeitErlassen des Jahres 1890 verkündet: Gleich berech- geber Diederich das Wort: tigung der Arbeiter- Schutz der Arbeiter gegen Ausbeutung.
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Das war eine Herausforderung an den Kapitalismus, und als selbsterwählter Champion- Ritter und Vorfämpfer des Kapitalismus nahm der Allgewaltige den Kampf auf. Und siehe da: die Gleichberechtigung der Arbeiter ist ein toter Buchstabe geblieben, und der Schutz des Arbeiters gegen die Ausbeutung heißt
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Bernichtung des Koalitionsrechtes nebelgeset für die Arbeiter, verschärftes Socialistengesez- das ist der neueste Kurs: der 8uchthauskurs. Und der Zuchthauskurs ist der Kurs des Allgewaltigen.
waren.
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Es ist wahr, daß der im Essener Meineidsprozesse mitbestrafte Genosse" Gräf zwei Jahre in meinem Goldleistengeschäft gearbeitet und sich dabei so schwere Disciplinarstrafen zugezogen hat, wie sie in dieser Zeit weder einem meiner Arbeiter, noch einem Gefangenen der Anstalt überhaupt von der Strafanstalts Verwaltung auferlegt worden sind. Worin ist der Grund dieser außergewöhnlichen Bestrafung zu suchen? Doch nur in dem persönlichen Verhalten des Gräf . Während seine mitbestraften Genossen Schröder 2c. sich musterhaft geführt haben und deshalb fogar, wie ich glaubwürdig erfahren, zur Beurlaubung nach verbüßtem 3/4 der Strafzeit von der Konferenz der Oberbeamten dem Herrn Justizminister in Vorschlag gebracht worden sind, hat die felbe Konferenz über den Gräf die Brügelstrafe verhängt. Wer den humanen Charakter der hiesigen Oberbeamten kennt, wird nicht zweifeln, daß dabei die triftigsten Gründe ob gewaltet haben. Gräf ist schon 14 mal vorbestraft und suchte in der hiesigen Anstalt durch seine Frechheiten und Schimpfworte zu imponieren. Daß er die ihm als unfertig zurückgegebenen Stangen, um feinen Zorn zu zeigen, hart aufeinander warf und dadurch beschädigte, will ich nicht weiter betonen, aber daß er dabei fortwährend gegen Werkmeister, Aufseher und mich mehr oder minder laut Ausdrücke wie Schufte"," Lumpen" 2c. brauchte, mußte ich zur Anzeige bringen. Gräf erhielt anfangs gelinde, dann härtere Strafen, aber es schien, daß er bestraft sein wollte, um, wie es offenbar den Eindruck machte, sein vermeintes Märtyrertum hervortreten zu lassen. Aber mit solchen Märtyrerit dürfte auch die socialdemokratische Partei feinen Staat machen können und nach meiner Meinung hätte das Organ derselben besser und flüger daran gethan, den Fall" Gräf " nicht weiter zu erörtern, sondern einfach tot zu schweigen. Friedr. Wilh. Diederich.
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Deshalb müssen die Gefangenen thatsächlich mit ähnlicher Milde in vernünftig- gütiger Einwirkung behandelt werden, wie Geistesfranke. Gewalt verschlimmert nur das Uebel, und harte Disciplinarstrafen vollenden den körperlichen und seelischen Zusammenbruch. Der heutige Strafvollzug bessert nicht die Menschen, sondern verschlechtert und verkrüppelt sie. Und wenn man dann die Folgen dieser Methode spürt, wenn die notwendigen Zügellosigkeiten eines gestörten Nervenzustandes lästig werden, dann darf man das Opfer einer falschen Behandlung nicht obendrein durch Peitschenhiebe zur Räson bringen wollen. Erst die Menschen dem Siechtum ausliefern, und dann sie wegen der Wirkungen dieses Siechtums strafen das ist die geistige Ohnmacht, die moralische Barbarei, in der unser Strafwesen immer noch schmachtet.
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Wann kommt der Pinel des Strafvollzugs, der den Gefangenen die Ketten eines widersinnigen Zuchtsystems abnimmt, wie jener große Arzt im Zeitalter der französischen Revolution es mit den von brutaler Unvernunft gepeinigten Jrren that?
Politische Uebersicht.
Doch mitten in den Jubel des Triumphs drängte sich ein Gespenst, das, wie Banquos Geist, sich an den Tisch des Allgewaltigen fette. In den eigenen Reihen brach eine Empörung aus. Der Zuchthauskurs ist der Weg zum Unheil, vielleicht Foto Berlin , den 26. April. zu verhängnisvollen Katastrophen, dem Arbeiter muß eine Vermischtes aus dem Abgeordnetenhaus. gewisse Freiheit gewährt, seine Bedürfnisse müssen bis zu Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich heute mit einer Aut einem gewissen Grade befriedigt werden, sonst droht der Dampffessel zu plaßen"-- Der Rebellen wurden mehr; gelegenheit, die eigentlich zur Kompetenz des Reiches gehört, nämlich Bundesrat dahin zu wirken, daß die Mittel, welche zur Gewährung mit dem freikonservativen Antrage, die Regierung zu ersuchen, im fie thaten sich zusammen und eröffneten im Reichstage eine Campagne. Die Nationalliberalen Basser. von Beihilfen von 120 M. an die nach dem Gesetz als berechtigt mann und Freiherr von HeyI, letterer auch anerkannten Veteranen fehlen, durch einen Nachtrags- Etat für das cin gewaltiger Herr von Mammonsgnaden, fast so Rechnungsjahr 1899 alsbald beschafft werden. Der Antrag ist gleichlautend mit einer vom Reichstage einstimmig angenommenen Resolution, gewaltig wie der Allgewaltige- verbunden mit dem ,, wilden" der aber bisher keine Folge gegeben ist, weil die preußische Regierung Rösicke, den Centrumsleuten Hize und Lieber und Widerstand leistete. Auch heute gab Herr v. Miquel eine sehr gewundene dem Fortschrittler Pachnicke brachten Anträge auf ErrichErklärung ab, indem er die Tendenz des Antrages für bedenklich erSo der wadere Zuchthaus Arbeitgeber Diederich. Wie die flärte, da derselbe eine vollständige Degeneration des Princips der tung von Arbeitskammern und eines Reichs- Arbeitsamts und eines Reichs- Arbeitsamts Beitschenhiebe, die der arme Gräf im Zuchthaus bekommen hat, allgemeinen Wehrpflicht" bedeute. Troydem aber sei die preußische ein- Anträge, die ein Stoß ins Herz des Allgewaltigen unserer Kultur auf der Stirne bluten, so mag auch dieser Unter- Regierung bereit, der Durchführung des Antrages keine Hindernisse Ein Stoß ins Herz- und eine wuchtige Anklage. Man nehmer Diederich als Typus des deutschen Unternehmertums im in den Weg zu legen, in der Erwartung, daß der Reichstag alle muß ihn gesehen haben, wie er sich auf die Rednerbühne hinauf Gedächtnis bleiben. Er verhöhnt den armen Gräf noch als den weitergehenden Wünsche rundweg abweisen wird. Nachdem Vertreter schleppte und mit tonloser Stimme seinen Zuchthauskurs zu ver-" Genossen" und wirft ihm vor, er habe durch Schimpfworte und aller Parteien ihr Einverständnis mit dem Antrag Arendt zu er= Im übrigen beriet das Haus eine Anzahl kleinerer Vorlagen, teidigen suchte. Er stöhnte zum Erbarmen, als er mühsam heraus Frechheiten imponiren wollen! Wer je von der Hausordnung eines fennen gegeben hatten, wurde derselbe einstimmig angenommen. stieß:„ Die Socialdemokraten haben den Triumph, daß in die Zuchthauses gehört hat, wird diese Behauptung zu würdigen wissen! von denen nur der Gesezentwurf, betr. Gewährung weiterer staatserhaltenden Parteien ein Riß gekommen ist!" Schmerzlicher Daß aber der gepeitschte Gräf bei seiner schweren Arbeit und noch 5 Millionen zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse fann Cäsars: Auch Du, mein Brutus! nicht gewesen sein: dazu, wenn ihm dieſe immer wieder als unzureichend zurückgegeben der staatlichen Arbeiter und gering befoldeten Be Bei dieser Gelegenheit gab der Auch Du Hey!! Auch Du, mein Zwillingsbruder in wurde, schließlich mürrisch wurde, begreift sich hinlänglich, und die amten der Erwähnung wert ist. Mammon! Wie konntest Du mich verlassen? Wir waren vielen Disciplinarstrafen haben ihn gewiß nicht versöhnlicher ge- Abg. Felisch( tons.) von neuem seiner Arbeiterfeindlichkeit drastischen so sicher, daß die Socialdemokraten sich spalten würden, und ſtimmt. War das von weiten Kreisen geteilte Gefühl, welches den Ausdruck, indem er empfahl, statt Ein- und Zwei- Familienhäuser Mann verurteilt zu sein, nicht ein Mietsfasernen zu bauen; er könne nicht einsehen, warum fie lachen, wir aber haben uns gespalten! Wie könnt man beherrschte, unschuldig die Arbeiter besser wohnen sollen als andere bätte das nicht Ihr so verblendet sein? Für den Arbeiter giebt es fein beständiger Anreiz zur Verbitterung und Menschen. Der Gesezentwurf wurde der Budgetkommission einer nachsichtigen überwiesen. Zuchthaus Arbeitgeber zu Aber unschuldig oder nicht- zurück zu mir, Ihr Rebellen!" Ju dieser Woche findet keine Sitzung mehr statt, um der Kom Doch die Rebellen hatten kein Einsehen. Der Zwillings und er besteht auf seinem Schein! Ja, er wirft dem Gräf sogar 1. Mai beginnt die Beratung des Antrages Gamp betreffend die der Mann ist jetzt sein Arbeiter, hat ihm das" Pensum" zu liefern misfion Gelegenheit zur Erledigung ihrer Arbeiten zu lassen. Am bruder Heyl hatte auf die Klage des einst Allgewaltigen keine andere Antwort, als schwere Anklagen. Er warf ihm noch seine Vorstrafen vor, als ob er Richter über dessen Wohl- Lentenot. Möchten nur die Landarbeiter schon überall so weit vor, wie er ihn ― Heyl- durch seine Scharfmacherpresse beschimpft verhalten wäre! Die Vorstrafen sind, nach Gräfs Behauptung, ver- sein, daß die Herren Agrarier am 1. Mai über vollständige und verleumdet habe; er warf ihm vor, daß er sich hoch hängt wegen„ Bettelei"," Landstreicherei" u, dergl. Man weiß, wie Leutenot flagen müßten. mütig über das Gesez stelle und daß er engherzigen Klassen- leicht solche Strafen einen Arbeiter treffen, der arbeitslos auf die interessen und Klassenvorurteilen huldige, zum Schaden des Landstraße muß.
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gerade
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anderes Trattament als Zuckerbrot und die Peitsche! Kehrt Haltung veranlassen sollen? den
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die Socialdemokraten. Der Streich war
Arcades ambo!
Den Herrn Diederich und die Centrumspresse, die seine Ent
Gemeinwesens, und daß er und sein Anhang weit weniger bedungen triumphierend in die Welt posaunt, überlassen wir dem Verständnis für die socialen Erfordernisse der Gegenwart haben Urteil der Oeffentlichkeit. Was für einsichtslose Menschen sind doch tödlich; das Haupt des Allgewaltigen fant traftlos auf die Arbeiter, die dieser Partei noch ihre Stimmen geben! die Brust, und nur ein Mann im Reichstag hatte einen Blick Eine Frage haben wir schließlich noch an den preußischen des Mitleids für die vereinsamte gefallene Größe: Herr von Justizminister! Der Muſter Arbeitgeber Diederich redet von Kardorf, selbst eine vereinsamte und gefallene Größe. den Zuchthausinjassen, die für ihn Leisten machen, als von seinen" Arbeitern: weil er mich beschimpfte, mußte ich ihn zur anzeige bringen! Danach scheint sich der Zuchthaus Arbeitgeber Diederich für den Vorgesetzten der Sträflinge zu halten! Demnach ist die Frage an den Justizminister am Plage, ob wirklich solche Privatpersonen den Sträflingen etwas zu befehlen haben. Wohin sollte das führen? Man seze den Fall, daß solch ein Arbeitgeber den Sträfling von früher her kennt und ihm nicht wohl will! Wie hätte er Gelegenheit, ihn zu zwiebeln", wenn er wirklich sein Vorgesetzter" wäre!
Ein Herz und eine Seele, zwei Herzen und ein Schlag!
Fürwahr ein Schauspiel zum Erbarmen. Aber der Feind hatte kein Erbarmen. Röside, auch einer von Mammonsgnaden, bohrte das Eisen, welches Heyl in die Brust des einst Allgewaltigen getrieben, noch tiefer in das zuckende Fleisch.
Wer folgt?
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Gift Wahn.
Unsere leitenden Kreise" sind von einem sonderbaren Uebel befallen. Wie Geisteskranke an Gehörs- und Geruchs. halluzinationen leiden, so sehen sie überall- Gift. Den ganzen Volkskörper" halten sie für vergiftet, und das Gift frißt weiter und weiter. Zur Zeit nagt dieses alles zersetzende Gift an der Beamtenschaft.
Der Reichsanzeiger- Erlaß wider die Beamtenvereinigungen wurde als eine Verwarnung der Postassistenten aufgefaßt. Das ist aber falsch, wie die Nationalliberale Korrespondenz" beteuert. Das Gift reicht weiter:
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" Der Reichs- und Staatsregierung lagen vielmehr untrügliche Anzeichen dafür vor, daß in einer ganzen Reihe von Beamten vereinigungen ein Geist sich einzunisten suchte, welcher mit der notwendigen Disciplin nicht vereinbar, auf die Dauer die Wahrung der staatlichen Autorität in bedenklicher Weise erschweren müßte." Die Behörden sind," so geht die Mitteilung weiter, davon überzeugt, daß die übergroße Mehrheit der Beamten aller Ressorts nach wie vor auf dem Boden der Treue zu Kaiser und Reich stehen und eine unentwegte Pflichterfüllung als oberste Nichtschnur ihres Verhaltens betrachten, fie glauben aber, auch der Gefahr gegenüber nicht blind sein zu dürfen, welche die fortgefeste, planmäßig betriebene Wühlarbeit der Socialdemokratie in der Beamtenschaft mit sich bringt. Es sind bestimmte Gründe für die Annahme vorhanden, daß die Socialdemokratie sich anschickte, die Angriffe auf die politische Integrität unseres Beamtenkörpers zu verstärken und den Versuch zu machen, auf dem Umwege der Erregung von Unzufriedenheit ihre Sonderzwecke in der Beamtenschaft intensiver zu verfolgen. Gegen diese Massenvergiftung hat man nun also das
Nie hat im Reichstag ein Angeklagter eine fläglichere Rolle gespielt, als gestern der König Stumm". Und nie Gleichzeitig mag sich der Justizminister von unterrichteten und hat die Nemesis besser ihres Amtes gewaltet, als indem sie wohlmeinenden Aerzten und Pädagogen Gutachten abstatten lassen, den Urheber des Zuchthauskurses zum ersten Opfer des ob jene barbarischen Disciplinarstrafen überhaupt ein taugliches Zuchthaus- Gefeßes machte. Mittel sind, Menschen zu bessern. Es ist eine bekannte Erscheinung, daß jeder längere Aufenthalt in Gefängnissen oder Zuchthäusern psychische Erkrankungserscheinungen hervorruft, häufig so schwerer Art, daß der Weg von der Gefängnis zur Frrenzelle nicht weit ist. Namentlich bemächtigt sich der Gefangenen eine nervöse Als wir und mit uns die gesamte socialdemokratische Presse, Reizbarkeit, die sich in heftigen Reaktionen auf äußere Eindie Peitschung des im Effener Meineidsprozeß verurteilten Genossen wirkungen auslöst. Das ewige Einerlei der Tagesordnung, Gräf im Zuchthaus zu Werden der Oeffentlichkeit mitgeteilt hatten, der geistige 8wang, der keinen teinen Augenblick eine freie glaubten wir, die Gegner würden alles thun, um den Vorfall recht Regung gestattet, die völlige, zu blindem Gehorsam verpflichtende papierne Gegengift jenes Erlaffes aufgeboten. Wir glauben: bald in Vergessenheit geraten zu lassen. Wir haben uns geirrt! Wehrlosigkeit gegenüber den Beamten, die enge Einsamkeit, der ein sehr untaugliches Mittel zur Austreibung, dagegen ein Heute kommt der Urheber der Peitschung des unglücklichen Mangel an Bewegung in frischer Luft, an Abwechslungen und An- sehr taugliches zur Verbreitung des Giftes.-
Gepeitscht von Rechts wegen!
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