Sosialdemokrat

ZENTRALORGAN

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DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI

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IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK

ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR : WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG .

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15. Jahrgang

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Freitag, 28. Juni 1935

Einzelpreis 70 Heller

( einschließlich 5 Heller Porto)

Nr. 150

Hirtenflöte statt Kriegs- Henleins Weg führt in die Katastrophe

trompete Zur Tagung der tschecho­

slowakischen Industrie

Auf die tschechoslowakischen Industriellen ist, wie der Bericht über ihre Tagung in Prag am 25. Juni zeigt, der Ausgang der Wahlen nicht ohne Einfluß geblieben. Klug, wie ihr Führer Herr Dr. Preiß ist, hat er in seinem Referat der Tatsache Rechnung getragen, daß die tschecho­slowakische Demokratie siegreich und ungeschwächt aus der Wahlschlacht zurückgekehrt ist. Hätte das Národní sjednocent", dessen Wahlfonds die tsche chischen Industriellen reichlich gespeist haben, statt siebzehn siebenunddreißig Mandate heimgeholt, hätte Herr Dr. Preiß mächtig ins Kriegshorn zum Kampfe gegen den Sozialismus geblasen. So aber sind es sanfte Flötentöne, wenn wir von dem Machthaber des tschechischen Finanzkapitals hören, man müsse einer möglichst großen Zahl von Mit­burgern Beschäftigung bieten... bei Respet­tierung der Bedürfnisse aller Stände und aller lassen". Es ist gar nicht so lange her, da ist Herr Dr. Preiß aus Deutschland zurückgekehrt, voll Bewunderung für die Zustände im Dritten Reiche. Das war freilich vor den Wahlen. Nachdem aber die Landsleute des Generaldirektors der Zivnobank, Stříbrný eine solche Absage erteilten, daß dieser mit großem Schwunge aus dem Parlament hin­ausgeflogen ist, befreundet sich Herr Dr. Preiß auch mit der Verfassung der Republik und teilt den Industriellen mit, daß es auch in der Demos fratie möglich sei, einen organisierten Ausgleich der Interessen aller Schichten des Wirtschafts­lebens anzustreben." So haben also die Wahlen dem Generalgewaltigen der tschechoslowakischen Industrie demokratische Auffassungen eingepauft, die tschechischen Wähler haben sich als gute Lehr­meister erwiesen.

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Genosse Jaksch rechnet mit den politischen Inflationsgewinnern ab

Prag . Parlaments- Debatten sind nicht immer ein Maßstab des innerpolitischen Gesche­hens, aber ihr Verlauf gibt manchen wertvollen Aufschluß über die geistige Ausrüstung Schlagfertigkeit der politischen Bewegungen. Vor dem unkritischen Forum bunt zusammengesetzter Volksversammlungen, vor gedrillten Heilschreiern haben die Unterführer der Sudetendeutschen Var­tei während des Wahlkampfes so manchen Triumph gefeiert. Auf dem Boden des Parla­ments aber, wo sie Aug in Ang mit den Gegnern antreten müssen, haben sie recht bescheidene Nollen gespielt.

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Als Genoffe Iatsch Mittwoch die Tribüne des Hauses betrat, um mit den Herren& ran f I und Sandner abzurechnen, bemühten sich die Mannen Henleins anfänglich, so etwas wie über­legene Ruhe zur Schau zu tragen. Bald aber war es mit ihrer berühmten Disziplin" dahin und fie begleiteten die Ausführungen unseres Redners mit wahren Wutausbrüchen. Die Genossen un= serer Fraktion, vor allem Katz, Zischka, Seeger und De Witte, blieben ihnen aber keinen Zwischenruf schuldig. Der präsidierende Vorsitzende Genoffe T a ub hatte genug damit zu tun, die Glocke zu schwingen und zur Ordnung zu mahnen. Trotz allem Gebrüll der loyalsten Sude­ tendeutschen war es nicht möglich, die wuchtige Abrechnung zu stören oder abzuschwächen, die Genoffe Jaffch an ihnen vor einem anßerordent lich zahlreichen und aufmerksamen Auditorium vollzog.

zu den Debatterednern kritisch Stellung zu nehmen Genosse Jatsch begrenzte seine Aufgabe dahin, und die strittigen Fragenkomplege flarzustellen.

Pionierarbeit mußte geleistet werden und wir Nach dem geschichtslosen Dasein im Feudalis­haben ihr unsere besten Kräfte und unsere besten mus haben sich die Sudetendeutschen politisch, sozial Männer hingeopfert. und kulturell ihre Positionen mit dem Auf­blühen ihrer Industrie errungen. Heute in einer Zeit der autarken nationalen Wirtschaften und des Strukturwandels der Weltwirtschaft hängt das Dasein unseres Industrievoltes an einem dünnen Faden.

Wenn Sie nun, wie es gestern Herr Sandner tat, alle Passivposten der nationalen Zusammenarbeit summieren, um eine möglichst hohe Schuldsumme des deutschen Aktivismus und der tschechischen Gesamtpolitik herauszubringen, dann befolgen Sie nur die absolut sterile Me­thode des deutschbürgerlichen Negativismus, schwächen aber auch die Stoßkraft der berech tigten deutschen Beschwerden, die wir vor Ihnen schon hundertmal in diesem Hause ver­treten haben!

Das Mindeste, das wir von der neuen Be­wegeung verlangen, ist eine realistische Auf­list is che Formulierung der sudetendeutschen For­fassung des sudetendeutschen Schicksals, eine rea derungen. Wir haben die These vertreten, daß die primären Ursachen der sudetendeutschen Not die Weltfrise, die Störungen in der europäischen Wirt­schaft sind.

Diese Tragik verpflichtet jeden, der hier als Vertreter dieses Volkes das Wort ergreift, zu ernster Sachlichkeit. Die Sudetendeutsche Partei mit Konrad Henlein an der Spitze, hat sich aber als die politische Inflationsgewinnerin der fude­tendeutschen Not etabliert!

Sie meine Herren, rühmen sich eines großen Siege 3, aber die Mittel dieſes Sieges mahnen zur großen Entwicklungsepoche, die Industrialisierung Bescheidenheit. Sie haben alle Erscheinungen einer der Agrarländer, die Nationalisierung, die Konzen­trationspolitik der Doderers, die wirtschaftliche Ab­sperrungspolitik Hitler- Deutschlands etc. auf die einfache Formel gebracht, daß fünfzehn Ihr von der anderen Seite habet die Jahre Parteipolitit" das sudetendeut­Hauptschuld auf die tschechische Staatspolitik seit sche Volt auf den Hund gebracht habe. So ist im dem Kriege gewälzt. ganzen Land die Psychose erzeugt worden, das Ich war die ganze Zeit neugierig, ob diese kühne die ich e chen, die Sozialdemokraten These auch hier von dieser Tribüne aus Aug in Aug und in weiterer Linie auch die Landbündlei mit den anderen vertreten werden wird. Herr schuld wären, wenn die Schlote nicht rauchen, die Sandner hat auch richtig gestern hier bereits Arbeitslosen hungern und die junge Generation im deutschen Gebiete lägen nicht ausschließ erklärt, die Ursachen des sozialen Zusammenbruches feinen Ausweg sieht. lich " bei der Wirtschaftskrise. Auch Herr Fran! hat in seiner Erklärung einen großen Schritt zu un ferer Auffassung hin getan, in dem er sagte, das Wirtschafts- und Arbeitslosenproblem sei nicht von der inneren staatlichen Entwicklung allein abhängig. bei sehr nüchternen Tatsachen an Man ist also in sehr kurzer Zeit von großen Worten gelangt, ohne daraus allerdings die notwendigen politischen Folgerungen zu ziehen!

Sie haben den Glauben genährt, daß Ihre Partei das Wunderrezept in der Tasche hat, unt diese Dinge nach dem Wahltag zu wenden. Sie haben wohl fast drei Viertel der Sudetendent. schen hinter sich, aber Sie haben sie in die Sack­gasse, in die Aussichtslosigkeit geführt. Sie find heute die Gefangenen ihrer eigenen Verspre­chungen!

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Wenn Herr Preiß statt der Kriegstrompete Eine Feststellung vornweg: das fudetendeut ..Fünfzehn Jahre haben die anderen geredet, die Hirtenflöte bläst, kann sein deutscher Kollege, sche Wunder, welches die Wähler von der Hen- Es flingt grotest, wenn Herr Frank hier iezt werden wir handeln." So haben Sie argumens der Settenzer Glasindustrielle May Mühlig, leinpartei erwarteten, ist ausgeblieben. Wer sich die Erweiterung des Handelsvolumens mit Deutsch- tiert. Was sind aber Ihre Handlungen? Die Ein­von dem ersten Auftreten dieser Partei etwas land verlangt, ohne gleichzeitig die Erweiterung des stellung der Volkshilfe nach dem auch nur in Moll spielen. Herr Mühlig ist ein Neues, Gewaltiges, noch nie Dagewesenes er- deutschen Zahlungsvolumens zu fordern. Die Her- Wahltag war die erste Tat, die Reise des sonst sachlicher Wirtschaftspolitiker und was er hoffte, der hat vergebens zugehört. ren sollten doch nicht die primitive Tatsache über- Führers an den Genfer See die zweite über die Arbeitslosigkeit im deutschen Siedlungs­Ich will kein Werturteil fällen, aber ein sehen, daß unser Handel mit Deutschland stockt, und die Wahl des Herrn Brada č zum gebiete gesagt hat, ist durchaus richtig. Aber er 2odgman, ein Knirsch, ein Jung, ia fogar weil uns Deutschland die 3ahlung Präsidenten des Hauses war die dritte. In Ihren hätte, wenn Stříbrný einen solchen Erfolg errun- ein Kallina haben die deutschbürgerliche und na- fchuldig bleibt. Ebenso ist es mit der Behaup- Wählern haben Sie den Glauben getötet, daß natio­gen hätte wie Henlein , auch wohl anders gespro- tionalsozialistische Opposition feineswegs schlechter, tung des Herrn Sandner bestellt, daß die tsche- nale Zusammenarbeit einen Ausweg aus der wirt­choslowakische Staatspolitik die westböhmischen Kur- schaftlichen und sozialen Bedrängnis schaffen könnte. chen. So aber hat er ein Loblied auf den Fleiß bestimmt aber würdiger hier vertreten. und die Geschicklichkeit unserer Arbeiter, das Wenn Herr Sandner meint, das sudetendeutorte zugrunde gerichtet hat. Wenn es Europa Der größte Teil Ihrer Wähler hat Ihnen ja die Pflichtgefühl und die Tüchtigkeit unserer Beam- fche Problem sei hier in diesem Hause noch nie so schlecht geht, dann spüren das eben auch die Kurorte; Stimme als Auftrag gegeben, den Anschluß an den schwersten Schlag hat aber unseren Kurorten Deutschland durchzuführen!( Widerspruch.) ten" angeſtimmt, wie man es aus Unternehmer- richtig aufgerollt worden, so spricht daraus eine be­Eine Rettung ist nur möglich, wenn wir mit die Devisenwirtschaft des Herrn Schacht verfekt. munde selten härt. So weit, so gut und Herr wundernswerte Großzügigkeit der Selbst­dem Staate und mit dem tschechischen Mühlig hat abermals erwiesen, daß er ein beini cha ung, aber auch ein Mangel an po- Der Tschechoslowake fann nach Deutschland 1000 litisch- historischem Verständnis. mitnehmen, der Reichsdeutsche in die CSR. nur 10 Tagen beginnen. Ihre Menschen warten aber auf Volke den Aufbau neuer wirtschaftlicher Grund­dächtiger Mann und fein Heißsporn ist. Mart. Da wissen wir schon, wer an der Unter- Arbeit, die Sie ihnen in Deutschland verspro= bindung des Fremdenverkehrs schuld ist! Sie( an chen haben, sie warten auf den Einmarsch der die Henleinleute gewendet) haben teine Ursache, sich hier als unbezahlte oder vielleicht auch braunen Armeen und man sagt, die deutschen als bezahlte Fürsprecher des Herrn Motorbatterien würden in 24 Stunden in Pilien Schacht aufzuspielen! sein und die Tschechen würden aus den Grenzgebie ten ein Wettrennen bis nach Caslau" veranstalten. Es droht ein furchtbarer Zusam menstoß zwischen den Illufionen, die Sie geweckt haben, und zwischen der Realität, die Sie nicht zu ändern vermöchten. Ihre Politik ist ein Tanz auf einem Seil, welches zwischen Brag und Berlin gespannt ist. Sie können die ideologische Verbindung mit dem Hitlerreiche nich. abschneiden, ohne in den Abgrund der Bedeutungs­losigkeit zu stürzen.( Lärm.)

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Die sudetendeutsche Frage ist hier keines wegs zum ersten Male erörtert worden, hier geht es aber nicht um eine deflamatorische Aufgabe, sondern um die Beeinflussung eines Entwid lungsprozesses.

In den Jahren unserer Zusammenarbeit mit

Die Sudetendeutsche Partei schöpft ihre Da­feinsberechtigung aus einer grundsäßlich fa l= fchen Formulierung des fudetendeutschen Problems. Hätte Herr Sandner in seiner Dar­stellung den Tatsachen Raum gelassen, so hätte er zu einer ganz anderen Formulierung der fu­detendeutschen Probleme kommen müssen: daß nämlich die grundsätzliche Ursache der fudeten deutschen Not ein Produkt des gesamt­europäischen Verfall es ist.

Gerade deswegen möchten wir mit dem sude: tendeutschen Glasindustriellen sachlich polemijie­ren, und zwar dort, wo er die geringe Macht­stellung der Industrie beklagt. Daran sind die als im Jahre 1920, die deutschen Parteien dieses Herren Industriellen selbst schuld.. Die tschechischen Haus betraten, da stand dzwischen ihnen und den Internehmer haben ibre Sache auf das- Tschechen das volitische Kriegserlebnis und die ver­rodní sjednocení", die deutschen auf die Sudeten - schiedenartigen Revolutionserlebnisse. Es war deut­deutsche Partei gestellt-- naturgemäß ist ange- fche Volfspolitik im besten Sinne des Wortes, an der jichts der Tatsache, daß moder Stříbrný noch Hen- Niederreißung dieser ideologischen und ge= lein in der Regierung find, die Machtstellung fühlsmäßigen Schranken zu arbeiten. der Industrie gering". Die Herren Fabrikanten der tschechischen Bruderpartei und den demokratischen wollten die ganze Macht, die Totalität, sie ver- Parteien der anderen Seite haben wir tausendfache schmähten den Spazz in der Hand, die Taube ist Brücken geschlagen von Volf zu Volf. Diese harte ihnen davongeflogen und jekt stehen sie da. Jezzi jammert und flagt Herr Müblig, daß Angriffe auch nicht vor Männern Halt gemacht haben, deren Die deutschen Industriellen sind oft und oft Verdienste um Staat und Wirtschaft unbestritten weit rückständiger als ihre tschechischen Kollegen jind." Meint Herr Mühlig da etwa die Angriffe, Es ist noch gar nicht so lange her, daß Herr Theo­welche die deutsche Sozialdemokratie im Wahl- dor Liebieg in Reichenberg die Planiwirtschaft als tampf in Versammlungen und in der Presse- Unsinn bezeichnet hat, während auf der Prager auf Herrn Doderer gerichtet hat, der für die Hen- Tagung vom 25. Juni der tschechische General leinfront 800.000 gesammelt bat? Bestehen sekretär des Industriellenverbandes Dr. Mira die unbestrittenen Verdienste" des Herrn Dodes einen vom Verband auszuarbeitenden Wirt­rer etwa darin, daß er tausende Rotbaner Arbei- schaftsplan" verkündete. Herr Dr. Mira ficht ter ums Brot gebracht hat? Ueber diese Dinge erfreulicherweise ein, daß die tschechoslowakischen sollte Herr Mühlig nicht reden, wenn er der fach- Industriellen sich nicht aufs Faulbett legen, son­liche Kampfgegner bleiben will, der er sich bemüht dern für den Absatz ihrer Waren neue Märkte zu sein. Er sollte ein wenig selbstkritisch sein und suchen müssen, vor allem in jenen Ländern, die daran denken, daß die sudetendeutschen Indu- im wesentlichen freie Märkte sind, nämlich in den den Arbeitern ein paar Heller vom Stundenlohn striellen nicht ganz unschuldige Lämmer sind und Nordstaaten, auf den Märkten des englischen Jm- oder Affordverdienst abzuzwacken und die Massen daß ihre hervorragendsten Leistungen als organi- periums und des fernen Ostens". Was hat denn noch kaufunfähiger zu machen als sie ohnehin fierte Unternehmer im Kampf gegen die Arbeiter die freie Unternehmertätigkeit, die Initiative der schon sind. bestehen, wie es die sudetendeutschen Textilindu- Unternehmer", welche Herr Dr. Preiß wie Dr. striellen vor kurzem bewiesen haben, die mit den Mira so sehr betonen, für einen Sinn, wenn der freien Gewerkschaften nicht verhandeln wollten Unternehmer bzw. die unfähigen Söhne tüchtige weil Herr Henlein 44 Abgeordnete hat. rer Väter, nicht neue Absatzmärkte suchen und fin­

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den, wenn sie nicht als Pioniere tschechoslowati-| allgemeinen und den deutschen Sozialdemokraten scher Industrieprodukte hinausziehen und zu im besonderen vorzuwerfen, daß diese schlechte Eroberern neuer Märkte werden? Herr Dr. Mira Deutsche sind, weil sie ein Kampfbündnis mit der findet ebenso unsere Zustimmung, wenn er sagt, tschechischen Sozialdemokratie geschlossen haben. daß wir eine große Warenmenge nur dann erpor- Wenn sie wieder einmal von Volksgemeinschaft tieren können, wenn wir imstande sind, Quali- reden werden, erinnert sie daran, daß sie seit Jah­tätserzeugnisse zu verhältnismäßig niedrigen ren gemeinsam mit den tschechischen Unternehmern Preisen zu liefern. Hier liegt in der Tat der Weg gegen deutsche Arbeiter zusammengehen. Die deut­zur Hebung des Industrieerports und zur Ankur- fchen Fabrikanten dieses Landes gehören zu den belung insbesondere der sudetendeutschen Wirt- Hauptschuldigen, wenn die sudetendeutsche Po­schaft und es wäre viel besser, wenn die Unter- litik in die Sadgasse geraten ist und sie sind mit nehmer dafür Geld ausgeben würden als für ihre schuld daran, daß die wirtschaftlichen Interessen Sekretäre, deren größten Erfolge darin bestehen, des sudetendeutschen Industriegebiets nicht so ver= treten sind als es angesichts der furchtbaren Not in diesem Gebiete notwendig wäre. Die deutsche Sozialdemokratie hat seit ihrem Regierungs­eintritt für die judetendeutsche Wirtschaft hundert­mal mehr geleistet als eine Industrie, die nicht in wirtschaftlicher Erneuerung und im Umbau der sudetendeutschen Wirtschaft, sondern im rücksichts­losen Kampf gegen die Arbeiter ihr Heil erblickt.

Ebenso wäre es hoch an der Zeit, wenn die judetendeutschen Fabrikanten und ihre Soldschrei­ber aufhören würden, den deutschen Arbeitern im