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Grfcheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin : Bierteljährlich 3,30 Mart, monat fich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Big. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Big. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags- Blatt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband : Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Gingetragen in der Bont- Bettungs- Preisliste für 1891 unter Str. 6469.
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Redaktion: Beuth- Straße 2.
Donnerstag, den 19. November 1891.
Expedition: Beuth- Straße 3.
zugeben, anstatt wenigstens den guten Willen zu zeigen, In den Bürgervereinen erblickten die Stöcker, Crämer die Schäden, welche eine verfehlte und verkehrte Gesetz- und wie die verflossenen und verschollenen Größen des gebung ausschließlich auf die Schultern des arbeitenden preußischen Unteroffiziers- Patriotismus sonst noch hießen, Volkes gewälzt hat, nach Kräften auszugleichen, verweist die Cadres ihrer Heerschaaren, hier wurde Alles einDer Sieg des ziel und klassenbewußten Proletariats man das hungernde Proletariat auf das finnige Fleisch, gefangen, was auf Bismarck schwor und was die Berbei den vorgestrigen Stadtverordneten- Wahlen hat unter den welches für die besitzenden Klassen als zur menschlichen herrlichung von zweierlei Tuch für das Ideal des bebürgerlichen Parteien aller Schattirungen eine förmliche Nahrung ungeeignet angesehen wird, und diese Großthat schränkten Unterthanenverstandes hielt. Daß die brutalPanit, Schrecken und Eutsetzen hervorgerufen. preist der deutsche Freisinn in den ihm zugänglichen bornirte antisemitische Bewegung hier unter dem mächtigen Berstummt sind die Rufe von einer Spaltung in der Blättern noch obendrein als ein hervorragendes Verdienst Schirm des„ größten Staatsmannes" aller Zeiten zu einem fozialdemokratischen Partei, die noch vor wenigen Wochen der Bourgeoismajorität im rothen Haus! Es ist selbst- qualmenden Feuer angeblasen wurde, ist bekannt. Mit und Tagen die bürgerliche Bresse erfüllten: vor dem ge- verständlich, daß dieses Vorgehen als ein Hohn auf den dem Krach des„ größten Staatsmannes" ist diese seine schlossenen Ansturm des Proletariats hielt die Lüge nicht Nothstand aufgefaßt werden mußte, und der Protest, der Gründung mit verkracht. Die armseligen Trümmer, die Stand, vor der vollzogenenen Thatsache eines glänzenden, vorgestern hiergegen ertönte, dürfte laut genug gewesen übrig geblieben find, waren nicht in der Lage, dem Maffenfozialdemokratischen Sieges verstummte man; der Schrecken sein, um auch verhärteten und eingefleischten Bourgeois ansturm des Proletariats Widerstand zu bieten-verhatte die sonst so rührigen Federn gelähmt, und bis jetzt gezeigt zu haben, daß die Bevölkerung Berlins ernstlich mit funken und vergessen! hoch hat ein großer Theil der gutgesinnten" Presse keine ben bisher bestehenden Regierungsmarimen der liberalen So hat das Proletariat gezeigt, daß es nach zwei Borte gefunden, die eigene Niederlage einzugestehen. Mehrheit aufzuräumen gewillt ist. Seiten hin anzugreifen und zu siegen versteht.
Es war
Die Wahlen in der dritten Abtheilung zur Stadt- Zu dieser wirthschaftlichen Unfähigkeit kam nun noch ein mächtiger Protest gegen die bestehenden Zustände, die bertretung haben allein politischen Werth. In den beiden die elendeste Kriecherei auf politischem Gebiet. Man dem arbeitenden Volke nicht mehr gestatten, ein menschenersten Abtheilungen bleiben die Bourgeois ganz unter sich, fürchtete, wenn man den sozialdemokratischen Anträgen würdiges Dasein zu führen es war ein Warnungsruf hier plagen nie die Geister aufeinander, man vertheilt die stattgab, nach oben hin anzustoßen, und das wäre für für die Besitzenden. Uns aber soll der Sieg ein Ansporn Size des städtischen Parlaments an solche Kandidaten, die sich liberal nennenden und bei passenden Gelegenheiten sein zu neuen Thaten, er soll uns nicht einschläfern: wir die„ durch Besitz und Bildung" bevorzugt, bis in die so aufspielenden Stadtverordneten das Gefährlichste und haben keine Zeit, auf unseren Lorbeeren auszuruhen, ezte Ader von ihrem Kastengeist erfüllt und absolut unangenehmste gewesen, was ihnen zustoßen konnte. Es sondern wir müssen fortschreiten auf unserer Bahn, deren Bourgeoisinteressen zu wahren gewillt in der die vielen Biel bendgiltige Beseitigung des Klassenstaates ift. dritten Abtheilung hat auch die arbeitende Bevölkerung die noch in Jedermanns Gedächtniß sind, und die häufig mitzusprechen, und daß diese gewillt ist, die Vertretung genug danach angethan waren, den Spott weiter Be= ihrer Interessen thatkräftig in die Hand zu nehmen, das völkerungsfreife wachzurufen. Nach der ganzen Enthaben unzweifelhaft die Wahlen gezeigt. wickelung unserer Verhältnisse tann es nicht Wunder Das arbeitende Volt hat sich losgesagt von der frei- nehmen, daß das Empfindungsvermögen unserer finnigen Majorität, die einestheils unfähig ist, dem Bourgeoisie für lakaienhafte Behandlung in poli- May Nordau hat in seinen fonventionellen Lügen" die Arbeiter das zuzugestehen, worauf er ein unbestreit- tischer Beziehung nahezu abgestorben ist- das Entdeckung gemacht, die republikanische Staatsform fei heute das nicht mehr, was sie einftmals gewesen. Für Manchen war das bares Recht hat, andererseits aber auch nicht gewillt ist, Bürgerthum wird nur empfindlich, wenn ihm neu, für uns nicht. Das Kapitalistische Zeitalter hat mit seiner freiwillig auch nur auf das geringste ihrer Klassenvorrechte an den Geldsack geht. Es ist daher möglich, daß es den Rorruption auch die Republiken angefressen. Wir schäßen bie zu verzichten. Die vielgerühmte freisinnige Stadtverwal- Vertretern der Stadt Berlin bisweilen garnicht klar Borzüge einer republikanischen Regierung und Verwaltung; tung hat es nicht vermocht, sich die Sympathie des geworden ist, welche Rolle sie eigentlich spielten: das so lange aber die Republik als klassen staat erscheint, kann fie feine wahrhaft demokratische sein. Diese Wahrheit tritt grell arbeitenden Boltes zu erringen. Wer den Gang der konnte aber die Sozialdemokratie nicht hindern, energisch hervor in den beiden großen republikanischen Gemeinwesen von Berhandlungen im rothen Hause seit der Zeit, wo es zu betonen, daß in die Vertretung einer Kommune, wie Frankreich und von Nordamerika . uns gelungen war, Vertreter in das städtische Parlament sie Berlin ist, Demokraten und keine Hoffchranzen gehören. Die, Enkel Washington ' 3" haben ohne Zweifel die zu entsenden, verfolgt hat, der mußte zu der Ueberzeugung Haben wir durch die vorgestrige Wahl dem deutschen große Union nicht im Geiste ihres berühmten Stifters ausgebaut. Als Washington starb, ließ er seine Sklaven frei; feine gelangen, daß von Seiten des Bürgerthums nichts geschah, Freifinn gezeigt, wie die Sozialdemokratie über ihn und Landsleute wollten aber den Sinn dieses Vermächtnisses nicht um den unabweisbaren Bedürfnissen des Proletariats, die feine Marimen denkt, so ist in dem Gefecht das konservative, verstehen, und so mußte erst nach mehr als sechszig Jahren durch in wiederholten Anträgen der Majorität immer wieder mordspatriotische Element, welches sich ebenfalls in die einen möberischen Krieg die Sklaverei beseitigt werden. Die Bervor Augen geführt wurden, zu genügen. Die schweren Stadtvertretung zu drängen suchte, nahezu vernichtet faffung der Union , in der die Gleichheit aller Menschen ausgesprochen ist, hat nicht verhindern können, daß die große Republik die Beute Beiten, in denen wir leben und deren uns wahrscheinlich worden. aweier Parteien wurde, die nur zwei feindliche Interessengruppen noch schwerere bevorstehen, werden von der herrschenden| Die sogenannte Bürgerpartei ist ein echtes Machwerk innerhalb der Kapitalistenklasse sind und denen es bis jetzt gelungen in einer Weise abgeleugnet, die bismärckischer Politik. In einem sogenannten Bürger- iſt, bie große Masse in ihr Schlepptau zu nehmen. Diese Parteien, die sich abwechselnd im Besitz der Staatsbei den Massen verein fiel das freche Wort des Grafen Wilhelm Bismarck gewalt befinden, betrachten den Staat als eine milchende Kuh. bleiben konnte. An- von der Hundesperre, die dem Berliner Volfe unangenehmer Die Wahlen entscheiden, wer zu melken hat. Nach dem Siege Katt dem Drängen der darbenden Bevölkerung nach sei als das Ausnahmegesez.
Feuilleton.
Rachbruck verboten.)
Er kehrt zurück!
Driginalroman von Jean Meroz.
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Auch Marche- Seul hatte sich der Thür genähert; er wollte wissen, wie es mit dem Stranken stand und fragte daher den Arzt: Ist die Wunde gefährlich?
-
Mit diesem Gedanken begab er sich nach der Rue St. Placide. Als er vor dem Laden des Uhrmachers ankam, schien Michel mit der Loupe im Auge äußerst sorgfältig eine auseinander genommene Uhr zu untersuchen.
Mit gebeugtem Kopf saß er vor seinem Arbeitstisch. Große Bogen weißen Papiers waren darauf ausgebreitet und auf denselben standen zahlreiche Glasglocken, unter denen man die reparirten und noch zu reparirenden Uhren fah. In dem Schaufenster des Ladens waren Ketten, Uhren von Kupfer oder Gold und tausend andere Dinge zu sehen, welche man in den bescheidenen Auslagen der Uhrmacher sieht, die nur für das Volk und das kleine Bürgerthum
arbeiten.
verdrängt die siegreiche Partei alle Anhänger der Besiegten aus
wuchs dieses Erstaunen, als er auf das weiße Papier große Thränen niederrollen sah.
Michel Ferrand weinte. Dieser heitere, lebhafte und bescheidene Soldat, der sich so entschieden und heldenmüthig der revolutionären Sache angeschlossen hatte, dem weder das Pfeifen der Kugeln, noch der dumpfe Donner der Kanonen die Geistesgegenwart rauben konnte, schien einem bohrenden Schmerz unterlegen zu sein. bohrenden Schmerz unterlegen zu sein.
Michel dachte an Charlotte und an seine Liebe zu ihr.
Von letzterer wußte niemand etwas und sie wuchs um so mehr, als das Herz des jungen Mädchens einem andern gehörte und zwischen ihm und ihr eine unübersteigliche Schranke bestand.
Ja, sehr gefährlich, erwiderte dieser, er wird wahr scheinlich das Auge verlieren. Jedenfalls wird er das Bett wenigstens vierzehn Tage hüten und sehr vorsichtig sein müssen. Michel's Mutter war abwesend; sie war ausgegangen, Marche- Seul war sehr befriedigt, er hatte nun die um Einkäufe für die Küche auf dem Markt St. Germain Gewißheit, daß Collard in dieser Zeit seine Frau nicht zu machen. Als Marche- Seul in den Laden eingetreten zu entrinnen; es gelang ihm nicht, und er duldete daher war, bemerkte er mit Erstaunen, daß sein Freund sich nicht rührte und er nicht einmal der Mühe werth hielt, seinen Kopf zu erheben um zu sehen, wer da war.
sehen und seine Pläne nicht durchkreuzen könnte. fonnte ruhig fortgehen; die beiden Männer, welche
Er
in dem Zimmer waren, folgten ihm.
erzählen.
reibend!
sie
Auf den ersten Blick bemerkte Marche- Seul, daß Michel
Seitdem er die Wohnung der Rue Julien- le- Bauvre verlassen hatte, schwebte ihm beständig das reizende Bild Charlottens vor. Er hatte vergeblich versucht, dieser Vision tausend Qualen.
Wenn sie den Abend bei seiner Mutter mit Larirette und Mijoulet zu verleben kani, dann durfte er nur ihre zarte, lichte Gestalt auf der Schwelle der Thür erscheinen
Mutter Jabouille blieb allein bei dem Kranken; brannte vor Verlangen, ihre Portierloge aufzusuchen und in Gedanken vertieft war, welche sicher nichts mit der Uhr sehen, in der sie mit dem tiefen Schatten der dunklen Straße dort sich den Anschein gab. Marche- Seul war ein feiner schnelleren Schlägen pochen zu fühlen. Er hatte das Gefühl, als ob Als es neun Uhr schlug, langte Marche Seul wieder Beobachter und weit besserer Psychologe als viele Schwäger, er sterben sollte, und dasselbe wirkte solange drückend und in der Rue Seguier an. Im Begriff, seine Schritte nach welche über das Sch" auf den Kathebern der Universitäten lähmend auf ihn, bis Charlotte wieder ging. Mit seinem dem Quai zu richten, besann er sich und sagte, die Stirn oder in bicken Bänden sich aussprechen, die Niemand liest Blicke umfaßte er dann noch einmal ihr lachendes Antlig und welche sie selbst oft nicht verstehen. Michel's Büge, und seine großen Augen, welche einen tiefen Schmerz widergewöhnlich so offen und fröhlich, waren traurig, so traurig, spiegelten, folgten ihr. Er hatte sich vergeblich Mühe gegeben, diese Liebe zu Wenn Marche Seul schon darüber erstaunt war, so unterdrücken, aber sie loderte immer wieder auf die
Aber ich muß doch Michel Ferrand benachrichtigen.
Es ist dies um so nothwendiger, damit er heut Abend daß man mit ihm Mitleid haben mußte. nicht fortgeht und wenigstens weiß, was bei ihm vorgeht.