Anterhaltungsblatt des Vorwärts
Nr. 206.
Mittwoch, den 20. Oftober.
1897.
( Nachdruck verboten. andern, ein Son zum andern gekommen war, aus
Dev Roman einer Verfchwörung. dem
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Von A. Ranc.
heißen Wasser, dem Kleienbrot und den uns gesalzenen Erbsen einen beträchtlichen Nutzen zog. Und dann forderten die Selbstbeköstiger immer mehr; sie Jus Deutsche übertragen von Marie Rnnert. waren nie zufrieden. Sie fuauserten dazu. Die armen Teufel " Ja, schon," begann Degrange. Ich bin ihr von dem dagegen beklagten sich nicht aus Furcht vor der Dunkelzelle, Augenblicke an gefolgt, als sie von Ihnen tam, fügte oder wenn sie sich beklagten, hörte man sie nicht an. er mit einer gewissen Nachlässigkeit hinzu, bis zu Wie die Zeiten sich geändert haben! Jetzt hat man es in ihrer Wohnung. Mit dem Mädchen ist nichts zu machen. den Gefängnissen viel besser. Wenigstens haben es die Reichen Geben Sie sich nicht mehr damit ab, das ist meine besser, denn sie werden nicht mehr vom Gefängnißinspektor Sache. Ich habe offenes Spiel mit ihr gespielt. Sie will ausgebeutet, sie fordern ihre Portion aus der Weinhandlung sich nicht verkaufen, und leicht zu erschrecken ist sie auch nicht. an der Ecke oder aus dem nächsten Restaurant. Aber die Sie hat einen Plan, aber welchen? Wir werden später sehen. Armen! Ach, bei den Armen ist die Sache immer dieselbe! Für jetzt wollen wir an ernste Dinge denken. Es ist unnük, Jmmer Wassersuppe, immer Kleienbrot, das, an die Wand daß Sie heute, wie Sie beabsichtigten, nach der Heimsuchung" geworfen, dort kleben bleibt, immer schlecht gekochte Erbsen! gchen, um Rocherenil und den Abbé Georget zu verhören. Die mit der Revision beauftragten Juspektoren behaupten Warum wollen Sie sich bemühen, den beiden beizubringen, allerdings, daß die besagten Erbsen in vortrefflichem Fett daß Sie nichts wissen und ihnen Gelegenheit geben, sich über schwimmen. Ich vergaß eine Verbesserung: früher erhielten Sie lustig zu machen? Rühren Sie sich nicht eher, als bis die Gefangenen die geschmälzte Suppe nur des Sonntags, jetzt Sie nene Befehle haben. Wenn ich etwas habe, werde ich aber zweimal wöchentlich. Sie benachrichtigen. Uebrigens liegt der Knotenpunkt der Eache nicht da, wo wir vermutheten. Wir haben von Anfang an eine falsche Richtung eingeschlagen."
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Descosses hatte keinerlei politische Ansicht; aber im grunde fühlte er sich zum alten Régime hingezogen. Im Be ginn seiner Laufbahn hatte er als Hilfsinspektor einige Söhne aus hochstehenden Familien zu beköstigen gehabt und niemals бли ähnliche Einnahmequellen wiedergefunden.
Sie glauben..." sagte Drault, nur um ein Wort aus zubringen, denn der arme Richter war von dieser Reihe von Keulenschlägen, die er über den Kopf bekommen hatte, ganz Descosses war sehr wachsam und ließ nie einen andern betäubt. die Runde machen. Er hatte drei Runden pro Tag angesetzt Ich bin dessen sicher," fuhr Degrange fort. Wir und um nichts in der Welt hätte er sein Reglement dachten, daß Rochereuil der erste Führer, der Bensor", wie überschritten. Doch wagte er sich, da er eine feige Memme fie sagen, der Zivilsektion der blanen Brüder" wäre, ebenso war, nicht allein auf den Weg, um die Runde zu machen. wie Malet der Militärzensor war. Wir irrten uns. Sich jemals in der Nacht aus dem Gefängniß heraus zu wagen, Rocherenil und Abbé Georget find wahrscheinlich nur die zu einem solchen Akt von Heroismus hätte ihn niemand ge Häupter der Zenturie des Westens. Beweis ist, daß der bracht. Wovor fürchtete er sich? Er hätte es nicht zu sagen lieben Ges Rath der Gesellschaft fürzlich zusammengetreten ist und daß gewußt. Er fand, daß die Umgebung seines die Zensoren dabei waren. Wir haben einen genauen Bericht." fängnisses düster und schwarz war. Es gab dort große Nach der Verhaftung von Rocherenil?" fragte Drault. Gärten mit riesenhaften Bäumen, deren Anblick Herrn Descosses Ja, nach seiner Verhaftung. Ueber einen einzigen Bunkt Furcht einflößte.. waren wir gut unterrichtet, darüber, daß der Sitz der Zensoren nach Boitiers verlegt worden ist. Von hier aus beabsichtigten sie zu handeln. Ich brauche die Polizei- Kommission der Stadt nicht zu sehen, noch will ich von ihnen getaunt sein. Verlangen Sie genane Notizen von ihnen über alle Freuden, die sich in Poitiers befinden könnten. Nach den selben Gesichtspunkten sollen sie Nachforschungen in der Umgegend veranstalten. Das übrige ist meine Sache. In einigen Tagen werde ich wieder bei Ihnen vorsprechen. Ah, ich vergaß, geben Sie in der Heimsuchung" den Befehl, daß man Rocherenil mit dem Abbé Georget zusammen kommen läßt. Ihr ergebener Diener, Herr Untersuchungsrichter."
Herr Tescosses liebte aber auch den Scherz. Er war sanft und nachgiebig gegen die Gefangenen, die Geld hatten. Strenge Maßregeln zerrissen ihm das Herz. Gewiß, er befolgte das Reglement nach dem Buchstaben, aber er milderte die Härten desselben durch schöne Redensarten. Er fürchtete stets, seinen Pensionären gegenüber nicht zartfühlend genug zu sein; ivenn er sie traurig sah, blutete ihm das Herz, Thränen und Abschiedsszenen fonnte er nicht ertragen. Als z. B. nach dem Attentat des Nivoje*) der Vater Rocherenil's nach den Seychellen transportirt werden sollte, wartete er, der der ganzen Sache fremd gegenüberstand, von Tag zu Tag auf seine Freilassung. Statt deffen traf der Befehl zur Deportation des ehemaligen Konventmitgliedes ein. Als der treffliche Descosses die Ordre ers hielt, war Frau Rochereuil, die ihren Gatten täglich besuchte, gerade in der„ Heimsuchung". Descosses hätte sie benachrichtigen können, Herr Descosses, der Oberinspektor des Departements- aber dann wäre er Zeuge des Schmerzes der Gattin gewesen, Gefängnisses in Poitiers , hielt sich für einen treuzbraven er hätte ihrem herzzerreißenden Abschied beiwohnen müssen. Vielleicht wäre Frau Rochereuil auch nach der Präfektur ges
Und Degrange ging hinaus, Herru Drault ganz schmettert zurücklassend.
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Im Sommer mit einer so blendenden Weste angethan, eilt, um die Erlaubniß zu erbitten, daß ihre Kinder den daß sein Geficht darüber fupferfarben erschien, im Winter in Vater ein letztes Mal umarmen könnten. Das gefühlvolle einen Mantel mit vierfachem Kragen gehüllt aus Furcht vor Herz Descoffes' hätte bei einem solchen Anblick zu sehr ge Zugwind, so trottete er durch das Gefängniß, bewaffnet mit litten. So behielt er den Befehl für sich und theilte ihn Rochereuil dem klirrenden Schlüsselbund und die Vorsehung bittend, über erst im Moment der Abreise mit. Rocherenil, der so unvers das Departement Vienne in reicher Fülle Verbrechen und Ver- muthet dadurch überrascht wurde, war ohne Geld, ohne Mantel gehen auszugießen. Denn Herr Descosses hatte für die Kost der und fast ohne Wäsche. Ach der arme Mann," rief Descosses Gefangenen zu sorgen. Er behandelte die wohlhabenderen unter da, wer hätte auch ahnen können, daß er sein Gepäck nicht ihnen ganz nach ihren Verdiensten, das heißt, nach dem Stand ihrer bereit hatte?" Börse, und wachte darüber, daß die andern nicht Hungers starben. Beispielsweise gab es: des Morgens eine magere Suppe, oder richtiger, ein wenig Kraut in heißem Wasser und ein Pfund Schwarzbrot; nachmittags einen Topf voll Erbsen, in Wasser mit etwas Calz gekocht. Mitunter war das Salz theuer; dann that Frau Descosses, die Leiterin der Küche in der Heimsuchung", keines in den Topf. Herr Descosses bevorzugte die Gefangenen, die Geld hatten, aber er verabscheute auch die gewöhnlichen Sträflinge nicht. Er hatte bemerkt, daß er im Laufe des Jahres, wenn ein Liard*) zum Liard, fleine altfranzösische Kupfermünze.
Kurz, wenn Descosses bei einem Angeklagten die peinliche Frage" in Anwendung zu bringen gehabt hätte, so würde er ihm die Beine ausgerenkt und die Knochen ohne Bandern gebrochen haben, aber er hätte dabei Thränen im Ange zerdrückt; und als er den Auftrag erhalten hatte, Bichegru im Gefängniß zu erdrosseln, bat er ihn, bevor die Schlinge zugezogen wurde, seine Entschuldigung und die Vers sicherung seines aufrichtigsten Bedauerns entgegen zu nehmen.
Im übrigen war er, wie man sieht, der beste Mensch von
*) Nivose, eigentlich Schneemonat, ein Monat des französischen Revolutionskalenders vom 21. Dezember bis zum 19. Januar.