Unterhaltungsblatt des Vorwärts

Nr. 240. es dies bond to Freitag, den 9. Dezember.

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( Nachdruck verboten.)

Die Badereise der Familie Hellvik. Bon Alfred af Hedenstjerna.

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Mama Hellvik, die ihre ganze Umgebung mit einem Blick ihrer gewöhnlichen allgemeinen Menschenliebe umfing, wurde dabei eine sehr feine, wohl etwa dreißigjährige Dame ge­wahr, die ganz allein an einem Tisch in der Nähe ihres eigenen faß und aussah, als wenn sie sich langweilte. Das war eine zu große Versuchung für das gute Herz der Frau Hellvik. Sie sprang schnell auf, ging zu der Unbekannten hin, grüßte artig und sagte mit ihrem sonnigsten Blick:

Verzeihen Sie meine Dreistigkeit und nehmen Sie es mir nicht übel; aber möchten Sie nicht die große Freundlich­keit haben, sich auch an unsern Tisch zu setzen. Mein Name ist Emma Hellvik von Hultuna, und wir haben es so ge­müthlich!"

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rechten Flügel, da erblickte der König ihn und ließ durch Brahe , den Reichsmarschall eine Frage an ihn richten, denn Sie wissen vielleicht, Frau Oberstin, daß es Karl Johann ein bischen schwer fiel, schwedisch zu sprechen, außer wenn er zu fluchen anfing?"

" Ja, ich habe es gehört."

,, Na, wie sie denn so schwagten, kam es heraus, daß der Fahnenjunker fein Offizierspatent gerade an demselben Tage bekommen hatte, wie Karl Johann selbst. Sagt ihm das," sagte Karl Johann und lachte. Na, das that Brahe, und wissen Sie, was der Fahnenjunker darauf antwortete?" Nein."

" Ja, er sagte: Dann geht's sehr ungleich mit der Be­förderung zu, Majestät."

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Ein paar Tage später war eine kleine Gesellschaft von etwa zwanzig Personen aus der Kurgesellschaft auf einer Fußtour in die schöne Umgebung von Gesundbrunn unter­wegs. Frau Hellvik fiel es schwer, mitzukommen, aber sie Die fremde Dame biß sich in die Lippe, um ein spöttisches war froh und lebhaft und kämpfte tapfer gegen ihre Müdig Lächeln und eine fühle Abweisung zu unterdrücken. Dann feit und ihre zwei Zentner an. Es war doch so herrlich! warf sie einen Blick auf die Gesellschaft, die ja gauz respektabel Die Tropfen vom letzten Regen gligerten noch auf den aussah, und einen zweiten in die schönen blauen Augen, die Bäumen, die Vögel fangen, und die üppige frische Vegetation faſt ſchimmernd vor Wohlwollen den ihrigen entgegen- schien kaum Raum zu finden für ihre reiche Fülle in den strahlten. Die originelle Frau Hellvik begann schon am Plaze dichten Gebüschen von Schwedens schönem Garten". bekannt zu werden, und es ging das Gerücht, daß sie schr Plötzlich blieben Alle stehen; eine eintönige, salbungsvolle reich wären unangenehme menschliche Stimme unterbrach die Harmonie der lieblichen Stille.

All dies durchfuhr wie ein Blizz den Kopf der Un­bekannten, dann erhob sie sich, grüßte verbindlich und sagte: " Ich danke sehr für Ihre ungewöhnliche Freundlichkeit. Mein Name ist Oberstin Bärfeldt."

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,, Ach. du lieber Gott ! Ja, ich bitte noch einmal um Entschuldigung. Ach, entschuldigen Sie doch nur! Aber sehen Sie, ich bin nämlich vom Lande, Frau Oberstin, und wissen Sie, da bin ich nun einmal nicht im stande, einen Menschen so in der Nähe eines Kaffeetisches unthätig siken zu sehen."

Die Oberstin lachte ein wenig mit leichter Fronie. Aber das müssen Sie in jedem Falle hier am Ort zu lernen versuchen, Frau Hellvik, oder auf Ihren Kaffee ver­zichten, denn sonst fürchte ich, das könnte eine allzu große und

Dann erfolgte die allgemeine Vorstellung und der Neu­hinzugekommenen wurde servirt. Nach einigen Minuten nahm Frau Hellvik ihr feines Händchen zwischen ihre fleischigen Hände, sah ihr treuherzig ins Gesicht ein ungewöhnlich schönes, brünettes Gesicht voll reizender Anmuth und zart, ivie eine funftvoll geschnittene Stamé und sagte:

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" Frau Oberstin! Na, das muß ich sagen! Entweder ist der Herr Oberst viel älter als Sie, oder es ist mit seiner Be­förderung flott gegangen, wie der Fahnenjunker zu Starl XIV. Johann bei Schillingaryd sagte."

Da zog eine dunkle Wolke über das Gesicht der Oberstin hin, und sie lachte und fragte mit erzwungenem Interesse, um der ziemlich unbescheidenen Frage auszuweichen:

Was sagte der Fahnenjunker zu Karl Johann bei Schillingaryd, liebe Frau Hellvik?"

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Rechts am Wege lag eine kleine graue, elende, verfallene Hütte mit schmutzigen Fensterscheiben und Stützen an den Mauern. Alles zeugte von einem Elend, das sich um so greller bemerkbar machte in dieser Umgebung, in der die Natur ihre Gaben mit verschwenderischer Fülle ausgestreut hatte. Durch die offene, schmale, undichte Thür drangen bald ganz deutlich, bald nur als unverständliches Gemurmel von der salbungsvollen Stimme die folgenden Worte: denn wie der Schöpfer nicht zuläßt, daß in der reichen Saat und Blüthe der Natur Reife und Ernte in anderer Ordnung folgen, als es feine Weisheit zuläßt, so läßt er auch nicht im Reiche der Gnade die Ordnung erschüttern, in der wir Vergebung der Sünden erlangen können... Denn welcher unwürdig ist und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht beweine und unter Blutsthränen bereue ein Leben so fündig, wie Deins, so voll Verbrechen und Elend, so. Frau Hellvik's Augen funkelten zornig auf, und ihr Unter­finn bebte. Wer wohnt da drinnen?" fragte Gerda Hellvik er­schaudernd die Wirthin, Frau Berg , die mit von der Partie war.

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" Ja, das ist der schlechteste Mensch von der ganzen Ge­meinde Gesundbrunn. Er heißt Jansson und hat wegen Diebstahls und Schlägerei gesessen. Es ist nun zwar faſt fünfzehn Jahre her, seit er das letzte Mal im Gefängniß saß, aber wer einmal anrüchig geworden ist, bleibt es. Alles scheut ihn, seine Frau und seine Kinder wie die Pest. Gestern hörte ich nun aber, daß er im Sterben liegen soll und Pastor Bommer bei ihm wäre. Das ist ein vortrefflicher Geistlicher. Giebt es eine Möglichkeit, den Diebs- Jansson zu retten, dann vollbringt er es!"

,, Ach nein, so was, haben Sie niemals die alte Geschichte gehört? Ich glaubte, sie wäre so bekannt! Wahr ist sie, denn fie ereignete sich bei dem Manöver, als meine Großmutter bei Schillingaryd die Unteroffiziere und die Landwehr Die Erklärungen der Frau Berg wurden nur von einem speiste. Ist Ihnen nicht wohl, Frau Oberst? Frieren Theil der Gesellschaft angehört; von den meisten übrigens recht Sie? O, sehen Sie, hier nehmen Sie meinen Shawl! So gleichgiltig, von einigen fogar voll Ekel, von Frau Hellvik aber eine alte Dicke, wie ich, die hat ihre Wattirung auf sich!... mit feuchten Augen und glühenden Wangen. Ein paar Mal Na, wo waren wir nun? Ja, wie gesagt, es geschah, öffnete sie den Mund, als wollte sie etwas erwidern, als meine Großmutter die Unteroffiziere auf Schillingaryd beherrschte sich aber und schwieg. Man kehrte nach speiste. Und sie hätte auch die Offiziere beköstigen dürfen, einiger Zeit um und trat den Rückweg an. Die falbungsvolle wissen Sie, Frau Oberstin, und sie hätten es bei anderen Stimme in der elenden Hütte war verstummt, man vernahm schlechter treffen können, das kann ich Ihnen versichern; aber von drinnen nur noch Schluchzen und ein Teises Stöhnen. der Oberstlieutenant begünstigte ein wirklich schlechtes Frau Hellvik wandte sich an ihre Töchter: Frauenzimmer, mit der er... Du hustest, Albert! Siz' da nur nicht und erkälte Dich! Gerda, hole Papa's Ueber rock!"

Na, wie war das denn nun mit Karl Johann und dem Fahnenjunker, liebe Frau Hellvik?" fragte die Oberstin.

" Ja, ach Du lieber Gott, also der Fahnenjunker war ein alter Mann, aber groß und stattlich, und stand auf dem

" Ihr und Papa, Onkel und die Jungen bleibt hier stehen, die übrigen können, wenn sie wollen, weiter gehen."

Und dann ging sie in die baufällige Hütte hinein. Mehr mals hörte man ihre Stimme, wie sie auf den Kranken tröstend einsprach

Nach einiger Zeit stand Frau Hellvik mit einem Mal wieder ruhig und breit in der Thüre, aber mit einem feuchten