Anterhaltungsblatt des Vorwärts
Str. 253.
Donnerstag, den 29. Dezember.
( Nachdruck verboten.)
1898
Die Badereife der Familie Hellvik. alle großen Staatsmänner zu thun pflegen, und fragte, inVon Alfred af Hedenstjerna.
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IX.
Man war nun ziemlich weit im August, die Tage begannen fürzer zu werden, die Nächte kälter, die Krebse schmeckten nicht mehr so prachtvoll, wie in den ersten Wochen, da sie der menschlichen Gefräßigkeit preisgegeben waren, und die Fräulein Ohlson, Karlson und Brandtson, die schon seit sieben Jahren nach Gesundbrunn kamen, hatten zum siebenten Mal jede Hoffnung auf die jungen Herren verloren.
Der Staatsrath that ein wenig von oben herab, wie es wiefern die Sommerfreude des jungen Herrn Hellvik denn wirklich zerstört wäre? Er, der Herr Staatsrath, hätte nichts davon bemerkt. Der junge Herr Arel wäre ihm meist so erschienen, als wenn keine sonderlich schweren Sorgen seine Seele drückten.
Frau Hellvik nahm ihren Ausdruck zurück. Zerstört" wäre vielleicht zu viel gesagt, Jungen sind Jungen; aber stören thäten die Ferienarbeiten in jedem Fall. Herr Gott , man ist doch nur einmal jung im Leben."
Da wußte sich der Staatsrath keinen anderen Rath, als Waller's reisten, und mit demselben Boot fuhr auch der daß er ihr Artigkeiten sagte und die Hoffnung aussprach, die Assessor Halldelin ab, der jekt mit Frau Hellvik völlig ver- Jugend würde bei den kleinen Hellvif's ebenso lange anhalten söhnt war, nachdem sie geduldig ein feines Gedicht Weih- wie bei ihrer luftigen, vortrefflichen, unvergleichlich jugendlichen nachten im Armenhause", das der junge zukunftsreiche Dichter Mutter." in den Hundstagen gedichtet hatte, angehört und darüber auch etwas geweint hatte.
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" Jah hatte keine Ferienarbeiten zu machen!" fiel Frau Hellvik ein.
Die Möller'schen Damen waren ein halbes Dußend Male gekommen und hatten den Onkel Gustav mit sich hinauslocken Almälig fing auch das Wetter an unbehaglich zu werden. wollen. Es hatte Frau Hellvit dabei ein großes Vergnügen Der Bade- Arzt erklärte, daß alle Hellvik's nothwendigerbereitet, ihren Schwager ganz allein und unbewacht auf der weise nächstes Jahr wiederkommen müßten, da er andernfalls Beranda zu lassen, damit sie hören konnten, wie bestimmt weder für den Magen des Herrn Gutsbesizers, noch für den und selbstbewußt er sein:" N. n... nein, ich glaube, Katarrh des Herrn Landrichters, noch für Fräulein Gerda's wir b b... bleiben lieber hier," vorbrachte, oder sich Neigung zur Bleichsucht, noch für die Stropheln des fleinen auch damit entschuldigte, daß, wie die Damen wohl wüßten: Karl einstände. ein alter M. M... Mann nicht soviel vertrüge!"
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Frau und Fräulein Möller protestirten lebhaft gegen die Einrangirung des Landrichter Hellvik unter die alten Männer" und erinnerten an all' die Jugendlichkeit, die er im Anfang ihrer Bekanntschaft an den Tag gelegt hätte; aber Onkel Gustav saß, wo er saß. Keine Vormittags- Chokolade! Stein Nachmittagstaffee!
Schließlich ließ Frau Möller durchschimmern, wie alt der fleine Wildfang"( der eigentlich um die Weihnachtszeit Ende 1850 geboren war) morgen, am 11, Auguft", würde.
Aber da nahm Frau Hellvik das Blatt vom Munde und
sagte:
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,, Ach Du himmlischer Vater, sind Sie rein verrückt, Herr Doktor? Frisch und gesund kommen wir hierher- freilich ist das Klima hier feucht und schmeckt das Wasser abscheulich; aber darum hoffe ich doch, daß wir frisch und gesund auch wieder nach Hause reisen werden! Stellen Sie nicht solche Versuche mit mir und den Meinen an, Herr Doktor, darum bitte ich Sie! Wir kamen nur her, um uns ein bischen zu amüfiren; das sagte ich Ihnen ja schon den ersten Tag." Na, und ist Ihnen das gelungen?" fragte der Doktor belustigt und doch zugleich ein wenig verlegt.
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Als die beiden Damen am nächsten Morgen Onkel Gustav mit einem prachtvollen Bouquet in der Hand gerade auf sich zusteuern sahen, Klopften ihre Herzen stürmisch in neuerwachter" Ja, danke! Die Welt und die Menschen sind sich ja Hoffnung, ihre Augen lachten, und ihre Gesichter legten sich in überall ziemlich gleich, Herr Doktor, und ich habe mich eigent jag in die sanftesten Falten, die sie ihnen zu geben vermochten, und lich noch niemals in meinem Leben gelangweilt. Aber hier ihr Morgengruß flang wie das„ Hosiannah!" in einer Benfion sind alle so freundlich gegen uns gewesen, und daß es ganz für höhere Töchter". gut sein tann, sich ein bischen mehr abzuplanschen, als wir es zu Hause thun fönnen, das will ich nicht in Abrede stellen. Was Recht ist, muß Recht bleiben!"
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Aber Onkel Gustav fertigte fie ganz furz ab und sagte: Entschuldigen Sie, aber ich muß hinunter zum Dampfboot und m.... mich verabsch... sch... schieden von Frau P$ Beerson!"
Die Smaaländer haben zähe und vertrauensvolle Naturen, aber dies war doch zu viel; zwei Tage später reisten die Damen ab nach Vesterwik.
Ohne Sträuße.
Frau Berg in Villa Nr. 7 wollte Extrabezahlung für die Bettwäsche haben. Frau Hellvik zeigte ihr ihren eigenen Brief, in dem stand, daß die Wohnung 400 Stronen für den Sommer kostete inklusive Bettwäsche, wenn man nur eigene Sachen of mitbrächte. polig spool a Darauf begann Frau Berg zu weinen und sagte, eine Selbst Arel war mit Gesundbrunn fertig. Es gab hier arme Wittwe, die niemand hätte, der sie vertheidigte, müßte fcine Planke, an der sich nicht seine Hose eingerissen hatte, stets gefaßt sein, so behandelt zu werden. Wenn Frau Hellvik feinen Stachelbeerstrauch, von dem er nicht fortgejagt, feinen auch ihren Mann am Leben und alles im Ueberfluß hätte, Jungen, mit dem er nicht auf Tod und Leben gekämpft, faum wüßte sie doch nicht, ob es ihr nicht noch einmal ganz anders ein Haus, in dem sein Ball feine Scheibe zerschmettert hatte. ergehen würde. Frau Berg wünschte ihr es nicht, sie wünschte Nun wollte auch er nach Hause. Und siehe, da zeigte es sich, allen Menschen nur Gutes, auch der Familie Hellvik, obgleich daß alle die Jungen, mit denen er gerungen und sich gehauen fie die Wohnung furchtbar billig gehabt hätten. Aber wenn hatte, von tiefer Wehmuth ergriffen wurden und wie aus es doch einmal geschähe, dann sollte Frau Hellvik nur an die einem Munde erflärten, Arel wäre ein furchtbar netter Frau Berg und ihre Bettwäsche denten. una manj Junge"; und der Willy der Bade- Inspektorin, der keinen Tag Da fing auch Frau Hellvit an zu weinen, umarmte Frau während Arel's Aufenthalt seine Hände nicht in Arel's Frisur Berg und sagte, sie sei überzeugt, das mit der Bettwäsche gehabt hatte und ständig auf seinem Gesicht die Spuren der wäre nur ein Schreibfehler und sie wollte ihrem Manne Hände Arel's trug, schlich sich in die Speisekammer seiner sagen, er möchte für die Bettwäsche besonders bezahlen. Mutter ein, entwendete eine ganze Büchse Erdbeerkompott, die die Jungen oben im Walde ausnaschten; und dann um armten sie sich, weinten über die Trennung und schworen einander ewige Freundschaft.
Darauf lud Frau Berg ihre liebe Emma zu einem Glas Bitronenlimonade ein, um ihr die näheren Umstände, vom Tode ihres lieben seligen Mannes zu berichten. Unter feinen legten Lebensäußerungen wäre auch die gewesen, daß sie die Zimmer, welche Hellvit's inne gehabt hatten, mit Bettwäsche niemals billiger vermiethen dürfte, als für 450 Stronen. as model mio l Ferienarbeiten, das ist doch wirklich etwas Schreckliches, Beide Damen erbebten bei dem Gedanken, wie emund Frau Hellvit interpellirte auch den einen Staatsrath pörend es gewesen wäre, wenn man den Willen eines Verdarüber. storbenen getränkt hätte.hu
Nun mußte aber Arel wahrlich schleunigst seine Ferienarbeiten erledigen, wenn er damit bis zum Beginn des Unterrichts fertig werden sollte.
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Was das für eine dumme Einrichtung wäre, die die ganze Die beiden legten übrig gebliebenen akzeptabeln JungFerienfreude der Jungen zerstörte? nachdem Onkel Gustav aus ihrer Reihe ausge
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