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Unterhaltungsblatt des Vorwärts
Nr. 62.
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Dienstag, den 28. März. 1899
do and sim as out tis ( Nachdruck verboten.)
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ein ruheloses Wandern im Zimmer, immer auf derselben Diele, als zwänge sie sich; immer in der gleichen, dumpfen, unklaren und dennoch bestimmten Erwartung. Bis draußen Das Blut. 16 od dusdeine Thür ging, ein Aufschrei erklang, halb der Freude, halb dopodes Schreckens, bis dem Munde der Susanne Fragen ent Roman von J. J. David. Gudi sprudelten, die sie nicht verstand, so wenig wie die Antworten; Auch höher den Strom schien jener Tag besonders unheil- bis sich endlich die Thür in die Wohnstube öffnete und die Alte voll zu sein. Eine ganze Hütte trieb vorbei; nur der First mit einem wunderlich ängstlich glückseligen Gesichte durch ragte aus dem Schwall, und in unablässig kreisender Drehung die Spalte gutte: Die Gabi wär' da und traut sich nicht schmamm sie vorüber, bis sie zerbarst und versant. Ein Stalb herein."
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folgte und blökte ängstig; seine Stimme klang dünn und fläg- Also!" Das eine Wort sprach die strenge Frau laut. lich im Brausen der Wasser, die der großen Wehre zuschossen. Dann fuhr sie mit zitterigen Händen über ihr Gewand und Und endlich, ein seltenster Gast in jenen wildarmen Gegenden, glättete die letzte Falte, stand stramm vor der Susanne und ein Hirsch. Ein gewaltiges Thier, das mächtig gegen die Strö folgte ihr nach kurzer Pause in die Küche, noch ehe Gabriele mung fämpfte und nur strebte, das schöne Haupt, das die schwankend Zeit gewann, sich zu entschließen und ihre Zimmer Last eines vielarmigen Geweihes drückte, über dem Branden zu betreten. und Drängen zu erhalten. Mehr denn einmal steuerte er Am lodernden Herdfeuer, das für den Nachmittags- Kaffee dem Ufer zu: aber sei es, bon tückischer Unterströmung er- war entzündet worden, stand das Mädchen. Nun wollte es faßt, sei es aus unbezwinglicher Scheu vor denen, die das der Tante mit ausgebreiteten Armen entgegenstürzen; die Gestade umſtanden immer wieder lenkte er ab und ward aber verschränkte rasch die Hände auf den Rücken, und fortgeriffen. Lange konnte man vom festen Lande aus seinem Gabriele schrak zusammen und zog sich zum Herde zurück. Stämpfen und Ringen folgen. Endlich, erschöpft oder fort Frau Salome aber wies zuvörderst die Susanne aus dem gezwungen, hob er sich mit letter Kraft; die braunen, Klugen Raume, dann sperrte sie die Thür zu und zog sich einen Augen wendeten sich hilflos und klagend; er röhrte gewaltig Stuhl an's Feuer. Gabriele zitterte bei diesem bedächtig mit einem Laute, dessen sich niemand entsinnen konnte und der ruhigen Thun vor Erregung und wollte ihr helfen; sie aber jeden durchschauerte. Dann verschwand er, und kein Ohr verwintte ab. Dann ließ sie sich nieder; die harten Hände nahm es, wie eine Menschenstimmie sich seinem verzweifelten legte sie gefaltet in den Schooß und flüsterte wie während der Ausschrei einte; niemand sah es, daß eine starke Frau todes- ganzen Zeit vor sich hin: blaß ward und sich in fliegender Eile wendete. Frau Salome hatte Gabrielen und ihr Loos begriffen..kt 315 Sie wanderte heimwärts, und im Schreiten ward es ihr flar und flarer, was ihr aufgedämmert, da sie das verlorene Geschöpf vor seinem rettungslosen Untergange mit Augen angesehen, die feucht, im dunklen Schimmer und schön gewesen waren, wie nur die Gabrielen's, wenn diese ängstlich und flehend die Pflegemutter angeblickt. Das war das Symbol, unter dem sie Alles begriff, der Schlüssel, den sie gesucht. Denn ihr war es gewesen, als hätte das Gewicht des Geweihes den Kopf des scheuen Thieres unter das Wasser gezogen. Das also, was ihm sonst Schmuck, Zierrath und wieder bestes Gewaffen gewesen, das war ihm zum Verderben geworden. Und stand es denn um Gabrielen anders? Alle ihre Funde und Entdeckungen sah sie nun in ihrem wahren Sinne: sie verstand ihre Scheu vor allen, die ihr fremd er schienen und alle, ihre ganze Umgebung mußte es ihr sein sie faßte, wenn sie der verhohlenen Puppen gedachte, wie selbst ihre lebendige Einbildungskraft ihr in dem nüchternen Sie lachte in einem Zone, der Salome nicht gefiel: hell, Umkreis zum Fluche werden mußte, in den sie gerathen; fast freischend. Das ist geschenkt, von Freunden", sprach sie wie ihre Schönheit nuglos war darin; wie Alles, das ihr und erröthete unter der Schminke. Vielleicht fiel ihr erst jezt unter anderen Umständen zum Heil, der Welt zur Freude auf, wie ungehörig ihre Erscheinung an dieser Stelle und vor hätte werden müssen, ihr hier zum Unsegen ward, bis sie im dieser Frau wirken mußte. wüsten Leben versant, wie der Hirsch im wüsten Wogenwallen„ Warum bist also gekommen? Solche Freunde findest bersunken. Oh, um ihre Anmuth! Oh, um ihre Süße!... Du hier nicht. Und so ein Beifallsklatschen wirst Du hier Nur der Glaube, der mächtig und überstark in ihr ge- auch nicht hören, wie damals, wo ich Dich im Zirkus gesehen worden, machte es, daß Frau Salome auf diesem Gange habe, in der Stadt da drunten."
Also, da ist sie, die Gabi!" Till 1961 196" Ja, Tante. Ich habe Dir auch geschrieben, daß ich kommen will. Und weil Du nicht antwortetest, so dachte ich, es wäre eine Erlaubniß, und nun bin ich da."
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Frau Salome antwortete nicht gleich. Nur ihre prüfenden Augen ließ sie über die schlanke und zierliche Gestalt gleiten: „ Und wozu? Es geht Dir ja gut!" sprach sie nach einem Weilchen, das Gabrielen endlos war.
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Warum? Wie kommst Du darauf, Tante?" fragte das Mädchen rasch.
" Ich meine nur so." antwortete Salome. Das Kleid, das Du anhaft, ist wohl wirklich Seide. Und Schmuck haft Du ja auch, was ich sehe. Da müssen sie Dich doch gut zahlen. Aber so fremd siehst Du mir aus im Gesichte."
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Das ist nicht gekauft", entgegnete Gabriele. Von meiner Gage wenigstens nicht. Die möchte kaum für trocken Brot reichen." Und wo hast's denn her?"
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nicht verzagte. Sie konnte für nichts; sie war entschuldigt," Hast mich gesehen, Tante?" Sie trat ihr freudig erregt wie Gabriele nun rein in ihren Augen war. Aber mußte näher. Ach ja, da habe ich sehr gefallen und eigentlich, der darum zu helfen sein? Das war eine neue, eine angst- es wäre mir besser gegangen, wäre ich nicht damals fort auf voll drängende Frage. Oder war dem Edelwild zu helfen Deinen Wunsch." gewesen? Konnte man noch etwas für die Unfelige thun? Was mochte geschehen für sie? Oh, es war arg und bänglich, und war ein Stnoten entwirrt, dann merkte man erst, wie traurig verworren das Ganze war!
„ Ja, ich habe Dich gesehen, und ich werde es nicht vergeffen mein Lebenlang. Aber jetzt sprich: Was willst eigentlich da hier? Nur Dich mit mir ausreden?" Gabriele kämpfte:" Ehrlich, Tante mir geht es
schlecht!
Und?"
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So gelangte sie heimwärts, trat in ihr Haus, dessen nüchterne Ordnung sie das erste Mal gewahrte. Wortkarg, wie immer, ging das Mittagsbrot vorüber; sie aber gedachte ,, Da dachte ich mir: So gar gefällt Dir das Leben nicht seiner vielen Vorgänger, da noch Gabriele zugegen gewesen, mehr; gehst nach Hause und bittest die Tante, daß sie sich vielleicht sehnsüchtig nach einem Scherz, nach einem Lachen. Deiner wieder annimmt, und wartest nicht erst, bis Du alt Bitternd, ohne zu wissen, warum, erharrte sie das letzte Wort und häßlich geworden bist." des Tischgebetes; bangte, ob Rupert seinen funstvoll in ein„ Und?" Bärenfell gewandelten Schafpelz vom Nagel nehmen und mit Sie schwankte; dann sich selber ermuthigend und vertrau seinem altüblichen:" Du brauchst mich doch nicht?" davon- lich wispernd: Weißt Tante, über eine Zeit ist Alles verstapfen werde. Er blieb ungewöhnlich lange bei seinem Glafe gessen. Du kannst ja was für mich thun. Es haben schon Kaffee ſizen, und sie erbebte vor Ungeduld und wagte doch Grafen , sogar ein Fürst hat aus dem Zirfus geheirathet. Warum fein Wort des Hinweises auf ihre eigentlichen Wünsche. End- soll mich niemand mehr mögen? Ich möchte einmal Einem lich stand er auf; sie aber begann durch drei endlose Stunden allein sein-weißt, der hätte es gut mit mir, glaube ich.