Unterhaltungsblatt des Vorwärts

Nr. 243.

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Else.

aders dejt bildaspur noniston did mi jquit Mittwoch, den 13. Dezember. billid fibi de big. 1899

( Nachdruck verboten.)

Von Alexander 2. Kielland. Aus dem Norwegischen von Leo Bloch .

In der Arche hatte man mehr Angst vor ihr als selbst bor Madam Späckbom, und sogar die mutigsten von der Bande gingen auf Zehen, wenn sie Fräulein Falbes Treppen­absatz passierten.

trunken sein; aber dann konnte er spielen, daß das alte Klavier feufzte und weinte, und Floh saß atemlos auf dem Bettrand und weinte mit. nied madma durat

So lange er etivas zu trinken hatte, spielte er weiter, fam er dazu, feine Jugend zu schildern, voll von Hoffnung indem er teils fang, teils ihr erklärte, was er spielte; und fo und Musik und Lustigkeit; wie er Commers mit den Göt­tinger Studenten" gespielt hat und wie der große Spohr ein mal seine Hand auf seinen Kopf gelegt hat und gesagt: Er wird es weit bringen." adhuy sibisin Es war übrigens eine umständliche, alte, fnarrende Treppe, Und der alte Schirrmeister warf seine hellblonde Perrücke die sich mit ihren vielen Abfäßen gute Zeit ließ; aber zum fort, damit sie den Kopf selbst sehen sollte, auf welchem die Schluß wurde sie steil wie eine Leiter. Es gehörte zu Flohs Hand des großen Meisters geruht hatte.DOTA Lieblingsvergnügungen, auf dem Geländer von ganz oben Ja ja- er hat es auch weit gebracht der alte bis gauz herunter zu rutschen, mit einem kleinen Hops auf Schweinigel!" sagte er darauf zu sich selbst und sah sich jedem Absatz, das heißt, wenn Fräulein Falbe in ihrer in seiner Dachfanumer um, nahm einen Schluckt und spielte Schule war.

weiter.

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Uebrigens war das Fräntein immer freundlich zu Floh Und Floh hörte zu und fah alle möglichen wunderlichen auf ihre etwas strenge Art. Am Abend, wenn Madame Späd Dinge. Und strahlende Bilder breiteten sich vor ihr aus: ge bom mit ihrer Praxis beschäftigt war, saß Else oben in der pußte Damen und Herren, Licht, Musik, Rosen, Wagen und Stube bei Falbes und las oder besah Bilder, während das schimmernde Rosse, Bräute in weißem Atlas und wieder Fräulein Auffäße forrigierte. Kam dann Christian heim, so warf die Rosen, deren Duft sie fannte. doigt munt Schwester einen schnellen Blick auf ihn, und je nachdem derfelbe An einem Sommerabend aussiel, wurde Else hinuntergeschickt oder aufgefordert, zu bleiben. dir

Dann fonnte Christian sich hinsehen und mit ihr scherzen oder Dame spielen, und Fräulein Falbe sah mit ihrem netten Lächeln von ihren Aufsätzen auf, wenn sie recht herzlich über einander lachten.

Trotzdem amüsierte Floh sich noch besser oben auf dem Boden bei der Bande. Ein eigenes, geheimnisvolles Dunkel war da oben über all den wunderlichen Winkeln und kleinen Löchern ausgebreitet. Außerdem wußte man nie, wer eigent­lich da wohnute, denn die Gesellschaft wechselte beständig. Bald waren es bloß zwei, drei von den festen Mietern, bald konnte es in jedem Winkel von Menschen wimmeln nteistens von Männeru, welche schliefen, Karten spielten, trauken oder die Stöpfe zusammensteckten und zischelten. ind

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Die Hauptperson auf dem Boden war die Zenepuppe", ein großes, starkes Frauenzimmer mit dunklem Haar, kleinen Augen und einer ungewöhnlich dicken Unterlippe.

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und das Licht der untergehenden Sonne fiel rötlich auf den fleinen Musikanten, der dajaß und eine Flasche neben sich­Else vorspielte.

Seine Augen waren feucht vom Trinken und von Rührung während er sanft und auf die altmodische zarte Weise ein Adagio aus Mozarts Sonaten vortrug. Das war eine be­soudere Aufmerksamkeit für Floh. Denn sonst war er nicht bazu zu bekommen, die alten Klaffifer zu spielen, was man ihm auch bieten mochte.

Aber er hatte gemerkt, daß Else ihm folgen konnte. Und wenn er fah, wie er sie nach der Mujit leiten konnte, so daß die Karen Augen bald voll Thränen standen, bald sich vor einer Offenbarung öffneten, da feufzte das alte Wrack: Sie wird es auch weit bringen."

Draußen auf dem Boden ließ sich ein seltsames Gepolter hören, und jemand riß an der Thüre. Zratra

Tra tra tra!- der Trommel ist da!" rief Schirr meister und schlug in einen Inftigen Marsch um.

Die Thür ging auf und herein fam, eine Trommel auf dem Leib, ein langer, dürrer Bursche in blauem Uniform­rock mit langen Schößen. Darauf folgte ein großer, dicker Mann mit einer Flöte unter dem Arm.

Sie mietete alle Räume hier oben int Ranisch von Madam Späckbom, was für Madam sehr bequem war. Aber sonst war das Verhältnis zwischen den beiden Danten nicht ohne Reibungen, denn die Bande war durch Musik und Lärm und dergleichen eine große Störung für das Haus; Man brauchte bloß seine Unterlippe zu sehen, um sofort überdies brachte sie die Arche in der ganzen Stadt in zu merken, daß er Lenepuppes Bruder war. Aber war das schlechten Ruj. adap i da niste inn die Schuld der Flöte, oder lag es in seinem Tempera Aber es mochte nim gehen, wie es wollte, Lenepuppe ließ ment- feine Lippe war viel dicker und hing doppelt so weit fich nicht vertreiben. Oft hatte Madamt ihr gekündigt, und ein herunter. paarmal war Lenepuppe auch gegangen. Aber nach kurzer Zeit trat eine Versöhnung ein, nud sie kehrte zur Arche zurück ganz wie die Taube mit dem Delblatt" wie sich der alte Schirrmeister ausdrückte.

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Der alte Schirrmeister war ein versoffenter deutscher Musikant, welcher vor vielen Jahren mit einem herumreifenden Orchester hier heraufgekommen war. Im Anfang ging es ihm gut. Er spielte recht hübsch Violine und war auch sonst im stande, jedenfalls ganz respektabel auf fast allen möglichen Instrumenten zu spielen.

Er bekam deshalb Empfehlungen an die besten Häuser. Aber nach und nach kam er außer Mode; das Trinken nahm überhand, und schließlich that er seine Lumpen zusammen mit seinem ehemaligen Dienstmädchen Lene, welche er meine Puppe" zu nennen pflegte. Davon bekam sie im Volksmund den Rosenanten: Lenepuppe

Diese Person war ihrer Zeit Defonom am. städtischen Arbeitshaus gewesen, war aber verabschiedet worden und jezt lebte er in der Pension feiner Schivefter, wie er fagte. So­weit man beurteilen founte, stiftete er nichts Gutes, da er faum etwas anders that als trinken, Flöte spielen und Be­forgungen für seine Schwester machen.

Es war indessen etwas Geheimnisvolles um diese Be­forgungen, welche immer im Dunkeln vorgenommen wurden. Der lange, zweireihige Rock des Defonomen war eigentümlich ausgeftopft, wenn er ausging; aber wenn er- verhältnis mäßig schlank zurückkam, warf die Schwester sich wie ein Habicht auf ihn, che ein anderer ihn zu fassen bekam: denn es war bei der Bande die allgemeine Meining, daß er nach folchen Expeditionen Geld nach Hanje brachte.

Floh kannte sowohl den Dekonomen als auch Jörgen Lam­bour sehr gut; fie erhob sich schnell und machte Plat für sie, so gut es sich machen ließ.

Jetzt war der alte Künstler darauf reduziert, vom Motenschreiben und von Lenepuppes Gnade zu leben. Unter Jörgen Tambour brachte zu dem Konzert zwei Flaschen dem schrägen Dach stand fein altes Klavier, welches als Tisch Bier und einen Pegel Branntwein mit. Der Oekonom blinzelte zum Notenschreiben, Essen und Trinken diente, und ganz hinten geheimnisvoll und sagte: er hätte einen Boten gesandt", an der Wand stand der Violinkasten, verborgen, verstaubt und was er immer jagte. Stein Mensch wußte, was das für ein vergessen. Bote war, auch nicht, wohin er gesandt worden war; aber Wenn Else mit dem alten Schirrmeister allein war, konnte alle wußten, daß er niemals zurüdkommen würde. sie ihn dazu bekommen, zu spielen; aber das war nicht oft. Der alte Schirrmeister warf inzwischen einen gering­Denn der alte Musifant war so weit gefommen, daß es ihm fchäßigen Blick auf die Trinkwaren und erklärte, daß er heute weh that, Musik zu hören. Dazu mißte er meist etwas be- nicht spielen wollte.