Anterhaltungsblatt des Vorwärts

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Nr. 26. Mittwoch, den 7. Februar.

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( Nachdruck verboten).

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End

1900

Sie ballte die Fäuste. Saog!" Nun stampfte sie mit den Füßen. Saog!"

furz um.

Je mich mer im Roth rührt, desto mich stinkt hän. Ech Das Weiberdorf. haon teint Lust derzu," sagte Bäbbi ruhig und drehte sich Roman aus der Eifel von Clara Viebig . Frühjaohr." freischten auch jubelud die Weiber, als fie längs der Wiesen dahin liefen, um den Betrunkenen heim­zuholen.

Ein feuchter Duft stieg auf, ein Duft nach jungem Gras ind erdiger Kraft. Sic atmeten mit geblähten Nüstern, ihre Gesichter waren rot, glühend vor Uebermut. Mit einem Schrei riß sich Tina das Tuch vom Hals und ließ es wie eine Flagge in der Luft wehen.

Frühjaohrt, helao, Bittchen, wuh stichste( ſtedſt Du) Mit verschmigtem Lachen erhob sie einen durch dringenden Gesang:

tem. Mai, im Mai,

Moß wer sein 30 zwei Still", fagte Bäbbi und drehte sich um, dem schnippschnappig Licd! Hörste dann net Still! Se es Gottes Vogel."

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piling du hör uf met die Lerch?

Sie hatte die Lacher auf ihrer Seite, auffreischend vor Entzücken fielen Brun und Leis einander in die Arme; Zeih hängte sich ihr freundschaftlich an den Arm.

andern wäre sie auf den Rücken gesprungen und hätte ihr das Jämmerlich abgeschlagen zog Tina allein hinterher; einer Fell mit den Nägeln zergerbt. Der da traute sie sich nicht. andern wie selbstverständlich mit sich fort. Die ging so ruhig und sicher ihren Weg und führte die drei

Stage; der Babbi konnte sie nicht ankommen, aber die Leis Linas Augen kniffen sich zusammen wie die einer lauernden und die Brun und besonders die Zeih, denen wollte sie's

eintränken.

..Eweil sein mer dao," sagte Bäbbi und wies auf einen Dornbusch, dicht am Grabenrand. Bei dem Busch liegt hän unnen." Mitleidig beugte sie sich über, mit einem Ruf der Ueberraschung fuhr sie zurück. Da unten lag wohl noch der Beter und schnarchte, aber neben ihm hockte eine Frauens Auf einem nahen Grasbüschel saß die Lerche. Tirili, person, den Oberrock über den Kopf gezogen; ihr grellroter tirili!" Mit den Flügelchen schlagend, erhob sie sich, jetzt unterrock blähte sich wie eine große Mohnblume. Die Trautt schoß sie aufwärts wie ein Pfeil; in Kreisen höher und höher Mit einem triumphierenden Lächeln sah diese aufwärts in steigend, schmetterte sie ihr jauchzendes Tirili himmelan.

vickelchen, Liwidelchen( Kofenamen für eine Lerche)!" schrien die Mädchen und sprangen, in die Hände klatschend, wie die Tollen in die Wiese hinein. Sie rauften mit beiden Händen das kurze Gras aus und schleuderten es sich ins Gesicht, wie ein Regen rieselte es ihnen über Haar und Schultern; sie trappsten hin und her, mit Gelächter und Ge­freisch, ihre schweren Nägelschuh traten die zarten sprossenden Hälmchen tot.

Zeih blieb ein wenig zurück, die hageren Dinger liefen ihr denn doch zu schnell. Und da sah sie auch ein paar gelbe Blumen des Löwenzahns, erfreut pflückte sie sie ab und steckte sie sich ins Haar glänzten die nicht wie eitel Gold? Anmutig uicten die leuchtenden Blüten auf dem braunen Scheitel.

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die verblüfften Gesichter; sie hielt Pittchens Kopf in ihrem Schooß. ismi piinid, and w do Ein vierstimmiger Schrei antwortete dem Lächeln, mit einent Sat war Tina unten, Vrun und Leis stürzten sich nach; dann folgte die Zeih. Das war ein Gewälze von Leibern im Graben, ein Gewirr von Armen und Beinen, ein Schimpfen und Lachen, Zanken und Zerren. Einen Augenblick sah Bäbbi darauf nieder, dann machte sie Kehrt.

Mit raschen Schritten ging fie davon. Kurz vor'm Dorf blickte sie noch einmal zurück, die stille Luft trug ein Getöse an ihr Ohr, ein. Stimmengewirr, als ob ein Heer anrückte. 15 Da tauchten sie in der Ferne auf, von der Märzsonne grell beschienen, wie von goldenem Flimmer umhüllt. Als Kernpunkt der Peter; von den einen gefchoben und den andern gezogen, nahte er waufend.

XI.

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Kaum sah Tina die also Geschmückte, riß sie ihr auch schon die Blumen vom Kopf. Zeih schalt lachend und riß ihr Eigen Eine Aufregung war im Dorf, kaum weniger groß. als tum wieder an sich; das ging hin und her, ein förmlicher bei der Heimkehr der Männer. In das stille Dorf war's Kampf begann, ein halb spielerisches, halb ernsthaftes Balgen. gefallen wie ein Kanonenschuß und hallte unaufhörlich von Bulegt schleuderte Tina die zerknickten Stengel von sich: Dao allen Ecken und Enden wieder ein Mann, ein Herr! Ein Haste dän Dreck!" Die Füße der Weiber schritten achtlos reicher Herr! brüber weg.

Babbi war den andern weit vorans, jest blieb sie stehen imd wartete auf die Nachzügler. Mit zusammengezogenen Brauen fah sie ihnen entgegen. Stut( Stommit), kut," rief sie univillig, laoßt de Alfanzereien."

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Alfanzereien?!" Tina lachte spöttisch und hob fed ihre Nasenspitze zu der um einen Kopf Größeren. Sei dan nor net e fu fürnehm, Lenzen Väbb, met waaß jao doch, wän dau bist!" Sichernd stieß sie die Vrun an, und die Vrun stieß die Leis an, und die Leis die Zeih.

Eine dunkle Röte stieg Bäbbi in die Wangen, aber sie sagte nichts; mit einem ernsten Blick sah sie von oben herunter auf die Kleinere.

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In der Eichelhütte würde er wohnen, die hatte er dem van Beuren abgekauft. Aber nicht blos ein paar Jagdtage wollte er da verweilen, nein, den ganzen Sommer sicher und vielleicht auch den Winter. Der Kruminscheidt hatte es erzählt und sich schmunzelnd dabei die Hände gerieben; er witterte dabei einen sicheren Verdienst. Denn der Fremde hatte einen gartrötlichen Hauch auf der Nase und seine etwas ver. schwommenen blaßblauen Augen blickten gemütlich in die Welt.

Gleich bei der ersten Einkehr hatte der Wirt das Nähere und Nächste erfahren. Herr Anton Nifolaus Schmit ,,, Rentner", wie er sich schrieb, hielt durchaus nicht mit seinen Angelegen heiten hinterm Berge. Er erzählte gern.

Er stammte aus der Eifel . Als armer Waisenkuabe wat Haha," fing Tina wieder an sie hatte den Blick er ausgewandert und hatte sich durchgefochten bis unten an wohl verstanden und boste sich darüber dan willst ons den Niederrhein , da hatte er noch einen entfernten Verwandten Stonduitten liehren dau?! Dan maaust wohl, dan dürfft wohnen; der that ihn zu einem Gerber in die Lehre. Es glückte dat, weil de noch in der elften Stund onner de Hauw kommen ihm; der Lehrling wurde Gefelle, der Gefelle Meister jett bift? Olau, e su domm! Mer kennt dän Bogel an fein paßte bald das Sprichwort: Federn, wann hän sein Stömt aach noch e su verstellen duht. Hahaha!"*"

Die Mädchen schlugen ein Gelächter auf, auch Zeih lachte, ihr gedankenloses, fröhliches Lachen.

Häutchen, wie stinkst du, Geldchen, wie klingst du."

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Zuleht hatte er eine große Gerberei in Köln besessen. Zeih kommt!", sagte Bäbbi und faßte sie am Arm, Aber was follte er sich noch länger Schinden? Junggeselle ,, laoßt cweil dat Zina! Ein faul Ei verdirbt den ganzen Brei!" war er, nähere Verwandten hatte er keine, sein Haar war Hollah" Tina packte die Zeih am andern Arm, hei gran geworden, die Gicht fuchte ihn öfters heim und der gebliewen! Wot saoste, Lenzen Bäbbi? Ein faul Ei wän Hals fragte ihn vom Lobstaub. Jetzt war's Zeit, sich zur maanste dermit,?" Sie fauchte die Große böse an, ihre Ruhe zu feßen.

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Augen funkelten. Dau Sauerpot, dau Quiesel, onnerstich Da meinte der Herr van Beuren, den er beim Früh dech! Stillwässer- Grundfresser. Duh dei Maul uf, dau schoppen in der Käferdose" zu Köln kennen gelerut, das Grundfressersch, laoß chs hören, waorum ech faut sein? Fault" I grüne Salnithal, das so geschüßt und lieblich zwischen