Unterhaltungsblatt des Vorwärts
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Auferstehung.
Freitag, den 6. Juli.
( Nachdruck verboten.)
1900
langer, magerer Sträfling mit halb rasiertem Kopf; er trug ein kleines Mädchen, das in ein Tuch eingewickelt war und durchdringend kreischte.
Ich werd' Dir die Erwägungen schon austreiben; giebst es den Weibern!" schrie der Offizier. Anschließen!"
Es wurde der Maslowa gestattet, auf den Stationen mit Der Offizier verlangte, daß diesem Gemeindeverbrecher, den politischen Verbrechern zusammen zu wohnen; marschieren der in die Verbaunung ging und den ganzen Weg das kleine mußte sie aber als gesundes Weib mit den Sträflingen. So Mädchen auf dem Arm getragen hatte, welches ihm seine in marschierte sie die ganze Zeit von Tomst ab. Mit ihr gingen Tomst am Typhus gestorbene Frau hinterlassen hatte, Handebenfalls zu Fuß zwei Politische: Marja Pawlowna Schtsche- fesseln angelegt würden. Die Entschuldigung des Sträflings, tinina, eben das hübsche Mädchen mit runden braunen Augen, daß er mit Handfesseln das Kind nicht tragen könnte, brachte welches Nechljudow beim Zusammentreffen mit der Bogo den Offizier, der nicht bei Stimmung war, ungemein auf. duchowskaja so überrascht hatte, und ein in den Bezirk Jakutsk Vor dem Sträfling standen ein Eskortesoldat und ein verbannter gewiffer Simonson, derfelbe schwarze, rauhharige andrer stämmiger, schwarzbärtiger Sträfling, dem die HandMensch mit tief in den Höhlen liegenden Augen, den Nechtschellen an einer Hand angelegt waren, und der in der Erjudow ebenfalls bei jenem Zusammentreffen wahrgenommen wartung, daß der Sträfling mit dem kleinen Mädchen ihm hatte. Marja Pawlowna ging zu Fuß, weil sie ihren Wagenplatz angeschlossen würde, den Offizier unter gerunzelten Brauen einem schwangeren Sträflingsweib abgetreten hatte; Simonson finster anblickte. Der Offizier wiederholte den Befehl an aber, weil er es für unrecht hielt, irgend einen Standesvorteil den Eskortesoldaten, das Mädchen wegzunehmen. Das Gezu benutzen. Diese drei machten sich, getrennt von den andern murmel in den Reihen der Sträflinge wurde immer lauter politischen Verbrechern, die später auf Wagen nachfuhren, und lauter. frühmorgens mit den gewöhnlichen Verbrechern auf den Weg. So war es auch auf der letzten Station vor einer großen Stadt, bei der ein neuer Eskorte Offizier den Zug übernahm.
" Ich
,, Sind von Tomst an gegangen und nicht angeschlossen!" ertönte eine schrille Stimme aus den hinteren Reihen. Ist doch kein Hund, sondern ein Kind!" Wo soll er denn mit dem Mädchen hin?" Es war frühmorgens an einem Septembertage mit ,, Das ist ungefeßlich." sagte noch jemand. .Schlackerwetter. Bald schneite und bald regnete es mit falten Wer war das?" schrie der Offizier wie von einer Windstößen. Der ganze Gefangenenzug: vierhundert Männer Tarantel gestochen und stürzte auf den Haufen zu. und gegen fünfzig Frauen standen schon auf dem Stationshof werd Dir das Gesetz schon zeigen! Wer hat das gesagt? und umringten teils den Transportführer, der Fouragegeld Du? Du?" für zweimal vierundzwanzig Stunden an die Aeltesten verteilte, teils fauften sie bei Handelsfrauen, die man in den Hof hineingelassen hatte, Eßwaren. Es ertönte Stimmengewirr von Sträflingen, die ihr Geld zählten und sich Vorrat kauften, und die freischenden Stimmen der Hökerinnen.
Katjuscha und Marja Pawlowna- beide in Stiefeln und Halbpelzen mit Tüchern um den Kopf- traten aus dem Stationsraum auf den Hof und begaben sich zu den Hökerinnen, die zum Schuß vor dem Winde an der Nordseite der Pfähle saßen und eine vor der andern ihre Waren vorlegten: frisches Brot, Pasteten, Fisch. Nudeln, Buchweizengrüße, Gebäck, Rindfleisch, Eier, Milch; eine hatte sogar ein gebratenes Spanferkel.
Simonson in einer Guttaperchajacke und Gummigaloschen, die über den wollenen Strümpfen mit Bindfaden befestigt waren( er war Vegetarianer und gebrauchte kein Fell von irgend einem getöteten Tiere), stand ebenfalls auf dem Hof und wartete auf den Abgang des Zuges. Er stand an der Treppe und schrieb einen Gedanken, der ihm gekommen war, in sein Tagebuch. Dieser Gedanke bestand in folgendem: „ Wenn eine Bakterie" schrieb er den Nagel eines Menschen untersuchen und beobachten würde, würde sie ihn für ein anorganisches Wesen halten. Genau so halten auch wir die Erdkugel, indem wir ihre Rinde beobachten, für ein anorganisches Wesen. Das ist nicht richtig."
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Die gekauften Eier, ein Bündel Kringel, Fische und frisches Weizenbrot, alles das that die Maslowa in ihren Reisesack; Marja Pawlowna aber rechnete mit den Hökerfrauen ab, als unter den Sträflingen eine Bewegung stattfand. Alles verstummte, und die Leute begannen sich aufzustellen. Ein Offizier trat heraus und erteilte die letzten Befehle vor dem Abmarsch.
Alles verlief wie gewöhnlich die Sträflinge wurden gezählt, die Ketten nachgesehen und die Paare zusammengethan, die in Handfesseln gingen. Aber plößlich ertönte der zornige Kommandoschrei eines Offiziers und das Weinen eines Kindes. Alles verstummte für einen Augenblick; dann lief ein dumpfes Murmeln durch den ganzen Haufen. Die Maslowa und Marja Pawlowna begaben sich an den Ort, von dem der Lärm ausging.
3weites Kapitel.
Als Marja Pawlowna und Katjuscha an diesem Ort angekommen waren, erblickten sie folgendes: der Offizier, ein stämmiger Mann mit langeni blondem Schnurrbart, machte ein finsteres Gesicht und stieß Schimpfworte aus. Vor ihm stand im kurzen Sträflingsrod und noch kürzeren Hosen cin
,, Alle fagen es. Deshalb..." sagte der untersette Sträfling mit dem breiten Gesicht.
"
Wollt rebellieren? Ich werd' Euch zeigen, wie man rebelliert! Nimm das Mädchen!"
Der Haufe verstummte. Ein Eskortesoldat riß das verzweifelt schreiende Mädchen fort, ein andrer begann dem Sträfling, der gehorsam seine Hand Hinhielt, die Handschellen anzulegen.
Bringst es zu den Weibern!" schrie der Offizier den Eskortesoldaten an und brachte seine Säbelkoppel in Ordnung.
Das kleine Mädchen bemühte sich, die Händchen aus dem Tuch herauszubekommen und freischte unaufhörlich mit blutunterlaufenem Gesicht. Aus der Menge trat Marja Pawlowna hervor und ging zu dem Offizier.
trage."
., Herr Lieutenant, erlauben Sie, daß ich das Mädchen Der Eskortesoldat blieb mit dem Mädchen stehen. Wer bist Du?" fragte der Offizier.
.Eine Politische."
Augenscheinlich übte das hübsche Gesicht Marja Bawlownas mit den schönen, hervorstehenden Augen eine ge wisse Wirkung auf den Offizier aus, der sie schon bei der Aufnahme gesehen hatte. Schweigend blickte er sie an, als erwäge er etwas.
" Ist mir egal; tragen Sie sie, wenn Sie wollen. Sie können schön Mitleid mit ihnen haben, wenn aber einer ausreißt, wer kommt dann dafür auf?"
,, Wie kann er mit dem Mädchen weglaufen?" sagte Marja Pawlowna.
" Ich habe keine Zeit, mich mit Ihnen zu unterhalten. Nehmen Sie sie, wenn Sie wollen."
"
Befehlen Herr Lieutenant, sie abzugeben?" fragte der Eskortesoldat. Gieb sie hin."
"
,, Komm zu mir," sagte Marja Pawlowna und gab sich Mühe, das Mädchen an sich zu locken.
Aber die Kleine strebte aus den Händen des Soldaten zu ihrem Vater hin und wollte nicht zu Marja Pawlowna. Warten Sie, Marja Pawlowna, sie tommt zu mir," sagte die Maslowa und holte die Kringel aus ihrem Sack hervor.
"
Die Kleine tannte die Maslowa, und als sie ihr Gesicht und die Kringel sah, ging sie zu ihr.
Alles wurde still. Das Thor wurde geöffnet, der Zug trat hinaus, stellte sich auf, die Eskortesoldaten überzählten die Sträflinge wiederum, verpackten die Reifesäcke und placierten